Verfasst am: 05.07.2007, 08:13 Titel: Betreuung im Urlaub
Hallo
Unser 14-jähriger Pflegesohn S. ist Autist mit extremen Autoaggressionen. Somit muss er permanent fixiert werden - ja, er fixiert sich zusätlich noch selber. Dadurch kann er praktisch nichts selber machen, dies wiederum führt sehr schnell zu Langeweile. Er benötigt rund um die Uhr eine 1:1-Betreuung.
Während der Schulzeit haben wir uns recht gut organisiert, die Wochenenden sind zeitweise sehr anstrengend aber immer noch irgendwie machbar. Selbst in den Ferien haben wir eine stundenweise Betreuung arrangiert. Probleme haben wir jedoch im Urlaub. Unsere älteste Tochter lebt in Norddeutschland (wir im Süden), wir haben einen Wohnwagen in ihrer Nähe stehen und verbringen dort ca . 3 x im Jahr unsren "Urlaub" (die Urlaubstage meines Mannes). Der Schulbegleiter und Betreuer von S. hat in dieser Zeit ebenfalls frei. Ich merke inzwischen immer deutlicher, wie sehr vor allem mein Mann nach diesen "Urlaubstagen" (die doch seiner Erholung dienen sollen) fix und fertig ist. S. klebt regelrecht an ihm, die meisten Freizeitaktivitäten sind mit ihm einfach nicht machbar, andererseits ist es S. ohne solche auch wieder langweilig. Manchmal reagieren wir regelrecht genervt
- schließlich brauchen wir auch mal eine Auszeit.
S. geht seit einiger Zeit und in unregelmäßigen Abständen bei uns zur Kurzzeitpflege - bisher nur übers Wochenende und immer, wenn sonst dort wenig los ist. In den Ferien wird er dort nicht aufgenommen - wir sind, wegen der Mädchen, auf die Ferien angewiesen.
Ich weiß, für dieses Jahr ist es zu kurzfristig - doch es werden weitere Jahre kommen und wir müssen einfach auch an uns denken.
Kennt jemand eine Kurzzeitpflegeeinrichtung in der Nähe von Kiel, Plön, Neumünster (eben diese Ecke), in der auch so schwer verhaltensgestörte behinderte Jugendliche aufgenommen werden? Fallen euch sonst Möglichkeiten der Entlastung für uns ein?
Über Antworten würde ich mich echt sehr freuen.
Liebe Grüße
Iggis _________________ Mutter und Pflegemutter von
3 leibl. erwachsenen Kindern (83, 87, 89) - jüngste Tochter CF, AV-Malformation, herzkrank (war 15 Jahre tracheotomiert)
6 Pflegekinder (93, 98, 02, 03, 08, 09) dadurch
Erfahrung mit Autismus, Autoaggression, Deprivation, FAS, Missbrauch, Misshandlung, Entwicklungsverzögerung, Lernbehinderung......
mensch, ich kann Euch gut verstehen.
Mir graut auch schon davor, wenn am Mittwoch die Ferien anfangen.
Sina fährt 3 x im Jahr zur gastweisen Unterbringung - Ferien für behinderte Kinder/Jugendliche/Erwachsene. Da fahren auch ganz schön "harte Fälle" (hoffe, ich darf das so schreiben) mit, aber eine wirkliche 1:1 Betreuung ist da wohl nicht gegeben.
Wir fahren immer mit http://www.bajazzo.de/gu/guinfo.html und haben dort die besten Erfahrungen gemacht. In Hamburg bekommt man jährlich Geld für die gastweisen Unterbringungen vom Landesamt für Rehabilitation u. kann auch die Verhinderungspflege oder besonderen Pflegeergänzungsleistungen dafür verwenden.
Ansonsten hat Sina 14 Std./Wo pädagogische Betreuung (oder Hilfe für das behinderte Kind) zur Entlastung und zum "Aufs Leben vorzubereiten".
Vielleicht findet Ihr ja auch eine/n nette/n Studenten/in, die Ihr im nächsten Jahr mit in den Urlaub nehmen könnt, um für ein paar Stunden am Tag Entlastung zu haben?
Aber eine Kurzzeitpflegestelle habe ich nicht mal für Sina gefunden, als mein Kleiner ins Krankenhaus mußte - Kinder wie Sina wollen sie nicht
LG
Susann _________________ Susann 46;T. 24; Sina 22: tuberöse Sklerose, autoaggressiv, autistische Züge, schwermehrfachbehindert; L. 12: Frühchen 31 W 1T, Herzklappenfehler(erledigt)
Ansonsten hat Sina 14 Std./Wo pädagogische Betreuung (oder Hilfe für das behinderte Kind) zur Entlastung und zum "Aufs Leben vorzubereiten".
wie hast du das bekommen?
Das brauche ich dringend für Manuel.
In der Einrichtung können sie ihm nicht gerecht werden 1:1 Betreuung braucht er, hat er aber noch nie bekommen.
Nun soll er ein Kommunikationssystem bekommen, da muss geübt werden, das schaffe ich nicht auch noch jeden Tag dazu.
Ganz abgesehen davon, dass lernen mit anderen einfach besser ist als mit der Muter.
wir haben die Stunden schon seitdem Sina 5 Jahre alt ist und sie werden jedes Jahr wieder bewilligt.
Bei uns läuft das über das Gesundheitsamt (Amtsärztin), mußten uns beim Jugendpsychatrischen Dienst melden und dann ging es seinen Lauf.
Bei uns sind die wirklich super nett und haben mir schon in ganz anderen Dingen geholfen!
Frag auf jeden Fall mal bei Euch nach!
LG
Susann
PS
Es ist eine Eingliederungshilfe und wird vom Sozialamt bezahlt! _________________ Susann 46;T. 24; Sina 22: tuberöse Sklerose, autoaggressiv, autistische Züge, schwermehrfachbehindert; L. 12: Frühchen 31 W 1T, Herzklappenfehler(erledigt)
habe gerade mit dem Gesundheitsamt gesprochen, die brauchen den Auftrag vom Sozialamt, Eingliederungshilfe.
Die Eingliederungshilfe für Manuel wird auch für die Einrichtung nur unter Vorbehalt bezahlt und evtl. von uns zurückgefordert, da Manuels Behinderung ein Arzthaftungsfall ist.
Es wird wieder so sein, dass Manuel auch da schlechter gestellt wird als die, bei denen es kein Arzthaftungsfall ist. Es ist zum verrückt werden.
Bei uns muss der Landkreis haften, der auch für uns mit Eingliederungshilfe und alles anderen zuständig ist.
Bei uns wird ein Gutachten nur auf Antrag des Sozialamts gemacht.
Und die hatte ich erst einmal auf Eis gelegt da ich noch genug andere Baustellen habe.
Die wollen von mir sämtlichen Schriftverkehr des Falls.
Also von 22 Jahren und x Prozessen. Die sollen sich das doch selber aus dem Archiv holen.
Vielleicht ist es auch ab Volljährigkeit anders geregelt.
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