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Bei einem solchen Sachen ist mir nicht wohl. Was wird sein, wenn
meine Mutter oder Schwiegermutter pflegebedürftig werden?
Oder man denke auch an mehrfachschwerstbehinderte Kinder und
Erwachsene, die zu Hause oder sogar im Heim gepflegt werden?
Es trifft mal wieder die schwächsten mit in unserer Gesellschaft.
Was meint Ihr dazu? Gibt es Negativberichte aus eigener Erfahrung?
Ich musste heute morgen beim ZDF-Morgenmagazin ja schmunzeln,
dass ENDLICH - nach wievielen Jahren eigentlich ????????
der MDS und viell. die Bundesregierung das auch irgendwie begriffen haben, was da z.T. in den Heimen los ist.
Inzwischen sind darüber schon unendlich viele Berichte in Fernsehen ausgestrahlt worden, Bücher veröffentlicht worden, Kündigungen seitens der Arbeitgeber ausgesprochen worden an Personal die auf die Missstände aufmerksam gemacht haben, uvm.,
und ENDLICH hat es der MDS nun auch begriffen ........
Ich fass es nicht,
sorry meinen Sarkasmus in der Richtung.
Ich kann nur sagen, ich bin froh, dass meine Mutter wirklich in einem tollen Heim untergebracht ist in dem wir solche Missstände noch nicht beobachtet haben, und von uns Kindern ist immer einer da. Wir dürfen unangemeldet zu jeder Tag- und Nachtzeit kommen, rund um die Uhr.
Lieben Gruß - Isolde _________________ „Nicht der Beginn wird belohnt, sondern einzig und allein das Durchhalten“ - Katharina von Siena "Einen Anfang zu machen ist das Geheimnis von weiterkommen" - chin. Weisheit
ich kann dazu sagen, dass es mir unheimlich weh tut wenn ich sowas höre/lese und ich wirklich große Angst bekomme wenn ich daran denke das ein Mitglied meiner Familie da mal landen wird....
Einfach furchtbar!
Traurige Grüße
Kerstin _________________ Luca 03 Frühchen 24 SSW, blind, entwicklungsverzögert und Zwillingsschwester Emilia ein Sternenkind; emotionaler Mittelpunkt der Familie von Lissi 14, Maschi 23, Karo 23 und Mama *67 & Papa *62
Nun hierzu muß ich mich auch äußern.
Ich habe 18 Jahre als examinierte Pflegefachkraft in Pflegeheimen gearbeitet.
Und ja, diese Misstände waren schon immer vorhanden.
Einfach, weil es an qualifiziertem Pflegepersonal mangelt.
Es gab und gibt aber schon immer auch positive Alternativen, sprich Pflegeheime, wo die HBW gut versorgt und gepflegt werden.
Das ist oft nur durch massiven Einsatz des Personals möglich.
Doppelschichten oder 20 Tage am Stück arbeiten sind keine Seltenheit.
Seit das Pflegegeld eingeführt wurde hat sich die Situation nicht wie erwartet entschärft, nein es wurde noch schlimmer.
Die "Pflegeschlüssel"(Bewohner:Personal) sind eher schlechter und sind eh nur Augenwischerei, da beim Personalschlüssel ALLE Mitarbeiter mitgezählt werden, auch der Koch oder der Hausmeister, obwohl diese nichts zur Pflege beitragen.
Ich denke, man muß sich bevor man einen Angehörigen in einem Pflegeheim unterbringen muß informieren, wo eine gute Pflege gewährleistet ist.
Unter Umständen ist dies dann halt nicht das Heim um die Ecke oder das günstigste.
Also ich hatte in den 18 Jahren Einblick in 7 Pflegeheime und in diesen war grundsätzlich eine gute Pflege gewährleistet, habe auch in dieser Zeit, und darauf bin ich stolz, lediglich 2 schwere Dekubiti gesehen, beide kamen von zu Hause, einen bekamen wir wieder zu, bei der anderen Frau, war dies leider nicht mehr möglich.
Natürlich geht es häufig über eine "Satt-Sauberpflege" kaum hinaus, da dazu einfach das Personal fehlt.
diese Misstände sind leider nichts neues.
Habe jahrelang in der Pflege gearbeitet erst in Pflegeheimen dann in der ambulanten Pflege.Ständiger Personalmangel zum Teil wurden Stationen mit 20 Bewohnern von einer Pflegekraft betreut.Wobei unter den 20 Bewohnern Schwerstpflegefälle waren.In der ambulanten Pflege immer die Uhr im Nacken.
Überstunden waren an der Tagesordnung.
Wie Jutta schon schreibt häufig geht es über die Satt und Sauberpflege nicht hinaus.
Man möchte natürlich das die Bewohner so selbständig bleiben wie es irgendwie geht.Bsp Grundpflege Frau X ist durchaus in der Lage Gesicht und Oberkörper selbst zu waschen,aber man muss ihr jeden Schritt erklären immer und immer wieder,für das Waschen des Gesichts braucht sie schon allein 5 Minuten usw usw.,die Zeit hat man gerade nach der Einführung des Pflegegeldes in Heimen nicht mehr.So wird Frau X komplett vom Personal gewaschen verliert damit einen wichtigen Tel ihrer Selbständigkeit ihres Selbstwertgefühls.
Bin gespannt wann sich wirklich mal was verändert und es nicht immer bei den in regelmässigen Abständen erfolgenden Aufschrei bleibt.
Liebe Grüsse
Ute _________________ Ute 11/67 mit Phil 09/97 und Tim 05/02 Hemiparese re. ,Epilepsie, globale Entwicklungsverzögerrung
es wird Zeit, dass sich alle dagegen wehren, dass immer mehr Pflegepersonal eingespart wird. Selbst wenn die Nahrungsaufnahme und die Pflege gesichert ist,
mangelt es doch noch viel öfter an Betreuung, Ansprache und Beschäftigung. Was nutzt es, wenn die schönsten Snoezelen-Räume, Schwimmbäder, Beschäftigungs-
materialien zur Verfügung stehen und sie werden nicht genutzt. Tatsache ist, dass in vielen Pflegeheimen das Pflegepersonal rund um die Uhr mit der Grundpflege beschäftigt ist und die Pflegebedürftigen mehr oder wenig ohne persönliche Ansprache sich selbst überlassen sind. Angehörige bekommen scheinbar davon nicht viel mit.
Schlimm ist, dass die Pflegebedürftigen dann "abschalten", Fähigkeiten wieder verlernen und zu vereinsamen beginnen. Ich finde, die Pflege alter und behinderter Menschen geht alle etwas an und darf nicht an mangelnden Finanzen scheitern. Es kann nicht sein, dass die Schwächsten die Rechnung für jahrelange
Misswirtschaft bezahlen müssen. Mich ärgert, dass genug Geld da ist und genug Arbeit und genug Menschen, die in pflegenden Berufen arbeiten wollen. Die Misstände aber kommen daher, dass wenige Leute in Führungspositionen immer mehr vom grossen Kuchen bekommen wollen und Pflegebedürftige als Nummer verwaltet werden.
genau das ist das Problem daß das Pflegepersonal so berechnet wird, daß lediglich eine Grunversorgung gewährleistet ist.
Persönliche Zuwendung, Gespräche können oft nur im Rahmen der Grundpflege stattfinden, dann geht es weiter zum nächsten Bewohner.
Es findet sich aber häufig nicht wirklich ausreichend qualifiziertes und motiviertes Personal.
Ich kenne es aber auch so, daß´oft Menschen da sind die ehrenamtlich(grüne Damen) in die Pflegeheime kommen und sich mit den HBW beschäftigen, was auch auf gute Resonanz stößt.
Also es müßte einen besseren Pflegeschlüssel geben und die Azubis müssten mehr gefördert und motiviert werden, viele steigen nämlich nach kurzer Zeit wieder aus, da ihnen der Stress zu groß ist(Dienstzeiten, Personalmangel, schlechte Bezahlung)
Ich denke, man muß sich bevor man einen Angehörigen in einem Pflegeheim unterbringen muß informieren, wo eine gute Pflege gewährleistet ist.
Da hast Du völlig recht, liebe Jutta,
und ich möchte noch eines hinzufügen - in oftmals sehr vielen Fällen ist es kaum möglich, dass Angehörige sich ein entsprechendes Heim raussuchen können,
warum?
Ich erzähle es am Beispiel meiner Mutter - brandaktuell.
Meine Mutter ist im Laufe der letzten Jahre etwas dementer geworden und hat natürlich Sachen gemacht, wo man sich an den Kopf langen musste.
Aber - keiner rechnete mit dem Schlimmsten und für meinen Vater war die Situation soweit tragbar, bzw. wir Kinder hatten gerade an Ostern beraten, dass wir eine häusliche Betreuung für sie organisieren, weil wir auch nicht wollten, dass sie schon zu früh in ein Heim kommt.
Dann aber - von einem Tag auf den anderen, hat sich die Lage geändert.
Ich feile es nicht ganz aus,
schildere aber mal nur die einzelnen Stationen.
Meine Mutter hatte auf unserem Gelände kurz nach Ostern einen Unfall. Sie wurde nicht gefunden so schnell weil sie in Gebüschen gelegen hat.
Gut, sie wurde wieder gefunden, kam dann ins Krankenhaus - auf die Chriugie. Dort wurde 2 Tage eine Wundversorgung gemacht.
Aber zur gleichen Zeit war klar - diese Frau KANN NICHT mehr zurück nach Hause.
Wir haben von heute auf morgen eine Demenzeinrichtung in Saarbrücken angerufen um sie dort 3 Wochen zwischenzuparken.
Das Krankenhaus warf die Frau ja quasi raus.
Jetzt war sie 3 Wochen dort, es wurde aber nichts gscheites getan - im Grunde ein Absitzen und die Möglichkeit für uns, ein Heim zu suchen.
Schließlich haben wir eines gefunden - die Mutter kam dahin, ohne dass irgendjemand von dieser Heimleitung die Frau zuvor mal gesehen hat.
Die Frau war dann ein paar wenige Wochen dort, der Zustand wurde schlimmer.
Wg. Verdacht auf Darmverschluss kam sie ins Krankenhaus.
Das wurde behoben und man hat in dem KKH die Frau mit Medis ruhig gestellt, dass sie in dem Heim ruhiger ist, weil sie wohl die Patienten störte mit Schreiben und ständigem ununterbrochenem Reden.
Wieder musste sie ind KKH wg. evtl. Darmverschluss,
das war an einem Freitag Ende Juli. Die Heimleitung dieses Heimes hat zu meiner Schwester gesagt - die Frau kann hier nicht mehr zurück, sie bringt das Heim durcheinander, ist ein Fall für eine gerontologische Station.
Das Krankenhaus sagte - wir können sie 2-3 Tage dabehalten, sie müssen sich schnellstens um eine entsprechende Einrichtung kümmern.
Meine Schwester war außer sich - Freitag mittag - woher eine Unterkunft die passt. Die Odysee erspare ich jedem, meine Schwester hat Hochleistung betrieben. Dann fand sie in Mainz das Haus von der AWO mit der entsprechenden Station.
Das war Montags als sich ein Trupp von der AWO ins 150 km entfernt gelegene KKH aufmachte um die Frau anzuschauen (waauu.., sie machten sich ein Bild davon).
Sie nahmen die Frau und wir hatten bis heute ein RIESIGES Glück mit dem Haus gehabt.
Ich muss aber dazu sagen - dass meine Schwester Beziehungen zu diesem Haus hat - vielleicht hätten wir es sonst nicht bekommen.
Fazit:
Zeit bleiben für ein geeignetes Heim?
Nein - solange ein KKH die Patienten einfach auf die Straße setzt und es keine Zwischenlösung gibt - solange geht das nicht.
Und dann wieder umziehen?
Das ist ein riesiger Aufwand, bis so eine Person von einem Haus zum anderen Haus ist, vorallem wenn die Person selber nicht mitmacht und noch mit Medis ruhig gestellt werden muss.
Ich habe es jetzt alles live mitbekommen zwischen Ende April und Ende August.
Jetzt darf sie sterben in dem Heim.
Insofern - wenn man Zeit hat kann man suchen,
und dann ist immer noch die Frage - ist es für das Krankheitsbild des Patienten auch die richtige Unterkunft.
Viele Leute müssen da an einem Strang ziehen um so eine Lage gut zu Ende zu bringen.
Und da fehlt es an sachverständigen Leuten und an Personal.
Lieben Gruß - Isolde _________________ „Nicht der Beginn wird belohnt, sondern einzig und allein das Durchhalten“ - Katharina von Siena "Einen Anfang zu machen ist das Geheimnis von weiterkommen" - chin. Weisheit
das ist wirklich sehr ärgerlich, wie das bei euch gelaufen ist.
Normalerweise muß das KKH ja die entsprechende Info geben können, welche Einrichtung geeignet ist.
Wenn ein Patient dement ist, sollten die auch eine Einrichtung mit enrsprechender Demenzabteilung empfehlen.
Die einzelnen Pflegeheime haben ja so ihre "Steckenpferde", beim einen ist das der Demenzbereich, beim nächsten eine Wohngruppe für Apalliker und Apoplexpatienten.
Die Krankenhäuser haben ja Sozialarbeiter, die mit den Pflegeheimen in Verbindung stehen und es SOLLTE eigentlich klappen, daß die Angehörige und Patienten bei Bedarf informieren.
Wie gesagt SOLLTE.
Die Zustände in vielen Pflegeheimen sind wirklich skandalös.
Aber nicht überall kann das Personal was dafür. Die Mitarbeiter sind einer sehr großen Belastung ausgesetzt, oft mit mangelhaften oder überhaupt nicht vorhandenen Hilfsmitteln, unter sehr dubiosen Arbeitsbedingungen.
Beispiel gefällig? Meine Mutter arbeitete als Krankenschwester in nem Altenheim der Gerontopsychiatrie. Es war ein sehr kleines, privat betriebenes Heim, am Ende der Welt gelegen, ca. 25 Bewohner. Meine Mutter war die ganze Nacht, von 20 Uhr abends bis 7 Uhr morgens, ALLEIN für die größtenteils schwer verwirrten Bewohner verantwortlich. Wenns da gebrannt hätte, wäre es in einer Katastrophe geendet.
Eines Morgens steht die Frühschicht vor der Tür und wartet drauf, dass die Nachtschwester aufschließt. Nix passiert. Schließlich steigt einer der Mitarbeiter durch ein geöffnetes Fenster ein und findet meine Mutter zusammengebrochen auf der Toilette. Die Patienten klingelten wie blöde, aber es war ja keiner dagewesen, der ihnen helfen konnte.
Meine Mutter hatte unerwartet schweres Hirnbluten erlitten, ist einige Tage später verstorben. Anhand der Aussage eines nicht verwirrten, aber stark gehbehinderten Patienten ließ sich nachvollziehen, dass der Zusammenbruch gegen 3 Uhr nachts passiert sein muß, denn da hatte der Patient schon vergeblich nach der Schwester geklingelt.
Das Heim wirtschaftet immer noch auf diese Weise, 1 Nachtwache für alle Patienten. Der Fall ist damals gegenüber der Heimaufsicht (die wir informiert hatten) geschickt vertuscht worden. Angeblich trägt sich sonst das Heim nicht.
Manchmal muß erst wer weiß was passieren, bevor irgendwo was geschieht.
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