besondere Kinder erfordern sehr viel Zeit am Tag, was ihre Pflege und
Bedürfnisse anbetrifft. Das muß man aufpassen, daß der gesunde Rest
der Familie wie Geschwisterkinder und der Partner nicht zu kurz kommen.
Wenn ein gesundes Kind zum Beispiel massive Probleme in der Schule
bekommt, in die Pubertät kommt, Liebeskummer hat, der Partner arbeits-
los wird, wie wuppt ihr das noch nebenbei?
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Verfasst am: 15.07.2007, 16:13 Titel:
Hallo Andrea,
mein Freund hat so nebenbei noch Depressionen.
Mittlerweile schlaucht mich die ganze Situation ganz schön, weil ich immer versuche allen gerecht zu werden....... Kind, Freund, Hund, Job...... und der Rest der Familie.
Dabei bleibe ich ein wenig auf der Strecke.
Ich stelle sehr hohe Ansprüche an mich selber. Vielleicht ist das auch mein Problem?
Wenn mir dann alles zu viel wird, versuche ich auch an schöne geschehene Dinge zu denken oder ich nehme mir mal eine kleine Auszeit.
Das gibt mir wieder Kraft, die neuen Hürden des Alltags zu überwinden.
LG Belle
P.S. wenn du glaubst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her _________________ Belle mit N. (08/00) geist. Behinderung, Wahrnehmungsstörung, ADHS, Störung d. Feinmotorik, vielfältige Sprachstörung - und er ist das Beste was mir je passiert ist.
"Wenn das Leben dir Zitronen schenkt, dann frag nach Salz und Tequila."
Einmal brauchte unser großer (damals war er 4Jahre)unsere Hilfe.Aber anstatt etwas zu sagen fraß er seinen Frust in sich hinein.Er wurde immer verschlossener und sagte immer weniger.ich kam ganz schwer an ihn ran,nur mit Hilfe der Frühförderung.Als wieder alles gut war und ich ihn fragte warum er denn nichts gesagt hätte sagte er:Mama du hast schon genug mit Justin zu tun ich wollte dich nicht stören.Schlecklich...
Danny ist ein Junge der niemanden zur Last fallen will und dann lieber von sich aus zurücksteckt.Wir sagen jeden Tag unseren Kindern das wir sie lieb haben und das egal was ist man immer für die da sein wird,egal was es ist.
Das musste Danny erstmal lernen denn er ist ja auch noch da und wir wollen alle so gut wie es geht gleich behandeln.Es war sehr schwer gewesen und ich blieb und bleibe noch heute viel auf der Strecke.Aber ich sage immer: lieber ich als die Kinder.
Ich muß dazu sagen zu der Zeit wo das einmal passiert ist hatte Justin 7Therapien in der Woche und die ganzen Arzttermine und es blieb vielles liegen wie z.b. der Haushalt.Ich habe viel mit Danny gesprochen und es tat mir so weh das er dachte: Oh die Mama ist ja nur unterwegs und da möchte ich nicht auch noch stören.Danny ist sehr verantwortungsvoll,lieb und sehr hilfsbereit.Er ist heute 7Jahre alt und Gottsei Dank ist es seitdem nicht mehr passiert.
Wenn Justin im Kindergarten ist dann kümmere ich mich in der Zeit nur um Danny.Setzte mich neben ihm wenn er Hausaufgaben macht usw.Danny hat ,,Schlaftage bei uns``das heißt ein paar mal die Woche darf er bei uns im Bett schlafen.Oder wenn ich wegfahre dann nehme ich nur Danny mit,beziehe ihn in vielen Dingen ein wie z.b. frage ihn um Rat.Er soll das Gefühl haben das er sehr wichtig für mich ist und das es ohne ihn nicht geht.Ich bin sehr stolz wie gut er in der Schule ist,denn bei denn viele Lehrer sagten er wird es nicht schaffen und heute gehört er zu guten Schülern.Als er mit seinem Zeugnis nach hause kam habe ich zu ihm gesagt:Siehst du denen haben wir es gezeit,von wegen du bist dumm und schaffst es nicht da war er mächtig stolz gewesen und bekam als belohnung 5Euro.Es ist nicht einfach das stimmt.
Aber irgendwie geht es doch immer weiter
Gruß
Antje und Justin _________________ Mama von Justin 8 und Danny10,Justin hat eine Perinatale Hirnschädigung ,Muskeltonusstörungen,Muskelschwäche,Symtomatische Epilepsie mit fokalen Krampfanfällen,Kein Räumliches Sehen,Weitsichtig6,5,Aggresives u.Autoaggressiv, keine Opstipation,Entwicklungsstand eines 2Jahren alten Kindes,kein richtiges Sprechen,Autistische Züge,ADHS usw....
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Verfasst am: 15.07.2007, 17:23 Titel:
Liebe Andrea!!
Das Problem kenne ich nur zu gut.
Mein Großer steckt auch so viel zurück und ist dabei noch so verständnisvoll,dass es mir schon weh tut.
Ich nehme mir dann bewußt Zeit nur für ihn,ehrlich gesagt aber manchmal etwas halbherzig,wenn man in Gedanken schon wieder bei Untersuchungen und Diagnosen ist.
Auch muß ich mich oft zwingen,mit ihm seine Schulsachen durchzugehen und z.B. Sachkunde noch mit ihm durchzugehen...
das tut mir so leid und ich bin ihm gegenüber auch oft gereizt oder genervt,was ich gar nicht will und er auch keinen Anlass dazu gibt.
Deswgen bin ich oft sehr traurig und ich arbeite an mir,nehme mir selbst Auszeiten von allen,knuddle und spiele ausgiebig mit meinem Großen.
vielleicht wird es ja bald mal besser,wenn ,man selbst alles akzeptiert und verarbeitet hat.
Alles Liebe,Ute _________________ Ute(6/76)mit Tom(1/99),Feli(6/06)*VSD,Mitral-und Aortenklappeninsuffizienz,Fehlbildungen im Urogenitalbereich, vesico-ureteraler Reflux II.°beidseitig, auffälliger Anal-und Genitalbereich,V.a. shuddering attacks, starke Bindegewebsschwäche-syndromale Hinweise* und Emma 9/08
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Verfasst am: 15.07.2007, 18:43 Titel:
Hallo nochmal,
irgendwie fehlt da ein Teil aus meinem Post .
Dann versuche ich es nochmal.....
Ich bin in so gesehen, die einzige in unserer Familie, die gesund ist. Wir sind ja auch nur eine kleinere Familie.
Deswegen versuche ich meine Bedürfnisse nicht immer zurück stellen.
So ungefähr hatte ich vorhin den Zwischenteil geschrieben..... _________________ Belle mit N. (08/00) geist. Behinderung, Wahrnehmungsstörung, ADHS, Störung d. Feinmotorik, vielfältige Sprachstörung - und er ist das Beste was mir je passiert ist.
"Wenn das Leben dir Zitronen schenkt, dann frag nach Salz und Tequila."
ich würde unbedingt unterscheiden zwischen gesunden Geschwisterkindern und gesunden Partnern. Mein Partner muss nicht "versorgt" werden, sondern kümmert sich selbstverständlich um die Kinder. Falls er arbeitslos ist/wird, um so besser -kann er sich zeitlich flexibler kümmern! Ich warne eindringlich vor dem Trugschluss, dass eine Frau sich um ALLE kids und den Macker zugleich kümmern muss, auf dass es allen wohlergehe... Männer sind Väter wie Frauen Mütter und haben sich um die Kinder zu kümmern-egal, ob es "besondere" Kinder sind oder nicht. An der Frage juckt mich, dass der Typ erwähnt wird. Hmm...Warum sollte eine Familienfrau in einer brisanten Situation sich Gedanken um den Typen machen??? Ist ein Typ so unfähig, dass er nicht selbst Konzepte entwickeln kann??? Tut der das denn umgekehrt? Sich Gedanken um das Wohl der "gesunden" Mutter machen? Ich finde, beide müssen an einem Strang ziehen und das Wohlergehen der Kinder sichern. Was übrig bleibt, kann freundschaftlich/liebevoll aufgeteilt werden Liebe Grüße! Mariella _________________ Sohn AS
Also das Gefühl,schlechtes Gewissen meinem Sohn gegenüber,kenne ich auch sehr gut.Nur was mir immer öfter auffällt,das ich anscheinend öfter ein schlechtes Gewissen habe,als er sich zurückgestellt fühlt.Natürlich ist auch bei uns Sara die Hauptperson,aber Jannis ist damit aufgewachsen.Er empfindet das gar nicht so.Wenn er mich echt mal braucht(das letzte mal als sein Meerschweinchen gestorben ist)muss auch Sara mal zurückstecken.Dann hat sie halt nur ein Auge von mir(nur zur Sicherheit)aber Jannis meine ganze Aufmerksamkeit.
Muss aber auch dazu sagen,das Jannis sehr selbstständig ist,und Sara auch ein Gespür dafür hat,wenn etwas nicht OK ist.
Was den Partner angeht,haben wir ja keine Probleme,den gibt es ja nicht.Meine letzte Partnerschaft ist villeicht auch daran zerbrochen,das ich halt auch der Meinung war,er kann sich im Zweifel selbst helfen,die Kids nicht.Ich wollte ja auch einen Partner für mich,und kein drittes Kind(oder doch?)
Alles in allem bin ich der Meinung,das ich die Bedürffnisse von beiden Kindern im Blick habe und jeder das kriegt was ihm zusteht.Mal einer mehr mal der andere mehr.Für mich selbst finde ich auch immer eine Nische,was ich genauso wichtig finde.
LG Marion _________________ Marion35+Sara 14,28ssw frühkindlicher Autismus mittelgradige kognitive Behinderung und Jannis 15 kerngesunder Teeni
Hallo,
ja unsere Bedürfnisse.....................da müssen wir wirklich aufpassen. Ich halte es so, morgends wenn beide Kiddys in den Kiga gehen, dann schnell den Haushalt gemacht. Mittags kommt Daja um 12.00 nach Hause, dann haben wir noch 2 Stunden alleine bevor Jann kommt. Die nutzen wir zusammen mit Kochen und Spielen. Das genießt Daja sehr und ich auch. Wenn Jann dann heim kommt, kuscheln wir ca. 20 min mit ihm dann ist Übergabe bei den Schwestern(PD) und dann trinken wir ganz gemütlich nen Cappu alle zusammen. der Nachmittag gehört in der Regel voll den Kindern, wir gehen dann spazieren, besuchen Freunde...
Daja als Geschwisterkind, hat das Glück , dass Jann 20 Std/Tag Behandlungspflege bekommt und somit für sie nicht ein Nachteil entsteht. Ist Jann krank, so hat sie Verständniss, sie wächst damit auf , kennt ihren Bruder nicht anders. Ist sie mal krank, kann ich auch auf sie dementsprechend eingehen, da Jann ja versorgt ist. Mir ist durchaus bewußt, dass wir hier sehr viel Glück haben.
Einmal die Woche gehe ich einen ganzen Tag arbeiten. das ist mein Ausgleich und mein Tag für mich, gehe dann nach der Arbeit noch Schwimmen, joggen oder sonstiges. Das Arbeiten und Joggen gibt mir die Power die ich brauche, da kann ich meine Stimmungen abbauen oder aufbauen. Habe ich wirklich mal nen schlechten Tag dann bin ich beim Friseur, mit ner Freundin shoppen oder gehe abends auf die Piste .
Natürlich kann das alles nur klappen, weil ich so nen tollen Mann an meiner Seite habe, der das mit gestaltet und seinen Teil dazu beiträgt. Ich finde es auch sehr wichtig, dass man sich als Paar nicht verliert. und das bedeutet wirklich immer daran arbeiten an sich, an dem Partner und am Alltag. Wir gehen auch heute noch gerne nur mal zu zweit aus, um uns zu genießen und das sollte nicht verlernt werden.
Ich bin sehr stolz auf meine kleine Familie!!!
das Problem mit dem Geschwisterkind kenne ich auch.
Meine Tochter musste immer gewollt oder nicht zurückstecken. Immer hatte Kevin was.... keiner kam auf die Idee, dass sie mal was hat. Sie ist auch sehr still und will niemanden belasten, weil Kevin schon so belastend ist.
Ich habe wohl auch etwas Glück, denn sie rutscht auch noch super durch.
Sie hatte Glück, das Kevin vor 2 Jahren in eine Heilpädagogische Einrichtung kam und dadurch konnte sie mal richtig durchatmen, sich ausleben und mich für sich haben. Haben wir auch gemacht.
Dann kommt dazu, das ich viele Gespräche mit ihr suche. Sie hat sich auch vor kurzem bei mir bedankt, dass ich das tue, weil durch mich hat sie gelernt mit Sachen umzugehen. Und sie weiß immer, dass sie zu mir kommen kann. Ich nehme mir zur Not alle Zeit der Welt, die sie braucht.
Ich glaube das ist Wichtig für sie, dass sie das auch weiß......
Der Balance-Act ist nicht leicht.... ich weiß es....
Gruß Tina _________________ Tina (*68), Thomas (*59), Kathleen (*91) und Kevin (*94) psychisch und seelisch krank
God, grant me the serenety, to accept the things I cannot change.
The courage to change the things I can.
And the wisdom to know the difference!
wir achten schon sehr drauf, dass wir alle unsere Aus- und Ruhezeiten haben. Mit unserer gesunden Tochter mache ich z.B. immer wieder mal eine Mama-Tochter-Unternehmung (Konzertbesuch bei den Harlem Gospel Singers, Kindertag, Ausflug über's Wochenende in die Schweiz....) bzw. auch umgekehrt mit dem Papa.
Dann haben wir sie vor zwei Jahren zu einem Kletterkurs angemeldet, in dem sie sich austoben kann, was ihr grossen Spass macht.
Mein Mann und ich achten auch auf unsere Bedürfnisse. Mein Mann hat neulich den Motorradführerschein gemacht und geht auch ab und zu mal mit der Firma oder seinem Vater aus - und ich gönne mir gerne mal einen netten "Weiberabend" mit meiner Freundin.
Ausserdem haben wir ein sehr engagiertes Umfeld - Oma und Opa springen zum Babysitten ein bzw. haben wir eine taffe Babysitterin, so dass wir Eltern uns auch mal einen netten Kinoabend gönnen können oder schön essen gehen.
Wir sind schon drauf bedacht, bei Laune und bei Kräften zu bleiben. Das überträgt sich auch positiv auf unsere Pflegetochter.
Auftanken ist einfach wichtig für uns.
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