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Situation mit Großeltern eskaliert
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Angelika1965
Gast





BeitragVerfasst am: 23.07.2007, 00:09    Titel: Situation mit Großeltern eskaliert Antworten mit Zitat

Hallo!

Ich hatte ja schon mal berichtet, dass die Großeltern (väterlicherseits) und der Vater von Jonas die Behinderung nicht wahrhaben wollen.

Es ist fast wie im Kindergarten.

Jonas war jetzt am Wochenende da. Er sollte sein Fahrrad mitnehmen, weil sein Vater mit ihm üben wollte. Außerdem wollten sie ja die Kopie der Diagnose haben, die ich mitgegeben habe.

Als er heute wiederkam, dachte ich ja, sie sagen mal etwas über die Diagnose. Aber nein. Der Großvater von Jonas meinte, ich sollte ihm seinen Computer, den er mir gegeben hat, zurück geben, das nächste mal, wenn Jonas abgeholt wird, soll ich den Computer mitgeben. Das Fahrrad haben sie auch nicht wieder mitgebracht, das hatten sie Jonas mal geschenkt.

Toll, jetzt stehen wir hier ohne Fahrrad. Mit Stützrädern ist er schon mal gefahren.

Ich stehe dann ohne PC da und kann nicht mehr ins Internet. Das doch wichtig, ich habe ja sonst keine großartigen Kontakte. Ich wollte eigentlich Geld sparen für nächstes Jahr, wenn Jonas in die Schule kommt, da kommt ja dann einiges auf uns zu. Schrecklich.

Vor allem, was mache ich denn, wenn ich mal ins Krankhaus muss. Bisher haben die Großeltern ihn ja genommen. Oder, wenn ich mal krank bin.

An das Kind denken die wohl gar nicht.

Danke, aber das musste jetzt mal raus.

Gruß Geli
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silke925
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BeitragVerfasst am: 23.07.2007, 07:04    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Geli!
Das ist sooo doof, wenn die Großeltern Schwierigkeiten haben mit der Diagnose
und dann auch noch Steine in Euren Weg legen anstatt zu helfen...

Aaaber: so ganz verstanden hab ich das jetzt nicht: wieso können die Großeltern
Fahrrad bzw. Computer behalten? Gehören sie ihnen? Oder liegt es an der Tatsache,
dass es die Eltern von Jonas Vater sind? Wollen sie ihn "behalten"? Meinen sie,
sie kämen mit Jonas besser klar??

Schicke Dir mal eine Portion Nerven und ein Kraftpaket!!!

LG Silke
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Marion+Sara
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BeitragVerfasst am: 23.07.2007, 07:05    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Geli,

Bin grad fürchterlich schockiert .Das kann ja wohl nicht sein.
Hab ich das jetzt richtig verstanden,daß sie Jonas jetzt für seine Diagnose bestrafen wollen,indem sie ihn alles nehmen????

Sorry,aber das ist wirklich allerunterste Schublade,weit unter Kindergarten.
Und vor allem,was soll damit bezweckt werden?Noch mehr Abschottung,noch mehr Rückzug?

Darauf würde ich mich nicht einlassen,denn du versuchst ja deinem Sohn zu helfen und zu unterstützen wo du kannst.Wollen die dich in die Knie zwingen,daß du die Diagnose wegzauberst?Aber WIE????

fassungslose Grüße Marion

_________________
Marion35+Sara 14,28ssw frühkindlicher Autismus mittelgradige kognitive Behinderung und Jannis 15 kerngesunder Teeni
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Martina3
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BeitragVerfasst am: 23.07.2007, 08:30    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

Sorry aber da fehlen einem schlicht und einfach die Worte!!

Auf solche Großeltern könnte man gut und gerne verzichten aber sie sind nun mal die Großeltern!!

Ich schicke Dir auch gaaaanz viel Kraft und auch eine große Portion Nerven rüber!

LG Martina

_________________
Ailine 27.08.03, DS , inkompletter,atrioventrikulärer Septumdefekt,2 Lungenvenenstenosen,Pulmonale Hypertonie, Korrektur OP 01.04.04

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Sylke
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BeitragVerfasst am: 23.07.2007, 10:17    Titel: Antworten mit Zitat

Also wenn die Dir den PC mal geschenkt haben......eben weil sie ihn nicht mehr brauchten, oder dir ne Freude machen sollten......dann können sie ihn auch nicht zurückfordern.

Anders sieht es aus wenn er nur für ne kurze Zeit ausgeliehen wäre.


Mit dem Fahrrad das gleiche.....wenn Jonas es von den Grosseltern geschenkt bekam kann er das Rad auch behalten, und zwar da, wo sein Lebensmitttelpunkt ist.

Lass Dich nicht einschüchtern!
Halt die Ohren steiff!

_________________
Sylke (*3/70) mit Kimberly (*5/05), Dravet-Syndrom ( und Mercy - ihr Anfallsmeldehund )
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Angelika1965
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BeitragVerfasst am: 23.07.2007, 10:24    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Ihr,

inzwischen habe ich ja eine Nacht drüber geschlafen. Die schämen sich wahrscheinlich für Jonas in der Nachbarschaft. Die wohnen in einem kleinen Ort, immerhin könnte es dann heißen, dass ihr Sohn das auch hat. Deswegen sind die ärgerlich auf mich. Was ja Quatsch ist, ich kann auch nicht dafür. Keiner kann etwas dafür.


@Silke

Ich habe den PC mal von Jonas Großvater bekommen. Einen alte Rappelkiste, die er noch übrig hatte, aber immerhin komme ich damit ins Internet.

Als Jonas gerade geboren war, wollten die ihn mir wegnehmen. Das Jugendamt wusste gar nicht was los war, und meinten, sie fänden, dass Jonas bei mir ganz gut aufgehoben war. Der Großvater von Jonas war damals noch ein Bezirksleiter beim Arbeitsamt und er meinte, er wäre etwas Besonderes deswegen.

@Marion

Am liebsten würde die mich wegzaubern, dann wäre wohl alles gelöst. Rolling Eyes

@Martina

Ich bin ja ein ruhiger Mensch, aber irgendwann ist auch bei mir Schluss.

Ich soll anrufen, wann er das nächste Mal hinkommen darf. Glaubt mir, ich werde es nicht tun. Mein Kind ist behindert, ich setze mich jetzt nicht auch noch eine eine Anklagebank.

@Silke

Das ist ein ganz alter Computer, den er nun wirklich nicht mehr braucht. Aber es geht wohl um etwas Anderes.


Gruß Geli
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ritap
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BeitragVerfasst am: 23.07.2007, 10:54    Titel: Antworten mit Zitat

Au weia, das ist ja echt die Härte. Aber tröste Dich, wir haben auch so tolle Großeltern. Nur Steine (besser gesagt: mittlere Felsbrocken) in den Weg gelegt, sonst nix. Und das liebe Gerede auf dem Dorf, toll, die blöde Story kenn ich auch zu Genüge.

Ich würde den Kontakt erst mal abbrechen. Dann regst Du Dich nicht über so dumme Bemerkungen auf. Wenn die was wollen, dann sollen die doch angewackelt kommen. Die Geschenke würde ich nicht zurückgeben, denn wie sagt man so schön: Geschenkt ist geschenkt, wieder abgenommen ist gestohlen. Außerdem sind ein Fahrrad für den Enkel und ein alter Computer für die Tochter duchaus übliche Geschenke, da wird Euch kein Gericht der Welt sagen, dass Ihr die wegen grbem Undanks oder so was zurückgeben müßt oder weil Ihr Euch dran bereichern wolltet. Falls die Großeltern überhaupt wegen so was klagen, was ich noch primitiver fände als alles andere.

Geh doch einfach zum Jugendamt und sag dem Sachbearbeiter, dass das Verhältnis zu den Großeltern völlig zerrüttet wäre. Aus diesem grunde wolltest Du keinen Kontakt mehr und man möge Dich bitte informieren, welche Möglichkeiten der Notfallbetreuung es gäbe, falls Du mal krank wärest oder so. Dann haste ne Alternative und bist nicht mehr auf die Herrschaften angewiesen.

Ich wünsch Dir viel Kraft. Lass Dich nicht unterkriegen von solchen Pappenheimern, das sind die nicht wert.
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Jacqueline Schmitt
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BeitragVerfasst am: 23.07.2007, 11:09    Titel: Antworten mit Zitat

Oh man dass ist ja alles ohne Worte....der arme kriegt ja von der ganzen Sache das auch mit....Sad

wünsche dir auch ganz viel Kraft und der Vorschlag von ritap hört sich schonmal ganz gut an
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Angelika1965
Gast





BeitragVerfasst am: 23.07.2007, 11:16    Titel: Antworten mit Zitat

Ja ritap, da stehe ich wohl nicht alleine da. Es gibt noch mehr solcher Großeltern.

Auf alle Fälle brauche ich eine Auszeit. Das schlimme ist nur, die haben Jonas gesagt, er können noch eine Woche dahin kommen (es sind ja Ferien). Jetzt will er da natürlich hin.

Genau, ich frage mal nach, was es für Möglichkeiten der Betreuung des gibt. Das ist für behinderte Kinder natürlich immer schwieriger.

Der Großvater kennt dieses Forum. Ob er mitliest? Egal.

Jonas bekommt es natürlich mit Jacqueline. Er ist im Moment besonders aggressiv.

Gestern hat Jonas gesagt, er stelle sich dem Opa in den Weg, der Computer soll hierbleiben. Furchtbar.
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ritap
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Wohnort: Düsseldorf

BeitragVerfasst am: 23.07.2007, 12:51    Titel: Antworten mit Zitat

Auf die Woche würde ich auch verzichten. Mach doch mit Jonas ein paar schöne Ausflüge, auf den Spielplatz oder in den Zoo, muß ja nix Teures sein. Somit hat er ne prima Alternative zu den Besuchen bei den Großeltern und wird die nicht vermissen.

Mir wäre es pupsegal, ob der opa mitliest. Vielleicht merkt er mal, wie bescheuert er sich verhält. Von mir kriegt er hier jedenfalls ein paar besondere, sehr persönliche Zeilen:



Hallo, Opa von Jonas!

Wir kennen uns zwar nicht persönlich, aber die Situation, in der Ihre Tochter und Ihr Enkel stecken, kommt mir sehr bekannt vor. Auch meine Mutter hat ihren behinderten Enkel abgelehnt, weil sie mit der Behinderung nicht umgehen konnte oder wollte. Der Kleine wurde auf dem Dorf regelrecht totgeschwiegen, damit bloß keiner erfahren sollte, dass das Enkelkind "plem-plem" ist. Dabei war meine Mutter gelernte Krankenschwester, von so einer Frau sollte man etwas mehr Akzeptanz erwarten können als von einem Laien.

Auf jeden Fall hat meine Familie sehr darunter gelitten, wie meine Mutter immer wieder versucht hat, Keile zwischen uns zu treiben. Sie wollte nur meine gesunde Tochter sehen, nicht aber meinen Sohn. Bei Geschenken zu den üblichen Festen war es das Gleiche. Meine Tochter hat schon mit 8 Jahren erkannt, wie groß diese Ungerechtigkeit war und sich geweigert, Oma zu ihrer Kommunion einzuladen. Mit dem Ergebnis, dass Oma alleine vor der Kirche stand, während die restliche Verwandschaft feierte.

Würden Sie sich in so einem Fall wohl fühlen? Ich glaube nicht! Und genauso fühlt sich jetzt Ihr Enkel. Nicht dazugehörig, unverstanden, einfach nur beschissen. Der Kleine sagt es Ihnen vielleicht nicht, aber es ist so. Und die Kinder leiden maßlos drunter.

Warum können Großeltern die Behinderung ihres Enkels manchmal so schlecht akzeptieren? Haben Sie Angst vor dem Dorfgerede? Das wird sowieso gemacht, ganz egal, wie Sie sich dazu stellen. Dürfte also kein Grund sein. Suchen Sie den Verantwortlichen dafür? Und was ist, wenn es keinen gibt? Keinen Arzt, der einen Geburtshilfeschaden herbeigeführt hat? Kein Saufen oder Drogensucht während der Schwangerschaft? Kriegt dann Ihre Tochter oder Ihr Enkel trotzdem alles ab? Warum? Damit Sie die vermeintliche Schuld von der Backe haben?

Lassen Sie es ruhig raus, kein Problem. Aber bitte wundern Sie sich nicht, wenn Sie dann irgendwann als einsamer, alter Mensch dastehen, dem auch keiner hilft, wenn er mal nicht mehr kann. Meine Mutter jedenfalls ist an Hirnblutung ganz erbärmlich verreckt. Eine Erkrankung, die auch oft Auslöser der Behinderung ist, die mein Sohn hat. Und ganz ehrlich: Ich konnte bis heute nicht trauern, weil ich meine Mutter nicht vermisse.

Wenn Sie nicht wollen, dass es Ihnen genauso geht, dann reden Sie mal mit Ihrer Tochter. Ganz vorwurfsfrei, ohne Druck. Und informieren Sie sich über die Behinderung Ihres Enkels. Damit tun Sie mehr, als mit Druck und dummem Dahergerede. Ihre Tochter ist nämlich ne tolle Frau, die sich allein erziehend der Verantwortung für ein besonderes Wunschkind stellt. So was verdient Respekt und Anerkennung.

Ich hab Ihnen jetzt mal genau das gesagt, was ich meiner Mutter heute sagen würde, wenn es noch möglich wäre. Vielleicht würde ich es ihr sagen - vielleicht aber auch nicht. Weil ich das Thema Großeltern abgehakt habe. Denn so, wie es jetzt ist, geht es uns und unseren Kindern erst mal besser.

Bitte denken Sie drüber nach, noch ist es bei Ihnen - glaube ich - nicht zu spät.

Viele Grüße, Rita
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