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C.J.
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Anmeldedatum: 22.01.2005
Beiträge: 1250
Wohnort: Barcelona

BeitragVerfasst am: 21.04.2005, 20:04    Titel: Hallo Antworten mit Zitat

Hallo,
ich lurche hier schon seit einiger Zeit herum, habe mich aber nie vorgestellt, weil das Forum eigentlich nicht für mich gedacht ist. Ich bin gesund, 20, und habe kein behindertes Kind.
Ich studiere Medizin in London, bin aber halb aus Deutschland (Heidelberg) und halb aus Spanien (Madrid).
Ich fand diese Seite vor etwa einem halben Jahr, als ich Information suchte über verschiedene Behinderungen und den "menschlichen" Aspekt für eine Art Aufsatz und eure Geschichten haben mich so sehr berührt, dass ich immer wieder herkomme und schaue wie es euch so geht.
Ausserdem habe ich selbst nicht so gute Erfahrungen mit Ärzten gemacht und ich weiss ich will mal anders sein, persönlicher (obwohl ich weiss dass es zeitlich für die meisten Ärzte sehr schwer ist) und ihr regt mich immer sehr dazu an.
Ich habe letztes Jahr 3 Monate in Heidelberg auf der Frühchenstation des Kinderkrankenhaus praktiziert und habe meine "Winzlinge" sehr gern gehabt! Auch habe ich einen Jungen mit ADHS babygesittet (täglich für 3 Jahre) und mit ihm Tomatis-therapie gemacht (wobei ich ihn eigentlich nur hingebracht habe und wieder mitgenommen).
Ich hoffe es ist für euch OK das ich leise immer mal wieder schaue wie es euch geht, aber ich finde ihr solltet wissen dass ich das tue und ich will es nicht machen wenn es jemanden stört.
Danke, C.J.
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Isolde
Moderator
Moderator


Anmeldedatum: 19.09.2004
Beiträge: 30748
Wohnort: Kraichgau / badische Toskana

BeitragVerfasst am: 21.04.2005, 20:27    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

schön, dass Du hier im Forum liest. Ich glaube, da hat keiner etwas dagegen. Aber sicher kannst Du doch zu dem einen oder anderen Beitrag Deine Ansicht äußern, wenn es nicht so sehr um direkte Dinge geht, die Du erst noch erlernen wirst.
Es ist natürlich schön zu lesen, wenn ein angehender Arzt sich doch das eine oder andere für sich überlegt, was er gerne ändern würde.

Ich finde einfach, ganz persönlich gesagt, dass die menschliche Ebene in all dem sowas von verloren gegangen ist. Manchmal bekomme ich die Dinge hingeworfen und bin am Überlegen - eigentlich bräuchte ich einen Psychologen, den ich jetzt erstmal zuballern kann mit meiner Wut, und der mir dann wieder hilft die einzelenen Elemente zu sortieren.

Ich denke, den meisten Ärzten fällt es nicht leicht, den Eltern Diagnosen mitzuteilen. Sie müssen sich auch abgrenzen können, muss ich in meinem Beruf auch. Aber manchmal habe ich das Gefühl, es ist trotzdem alles zu oberflächlich und es kommt rüber, als würden sie nur ihre Arbeit tun, und der Rest ist ihnen egal.
Ich versuche immer, bei den Begegnungen in meinem Beruf mit ganz unterschiedlichen Menschen in dem Moment ganz bei dem Menschen zu sein, da zu sein und zuzuhören, was er mir zu sagen hat, was er erzählen möchte, einfach bei ihm da zu sein und nicht mit Floskeln zu antworten.

Manchmal habe ich mir schon überlegt, in letzter Zeit sehr intensiv, dass ich einen Zweitberuf hinzufügen würde.
Ich würde gerne eine "Seelsorgerin" sein, speziell für Eltern in dieser Situation mit behinderten Kindern, Ansprechpartnerin für der Probleme zu sein.
Abgrenzen kann ich - habe ich gelernt, und doch ist es kein solches Abgrenzen, dass ich nicht mich trotzdem berühren lassen würde von den Themen, die ich zu hören bekäme.

"Seelsorge" könnte eine Zwischenstufe sein zwischen dem kirchlichen Seelsorger und dem Psychologen.
Ich habe nur noch keine Idee, wie ich es anfangen soll.
Leider habe ich kein Abitur, studieren möchte ich dieses aber auch nicht, sondern beim Menschen an der Basis bleiben - was nützen die auswendig gelernten Theorien und Statistiken in der Psychologie.
Es ist der MENSCH in seinem SEIN, der da wichtig ist.

Ich würde mich sehr freuen, wenn Du das so hinbekommst - ein menschlicher Arzt zu sein, der Diagnosen stellt, aber die Eltern in ihrem Leid dann trotzdem auffangen kann.

Das wünsche ich Dir - und wie Du hier in vielen Themen liest, ist eine solche Rückkehr zu einem menschlichen Arzt einfach wichtig.

Ich hoffe, nicht zuviel Blödsinn geschrieben zu haben - weiß aber auch nicht, wie ich es besser ausdrücken soll.

Einen lieben Gruß - Isolde

_________________
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