Verfasst am: 05.07.2007, 12:24 Titel: Der Freund meines Sohnes ekelt sich
...und zwar vor unserem behinderten Kind.
Hallo,
mein gesunder Sohnemann hat einen besten Freund (8 Jahre alt). Wenn er bei uns ist zeigt er deutlich seinen Ekel vor Christian, der halt sehr offen auf andere zugeht, sie umarmt, antatscht ... Zudem sabbert er immer ein ganz klein wenig. WIR finden das gar nicht mehr schlimm, aber andere wohl doch.
Was macht ihr in solchen Situationen? Wir haben versucht, mit dem Kind und unserem gesunden Kind gemeinsam über Christian zu reden, aber die Hemmschwelle ist doch wohl zu groß. Christian bekommt das aber sehr wohl mit...was würdet ihr noch tun? _________________ LG
drillmama Sandra mit
Jonas
Samuel
Christian, Epilepsie, spastische Tetraparese
*6/99
dies ist wirklich eine schwierige situation. ich würde versuchen, daß kind z. b. mit in einem gemeinschaftspiel einzubeziehen, wo auch christian mitspielt. vielleicht klappt es auch.
versuch es mal.
gruß kathrin _________________ kathrin 07/ 1975 mit ehemann sven 07/ 1973 und den süßen kindern stella 12/ 2001 und gesund sowie sammy 07/2003 Dysmeliesyndrom (beide Daumen fehlen und der linke Arm ist etwas verkürzt) sowie konstantin maurice 25.09.2008
verzeih, mir ist nicht klar, ob Dein genannter, gesunder Sohnemann einer von den Drillingen ist, oder ein älterer Bruder.
Zuerst würde ich nämlich diesen befragen, wie er das Verhalten seines Freundes sieht/empfindet.
Wenn ihm das Verhalten seines Bruders auch nicht recht ist, würde ich den beiden auch gestatten, sich einfach gemeinsam zu beschäftigen.
Ist ihm das Verhalten seines Freundes aber nicht recht, so forder ihn doch auf, mal mit diesem darüber zu sprechen.
Gleich mit gemeinsamen Spielen zu kommen, fänd ich eine Überforderung aller Kinder.
Aber vielleicht kann Dein (großer?) Sohn sich ja einfacj "normal" gegenüber seinem Bruder verhalten, so daß auch der Freund seine Unsicherheit verliert.
Du weißt ja auch nicht, was vielleicht bei dem Jungen zu hause gesprochen wird, ob das nicht vielleicht abfällige Bemerkungen gemacht wurden.
Tja, und Christian würde ich in der Zeit, in der der Freund da ist, vielleicht einfach mit anderen Spielen beschäftigen.
Denn ich denke, die gesunden Geschwister haben Anrecht auf ihren Freundeskreis.
Alicia hätte ein Mädchen, daß was gegen ihre Bruder gehabt hättte, kein 2. Mal mitgebracht.
Glücklicherweise hatten wir die Situation (bis jetzt) noch nicht.
Anne _________________ DUM SPIRO SPERO
(solange ich atme, habe ich Hoffnung) CICERO
Benedict 06/99, Osteopathia striata, Z. n. Analatresie,neurogene Blasenentleerungsstörung, tracheotomiert, re. blind., Syndakt. beider Hände, Fibulaapplasie beidseits,Makrocephalie, Gaumenspalt u. e. mehr
Tochter A. 01/96, in der Grundschulzeit Absencen
Könnte man nicht einmal die ganze Familie dieses Kindes zum Essen einladen, damit du die Eltern kennen lernen kannst. Vielleicht könnten dann die Eltern ihrem Kind etwas erklären.
Sorry, aber ich glaube dass man dieses verhalten einem 8-jährigen Kind noch nicht übel nehmen darf.
nicht jedes kind wird gerne berührt und "angesabbert" ... das ist eigentlich nichts ungewöhnliches und sollte im grunde auch akzeptiert werden ... klar, daß es euch nichts ausmacht, ihr seit ja auch (engste) familie
wie ist es denn, wenn der freund zum essen bleibt, fällt ihm das auch schwer, einfach die gegenwart von christian zu ertragen, oder geht es rein um das übertreten seiner eigenen grenzen (die ja jeder mensch hat, wie war das ? 30cm um sich herum ? weiß nicht mehr ) ... _________________ lieben gruß Ella
Ich kann es auch verstehen. Es ist wirklich nicht besonders angenehm, wenn man nicht gerade damit vertraut ist.
Ich kenne das auch von Eltern mit Geschwisterkindern die ihre behinderten Kinder bei uns in der Einrichtung besuchen. Oft kommen dann Bemerkungen wie: "Ich will nicht mit, da riechts immer komisch!" oder "Da sind alle doof!" Oder auch "Holt meinen Bruder/ Schwester raus, damit die anderen nicht wieder ankommen!" Es ist halt für manche sehr gewöhnungsbedürftig...
ich würde dem Kind einfach alle Zeit der Welt lassen, ihm seinen Ekel nicht verübeln oder gar "verbieten". Vielleicht gibt es sich mit der Zeit, glaube nicht, das Reden in diesem Moment viel bringt - vielleicht wird eher noch das schlechte Gewissen des Kindes größer, weil es denkt, ich muß mich jetzt einfach nicht mehr ekeln.
Klar, wir finden es bei unseren Kindern nicht ekelig, aber als Tagesmutter weiß ich, dass ich auch nicht jedem Kind gleich gerne den Hintern oder die Rotze abwische!
Bei uns ist es auch der Altersunterschied noch ein Problem. Die Freunde von Lukas sind 7 - 8 Jahre alt und für sie ist Sina eine Erwachsene- da ist nichts mehr mit süß oder niedlich... Sina ist auch ekelig für einige Kinder und Erwachsene, sie hat ständig eine Rotznase, Hände in den Windeln, rülps und furzt und ißt Socken, Papier und und und.
Ich lasse jeden so mit Sina umgehen, wie er es möchte!
LG
Susann _________________ Susann 46;T. 24; Sina 22: tuberöse Sklerose, autoaggressiv, autistische Züge, schwermehrfachbehindert; L. 12: Frühchen 31 W 1T, Herzklappenfehler(erledigt)
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