Verfasst am: 16.08.2007, 19:42 Titel: Epilepsie und Migräne - gibt es einen Zusammenhang?
Hallo liebes Forum,
mich beschäftigt seit einiger Zeit eine Frage, die ich gerne hier zur Diskussion stellen würde.
In meiner Familie gab und gibt es einige Fälle von starker Migräne. Ich selbst leide in bestimmten Situationen darunter, aber niemals so stark, daß ich von starker Migräne sprechen würde. Aber es scheint, eine familiäre Disposition dafür zu geben.
Nun leidet Elias ja an Epilepsie. Den Grund dafür hat man nicht gefunden, aber man vermutet differentialdiagnostisch das Panayiotopoulos-Syndrom, das im Anfallsbild oft den Migräneattacken ähnelt (Übelkeit, Verwirrtheit, Kopfschmerzen usw.).
Nun meine Frage, da ihr auch Kinder mit Epilepsie habt: gibt es in Eurer Familie auch Fälle von Migräne? Wahrscheinlich betrifft es nur Kinder, die keine hirnorganischen Veränderungen haben bzw. nur Kinder, deren Epilepsieursache nicht geklärt ist (also auch genetisch).
Ich hatte die Frage auch schonmal im KKH den Ärzten gestellt, aber einen direkten Zusammenhang zwischen Migräne und Epilepsie will man da nicht sehen. Und dennoch glaube ich, daß bei vermehrten starken Migräneanfällen in der Familie auch eine Disposition für Epilepsie da sein kann, auf jeden Fall eine Disposition für neurologische Erkrankungen.
Erst jetzt bin ich wieder auf einen Fall im Freundeskreis gestoßen, bei der Mutter und eine Tochter an starker Migräne leiden und nun die andere Tochter jetzt plötzlich mit knapp 30 Jahren bereits drei epileptische Anfälle hatte.
Was meint ihr? Oder gibt es in Eurer Familie Personen mit starker Migräne? Mich würde das sehr interessieren. Danke für Eure Antworten....
Viele Grüße
Petra _________________ E. (01/04): Panayiotopoulos-Rolando-Epilepsie, komplizierte Fieberkrämpfe, Dyspraxie, V.a. auditive und visuelle Wahrnehmungsstörung, Autismus, einfache Aufmerksamkeitsstörung
Seit ich 13 bin leide ich an Migräne. Als ich 14 war hatte ich einen einmaligen epileptischen Anfall, lag dann 1 Woche im KH. Im Brief des Krankenhauses an den Hausarzt stand das ich ein "Migräne-Epilepsie-syndrom" hätte, welches im Wachstum häufig vorkommt. Letzten dezember, also 2006, hatte ich dann evtl. einen erneuten Epi-anfall. Ist aber nicht sicher. Ich bin einfach bewusstlos geworden, hatte ne Platzwunde am Kopf. Es war aber niemand dabei, und daher wurde nix gesehen. Es wurden dann 3 EEG 's innerhalb 24 stunden gemacht und es wurde keine Anfallsbereitschaft gesehen, daher keine Medikamente. Aber es hat einen zusammenhang mit der Migräne. Das ist bei mir so diagnostiziert worden.
LG, Denise _________________ Denise (01.08.1989) Mukoviszidose mit Pankreasinsuffizienz / Dauerantibiose per Port / Pseudomonas positiv
sehr interessant, was Du da schreibst. Hat man Dir das "Migräne-Epilepsie-Syndrom" mal näher erklärt? Wie alt bist Du jetzt (wenn Du das beantworten magst!)? Kann es jetzt noch mit dem Wachstum zu tun haben?
Einmalige epileptische Anfälle kommen ja sehr häufig vor, ohne daß eine wirkliche Epilepsie zugrunde liegt. Aber ich finde es interessant, daß die Ärzte zwischen Migräne und dem Anfall einen Zusammenhang sehen.
Ich hatte schonmal hier im Forum von einer Mutter gelesen, die von vielen Fällen starker Depressionen in der Familie berichtete und darin den Zusammenhang zur Epilepsie des Kindes sah. Auch eine neurologische Erkrankung eben.
Ich hoffe jedenfalls, daß Du nie wirklich dauerhaft Medikamente gegen Anfälle nehmen mußt bzw. keine wirkliche Epilespie bei Dir ausbricht.
LG Petra _________________ E. (01/04): Panayiotopoulos-Rolando-Epilepsie, komplizierte Fieberkrämpfe, Dyspraxie, V.a. auditive und visuelle Wahrnehmungsstörung, Autismus, einfache Aufmerksamkeitsstörung
Ich bin jetzt 18, und es kann nach wie vor bis zum 21ten Lebensjahr vom Wachstum kommen. Dieses Syndrom wurde mir genauer nicht erklärt, es wurde nur gesagt das aufgrund der straken Kopfschmerzen ein Epielptischer Anfall ausgelöst werden kann, dies sei jedoch nicht häufig, und würde, wie gesagt, häufiger im Wachstumsalter vorkommen.
Ich hoffe natürlich das es niewieder passiert. Desweiteren sahen sie einen zusammenhang mit Kreislauf problemen, weil ich nen arg niedrigen Blutdruck habe, (meist so 80 zu 50) was ja schon sehr niedrig ist, und ich daher natürlich oft kreislauf zusammenbrüche hab. Der Arzt meinte das könnte auch im zusammenhang mit Epi anfällen sein, wenn das Gehirn nicht ausreichend versorgt wird.
LG, Denise _________________ Denise (01.08.1989) Mukoviszidose mit Pankreasinsuffizienz / Dauerantibiose per Port / Pseudomonas positiv
Als Jamie mal im KH lag, lag bei uns im Zimmer auch eine andere Mami mit ihrem Sohnemann, der auch eine Epi im zusammenhang mit schwerer Migräne hatte. Immer wenn dieses bekannte Augen flimmern bei der Migräne begann musste er schon Diazepam bekommen um einen anfall zu unterdrücken. Der Junge war geistig völlig normal entwickelt, und konnte so bescheid geben wenns "los ging". Im EEG wurde nur wähhrend der Migräne eine Anfallsbereitschaft gesehen. Wenn keine Migräne "da" war, war auch keine Anfallsbereitschaft zu sehen!
Wirklich interessant was es alles gibt...
Lieben gruß,
Anika _________________ Anika und Chris mit:
Sternchen Jamie-Luc (*05.06.2003*-†08.07.2007†) Wir lieben dich, und du fehlst uns so sehr...
ich finde es zum Beispiel sehr interessant, das Topamax ja eigentlich ein Migräne MEdikament ist. Mal einen kleinen Einwurf von mir in diese Diskussion
In unserer Familie gibt es keine Migräne.
LG INA _________________ Zwillingsjungs *2004 Y: gesund E: Dravet-Syndrom
wir hatten mal einen Jungen bei uns auf der Gruppe, wo es in der Familie eine massive Probleme mit Migräne gab. Die reagierten alle besonders heftig auf gravierende Wetterumschwünge. Der Junge selber konnte es nicht benennen, aber immer wenn Mutter und Schwester über Migräne klagten, konnte man auch bei ihm einige Anzeichen wie Übelkeit und Erbrechen, völlige Schlappheit etc. beobachten. Das waren auch die Phasen in denen er wesentlich öfter krampfte. Habe mir bisher dabei nicht viel gedacht, aber vielleicht gibt es da tatsächlich einen Zusammenhang.
ich finde es auch erstaunlich, daß Elias schon mehrfach Anfälle in Zusammenhang mit einem Kopfstoß bzw. mit einer Kopferschütterung hatte. Diese Anfälle könnten somit auch durch starke Kopfschmerzen zustande gekommen sein.
Liebe Ina, nimmt man dann als Migräne-Patient immer Topamax oder nur in akuten Kopfschmerzmomenten? Ich weiß das ist eine schwierige Frage und woher sollst Du das wissen? Aber vielelicht weißt Du es ja zufällig?
Mir ist das mit der Epi und der Migräne schon zu Beginn von Elias Epi durch den Kopf gegangen. Nun habe ich diesen Fall im Freundeskreis und langsam galube ich nicht mehr an einen Zufall, sondern wirklich daran, daß es etwas miteinander zu tun hat!
LG Petra _________________ E. (01/04): Panayiotopoulos-Rolando-Epilepsie, komplizierte Fieberkrämpfe, Dyspraxie, V.a. auditive und visuelle Wahrnehmungsstörung, Autismus, einfache Aufmerksamkeitsstörung
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