bei uns sieht es ganz so auss, dass unser Hamster vermutlich den Arztbesuch heute nicht überleben wird:
er leidet offensichtlich an Krebs und ist nur noch ein Bild des Jammers und des Elends.
Unsere grosse Tochter wird das auf die Reihe bringen, da bin ich felsenfest überzeugt, aber wie vermittle ich die Situation unserer geistig behinderten Pflegetochter???
Ich habe mir jetzt mal gedacht, dass ich ihr heute im Laufe des Nachmittags sage, dass unser Hamster sehr krank ist und der Papa abends mit ihm zum Arzt fährt.
Ist es dann begreifbar, wenn wir ihr nach dem Arztbesuch sagen, dass der Hamster beim Arzt gestorben ist (was immer sie dann darunter versteht...)?
Meine Bedenken:
sie assoziiert in Zukunft Arzt mit sterben, also: "Wenn man zum Arzt geht, stirbt man...".
Sie versteht meines Empfindens nach am besten "in" der Situation. Wenn ich ihr vorher lang und breit erkläre, dass der Hamster beim Arzt "tot gemacht" werden könnte, löste das vermutlich bei ihr ein völliges und unverständliches Chaos aus.
Das Wort "einschläfern" will ich auch nicht benutzen, weil sie das mit "schlafen" in Verbindung bringen könnte (wenn ich schlafe, komme ich nicht mehr zurück...).
Puh, ist das schwierig.
Was noch übrig bleibt ist: der Käfig und der Hamster sind auf einmal "weg" - aber das könnte sie am meisten verunsichern.
(Wir wollen keinen neuen Hamster - erst war unser Hamster da, dann kamen unsere Katzen und die liebe "Käfig-TV", was für uns immer echter Stress war, weil wir den Hamster nicht gerade als Mahlzeit servieren wollten....)
War jemand von Euch schon mal in so einer Situation???
kannst du das nicht machen, wenn sie nicht da ist? Dann würde ich sagen, dass der Hamster gestorben ist, ohne dieses mit Einschläfern oder dem Tierarzt in Verbindung zu bringen.
Grüße,
Miriam _________________ M. SMA, bds. Taubheit (mit CIs versorgt);
L. urininkontinent;
J. Legasthenie, motorische Probleme
Sag ihr doch, dass der Hamster auf dem Weg zum Tierarzt gestorben ist...
Oder du sagst ihr, dass der Hamster beim TA andere Hamster getroffen hat und nun mit denen im Hamsterhimmel ist. Dort spielt er mit den anderen Hamstern und es geht ihm da viel besser. Wenn sie fragt wie der Hamster in den Hamsterhimmel kommt kannst du ja sagen, dass er mit den anderen Hamstern über eine lange Wiese gelaufen ist...
LG Katha
PS: Ich hoffe es hilft, das zweite Beispiel finde ich ganz gut...
Liebe Claudia,
ich denke, das Wichtigste ist, dass Du ehrlich zu Deiner Tochter bist! Die Kinder
kommen damit meist besser klar als die Erwachsenen! Wie alt sind Deine Kinder?
Traurigsein kann man nicht umgehen!
Mir wurde damals verheimlicht, dass meine Katze überfahren wurde...
Ich hab so lange auf sie gewartet.
Ich finde es ganz wichtig, beim Thema Tod mit den Kindern ganz ehrlich zu sein,
die Fragen so zu beantworten, wie die Kinder sie stellen, auch wenn es für uns
manchmal schwierig ist. Aber auch zu den Grenzen zu stehen und zu sagen,
dass wir nicht wissen, was nach dem Tod kommt, weder bei Menschen, noch bei
Tieren. Ich kann meinen Kindern aber sagen, woran ich GLAUBE!
Anmeldedatum: 28.11.2006 Beiträge: 309
Wohnort: Landkreis OS
Verfasst am: 21.08.2007, 10:04 Titel:
Hallo,
ich arbeite ehrenamtlich im Tierschutz und daher haben wir immer viele Tiere aus Notfällen hier. Dabei kommt man leider häufiger mit dem Tod in Berührung.
Mein Großer ist gerade 6 Jahre alt geworden. Als er 4 war, mussten wir unsere Hündin einschläfern. Ich erzählte ihm ihm die Geschichte vom Regenbogenland und sagte ihm, dass es unserer Susi dort viel besser gehen wird.
Als kürzlich sein erster eigener Hamster gestorben ist, haben wir ihm zusammen im Garten beerdigt. Es gab viele Tränen, aber das war gut so. Er kann jederzeit den Hamster dort besuchen und er spricht dort manchmal mit ihm.
Bei uns ist das Thema Tod aber auch kein Tabu-Thema, wir gehen offen damit um.
Kennst Du die Geschichte vom Regenbogenland? Kinder gehen anders mit dem Tod um...Vielleicht kannst Du in Ruhe mit ihnen drüber reden und evtl könnt ihr den Hamster auch offiziell beerdigen? Eine Schachtel bemalen, wo ihr ihn reinlegen könnt? Unseren Kids hilft das...
an der Stelle ein herzliches Danke für Euere einfühlsamen Antworten.
Das Thema "Tod" an sich ist bei uns gar kein Tabuthema, im Gegenteil. Wir haben in den letzten Jahren soviel Todesfälle erlebt, dass wir damit einen Umgang -auch mit den Kindern- gelernt haben, besonders als der Taufpate unserer Adoptivtochter im Alter von 21 Jahren an Krebs starb und wir ihn begleiteten.
Ist auch ein Grund, warum unsere Adoptivtochter auf traurige Art und Weise früh gelernt hat, was das bedeutet, auch unsere Pflegetochter erlebte es mit, war aber noch sehr klein und schlug sich zu der Zeit noch mit ganz anderen Problematiken herum, die biographisch bedingt waren.
Die Kinder haben uns damals auch weinen sehen, unsere Adoptivtochter nahm auch selbst am Sterbebett ihres Paten aktiv Abschied, hielt seine Hand, redete mit ihm, ging mit zur Trauerfeier....
Der Fokus meiner Sorgen um unsere Pflegetochter ist die Tatsache:
Hamster wird zum Arzt gebracht und stirbt dort. Das ist für mich im Moment ganz, ganz schwierig, da auch "Weggebracht werden" und "nie wieder zurück kommen" ein ganz gravierender Punkt im Leben unseres Pflegekindes ist.
Wenn es ganz "dumm" läuft assoziiert sie dann in Zukunft:
Arzt ist gleich weggebracht werden ist gleich sterben ist gleich nie wieder zurück kommen....
Und da weiss ich nicht, inwieweit sie durch ihre Behinderung versteht, dass das nicht "grundsätzlich" so ist.....
Oh je, hoffentlich schreibe ich nicht zu wirr......
@Claudia - kann man denn den Hamster vom Tierarzt nicht wieder mit zurück
bringen??? Dann könnt Ihr ihn beerdigen... - Viel Glück beim Fingerspitzengefühl!
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