Wir haben eine DS-Tochter (2 1/2 Jahre).
Vor einiger Zeit stellten wir einen Pflegekind-Antrag. Am Freitag kam nun eine Anfrage, ob wir denn noch bereit wären, ein Pflegekind aufzunehmen.
Allerdings gäbe es da ein Problem: da Kind ist von 01/07, reagiert nicht altersentsprechend und die Bereitschaftspflege machte sich Sorgen. Die aktuellen Untersuchungen haben nichts ergeben. Aber was wir erfahren konnten: die klinischen Ergebnisse des Neugeborenenscreenings waren nicht so gut: 5 Wochen zu früh, bereits grünes Fruchtwasser und die Erstuntersuchung waren nicht so gut.
Heute reagiert das Kind auf Anregung sehr gut, ohne Anregung allerdings kaum.
Theoretisch müsste ich morgen beim Jugendamt eine Info unseres Befindens geben,ABER:
Das Herz sagt JA un der Verstand sagt NEIN.
Kann mir jemand Kriterien für weitere Überlegungen bieten???????????????
LG Heike _________________ Peter und Heike mit Sebastian*10.10.85, Leonie Fiona*18.08.98 und unserem Sonnenscheinchen Fiona Imogen*16.11.04 (Down-Syndrom. Lungen- und Essschwäche)
ich habe immer auf meinen Bauch gehört und wenn Ihr, sofern die medizinischen Prognosen schon geschrieben sind, meint, daß ihr es in der Familie leisten könnt, nur zu.
Wenn Ihr das Kindchen seht, werdet Ihr sicher auch spüren, ob Ihr es annehmen könnt.
Für meine Steffi war und ist, der Bruder ein ganz wichtiger Mensch.
Sie leben heute in einer Wohngruppe und ich möchte sie nie getrennt wissen.
wir haben selbst eine behinderte Pflegetochter aufgenommen und bei uns wurde auch von Anfang an gleich mit offenen Karten gespielt.
Bei uns war es so, dass unser JA uns auch noch während der Anbahnungsphase die Option offen liess, "nein" zu sagen, falls wir merken, dass wir mit der Pflegesituation nicht zurecht kämen.
Bei uns wurde sehr sorgfältig angebahnt, weil man in der "Theorie" einfach nur schwer eine Entscheidung fällen kann. Wäre es bei Euch so, dass Ihr sofort eine Entscheidung fällen müsst oder gibt es bei Euch einen gewissen Zeitrahmen, den Ihr noch zum Entscheiden nutzen könntet?
als Erstes müsst ihr euch einig sein, ob ihr die Energie habt, ein weiteres u.U. behindertes Kind erziehen zu können.
Wenn ihr das bejahen könnt, dann sagt ja zum Pflegekind. Es bringt nichts, wenn das Gefühl ja sagt und ihr auf halbem Weg keine Kraft mehr habt. Dann hat das Kind einen Beziehungsabbruch und ihr eine große Enttäuschung/Belastung/ein schlechtes Gewissen zu verarbeiten. Nicht zu vergessen euer leibliches Kind, welches das Ganze dann nur schwer verstehen kann.
Ansonsten kann ich euch nur sagen, dass man nicht allen Prognosen vertrauen kann. Gerade so kleine Kinder mit einer teilweise schon sehr belasteten Geschichte, haben ein sehr großes Potential. Wir haben zwei behinderte Pflegetöchter. Die Große, 11 Jahre, mit Down-Syndrom und unsere Kleine, bald 3,5 Jahre mit einem Hydrocephalus, lieben sich heiß und innig und mögen sich nicht missen. Gerade unsere Kleine hatte eine sehr schlechte Prognose. Sie ist ist heute geistig fit und nur grobmotorisch etwas eingeschränkt.
Ich wünsche euch eine - für euch - gute Entscheidung
Liebe Claudia,
ja das ist so wie bei euch, das wäre zwar jetzt ein ja, aber wir wissen eigentlich noch zu wenig, um wirklich definitiv zu entscheiden.
Wir wurde nur vorab mit in das Gespräch gebracht, weil wir Erfahrungen haben und auch unsere Bereitschaft zu einem behinderten Pflegekind angedeutet hatten.
Ich bin noch etwas zurückhaltend, da wir schon einmal in der Anbahnungsphase waren und da hat das Heim nicht mitgespielt, die wollten sie einfach behalten.
Aber die Kleine ist in der Bereitschaftspflege.
LG Heike _________________ Peter und Heike mit Sebastian*10.10.85, Leonie Fiona*18.08.98 und unserem Sonnenscheinchen Fiona Imogen*16.11.04 (Down-Syndrom. Lungen- und Essschwäche)
unsere Pflegetochter war damals auch in Bereitschaftspflege und die Anbahnung erfolgte in einem sehr familiären Umfeld (sie war das einzige Bereitschaftspflegekind der Stelle damals).
Wobei es vermutlich noch schwerer ist "nein" zu sagen, wenn man das Kind letztendlich gesehen hat .
Ich wünsche Euch auf jeden Fall alles Gute für die (nicht leichte) Entscheidung!
Bei uns hat sich alles letztendlich knapp 5 Monate hingezogen (was im Prinzip auch gut war, um die Entscheidung -in welche Richtung auch immer - zu festigen).
Mal eine ganz andere Sichtweise und zwar von Kind und nicht von euch!
Die meisten JA´s vermitteln keine "normalen" Pflegekinder in eine Familie mit einem behinderten Kind! Ich kann diese Maßnahme FAST immer unterstützen. Fast jedes Pflegekind hat damit zu kämpfen, daß es nicht in der leiblichen Familie aufwachsen darf,... und dann soll es auch noch zusätzlich mit einem behinderten Geschwister "belastet" werden?!
Ist jetzt hart und etwas "vereinfacht" geschrieben, aber ich hoffe, du verstehst, was ich meine.
Daher die Überlegung, ob es in eurem Fall nicht sogar gerade richtig ist, ein etwas "auffälliges" Kind aufzunehmen. Wir nehmen ganz bewußt nur behinderte Kinder als Pflegekinder (das ist aber eine andere, längere Geschichte- siehe unsere Vorstellung) und wir haben dies noch nie bereut!
Unsere Jüngste hat die ersten 3 Montae auf gar nichts reagiert und lag einfach nur da, dann fing sie damit langsam und ganz minimal damit an. Als wir sie mit 6 Monaten bekommen haben, war sie wir ein Neugeborenes. Nun ist sie schon 2 1/2 Jahre alt und entwickelt sich super. Klar, sie hat noch einige kleine Defizite, aber sie kann Laufen, Sehen, Hören, Sprechen,... Alles Dinge, wo mit 3 Monaten gesagt wurde, daß sie dies alles nie könnte.
Also überlegt euch die Sache gut, aber nicht "zu" gut. Bei solchen Entscheidungen ist nicht nur der Verstand sondern auch ganz viel der Bauch und das Herz gefragt!
P.S. : Wenn ihr euch für das Kind entscheidet, besteht darauf einen erhöhten Pflegesatz zu bekommen! Dies ist möglich und erleichtert das Leben. Mit dem zusätzlichen Geld kann man dann auch mal teureres Spiel- & Fördermaterial, eine Putzfrau oder ein Babysitter bezahlen. Falls ihr noch Fragen dazu habt, fragt, gerne auch als PN!
Hallo Heike, auch wir sind Pflegeeltern einer kleinen Maus heute 3 Jahre. Als wir aufnahmen wurde uns sogar vom Jugendamt gesagt " wissen Sie was auf Sie zukommen kann"? Nein wir wussten es nicht so genau, hatten dieMaus aber schon in Bereitschaft hier. Hatten schon Monate gehabt, alles aufzuholen, was nicht vorhanden war. Ich habe mich über FAS/FAE informiert(die Mutter ist Alkoholikerin) und habe Fachbücher verschlungen. Psychomotorische Übungen wechselten sich hier mit Rumtragen durch die gesamte Familie ab. Es hat sich gelohnt, FAS scheint nicht vorzuliegen, Defizite sind abgebaut und heute haben wir hier eine "fast normale" Lebenssituation. Nur Besuchskontakte werfen uns noch zurück, aber ich denke das wird mit den Jahren auch besser. Wenn Ihr meint das leisten zu können, was auf euch zukommen könnte, dann macht es. Wenn der Bauch nein sagt, dann würde ich es lassen.
Liebe Grüße SUsann _________________ Die Ärzte gaben dir eine 70 % Quote einer Behinderung, die Sozialarbeiter meinten das auch. Du hast alle überzeugt und machst jeden Tag zum Geschenk. Unser Traum- Kind seit 2004 in unser Familie
Auch wir haben seit 24 Jahren ein " Behindertes Pflegekind. Er wurde uns als Sozial behindert vermittelt und wir haben erst nach und nach erfahren was da los war. Es war ein Schock damals. Aber ich bereue Gar nix. Den Stress war die Zuneigung des Kindes entschärft. Er ist ein sehr lieber!
Die Besonderen Pflegekinder sind es wert.. Glaube mir, aber das Mußt Du entscheiden. Dazu viel Glück. auch für das Kind! _________________ Seid lieb gegrüßt und gedrückt von
Gudrun!
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