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Großeltern mal wieder
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Angelika1965
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BeitragVerfasst am: 01.07.2007, 13:00    Titel: Großeltern mal wieder Antworten mit Zitat

Hallo,

ich weiß, das Thema Großeltern, die die Behinderung ihres Enkels nicht wahrhaben wollen, ist schon oft hier gepostet worden. Ich muss trotzdem mal meinen Frust los werden.

Jonas sein Kindergarten hat gestern sein 10-jähriges Bestehen gefeiert. Die Großeltern (väterlicherseits, vom Vater schreib ich jetzt erst gar nicht) waren dabei. Sie bekamen live mit, wie sich eben ein Aspie-Kind manchmal verhält.

Ich hörte nur immer von den Großeltern:"Das ist ja fruchtbar". "Kann die ihn nicht erziehen"? "Du musst nur mal mehr schimpfen, dann geht´s". Er braucht auch ab und zu mal einen Klaps auf´n Po, das schadet nicht". "Von dem ganzen Therapiequatsch halten wir nichts, er braucht keine Therapie er ist auch kein Autist, er braucht nur eine richtige Erziehung". Shocked

Wohlgemerkt, sie wissen, dass die Diagnose vorliegt.

Nun, weiß ich ja aus Erfahrung, dass es wenig Sinn hat, mit so jemanden zu diskutieren. Mir ist bald der Kragen geplatzt, weil Jonas aber dabei war, riss ich mich sozusagen zusammen.

Wenn er bei den Großeltern ist, albern die immer rum. So benutzen die z. B. Schimpfwörter aus Spaß (Du Dickkopf und so). Wenn ich dann mit Jonas unterwegs bin, beschimpft er (natürlich) andere Leute mit: "Du Dickkopf, Du Sack, Du Blödmann". Er denkt natürlich das ist lustig. Grrrrrr.

Ich will den Umgang aber jetzt auch nicht verbieten. Jonas liebt seine Großeltern ja.

Schrecklich

Gruß Geli
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Marion+Sara
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BeitragVerfasst am: 01.07.2007, 13:33    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Geli,

Ist nicht immer einfach das richtige Maas zu finden,aber wenn Jonas schon die Wörter weiterträgt,auf wen fällt es zurück????Und da du ja alleinerziehend bist,und viele Aspies Verhaltensprobleme an den Tag legen,würd ich mir mal überlegen wie du das den Großeltern nahe bringen kannst ohne das sie sich angegriffen fühlen.
Ist natürlich besonders schwierig wenn die sich so gegen die Diagnose wehren.
Na ja so richtige Tips kann ich dir da auch nicht geben,nur verstehen kann ich dich.
Und Jonas begreiflich machen daß es solche Wörter nicht gibt,ist sicher auch schwierig(versuche ich bei Sara schon seit 8 Jahren).Versuch doch den Großeltern mal das Asperger Syndrom zu erklären indem du die Vorteile in den Vordergrund stellst(evt.Hoch oder Inselbegabung).Villeicht können die das dann besser akzeptieren?
Keene Ahnung!!!

LG Marion

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Silke007
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BeitragVerfasst am: 01.07.2007, 13:44    Titel: Antworten mit Zitat

*augenverdreh* Lästig das, wenn nicht mal die Großeltern Diagnosen hinnehmen können. Dass es komplett Außenstehenden nicht immer gelingt, kann ich ja fast noch verstehen.

Meinst Du, ein DEUTLICHES Gespräch à la "Das tut mir weh." und "Die Diagnose wird hier und da dran festgemacht und bedeutet dieses und jenes" hilft vielleicht weiter? Ich habe die Erfahrung gemacht, dass an manchen Punkten wirklich nur noch "der Holzhammer" hilft und Gefühle und Meinungen wirklich DEUTLICH -nicht unhöflich- ausgedprochen werden.

Ich wünsch Dir gute Nerven,
ciao,
Silke
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BeitragVerfasst am: 01.07.2007, 13:50    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Geli,
ich weiß nicht, ob es für Dich/ Euch machbar ist, aber ganz spontan denke ich mal, Dein Sohn sollte die nächste Zeit ganz oft zu den Großeltern gehen und gaaaanz lange !!!
Wenn Menschen so uneinsichtig sind, dann sollten sie die Gelegenheit bekommen, alles besser und richtiger zu machen.....Du verstehst ??

Ist natürlich nur möglich, wenn es Deinem Sohn damit auch gut geht....

Bin mir ziemlich sicher, daß die Großeltern nach einem solchen "Enkel-Marathon"
einiges besser verstehen werden.

LG Heike
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BeitragVerfasst am: 01.07.2007, 13:53    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Heike,

Muss grad lachen,stell mir das grad bildlich vor.
Du rätst ja zur Holzhammer Methode,aber recht hast du,sie würden sicher einiges besser verstehen.

LG Marion

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Petra_CH
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BeitragVerfasst am: 01.07.2007, 14:36    Titel: Antworten mit Zitat

@ Heike und Marion

Ich sehe da ein bisschen die Gefahr, dass die Grosseltern dann versuchen, Dinge mit 'Erziehungsmethoden' zu verlangen, die Jonas als Aspie einfach nicht KANN.
Dabei fühlt sich ein Aspie hundsmieserabel... - kann ich aus eigener Erfahrung sagen. Sad

Ein Aspie meint, was er sagt - sagt er "ich kann das nicht", dann bedeutet das nie "ich will das nicht". Sonst würde er nämlich "ich will das nicht" sagen... Wink

@ Geli

Das mit den Schimpfwörter... - versuche es mal mit ignorieren... Wink ...einfach gar nicht auf das Wort reagieren, als wäre es nicht ausgesprochen worden.
Ich habe solche Wörter als Kind auch gerne verwendet - ein Aspie kann sich ja auf Grund der fehlenden TOM nicht in sein Gegenüber hinein versetzen.
Bedeutet, man ist sich gar nicht im klaren darüber, dass solche Worte verletzen können - das kriegt ein Aspie nicht mit.
Er will niemandem weh tun - es liegt nicht im Naturell eines Auspies, bewusst zu verletzen oder zu intrigieren etc... (das können wir nicht).
Aber es ist super interssant zu sehen, welche Reaktionen man provozieren kann... Razz ...man hat sofort die ungeteilte Aufmerksamkeit. Rolling Eyes

Was die Grosseltern angeht... - schade. Sad
Kinder kann man erziehen - aber ab einem gewissen Alter setzt wohl der Alters-Starrsinn ein, da ist nicht mehr viel zu richten... Evil or Very Mad

Liebe Grüsse,

Petra

_________________
Petra (06/77): Asperger Autist / HFA mit HB, ADHS und ein paar anderen Strickfehlern...

"Ja, ich bin Autist...." - ... - "...nein, ich bin nicht wie Rainman !" ~~~~~~ "Spock was not Vulcan. He was autistic with pointy ears..."
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tina40
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BeitragVerfasst am: 01.07.2007, 14:42    Titel: Antworten mit Zitat

Kopfschüttelnd lese ich deine Zeilen..Aber ich glaube, das die Großeltern es einfach nicht in ihren Kopf kriegen und nicht wirklich begreifen, was die Diagnose bedeutet...Alles erklären nutzt nichts...Heikes Idee finde ich klasse, verstehe aber auch deine Bedenken..Es ist kein Trost,zu wissen, dass sie zu einfältig sind diese Dinge zu verstehen..aber mir hilft es manchmal weiter...
LG Tina Wink

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H(02 96)spastische ,armbetonte Hemiparese rechts;Strabismus konvergenz rechts;Epilepsie,mentale Retardierung und Legasthenie;und S(01 99)gesund
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Silke007
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BeitragVerfasst am: 01.07.2007, 14:54    Titel: Antworten mit Zitat

@Petra: Ich wollte Dir mal sagen, dass ich es total interessant finde, durch Dich einen EInblick in die Welt eines "Aspies" zu kriegen. Habe schon einen anderen Thread verfolgt und für mich, die keinerlei Berührungspunkte mit Autismus hat, ist es wirklich eine angenehme Art und Weise, Einblicke zu erhalten. Danke dafür!

Ciao,
Silke
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BeitragVerfasst am: 01.07.2007, 16:11    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Petra,

Muss mich Silke anschliessen,ich finde es sogar hilfreich meine Tochter zu verstehen.Sie ist zwar nur vom Atypischen Autismus(bis jetzt,endgültige Diagnose folgt hoffentlich) betroffen,aber ich habe schon einige Denkansätze aus deinen Beiträgen entnommen.
Dafür danke ich dir.

LG Marion

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Angelika1965
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BeitragVerfasst am: 01.07.2007, 23:12    Titel: Antworten mit Zitat

@Marion

Ja, Jonas hört sicherlich auch woanders Schimpfwörter, aber da kann ich dann immer rechtzeitig eingreifen und ihm erklären, dass es eben nicht so toll ist. Die Großeltern sind sehr schwierig und schnell beleidigt (gut, an mich denkt natürlich wieder keiner, logisch). Aber, ich werde mal versuchen, denen auch die Vorteile zu erklären. Es wird schwierig werden.

@Silke

Da muss ich in der Tat mit Taktgefühl rangehen Rolling Eyes Aber ich kann es mal mit der Gefühlsebene versuchen. Ich kann ja mal wirklich sagen, dass es ich mich verletzt, ich mich angegriffen fühle und ja, dass es mir weh tut, wenn sie mir soetwas vorwerfen.

@Heike

Jonas war im Mai mit den Großeltern 14 Tage im Urlaub. Die sagen, dass er sich dort nicht so verhält und wenn, dann ist natürlich mein Erziehungsstil Schuld. Manchmal, gerade wenn er mal länger da war, kommt aber doch hervor (zaghaft zwar), dass er irgendwie komisch ist. Aber wie gesagt, dass liegt natürlich an mir.

@Marion

Ich musste auch schmunzeln. Aber diese Methode bringt nichts. Außer, dass die ihn nicht mehr über einen längern Zeitraum da haben wollen.

@Petra

Ja, nach diesen 14 Tagen Urlaub mit den Großeltern, war er ganz verstört. Die versuchen es natürlich mit den tradionellen Erziehungsmethoden und haben für Jonas überhaupt kein Verständnis. Er hat mir heute gesagt, er will da nicht mehr hin. Aber andererseits will er doch hin. Ich kann ihn gut verstehen. Jonas versteht nicht, dass seine Großeltern ihn nicht verstehen, dabei liebt er sie doch. Das muss ein Gefühlschaos für Jonas sein.

Ich weiß, dass er niemanden weh tun möchte. Ich schimpfe ja auch nicht, sondern ich versuche es ihm zu erklären.

"Altersstarsinn" Da musste ich jetzt auch wieder schmunzeln.

@Tina

Ja, vielleicht müssen die erstmal begreifen, um was es überhaupt geht.

Gruß Geli
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