Verfasst am: 19.07.2007, 09:27 Titel: Ist es normal, dass Kinder mit Sonde essfaul werden?
Hallöle,
ich hab mal eine Frage an euch. Leon hat nun seid 6 Wochen eine Magensonde (durch die Nase) und verweigert mittlerweile bis auf Tee alles was er mit dem Mund aufnehmen soll. Ist das normal? Und was, wenn er keine Sonde mehr braucht, wie kriegt man ihn dazu, das er dann trotzdem normal isst?
Danke schonmal. _________________ Anny (*2/82)->ADS und Hochbegabung mit Leon (*03/06) ~Nierenagenesie links, angeboren Ektomorph und starke Entwicklungsverzögerung~ und Kevin (*09/02) ~unerklärliche Entwicklungsverzögerung, schwere Sprachstörung, Verdacht auf ADHS~ Unser Album
Hallo Anny!
Ich habe gehört das man ,wenn wir sondieren, den Kindern auch was davon in den Mund geben sollen ,auch wenn es nur ein Tröpfchen ist damit sie das Gefühl haben und angeregt werden wieder alleine zu essen.
Kann mir schon vorstellen das sie faul werden alleine zu essen .
also eine Nasensonde ist schon auch störend und ich kann mir vorstellen, dass man damit nicht wirklich essen mag. Es gibt aber auch kinder, die die sonde gar nicht stört.
bei unserer tochter war es so, dass sie anfangs mit sonde recht gut ihre milch getrunken hat und es dann immer schlechter wurde, dazu hat sie geweint beim füttern. das wurde immer schlimmer und essen ein kampf. irgendwann haben wir dann voll sondiert.
Ich bin der Meinung, dass betty damals einen unerkannten Reflux hatte und ihr das essen einfach weh tat. leider wurde es nicht diagnostiziert, trotz anfrage. erst einiges später bekam sie dann medikamente und fing gaanz langsam an wieder was zu essen und zu trinken.
vielleicht könnt ihr einen Reflux ausschliessen. das wäre schon mal gut. denn ich denke die ständigen schmerzen durch den Reflux können auch nachhaltige auswirkungen auf die "lust" am essen haben.
möglicherweise entsteht aber durch das sondieren auch kein hungergefühl und dein kind gewöhnt sich deshalb das selbstessen ab.
es gibt einige anlaufpunkte zur sondenentwöhnung, wo man unterstützung bekommen kann, wenn die sonde eigentlich nicht mehr unbedingt notwendig ist, aber das kind trotzdem nicht essen will.
liebe grüße
nicole _________________ Nicole(32) & Sven(37) mit Yul (*8.10.2006) und mit *Betty* Ösophagusatresie und andere Probleme (7.9.2004 - 15.6.2005)
Wir haben Jamie nachts Sondiert, und tagsüber hatte er dann auch absolut keine Lust auf selber Essen, wir haben dazu den Kinderarzt befragt, und auch er sagte uns wir sollen ihm immer ein paar Tröpfchen in den Mund geben, damit er den Reiz zum Essen nicht verliert, natürlich war das Nachts schwer, also haben wir, wenn wir ihn tagsüber füttern wollten, das Essen so schmackhaft wie möglich angerichtet, und ihm tagsüber ein wenig sondiert, und ihn dann probieren lassen, irgendwann klappte es dann...
Chris _________________ Anika und Chris mit:
Sternchen Jamie-Luc (*05.06.2003*-†08.07.2007†) Wir lieben dich, und du fehlst uns so sehr...
Eßfaul werden Kinder mit Sonde eigentlich nicht mehr als das wohl auch ohne Sonde gewesen wäre, allerdings ist eine nasale Magensonde wirklich ätzend zum Essen, das reizt und manipuliert ständig im Hals, da kann einem Lust schon vergehen, zumal Euer Leon ja wohl vorher auch nicht der Super-Esser war
Bin deshalb ein großer Verfechter der PEG (eine Magensonde durch die Bauchdecke, die in der Regel endoskopisch also per Magenspiegelung gelegt wird), um den Gesichts-Mund-Nasen-Rachenraum nicht noch zu "traumatisieren", denn Essen soll Spaß machen.
Wie dramatisch war denn die "Mangelversorgung", daß Ihr Euch für die MS entschieden habt?
Wer hat Euch beraten?
Seid Ihr schon bei einer Logopädin? Sonst sucht Euch ganz dringend eine!
Die Idee eigentlich nur im Wachzustand und quasi parallel zum Füttern zu sondieren ist perfekt, weil dann der Kopf die Verknüpfung zwischen Hunger, Essen und Satt-werden, schneller lernt
Noch trinkt Leon ja Tee, also such Dir mehr professionelle Hilfe...
Aber all das half bei uns nicht Jessy hatte ihren eigenen Kopf und ihr eigenes Tempo.
Bis zum 14 LM aß sie mäßig udn wechselhaft, danach wurd es in Wellen immer weniger, mit 21 LM bekam sie die PEG, da hatte sie schon Wochenlang fast nix mehr gegessen, das hielt sich (mit kleinen Ausnahmen) bis zu ihrem 4. Geburtstag, dann aß sie plötzlich und in einem irren Tempo alle MZ oral, nach einem Infekt vor 3 Wochen ist das nun wieder schwierig Egal, wir haben die PEG, bieten alles Essen erst oral an und sondiern dann die Reste, sowie Medis... - sie soll (nach Möglichkeit) keine negativen Erlebnisse mehr im Mundbereich haben
Viel Erfolg!
Grüßle
Ursula _________________ Ursula(71 - Kinderkrankenschw.), Gerhard(73), 3 Pflegekinder Tim(2001) und Kevin(2003) leibliche Brüder und mit hohem Bedarf an Aufmerksamkeit, Jessy(11/2002)- ICP, Tetraspastik, muskuläre Dystonie, kaum Kopf-/Rumpf-Kontrolle, sehbeh., PEG-versorgt, bds. luxierte Hüften, starke Skoliose -> Liegekind und unser Goldschatz!!!
Hi ihr lieben,
erstmal Danke für eure Antworten. Noch ist Leon ja im Krankenhaus, aber ich überleg halt auch schonmal für die zeit danach herum. Die MS hat er bekommen,w eil er kaum gegessen hat und die schauen wollten, ob er znimmt mit der MS. Hat leider nicht geklappt, er nimmt immernoch nicht zu. Außerdem hat er einen (leichten) magenreflux, der soll nochmal untrersucht werden und dann behandelt werden. Morgen wird nochmal diese Röntgenuntersuchung gemacht. Außerdem wurde eine Magensäuremessung gemacht.
Kann ein Logopäde da helfen für später mit der Sondenentwöhnung? Dann frag ich unseren nämlich mal danach. _________________ Anny (*2/82)->ADS und Hochbegabung mit Leon (*03/06) ~Nierenagenesie links, angeboren Ektomorph und starke Entwicklungsverzögerung~ und Kevin (*09/02) ~unerklärliche Entwicklungsverzögerung, schwere Sprachstörung, Verdacht auf ADHS~ Unser Album
Erstmal müssen die Docs raus finden woher die Gedeihstörung kommt und wie man sie "beheben" oder "umgehen" kann.
Habt Ihr Nahrungsmittelunverträglichkeiten (Lactose-, Fructose-, Gluten- ...)ausgeschlossen...?
Sondenentwöhnung ist ein schwieriges Terrain, aber eine gute, vertraute Logopädin kann da sicher viel erreichen - von den Entwöhnungs-Zentren bin ich nicht so begeistert, zumal die Strategien bei Leons Vorgeschichte vermutlich untragbar sind
Ich wünsche Euch einen erfolgreichen Weg - telefoniert doch mal mit dem Psychologen Markus Wilken in Bonn, bzw. Siegburg. Er ist auch auf Sondenentwöhnung spezialisiert, aber geht meist einen "zarteren" Weg.
Gib mal seinen Namen hier in die Suchmaschine ein, da erfährst Du mehr und kannst Dich schon frühzeitig informieren
Grüßle und viel Erfolg
Ursula _________________ Ursula(71 - Kinderkrankenschw.), Gerhard(73), 3 Pflegekinder Tim(2001) und Kevin(2003) leibliche Brüder und mit hohem Bedarf an Aufmerksamkeit, Jessy(11/2002)- ICP, Tetraspastik, muskuläre Dystonie, kaum Kopf-/Rumpf-Kontrolle, sehbeh., PEG-versorgt, bds. luxierte Hüften, starke Skoliose -> Liegekind und unser Goldschatz!!!
Wir haben uns ganz bewusst bei der Entlassund von Neis, damals gerade 4 Monate, dafür entschieden die Nasensonde nicht mehr zu benutzen.
Allerdings wurden im Vorfeld schon diverse Möglichkeiten wegen seiner Trinkschwäche ausgeschlossen.
Wir haben gut 6 Monate gekämpft und das 24 Stunden lang. Eine Mahlzeit mit 100 ml hat gut 2,5 Stunden gedauert, dann 0,5 Stunden Pause und dann wieder von vorn...
Es waren die Monate der Mikrowelle, Hilfe von einem Logopäden hatten wir damals leider nicht, dann wäre sicherlich einiges einfacher gewesen.
Die Klinkärzte waren von vornherein für eine PEG und wollten uns ständig überzeugen. Wir haben uns gewehrt und Recht behalten.
Alles Gute...
Liebe Grüße _________________ dieMeike mit
der Große, an der Grenze zur leichten Schwerhörigkeit ADS und LRS
Der Kleine, Muskelhypoton,
unklare Genese, einseitiger HG Träger
"Nicht behindert zu sein, ist kein Verdienst, sondern ein Geschenk, das uns jederzeit genommen werden kann."
Hat mich wohl etwas mißverstanden - ich bin ein absoluter Befürworter der PEG, damit Essen lernen Spaß macht und nicht Druck und Streß ist.
Aber ich habe den Eindruck, Anny ist noch nicht so weit/ nicht dieser Meinung und dann schlage ich eben eine langsame Sondenentwöhnung mit reichlich fachlicher Unterstützung vor
Grüßle
Ursula _________________ Ursula(71 - Kinderkrankenschw.), Gerhard(73), 3 Pflegekinder Tim(2001) und Kevin(2003) leibliche Brüder und mit hohem Bedarf an Aufmerksamkeit, Jessy(11/2002)- ICP, Tetraspastik, muskuläre Dystonie, kaum Kopf-/Rumpf-Kontrolle, sehbeh., PEG-versorgt, bds. luxierte Hüften, starke Skoliose -> Liegekind und unser Goldschatz!!!
@Ursula ich hab dich nicht missverstanden. Speziell bei Neis gab es keinen Anlass eine PEG zu legen.
In der Klinik fehlte den Schwestern die Zeit, ich hatte einen gerade 1,75 Jahre alten Sohn zuhause und nicht die Zeit in der Klinik alle Fütterzeiten wahrzunehmen.
Speziell bei Neis war es die richtige Entscheidung. Nach 3 Wochen zu Hause trank er zwar immer noch unendlich langsam aber seine normalen Mengen, der Reflux zweiten Grades war nicht mehr vorhanden.
Wir haben zwar enormen Stress gehabt und viele Schlaflose Nächte, aber auch immer einen Kinderpflegedienst und einen Kinderarzt in der Hinterhand, die sofort und auf unserem Wunsch eingegriffen hätten.
Wir mussten ja auch auf Grund der Muskelschwäche gut abwägen ob wir das Risiko einer weiteren OP in Kauf nehmen, da erschien uns das Risiko, Neis mit nach Hause zunehmen, als geringer.
Liebe Grüße _________________ dieMeike mit
der Große, an der Grenze zur leichten Schwerhörigkeit ADS und LRS
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