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Benja
Gast





BeitragVerfasst am: 10.06.2004, 04:34    Titel: Reiten Antworten mit Zitat

Hallo!
Ich habe mal eine Frage an alle die sich mit "therapeutischem Reiten" auskennen!
Jendrik quarkt mir seit einiger Zeit die Ohren voll das er zum reiten möchte. Bennet hat das Glück das seine Kindergartengruppe alle 14 Tage auf einen Reiterhof fährt und die Kinder dort einen ganzen Vormittag verbringen können. In Jendriks Gruppe ist es leider nicht möglich da sie keinen Fahrer haben. Sad
Ich hab nun gestern mal bei einigen Reiterhöfen angerufen und mich nach Reitstunden erkundigt. Bei uns ist es so, daß fast jeder Hof auch therapeutisches Reiten anbietet wobei man allerdings recht lange Wartezeiten hat und die Stunden natürlich auch recht teuer sind. Nun bin ich am überlegen ob ich mit ihm nicht einfach "normale" Reitstunden machen soll. Es gibt auf dem entsprechenden Reiterhof die Möglichkeit sich einfach ein Pony zu schnappen und es zu führen oder eben auch Loungierstunden für Anfänger. (Da ist allerdings momentan kein Platz frei!)
Mich würde nun mal interessieren was beim therapeutischen Reiten gemacht wird. Question
Werden dort spezielle "Übungen" mit eingebaut oder bieten sich solche Stunden hauptsächlich für Kinder an die vielleicht eine körperliche Behinderung haben und und wo es auf bestimmte Bewegungsmuster ankommt?
Bei Jendrik kommt es mir eigendlich nur darauf an das seine Wahrnehmung und das Gleichgewicht geschult werden und das sich vielleicht die Muskelspannung ein wenig verbessert.
Bitte seid doch so lieb und schreibt mir mal eure Erfahrungen hier rein. Wink
LG Andrea
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Sabine2
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Beiträge: 496
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BeitragVerfasst am: 10.06.2004, 09:10    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Andrea,

schau mal weiter unten, da steht ein gaanz langer Austausch zu dem Thema.
Grüße

_________________
Sabine mit Stella (06/2002, fröhliches Rollikind, globale Entwicklungsverzögerung unbekannter Ursache, spricht nicht, hat aber ein gutes Sprachverständnis, Schluckstörung)
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sabine g
Reittherapeutin
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Anmeldedatum: 27.08.2004
Beiträge: 236
Wohnort: Osnabrück

BeitragVerfasst am: 28.08.2004, 22:30    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Benja,

wie alt ist Jendrik und habt ihr mittlerweile -dein Beitrag war ja schon von Mai- eine geeignete Reitmöglichkeit gefunden? Dennoch möchte ich zu deiner generellen Frage, muss es denn Reittherapie sein oder würden es nicht auch "normale" Anfängerreitstunden tun, antworten:

Im "normalen" Reitunterricht wird meist an der Longe, einer ca. 8 m langen Leine an der das Pferd im Kreis läuft, begonnen. Es geht darum, freihändig in den drei Grundgangarten (also auch Trab und Galopp) sitzen zu lernen, damit man die Zügel (an denen man sich nicht festhalten kann) späterhin in die Hand nehmen kann, wie es zum freien Reiten notwendig ist. Wenngleich es auch gute Ausbildungsställe gibt, an denen ausgebildete Lehrkräfte und im Rücken harmonisch schwingende Pferde zum Einsatz kommen, findet in einer Vielzahl von Betrieben leider etwas anderes statt. Die Longenstunden werden oft von Jugendlichen, die sich ein paar Euro hinzuverdienen, gegeben. Deren pädagogisches Feingefühl ist individuell verschieden, eine basale Reitausbilderschulung kann erst ab 16 Jahren besucht werden. Die Longenpferde sind oftmals entweder die ruhigsten, sprich ältesten im Stall, was meist mit harten Bewegungen verbunden ist. Ein Kriterium guten Longenunterrichts ist es, ob das Pferd vorher ca. 15 Minuten Schritt geführt wurde und dann OHNE Kind in der Muskulatur gelockert, die Reiter sprechen von "gelöst", wurde. Kommt das Pferd jedoch kalt aus dem Stall und wird womöglich gleich angetrabt, dann kann niemand darauf locker sitzen üben.

Die Entscheidung für Reittherapie oder nicht entscheidet sich schon an dem Punkt, ob das Kind auf 8 m (oft wird enger longiert, dann ist die Fliehkraft nach außen um ein Vielfaches höher!!) Entfernung einem Ausbilder zuhört und ausschließlich akustische Anweisungen in Bewegungen in der Pferdebewegung umsetzen kann. Longenunterricht kommt meist sehr schnell zum Trab, dabei wird das Leichttraben geübt. Dies ist ein hochkoordinativer Bewegungsablauf auf dem trabenden Pferd. Angst hat in Longenstunden meist keinen Platz. Nach wenigen Longenstunden soll sich das Kind in einer Reitabteilung (gut wären 3-5 Reiter, leider sind es häufig 8-12) selbständig zurechtfinden. Die Kenntnis, wie mit einer Gleichgewichts- und Wahrnehmungsstörung auf dem Pferd umzugehen ist, kanst du selbst bei einem erfahrenen Reitausbilder nicht voraussetzen. Und nochmals, oftmals bleibt gerade der Anfängerbereich wohlmeinenden Amateuren überlassen.

Wenngleich ich dir wünsche, dass deine Erfahrungen mit Reitställen und Pferden nur positiv waren, gibt meine Antwort evtl. anderen einige Punkte an Hand, auf die geachtet werden sollte, gerade wenn ein besonderes Kind einem Pferd anvertraut werden soll. Reittherapeuten haben eine spezielle Zusatzausbildung, die sie befähigt, mit den individuellen Schwachpunkten (wie Gleichgewichts- oder Wahrnehmungsstörung) aber auch individuellen Stärken richtig umzugehen. In der Reittherapie steht nicht der sportliche Leistungsgedanke im Vordergrund, wenngleich die Sportart Reiten oder Voltigieren als Basis für die Förderung zuhilfe genommen wird. Der Unterschied im Preis ist auch ein Unterschied in der Sicherheit deines Kindes!
Herzliche Grüsse
Sabine
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Michi17
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BeitragVerfasst am: 29.08.2004, 12:20    Titel: Antworten mit Zitat

hallo!
wir sind im kindergarten geritten, und nachher hab ich dann normalen reitunterricht genommen......hat total spaß gemacht (von 2.-4. klasse glaub ich...auf jedenfall etwa zwei jahre)!
therapeutisches reiten weiß ich net wie das abläuft (nächste stelle wär bei uns 10-15 km weg,wir waren da aber nie)...
von den kosten her: 10-er karte Reitstunden kosten hier ca. 100-150 euro!
würd auch jetz irgendwie gern wieder reiten,aber mama hat erstens keine lust mich immer hin- und herzufahren,und zweitens is es ihr zu teuer (hm...jetz schau ich mal,dass ichn führerschein schaff,dann spar ich auf reitstunden)! Weiß auch von Regina (treff ich immer morgens an der bushaltestelle),dass bei ihr reiten total viel in sachen körperhaltung gebracht hat (wenn das so is,wär das bei mir auch net verkehrt...)

michaela
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Nicoleschnecke
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BeitragVerfasst am: 22.09.2009, 17:48    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo, ich heiße Nicole und nehme im Moment an einem Qualifikationskurs zur Tagesmutter teil. Ich möchte in Zukunft auch gerne Kinder mit Behinderungen betreuen. Aber bevor ich dafür weitere Kurse besuchen kann, muß ich erstmal diesen Kurs zu Ende bringen und eine Abschlussarbeit schreiben wo ich gern das Thema Kinder-Tiere -Natur aufgreifen würde. Ich suche Eltern, die mir ihre Erfahrungen und Erlebnisse mitteilen können die sie mit ihren Kindern und Tieren gemacht haben und was die Tiere bei ihren Kindern bewirkt haben. Welche Behinderung hat ihr Kind und was hat die Zusammenarbeit mit Tieren bewirkt? Welche Fortschritte haben ihre Kinder gemacht? Was hoffen sie noch erreichen zu können mit ihrem Kind bei der Therapie? Ich brauche dazu keine persönlichen Angaben wie komplette Namen oder ähnliches. Ich hoffe, das mir viele Eltern weiter helfen können und mir schreiben. Liebe Grüße Nicole Schwarz
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MamaUlli2000
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Beiträge: 499

BeitragVerfasst am: 24.09.2009, 06:10    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

der Beitrag ist ja nun schon eine Weile her.

Für die Wahrnehmung, Gleichgewicht und Muskelspnnung würde ich auch das Voltigieren empfehlen, ist auch für kleinere Kinder geeignget.
Mein Sohn ist davor immer super gespannt , dabei voller Freude und danach glücklich und entspannt.
Normales Reiten würde ich nicht vor 8-10 Jahren beginnen, gerade wegen der Wahrnehmung.

L.G.
Ulli

_________________
Ulli mit Ann Kathrin, 1998 topfit und Sebastian 2000, HFA, AD(H?)S, Zwänge und Tics, Gangstörung,
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