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Reaktionen der Umwelt auf besonderes Kind
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FabrieJacq
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Anmeldedatum: 16.06.2007
Beiträge: 102
Wohnort: Baden-Württemberg, südl. v. Freiburg

BeitragVerfasst am: 21.07.2007, 11:23    Titel: Reaktionen Antworten mit Zitat

Hallo,

wirklich - verbal ausgedrückte Reaktionen - negativer Art haben wir noch nicht erhalten. Bzw. ... doch vielleicht eine: von der Schwiegermutter! Als Julian damals sein Dreirad geschenkt bekam, meinte sie zu meiner Mutter (die mir das natürlich brühwarm weiter erzählte), "wozu bekommt das Kind ein Dreirad, der lernt so eh nie richtig laufen". Mein Mann hat sich seine Mutter dann mal "vorgeknöpft" und seitdem ist Ruhe.
Was ich schlimm finde, ist, daß aus der Verwandtschaft fast niemand so richtig weiß, was Julian eigentlich hat. Er hat halt 'ne Behinderung - fertig! Anfangs habe ich noch versucht zu erklären, aber als ich merkte, daß es niemand richtig verstand bzw. nicht zuhörte, habe ich es gelassen.
Meine Mutter kommt nur immer mal wieder an und sagt, sie habe da und dort jemanden gesehen, "der hat das Gleiche wie Julian". Bitte, was hat Julian ihrer Meinung nach denn???
Wenn man nicht darauf achtet, sieht man Julian seine Behinderung auch nicht groß an. Ich war mit ihm bereits ein 3/4 Jahr in der Spielgruppe gewesen, als die anderen Mütter seine Orthese (wegen der kurzen Hose) entdeckten und mich fragten, ob er sich den Fuß gebrochen hätte. Vorher hatte niemand was gemerkt, obwohl er mit der rechten Hand nicht greifen kann und den Arm mit der Spastik oft hoch hält.
"Schlimm" wird es eigentlich, wenn er anfängt zu reden. Er hat Phasen, da spricht er gut, dann wieder welche, wo er schlecht spricht. Im Moment sind wir in einer schlechten.
Wenn er aber beim Bäcker eine Brezel möchte, dann lasse ich ihn das trotzdem selbst sagen. Bislang hatten wir das Glück, daß die Verkäuferinnen (trotz evtl. Warteschlange) ihn immer geduldig haben aussprechen lassen. Wobei wir wieder bei meiner Mutter wären: die meint immer, ihm helfen zu müssen, und quatscht ihm in jeden Satz rein, so daß er von vorne anfangen muß. Das ärgert ihn natürlich maßlos und deshalb mag er ihr auch gar nichts mehr erzählen. Meine Bitten und Erklärungen, ihn doch einfach ausreden zu lassen und nicht zu unterbrechen, nutzen nicht viel bis gar nichts.
Im Schwimmbad oder auch bei anderen Gelegenheiten, wenn z.B. die Orthese sichtbar wird, dann kommen oft Kinder an und fragen ganz unbefangen, wozu er das bräuchte. Wir erklären das und das Thema ist erledigt. Erwachsene glotzen nur!
Ansonsten wird Julian überall gerne gesehen und aufgenommen. Hier in der Straße in der Nachbarschaft, bei Schulkameraden usw. hat niemand ein "Problem" mit seiner Behinderung.
Jetzt ist er 8 Jahre alt und ich hoffe, daß er noch lange so unbefangen und ohne große Vergleiche anzustellen, mit der Behinderung umgehen kann. Im Sportunterricht fängt es jetzt schon an, wo er öfter mal nicht mitmachen kann (Taue hochklettern etc.) und er traurig nach Hause kommt.

_________________
Julian (*03/99, Hemi rechts, Lernbehinderung u. Sprachentwicklungsstörung)


Die Freude und das Lächeln der Kinder sind der Sommer des Lebens.
(Jean Paul)
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chrissi
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Anmeldedatum: 15.12.2006
Beiträge: 1892
Wohnort: Hannover

BeitragVerfasst am: 21.07.2007, 17:28    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,
also, was mir im Moment wirklich zu schaffen macht ist das Verhalten anderer Menschen Julian gegenüber. Dabei hat ihm die Reha so gut getan, er kann jetzt so viel mehr und die Entwicklung ist deutlich spürbar. Wir sind so froh darüber!

Aber dann heute Nachmittag wieder in der Nachbarschaft ... Jana darf bei einer Familie in der Nachbarschaft spielen und Juli wird weggeschickt!!!!
Er ist dann traurig und resigniert. Mir zerreißt es das Herz .... Wie geht ihr damit um? Ich würde mir die Eltern am liebsten vorknöpfen!
Mich hält nur davon ab, dass ich das ohne jede Diplomatie tun würde und wahrscheinlich mehr Schaden anrichte als Gutes.

LG
Chrissi

_________________
unsere Kids: Zwillis * 01; Frühchen 34; Sohn Entwicklungsverzögerung in vielen Bereichen, ohne Diagnose
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