Verfasst am: 24.07.2007, 10:51 Titel: Welche Schule für meinen Sohn, mit u.a. Epilepsie?
bisher hat max die normale "dorfschule" hier besucht. wir haben zwar schon länger überlegt ihn in eine schule zu geben wo er besser hilfe bekommen kann wenn er einen anfall bekommt, weil die schule von anfang an moniert, aber bis dato hab ich das einfach schleifenlassen, freud lässt grüßen nun war es ja am freitag so richtig so weit- anfall mit allem drum und drann. nun sitzt mir die schule im nacken, sie wollen ihn weiterleiten-o-ton" das können wir hier nicht leisten!" haben wohl auch schon das schulamt eingeschalten...
tja- wohin mit ihm? von jetzt auf gleich sieht man ihm weder die wahrnehmungsstörung, die entwicklungsverzögerung,das Asperger oder die Epilepsie an- maximal am gang kann das geübte auge an guten tagen vielleicht die Hypotonie erkennen. mal noch den verdrehten arm vielleicht...vielleicht fällt auch noch seine verlangsamung in den reaktionen auf- das wars aber auch schon....
irgendwie sträube ich mich ihn ins wichernhaus zu geben- die nächste schule für körperbehinderte kinder. bitte,bitte, versteht das nicht falsch...
gibts nicht auch so eine art integrationshilfe für die normale schule?
was für schulen besuchen eure kinder mit mit welcher/en behinderung/en? _________________ Liebe Grüße, Michaela
"Ja, ich lebe in meiner eigenen Welt. Das ist okay, da bin ich wer!"
es gibt Schulbegleitungen, die nur für Dein Kind da sind. Das können Fachkräfte sein, aber manchmal auch Zivildienstleistende. Dafür muß ein Antrag gestellt werden, aber wo da mußt Du Dich beim zuständigen Schulamt erkundigen.
Ich befürchte allerdings, wenn die Schule bereits jetzt Widerstand gegen Maximilian ankündigt, wird es nicht leicht sein, sie davon zu überzeugen, daß es mit einer Begleitung geht. Ich denke Regelschulen können ähnlich wie Regelkindergärten besondere Kinder ablehnen. Aber ein Versuch ist es wert und vielleicht lassen sie sich darauf ein.
Ansonsten fallen mir noch Montessori- und Waldorfschulen ein, die auch Integrationskinder haben.
Frage mal beim zuständigen Schulamt nach wie Du an eine Schulbegleitung kommen kannst.
Viel Glück
Petra _________________ E. (01/04): Panayiotopoulos-Rolando-Epilepsie, komplizierte Fieberkrämpfe, Dyspraxie, V.a. auditive und visuelle Wahrnehmungsstörung, Autismus, einfache Aufmerksamkeitsstörung
hmpf.laut rektorin ist das schulamt der meinung er solle auf altdorf.. aber ich ruf da heute nachmittag an. muss erstmal zum kiga
danke dir fürs schnelle antworten! _________________ Liebe Grüße, Michaela
"Ja, ich lebe in meiner eigenen Welt. Das ist okay, da bin ich wer!"
ich brech jetzt eine Lanze für Altdorf.
René geht jetzt seit 11 Jahren (2 Jahre SVE, 9 Jahre Schule MfB-Bereich) und hatte heute Abschlußfeier. Dann kann er noch die nächsten 3 Jahre in die Werkstufe.
Glaub mir, ich hatte die gleichen "Vorurteile" wie du .... Anstalt, Heim schwer behindert .... usw.
Heute bin ich froh, dass ich damals auf unsere "Tante" von FED gehört hab. René war vorher im Montessori in Lauf-Simonshofen -- Katastrophe. Völlig überfordert. Und Einzelbetreuung in Bayern, schwierig, schwierig.
Altdorf ist heue ein richtiges Förderzentrum. Es gibt die Regelschulkinder mit Körperbehinderung, ganz normaler Unterricht. Es gibt die Tagesstätten für Nachmittag mit nicht mehr als 10 Kindern pro Gruppe und 3 Betreuern. Du hast KG, Ergo, Logo usw. direkt in der Schule. Es gibt einen begelitenden Arzt, Psychologen und es sind immer Krankenschwestern in der Schule, die gute Erfahrung mit den Epi-Anfällen haben.
Die Betreuerinnen in der Tage geben im Notfall die entsprechende Medi ohne vorheriges Theater.
Natürlich gibt es mal Streß mit Lehreren oder Betreuern, aber das kann man gut klären.
Glaub mir, du tust deinem Sohn nix schlechtes. Es ist dort nämlich nix Besonderes mehr, sondern eben ein Kind von vielen mit einem Handicap.
Wenn du näheres wissen willst, schick PN, dann können wir auch telefonieren.
Renés Klassenkamerad wohnt übrigens in Rothaurach. Ist das bei dir in der Nähe.
LG
Karin _________________ Karin (1957) + René (31.5.1991) ICP nach Sauerstoffmangel, Baby-BNS, seit 3 Jahren nicht einstellbare Epi, Rolli-Fahrer, Gallenblasen-OP 2003 mit Leber- und Bauspeicheldrüsenentzündung. Begeisterter Play-Station-Spieler und pubertierender Sonnyboy.
Hallo Michaela,
die Betreuung von Kindern mit Epi scheint ein häufigeres Problem zu sein, als man so denkt...
Und gerade, wenn es noch keine klare Diagnose gibt und demzufolge nicht ganz klar ist, was im Notfall zu tun ist, herrscht große Unsicherheit auf Seiten von Schule oder Kindergarten, daher kommt dann schnell mal der Verweis auf andere Schulen bzw. andere Schulformen.
Auch wir haben den Kindergartenplatz (einen Integrationsplatz im Regelkindergarten) dadurch verloren...
Jetzt in der Regelschule ohne I-Status klappt es hingegen sehr gut!
Es steht und fällt alles mit den LehrerInnen...wenn sie Verständnis haben und genug Infos, um Sicherheit im Umgang mit den Kindern zu haben, kann es sehr wohl gehen...abhängig natürlich von der Schwere der Epilepsie.
Zusätzlich kann man auch zur Begleitung in der Regelschule eine Schulbegleitung beantragen.
Schau doch mal bei Google nach "Schulbegleitung" oder Integrationshilfe" und nach "Nachteilsausgleich"...da findet man das ganz gut.
Du kannst auch mal beim Schularzt anrufen oder im Gesundheitsamt...die sind dafür erstmal zuständig, denke ich, auch wenn die Kosten über das Sozialamt laufen, soviel ich weiß.
Und hier ist noch mein Thread zum Thema Epi und Schule:
Liebe Grüße
Erica _________________ Mama von Lena (11 Jahre), Frühchen, benigne occipitale Partialepilepsie/ Panayiotopoulos-Syndrom, nächtl. Bradykardien, Z.n. Schädelbasisfraktur/ SHT/subduralem Hämatom/ Hämatotympanon im April 2006, Herzrhytmusstörungen, räuml.-konstruktive Wahrnehmungsstörung, etc.
ja er war da und ist die nächsten 3 Jahre noch dort, dann in der sog. Werkstufe.
Ruf mich ruhig an, dann schwärme ich dir was vor.
LG
Karin _________________ Karin (1957) + René (31.5.1991) ICP nach Sauerstoffmangel, Baby-BNS, seit 3 Jahren nicht einstellbare Epi, Rolli-Fahrer, Gallenblasen-OP 2003 mit Leber- und Bauspeicheldrüsenentzündung. Begeisterter Play-Station-Spieler und pubertierender Sonnyboy.
liebe karin- ich werde dich ganz sicher in den nächsten tagen anrufen! schick mir mal per pn wann es für dich zeitlich sehr gut passt, ja? _________________ Liebe Grüße, Michaela
"Ja, ich lebe in meiner eigenen Welt. Das ist okay, da bin ich wer!"
die Idee mit dem Schulbegleiter finde ich gut. Ich war auch mal eines dieser "wahrnehmungsgestörten und entwicklungsverzögerten Kinder" mit einer schweren Epilepsie. Insgesamt merkt man mir die Wahrnehmungsstörungen und die mortorischen Probleme aber heute kaum noch an durch viel Therapie, Übung und Training und leider gelgentlich etwas überehrgeizige Eltern.
Ich war auf einer Regelschule mit der Epilepsie, aber kenne die Probleme mit Anfällen im Unterricht. Die Absencen sind blöd, weil die Lehrer meinen man würde Träumen. Bei fokalen Anfälle und grand mals wissen sie nicht wie sie reagieren sollen, so dass meine Mutter mich oft von der Schule abholen musste, wenn ich wieder Anfälle hatte. Aber ich habs trotzdem geschafft, auch wenn man mich immer in die K-Schule in die Koorerationsklasse stecken wollte. Insgesamt stellt manchmal die "nicht geschützte" Umgebung in Regelschule auch eine gutes Training für das spätere Leben dar. Den Schonraum hatte ich immer in der Frühförderung, Therapien mit anderen Kids usw. Es war, besonder in der Grundschulzeit hart, aber auch wieder nicht schlecht. Jetzt als Erwachsene, an der Uni stoße ich auf andere Probleme.
Wenn es mit einem Schulhelfer in der Regelschule klappen könnte, würde ich es probieren.
Liebe Grüße
Charlotte _________________ Charlotte (1982): Sonderpädagogikstudentin, schwere Epilepsie, Asthma und diverse andere "Strickfehler"
Unser ganzes Leben gleicht einer Reise. Es kommt nicht darauf an, die Hindernisse zu umgehen, sondern sie zu meistern. (Augustinus)
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