Verfasst am: 09.08.2007, 17:33 Titel: Wie ausgewechselt (Probleme mit anderen Kindern)
Hallo,
ich muss mal etwas loswerden, weiß aber nicht, wo dieses Thema hingehört und schreibe es hier in der Hoffnung, dass sich jemand auch in die Rubrik Sonstiges verirrt.
Ben und ich hatten heute Besuch von einer guten Freundin mit ihrem kleinen Sohn (15 Monate). Ich hatte mich so auf dieses Treffen gefreut, weil wir uns schon so lange nicht mehr gesehen haben. Der Kleine ist ein sehr aufgewecktes Kerlchen und kann schon sehr gut rumlaufen und alles durcheinander werfen - eben ein völlig normales gesundes Kind. Es hat mir auch Freude bereitet, den Kleinen zu beobachten und er hat sich auch immer an Ben rangepirscht, ABER mein kleiner Schatz ist völlig in sich gegangen. Sonst ist es so, dass Ben ein recht zufriedenes glückliches Kind ist. Doch heute war alles anders. Ich glaube, er war unglücklich und ängstlich. Er hat nicht gejauchzt, gelacht, sich überhaupt nicht bewegt. Er lag einfach nur da und hat keine Mine verzogen. Ich hatte schon befürchtet, dass es ihm nicht gut geht, er vielleicht krank wird.
Doch kaum war unser Besuch weg, da hatte ich meinen alten Ben wieder. Jetzt turnt er wieder am Boden, quietscht wieder vergnügt vor sich hin und brabbelt was das Zeug hält.
Mach mir jetzt große Sorgen, weil er doch bald in die Krippe kommt. Es würde mich unendlich traurig machen, wenn ich wüsste, dass er dort nur in sich geht und nicht glücklich ist. Zumal es eine ganz normale Krippe ist, wo lauter so kleine aufgeweckte Zwerge rumlaufen, die der von heute. Was mach ich, wenn Ben nicht glücklich ist - erfahr ich es überhaupt, wenn es ihm in der Krippe nicht gut geht. Ich weiß, da kommt wieder die Glucke durch, ABER wer mag sein Kind nicht nur glücklich sehen?
Was mir auch noch Kopfschmerzen bereitet - wann oder wie kann ich es fördern, dass Ben mich versteht. Kommt das eigentlich bei gesunden Kindern von allein oder tut man da irgendetwas Besonderes? Der Kleine von heute hat schon recht gut verstanden, was seine Mami ihm so erzählt oder verboten hat. Hmm, bin da etwas ratlos. Wahrscheinlich kann ich es aber noch gar nicht von Ben erwarten, denn vor kurzem hat die Ärztin ihn zwischen 6 und 9 Monate eingeschätzt. Er wird bald 2
Ich merk schon, ist wieder mal so ein Tag, der mich mächtig runtergezogen hat. Da weiß ich wieder, WARUM ich normale Krabbelgruppen meide
Sorry wegen so viel Gejammer - es musste raus.
LG, Mandy _________________ Ben *21.09.2005, part. Monosomie 3p25-p26 und part. Trisomie 8q24.3
Amy *06.09.2009, Träger, aber kerngesund
Lea *16.02.2011, genetisch unauffällig
Warum kommt er in eine normale Krippe?? wäre eine HP Einrichtung nicht besser für ihn?
Und nein Sprachverständiss muß man den Kindern nicht beibringen das kommt von selbst..oder auch nicht. Felix hat auch kein Sprachverständniss..und habe keine Ahnung wann das kommt.
Aber da er auch nicht spricht wäre ich nie auf die Idee gekommen ihn in eine normale Krippe zu tun..
Hat er wenigstens einen I status? _________________ LG
Anja+ Felix
8 Jahre frühkindlicher Autismus mit v.a Intelligenzminderung ,bronchial Astma, Infekt Krämpfe,hypoton aber ein Sonnenschein
und Julia 2,5 Jahre hypoton, globale Entwicklungsverzögerung
kannst du nicht eine Eingewöhnungszeit dabeibleiben ?Und ab und zu auch so ? Mei Enkelchen kommt jetzt in den kindergarten und 1. ist er nach 1 Std. schon platt und meine Tochter bleibt so 2 Wochen immer mal wieder dabei. Einmal waren wir beide dabei und sie ist dann mal einkaufen gegangen.
War prima.
Viel Glück
LG Angie Mo _________________ sorry, wenn ich alles klein schreibe, ich habe sowohl eine behinderung an den augen als auch an der hand und das schreiben ist sehr anstrengend-manchmal ist es besser, dann schreib ich auch groß und klein
heut gehts mir wieder besser - gestern Abend war ich nur am Heulen, weil mich das Verhalten von Ben so unendlich traurig gemacht hat. Selbst mein Mann war betroffen, als ich es ihm erzählte.
Da es finanziell bei uns doch langsam eng wird, muss ich wieder etwas arbeiten und mitverdienen. Ben ist für den HP-Kindergarten in unserem Frühförderzentrum angemeldet, ABER eben erst, wenn er 3 Jahre wird
Wir haben nur die eine Kinderkrippe hier bei uns im Ort und die nehmen Ben mit auf. I-Status ist beantragt. Der Kindergarten, der im gleichen Haus ist, hat I-Plätze. Da kann ich mich dann nächstes Jahr entscheiden: HP oder I-Platz.
Mein erster Arbeitstag ist der 24.09. - ab 03.09. beginnt die Eingewöhnungszeit. In der ersten Woche täglich 1 h und in der zweiten Woche tägl. 2 h. Ich hoffe, dass alles gut wird und Ben sich dort wohl fühlt. Ansonsten weiß ich nicht, was ich machen soll. (Schnell ein Geschwisterchen, damit ich wieder daheim bleiben kann - löst allerdings nicht das finanzielle Problem)
Weiß eigentlich jemand, ob man für ein I-Kind, wenn es denn eins werden sollte, weniger Gebühren zahlen muss?
LG, Mandy _________________ Ben *21.09.2005, part. Monosomie 3p25-p26 und part. Trisomie 8q24.3
Amy *06.09.2009, Träger, aber kerngesund
Lea *16.02.2011, genetisch unauffällig
Also für I-Kinder werden Gebüren fällig aber meistens weniger als für "normale" Kinder.
Das ist ja doof das sie im HP KIGA die Kinder erst ab 3 nehmen. Bei uns nehmen sie die Kinder schon mit 2 Jahren. So war Felix mit 2,5 Jahren in der HP Einrichtung und nächstes Jahr kommt ein Kind das grad erst 2 Jahre alt ist...
Hm wenn es gar nicht klappt denk doch mal über eine engagierte Tagesmutter nach. Da kann man ja auch Zuschüsse vom Jungendamt dafür bekommen.
Und schreib dir jetzt einfach alles auf was euch wichtig ist. Das kannst du dann in der Eingewöhnung besprechen. So vergisst du auch nix.
Und für Ruhezeiten bzw Möglichkeiten werden sie sicher sorgen. Manche anderen Kinder mit 1 Jahr brauchen ja auch noch viel Ruhe und sind mit sovielen Kindern überfordert.
Also sprich das ruhig an..
Ich drück euch die Daumen. _________________ LG
Anja+ Felix
8 Jahre frühkindlicher Autismus mit v.a Intelligenzminderung ,bronchial Astma, Infekt Krämpfe,hypoton aber ein Sonnenschein
und Julia 2,5 Jahre hypoton, globale Entwicklungsverzögerung
Konrad ist auch ein I-Kind und wir bezahlen die ganz normalen einkommensabhänigen Gebühren.
Wichtig ist den Erzieherinnen seine Ängste und Befürchtungen mit zu teilen. Ich habe auch alles aufgeschrieben und den Kindergärtnerinnen eine Art Konrad-Handzettel verfasst (auch weil er das erste Kind mit Epilepsie in diesem Kindergarten ist). Das wurde sehr gut aufgenommen.
Andererseits muß man bedenken, daß sich die meisten Kinder im Kindergarten etwas anders als zu Hause verhalten. Wir benehmen uns auf Arbeit ja auch anders.
Vielleicht ist es für Ben ein Vorteil, daß er das einzige besondere Kind in der Krippe ist, so das man sich dann besonders gut und aufmerksam um ihn kümmert.
Alles Gut
Jule _________________ ... mit Konrad (*2002) - Frühchen (28+3 SSW), Epilepsie (V.a. Panayiotopoulos Syndrom) (anfallsfrei), Sonstige tiefgreifende Entwicklungsstörung (F84.8), Zystennieren - daraus resultierender Bluthochdruck Unsere Vorstellung
bist du einfach mal auf die Idee gekommen, dass er "andere" Kinder erst mal beschnuppern muss, bevor er sich wohl fühlt?
Das ist aber nicht nur typisch für behinderte Kinder, sondern auch für gesunde. Mein Sohn brauchte immer einige Treffen, bis er aus sich gekommen ist... bis dahin hat er nur beobachtet, still in der Ecke gesessen und war auch "wie ausgewechselt". Vielleicht war das Interesse einfach sooo extrem groß, dass nebenher nichts anders mehr ging (wie lachen etc).
Daher: mach dich bitte nicht verrückt. Auch normale Kinder brauche im Kindergarten eine Eingewöhnungsphase, wo sie auch mal heulen, schreien und ganz anders sind als zu Hause. Gerade, wenn dein Sohn wenig Kontakt bisher hatte zu Gleichaltrigen, dann kann es einfach dauern. Aber noch sehe ich da keine sooo großen Probleme. Kinder sind nun mal halt keine Maschinen, die sich stets nach einem Schema verhalten!
Grüße,
Miriam _________________ M. SMA, bds. Taubheit (mit CIs versorgt);
L. urininkontinent;
J. Legasthenie, motorische Probleme
@Miriam: Wir haben uns ja schon oft mit den beiden von gestern getroffen und Ben war bisher immer anders drauf. Vielleicht liegt es echt daran, dass er viel aufmerksamer geworden ist bzw. vieles bewusster erlebt. Er hat den anderen Zwerg leider nicht beobachtet, sondern er lag einfach in sich gekehrt am Boden - so ungefähr: ich tu dir nix, dann tu du mir auch nix. Wie in der Natur - er hat sich ganz still verhalten.
Ich weiß, dass ich das sicher überbewerte - es tat mir nur so unendlich leid.
Die Idee mit dem Handzettel ist ganz gut - habe da schon einige Dinge notiert, welche mir sehr wichtig erscheinen und Sorgen bereiten.
LG, Mandy _________________ Ben *21.09.2005, part. Monosomie 3p25-p26 und part. Trisomie 8q24.3
Amy *06.09.2009, Träger, aber kerngesund
Lea *16.02.2011, genetisch unauffällig
vielleicht hatte Ben gestern einfach nur einen nicht-so guten Tag. Nicht immer möchten Kinder andere Kinder um sich.
Vielleicht merkt auch Ben nun, dass er einfach anders ist. Beobachtet andere Kinder viel aufmerksamer, schaut sich vielleicht das eine oder ander auch ab.. auch wenn es nicht so aussieht. Ich selbst bin immer wieder erstaunt, wieviel Kinder doch voneinander absehen. Oft habe ich gedacht, dass mein Sohn das nicht sehen konnte... und dennoch hat er es gesehen. Warte erst einmal ab... vielleicht braucht Ben einfach nur eine Zeit zum "Auftauen".
Grüße,
Miriam _________________ M. SMA, bds. Taubheit (mit CIs versorgt);
L. urininkontinent;
J. Legasthenie, motorische Probleme
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