Verfasst am: 17.04.2005, 00:21 Titel: Frühchen in der SSW 26+4 (Michaela mit Kennedy)
Hallo,
ich heiße Michaela, bin 35 Jahre und habe am 30.03.05 unseren Sohn Kennedy Tyrone in der 26 + 4 SSW zur Welt gebracht, per Notkaiserschnitt nach einem Infekt. Er wog 930 g und war 34 cm klein.
Ken geht es im Moment gut, er konnte nach knapp einer Woche von der Intensivstation auf die Früchenstation verlegt werden. Hatte für ein paar Tage Atemhilfe und macht es seit dem ganz alleine.
Er hatte auch den offenen Ductus, nach 3 maliger Gabe von Ibutropfen (?) hat sich dieser ganz geschlossen
Im Moment bekommt er Entwässerungsmedizin, weil er geringfügige Wassereinlagerungen in der Lunge hat (lt. Kinderarzt nicht schlimm). Dadurch hat er wieder abgenommen und war heute bei 925 g (gestern noch 905 g, er war vorher auf 950 g).
Seine Sättigungswerte sind aber dadurch besser geworden und wir durften endlich wieder Kanguruhen
Die Gefahr dass er noch Gehirnblutungen bekommt ist lt Kinderarzt so gut wie vorbei, es sei denn, es würde noch etwas schlimmes passieren.
Eine Prognose kann uns natürlich niemand geben... wir können nur hoffen, dass alles gut wird!
Die Angst ist immernoch unser täglicher Begleiter, obwohl es die erste Woche am schlimmsten für mich war.
Gerne würde ich mich mit anderen Frühchen-Eltern austauschen! Würde mich auch sehr freuen, Frühchen-Eltern kennenzulernen.
Wir sind aus Düsseldorf!
Ken hat übrigens 4 Schwestern im Alter von 18, 16, 6 und 3 Jahren.
Das war es erstmal von unserer Seite...
Lieben Gruss
Michaela mit Nadja, Jamila, Kimberly, Keshia und Mini-Tiger Ken
Hallo Mchaela,
meine Kleine war "nur" 5 Wochen zu früh, aber ich hatte auch ziemlich zittrige Momente. Sie war leider noch 5 Wochen in der Klinik. Sie litt ( heute noch etwas) unter Hypotonie und wurde per Magensonde ernährt. Bei einer Größe von 47 cm wog sie 2570 gramm. Ich besuchte sie jeden Tag 8 Stunden. Da ich keine weiteren Verpflichtungen hatte, ging das. Es war recht anstrengend für mich, aber ich wollte ihr so viel Kontakt zu mir geben, wie es nur ging. Das ist ganz ganz wichtig. Die Stillberaterin und Betreuerin legte auch sehr großen Wert darauf und, dass es für die Frühchen äußerst wichtig ist. Ich hatte immer eine Bluse gewählt, um diese aufzuknöpfen, um meine Kleine so tief wie möglich zu fühlen und das wurde mir auch nahegelegt. Die erste Woche wanderte mein Blick stets auf die Monitore. Das machte mich natürlich irr, denn ihre Sättigung fiel auch stets nach unten. Mach nicht den gleichen Fehler, denn diese Dinger kreischen bei jeder Kleinigkeit los. Meist gar nicht so "schlimm", wie die Eltern oft erschreckend hochfahren. Die Medizin heute ist wirklich beruhigend und wenn du Vertrauen und ein positives Gefühl den Ärzten gegenüber hast, lass locker. Ist schwer, aber Kinder spüren die Unruhe der Eltern. Indira hatte ein kl. Blutgerinsel im Kopf, was mich bitter nervös machte. Aber eine sehr gute Ärztin sagte mir, dass es bei SEHR vielen Kindern so ist und man es oft auch gar nicht weiß, da sie nicht untersucht wurden, bzw. Ultraschall gemacht wurde, weil kein Grund vorlag. Somit ist sowas auch nicht bedenklich, wenn die Stufe nicht soooooo hoch liegt.
Sorge dich, aber mach dich nicht verrückt. Ich wünsche euch alles, alles gute und Kopf hoch, es wird schon.
Ich lebe in München.
LG Manu
Hallo Manu,
danke für deine Antwort! Hypotonie? Wie genau äussert sich das? Und wann wurde es bei deiner Kleinen festgestellt? Ken hatte 2 Ultraschalluntersuchungen am Kopf und es wurden keine Blutungen festgestellt. Lt. Kinderarzt ist die größte Gefahr auch vorbei, es sei denn es passiert noch etwas schlimmes... ich wollte/habe nicht nachgefragt, was denn noch schlimmes passieren kann. Ken zuckt schonmal mit Armen und Beinen, kennst du es beim einschlafen?, so als wenn man sich erschreckt? Habe ich schonmal ab und zu, so kommt es mir bei ihm vor. Könnte das ein Anzeichen sein?
Ich kann leider keine 8 Stunden bei ihm verbringen, sind ja noch kleine Geschwister da. Allerdings wenn wir känguruhen, machen wir das schon so um die 3 Stunden oder auch länger.
Hoffe von dir zu hören bzw. lesen
Lieben Gruss an dich und deine Kleine
Michaela
P.S in der Kinderklink haben sie extra Kittel fürs Känguruhen. Ich ziehen den an und habe darunter einen freien Oberkörper, finde ich ganz bequem für mich und meinen Süssen
Hallo!
Ein herzliches Willkommen hier in diesem Forum. Ich wünsche dir regen Gedankenaustausch und viel Spaß!
Unsere Zwillinge kamen in der 28+2SSW zur WElt.Ich hatte das HELLP-Syndrom und es war höchste Eisenbahn!! Lisa und Anna lagen 1,5 Mon.auf der NEO, danach sind sie verlegt worden, und waren insgesamt 99 Tage im Krankenhaus.Kanguruhn fanden wir auch immer ganz toll und man konnte sich immer nur garnz schwer wieder von ihnen trennen, nicht war?
Liebe Grüße Pam
Frühchen in der 26.SSW? Das kommt mir sehr bekannt vor! Habe Zwillinge, Tim ( 840 g, 34 cm) und Malte (695 g, 35 cm).
Leider haben meine beiden Jungs alles Schlimme mitgenommen, was man nur kriegen kann. Hirnblutungen, viele Infektionen, Ductus-OP, Shunt-OP, etc. Aber sie haben überlebt und sind heute 5 Jahre alt und 2 süße Kerlchen.
Die ersten Tage und Wochen sind entscheidend, mach dir nicht zu viele Gedanken, dein Kleiner wird sich sicher prächtig entwickeln.
Gebe ihm so viel Nähe und Liebe, wie du nur kannst und du wirst sehen , daß es ihm gut tun wird. Vertraue den Ärzten, es wird dir nichts anderes übrig bleiben.
Die Zeit im Krankenhaus ist hart, aber auch das geht vorüber.
Wünsche dir viel Kraft!
Liebe Grüße, Gisela
ein herzliches Willkommen hier im Forum zum positiven Erfahrungs-und Gedankenaustausch !
Gruß,
Beate _________________ ..es gibt nichts,was uns die Abwesenheit eines geliebten Menschen ersetzen kann;und man soll das auch gar nicht versuchen,man muss es einfach aushalten und durchhalten;das klingt zunächst sehr hart,aber es ist doch zugleich ein großer Trost,denn indem eine Lücke wirklich unausgefüllt bleibt,bleibt man durch sie miteinander verbunden.D. Bonhoefffer
Hallo Michaela,
ja, das Zucken hatte meine Kleine auch. Wir machten uns schon Gedanken, aber das ging vorüber. Solange kein Arzt sich zu dem äußert, würde auch ich mir keine Gedanken machen. Ich denke eher, dass die Kleinen in so einer frühen Phase unter uns einfach nur schreckhafter sind. Bedenke, normal wären sie ja noch gar nicht aus ihrer Wohnung gezogen. Ich habe sehr viele Frauen in der Klinik kennen gelernt und auch einige Gespräche über die Ängste von uns allen geführt, die meistens unbegründet waren. Ganz lieber Gruß Manu
Ich wünsche Dir noch ganz viel Kraft für die Zeit im KH, Ihr habt ja sicher noch einige Wochen vor Euch!
Wie wird Ken denn ernährt? Braucht er noch Sauerstoff?
Hier sind viele Frühchen-Eltern unterwegs, die Dir bestimmt weiterhelfen können...
LG
Nellie _________________ Linn *2004, Intensivkind mit schwerster Mehrfachbehinderung durch eine Gehirnfehlbildung namens pontocerebelläre Hypoplasie Typ 2a (PCH 2a), Sondenkind mit Button, Epilepsie, Tracheostoma, nachts beatmet, schwere Wahrnehmungsstörung und ein zauberhafter roter Lockenkopf mit festem Willen und Ann *06/09, fröhliche Minimaus --> unsere Vorstellung und --> Bilder von uns
Hallo,
vielen Dank für eure netten Antworten... habe mich wirklich gefreut!!
An Manu: Ja du hast sicherlich recht! Ich mache mir zuviele Gedanken... auch bei Kleinigkeiten und das mit dem Monitor ist bei mir auch so... schrecklich! Versuche schon immer dieses Ding zu ignorieren, klappt aber noch nicht, weil ich immer auf die Sättigungswerte schaue.
An Pam: OH JA, ich kann mich echt nur schwer von meinem keinem Mann trennen, ich liege dann meist schon dort und mir klebt die Kleidung am Körper... der Gang zur Toilette wird aufgeschoben... auf unbestimmt, oder solange ich nur kann! Nach ein paar Stunden känguruhen würde ich dann gerne flitzen, bin aber so beweglich als wäre ich 80
An Giesela: OH das tut mir wirklich leid, dass deine süssen soviel mitbekommen haben! Aber klasse, dass sie sich so toll gemacht haben
Hast du ja eine Menge zu tuen mit 2en, süss
Was ist denn eine Shunt-OP?
An Beate: Dankeschön
An Nellie: Ja er braucht noch Sauerstoff, liegt bei 33% im Moment. Er wird über eine Magensonde ernährt, klappt bisher ganz gut. Er nuckelt aber trotzdem ganz fleißig! Gestern beim känguruhen hat er richtig laut geschmatzt als er an seiner Hand nuckelte
Er hat auch schonmal 2 ml aus dem Sauger getrunken, oder er bekommt etwas mit dem Wattestäbchen. Hoffe die Umstellung klappt später. Aber noch haben wir Zeit... uns wurde gesagt, wir könnten schon mit dem ET rechnen bevor wir entlassen werden, das wäre der 2. Juli ... noch lange bis dahin! oder es ist oft die Rede von 2500 g, hatten gestern 925 g, also dauert wohl auch noch lange...
So muss jetzt los...
Vielen Dank euch allen... ihr habt mir gut getan
Liebe Grüsse
Michaela
Hallo Michaela!
Kann mich noch gut an die Zeit erinnern auf der Frühchenintensiv. Mir ging es ähnlich, wie dir. Man kann es kaum erwarten bis man endlich das eigene Kind mit nach Hause nehmen darf! Ich habe mir damals auch ganz oft gewünscht die Zeit weiter zu drehen um ein paar Monate. Leider war das ja nicht möglich!
Ein Shunt ist eine Ableitung von Gehirnwasser ( Liquor) vom Kopf in den Bauchraum. Durch die Blutung war der natürliche Weg verstopft worden, so daß sich Hirnwasser in den Ventrikeln ( Hirnkammern) staute und das Köpfchen zu schnell gewachsen war.
Tja, mit der Gewichtszunahme ist es so eine Sache! Unsere Jungs bekamen wegen ihrer schlechten Lungenfunktion erst mal Mittelchen zur Entwässerung und haben dadurch auch noch nach der Geburt kräftig abgenommen. Man hatte damals das Gefühl es geht nicht bergauf, sondern man tritt auf der Stelle. Man braucht halt starke Nerven und dann kommt auch irgendwann eine Phase wo es dann schneller geht als man denkt. Man freut sich dann natürlich über jede positive Nachricht und du wirst sehen, dann ist der ET nicht mehr fern.
Auf das Gewicht kommt es gar nicht so sehr an. Uns hat man damals gesagt, daß das Kind alleine in der Lage sein muß so viel Milch zu sich zu nehmen, daß es weiter zunimmt! Wenn du stillen solltest, wird es vielleicht ein Problem sein, daß das Kind dabei nicht einschläft. (So war es bei uns zumindest) Die waren durch das Känguruhn so an die Kuschelstunden mit Mama gewöhnt!
Aber jedes Kind ist anders, du wirst deine eigenen Erfahrungen machen, freue dich darauf. Die Stillzeit ist eine sehr schöne Zeit! Es sind auch Kinder unter 2500g entlassen worden.
Vergiß bitte nicht bei der vielen Sorge um den Kleinen auch an dich zu denken! Es nützt ihm hinterher nichts, wenn es dir nicht gut geht.
Wir haben 4 1/2 Monate auf den ET warten müssen und ich war jeden Tag von morgens 8 bis abends 8 bei den Kindern. Das schlaucht auch ganz schön! Als die Kinder dann endlich Zuhause waren, war ich eigentlich total ausgebrannt!
Aber wie das so ist als Frühchenmutter, man kämpft wie eine Löwin, genau wie das kleine Geschöpf, das da im Inkubator liegt. Es war hart, aber was einen nicht umbringt macht einen noch härter!?
Es ist ein Stück Lebenserfahrung! Die wir uns alle wohl nicht so gewünscht haben, aber mir hat man immer gesagt, solche Kinder suchen sich ganz bewußt ihre Eltern aus. Also mußt auch du ein ganz besonderer Mensch sein!
Drücke dir die Daumen für alles was da kommen mag!!!
LG, Gisela
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