Liebe Petra,
dieses "im Kreis drehen" kenne ich auch . Immerwieder freut man sich über kleine Entwicklungen bei seinem Kind und dann kommt irgend so ein "Spezialist", und ich meine damit nicht nur Ärzte und Therapeuten sondern auch Leute mit denen du Kontakt hast, und macht alles zur nichte.
Neuestes Bsp. bei uns. Ich habe der Logopädin erzählt das Nils jetzt jeden morgen zur "neuen" Schule will. Da sagt die zu mir:" Glaub mal nicht, das das wegen der anderen Kinder ist, der interessiert sich nur für die neue Umgebung!". Toll, danke, danke !!!!. Ich habe mich gleich ein bischen mehr belächelt gefühlt . So ob alle alles schon wüssten, nur ich wieder auf der Leitung stehe.
Ich will nur mal sagen, freue dich wenn dein Kind Fortschritte macht . Es weiß ja nicht da da irgendeine Diagnose über ihm schwebt. Toll super klasse, dass es bei euch vorwärtsgeht. Wir machen hier auch gerade kleine Mäuseschritte nach vorne.
Und wenn da jemand so "gründlich" ist in deiner Umgebung, und einfach nochmal die letzten Zweifel ausräumen möchte, dann kannst du dich eigendlich freuen. Denn so wird ja wohl auf jeden Fall der richtige Weg für euch gefunden werden.
ich habe heute im Autismus-forum geschrieben. Ben sein Kinderarzt hat mich
auf autistische Züge angesprochen wegen der Stereotype bei seinen Handlungen.
Ich bin mit diesen Verdachtsmomenten vorsichtig.
Wir sind am 7. März beim Kinder-HNO zur Untersuchung und dann schauen wir
weiter.
LG
Andrea _________________ Andrea Bj.1965/ Jan 11/98 KISS(KIDD), AVWS,
LRS, hypoton /Ben 01/04 KISS(KIDD) , frühkindl. Autismus, Wahrnehmungsprobleme, starke Sprachverzögerung, Hyperakusis
"WAS NICHT PASST, WIRD PASSEND GEMACHT" (von Peter Thorwarth)
die Beschreibung Deines Sohnes würde auch genau auf meinen zutreffen. Er ist jetzt 5 Jahre alt und die Sprache hat sich ganz genauso entwickelt. Wir haben ihn im Rahmen einer Studie testen lassen. Die Diagnose lautet frühkindlicher Autismus im Hochfunktionsbereich. Da die ersten Auffälligkeiten in der Entwicklung, insbesondere die Stereotypien nach dem 1. Lebensjahr aufgetreten sind.
Auch ich kann oft nicht glauben, dass er Autist sein soll, da er sehr verschmust ist und auch den Körperkontakt sucht. Aber ihm fehlt eben neben der Sprachstörung, den motorischen Problemen auch komplett das Sozialverhalten, eben adäquat mit anderen zu kommunizieren, zu spielen oder sich in sie hineinzuversetzen. Er schaut sich alles von anderen ab und imitiert sehr stark. Auch die Sätze die er vor ca. 1 Jahr verwendet hat, waren original nachgesprochen. Da konnte ich oft schon erkennen, von wem er das hatte. Aber vom Sinn her, hat er immer zur Situation gepaßt. Dies war seine Art zu kommunizieren.
Wie verhält sich Dein Sohn denn anderen Menschen gegenüber. Hat er Freunde, ist er Einzelgänger - das würde mich wirklich interessieren.
lg Hanni _________________ Hanni & Ole (01/03) V.a. frühkindlichen Autismus / High-functioning-Autismus
mein Sohn ist inzwischen 9,7 Jahre und man kann ihn überhaupt nicht mehr vergleichen mit dem Jungen , der er mit 5 Jahren war .
Ja er hat Freunde und auch mehrere lose Kontakte (im Schulbus , Pausenhof , Psychomotorikstd. )
Trotzdem läuft die Kommunikation manchmal immer noch etwas seltsam ab .
Aber mit 5 Jahren hate er k e i n e Freunde . Er hätte sich gar nicht unterhalten können , aber - er war immer an anderen Kindern interessiert .
Und ich finde das er Gefühle von anderen sehr gut einschätzen kann und auch sehr schnell bemerkt ob jemand traurig , wütend oder sonst was ist . (An Weihnachten wollte ihm der Busfahrer einen Schokonikolaus schenken . Er hat mir das erzählt und das er ihn nicht genommen hat , weil man von Fremden ja nichts nehmen darf. Ich habe geantwortet , dass er den schon nehmen dürfte , weil der Busfahrer ja allen Kindern einen Nikolaus geben wollte . Außerdem sei er ja nicht völlig fremd und er wollte halt seinen Buskindern eine Freude machen . Da war er gleich ganz entsetzt und wollte , dass wir den Busfahrer anrufen und erklären warum er den Nikolaus nicht genommen hat . Weil der Busfahrer sonst ganz traurig ist , weil er ihm eine Freude machen wollte und er den Nikolaus nicht genommen hat und nun denkt er wollte ihn gar nicht , dabei hätte er ihn eigentlich sehr gerne gehabt . )
Er spricht inzwischen sehr gut , aufällig ist jedoch die Wortwahl und Ausdrucksweise . Er klingt oft sehr Lehrmeisterhaft , mit der Umgangssprache da happerts immer noch , obwohl er schon viel lockerer geworden ist .
Inzwischen geht er auch auf seine Gesprächspartner mehr ein und in der Schule ist er vom Sozialverhalten unauffällig im Gegenteil sein Verhalten wird als vorbildlich beschrieben.
Ich muss hier einmal anfügen , dass Fabian ein sehr ruhiges Kind ist der sich sehr gut konzentrieren kann .Er lässt sich kaum ablenken oder beeinflußen , wenn er sich etwas vorgenommen hat . Er sitzt in jeder Artztpraxis stundenlang ruhig im Wartezimmer ohne zu nörgeln oder etwas zu brauchen . Auch schon mit 2 Jahren , da verhält er sich heute schon normaler und jammert : wie lange dauerts denn noch .
Er ist sets bestrebt alles richtig zu machen und sich so gut wie möglich zu benehmen
Früher hätte ich auch nicht sagen können ,ob er sich in jemand hineinversetztn kann , da fehlte zuviel an sprachlicher Kompetenz .
Aber er war immer bemüht sich " gut" zu benehmen , er hat nie jemand weh getan und hat immer versucht jemand traurigen zu trösten .
Wenn du noch etwas genauer wissen willst , frag ruhig nach
die Dinge, die du wege der Sprachentwicklung geschrieben hast, treffen auch auf mein Kind zu. Mein Kind wurde mit V. a. atypischen Autismus diagnostiziert im SPZ. Ein Tag vor unserer Entlassung hieß es dann nur Atypischer Autismus sagte man uns. Auf Nachfrage wieso jetzt der V. a. weg ist, sagte man uns ob nun V. a. vorne steht oder nicht ist irrelevant, Autismus ist und bleibt Autismus.
Eigentlich bin ich wegen wegen dieser Sprachverzögerung zum SPZ gegangen. Ich kann nur für mein Kind sprechen und würde meinen, dass er gut spricht, aber wenn er aufgeregt ist, ihn man bremsen muß, um etwas zu verstehen.
Eigentlich weiss ich immer noch nicht, wieso er diese Diagnose erhalten hat, da er auch intellektuell besser als seine Altersgenossen abgeschnitten hat. Und irgendwie finde ich auch niergens was zu lesen über atypischen Autismus.
Wollte dir eigentlich nur sagen, dass du recht hast und man selbst den Ärzten nicht immer glauben soll.
was die Sprachentwicklung betrifft, hätte ich das auch über meinen Sohn schreiben können. Die Parallelen sind wirklich erstaunlich. In der motorischen Entwiklung war der allerdings in den meisten Dingen sehr viel schneller.
Nun ja, du hast recht immer die Entwicklung des eigenen Kindes im Auge zu behalten. Wichtig finde ich auch, sich bei Zweifeln immer eine Zweitmeinung einzuholen.
Ärzte und Psychologen sind eben genauso wenig unfehlbar wie du oder ich.
jetzt erwecke ich mal meinen alten Threat aus dem Dornröschenschlaf .
Fabian ist mittlerweile 11,5 Jahre und in der 4.Klasse. Gestern gabs dann Zwischenzeugnisse .
Er geht ja auf eine Förderschule wird aber nach Grundschullehrplan unterrichtet. In Deutsch hat er eine gute 3 bekommen.
Ein Satz hat mich bei der schriftlichen Beurteilung besonders gefreut :
Er kann im Bereich Sprachbetrachtung auf sein GUTES SPRACHGEFÜHL und auf einen BEFRIEDIGENDEN WORTSCHATZ zurückgreifen.
Mann , wer hätte das gedacht , vor ein paar Jahren wäre es undenkbar gewesen von gutem Sprachgefühl und befriedigendem Wortschatz zu sprechen.
Bei dem Sprachtest lag sein Wortschatz unter einem Prozentrang von 1 . Und mein Sohn hat sich Sprache echt erarbeitet, immer gleichförmige Sätze und die Artikel zu jedem Wort üben. Und nun steht hier gutes Sprachgefühl - und es stimmt - vieles was ich ihm früher immer wieder erklärt habe, macht er nun automatisch richtig. Kürzlich sagte er , das muss doch so sein, sonst hört es sich doch ganz falsch an.
Ich wollte mit diesen News auch allen Mut machen, bei denen die Kinder noch mit der Sprache zu kämpfen haben. Also auch eine rezeptive Sprachstörung kann sich soweit zurückbilden, dass sie nicht mehr wahrgenommen wird.
Fröhliche Grüße Petra _________________ Petra m. Daniel (06.96) soz. emot. Entwst. As und Adhs ausgeschl. überdurchschnittl. kogn. Begab. ,seit Sept.09 im Internat seit 2010 HTL-Braunau + glückl. Fabian (08.98) glob. Entwverz., rezpt.Sprachst. + Dyspr. und Lernb., Verd. auf eine autist. Störung, allen Prog. zum Trotz eine pos. Entw. seit 09.2010 i.d.Sprachheilschule Hauptschulstufe
erstmal gaaaanz Dicken
Toll ! Das macht echt Mut.
Als Ich deinen Beitrag las, habe Ich sehr sehr viele Ähnlichkeiten zu unserem Sohn gesehen, der ist jetzt 4J+3M alt, stark Entwicklungsverzögert in allen Bereichen.
Irgendwie hängt alles zusammen und wir sind seit sehr langer Zeit auf der Suche nach dem allerersten Übeltäter. Ist es die Motorik, oder ist es das Ohr, oder ist es die Sprache, ist es was anderes ...???
Auch bei uns steht Verdacht auf Autismus aber dafür ist er mir auch zu sehr aufgeschlossen und Kontaktfreudig. Er sagt jedem und überall ein lächelndes "hallo", und dann ein zweites, drittes, ...
Kannst du nochmal sagen welche Therapien Ihr gemacht habt und welche du am meisten empfehlen würdest ? Ist schon einige Jahre her bei euch aber Ich hoffe du wirst dich an einige der Therapien erinnern.
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