Verfasst am: 24.06.2007, 11:56 Titel: Arbeitssuche mit beh.Kind (Tochter hat Down Syndrom)
Hallo,
möchte mich kurz vorstellen.
Ich heiße Madeleine bin 32 Jahre alt, alleinerziehend von 2 kindern.Meine Tochter wird bald 8 Jahre und hat das down Syndrom und mein Sohn Robert wird in ein paar Tagen 3 Jahre alt.
Als meine Tochter geboren wurde, ahnten wir noch nicht das sie das D.S. haben wird.Schwangerschaft verlief normal und es gab bei den Untersuchungen keine anzeichen oder hinweise auf eine Behinderung.
Mittlerweile geht sie in eine Förderschule und es macht ihr riesig großen spaß.
Das einzige was mir Sorgen bereitet ist..ihre vielen Arzttermine und Krankenhausaufenthalte.
Ich wohne im Land Brandenburg, wo es nicht gerade viele und geeignete Arbeitsplätze gibt für alleinerziehende Mütter und wenn man dann noch ein beh.Kind hat, hat man es noch schwieriger.
Das Arbeitsamt weiß über meine Situation bescheid, sie stufen mich auch als schwer vermittelbar ein.Aber das ist auch schon alles.sie helfen einen nicht bei der Arbeitssuche, im Gegenteil..über immer wieder Druck auf, ich soll mir was suchen.
Ich möchte ja auch arbeiten gehen, kann jedoch das nur in dieser Zeit, wenn meine beiden in der Schule und in der Kita sind.Dann kommt natürlich noch dazu, das ich die Arzttermine nicht schleifen lassen kann mit meiner Tochter.Also welcher Arbeitgeber stellt da schon gern eine Mutter ein die nicht flexibel ist und rund um die Uhr zur Verfügung steht?!
Wie macht ihr das?Gibt es vielleicht irgendwas womit man von zuhause arbeiten kann?Ohne vorher Geld in die Sache reinzubuttern und über den Tisch gezogen wird?
Ich habe keinen, wo ich meine Kinder hingeben könnte...die Väter beider Kinder arbeiten im Schichtsystem und meine Mutter ist vor 3 Jahren gestorben.
Gelernt habe ich fleischer und vor meiner 1.Schwangerschaft als Verkäuferin gearbeitet.Im Handel kann und möchte ich auch nicht zurück, bei diesen Öffnungszeiten.Das könnte ich mit den Kindern nicht vereinbaren.
Habt ihr eine Idee oder kann mir jemand weiterhelfen?
da Du ja gleich eine konkrete Frage gestellt hast, habe ich den Beitrag mal verschoben. Willkommen .
Ich habe letztes Jahr eine Teilzeitstelle mit sehr flexiblen Arbeitszeiten gefunden (in der Stadtverwaltung) und organisiere es so, dass ich nur an 4 Tagen arbeite. So habe ich den Freitag für alle Termine, die unbedingt vormittags sein müssen. Mein Mann arbeitet Vollzeit, aber auch mit sehr flexiblen Arbeitszeiten, so dass wir das bis jetzt fast immer auch hingekriegt haben, wenn Florian krank war (ich habe ihn dann auch schon mal für zwei Stunden mitgenommen in mein Büro).
Ich hätte jetzt gedacht, dass es (jedenfalls in Teilzeit) gerade im Handel auch für Dich möglich sein müsste, also 3 mal die Woche X Stunden. Aber wenn Du sagst, dass das nicht klappt, wirst Du das sicher schon probiert haben.
In Richtung Heimarbeit habe ich keine Ahnung.
Liebe Grüße, Rachael _________________ Florian (*04/2002): Pitt Hopkins Syndrom; ein fröhliches Schulkind mit dem Schalk im Nacken , Felix (*6/2008).
Hallo Madeleine,
geb doch mal im Regionalanzeiger eine ganz offen und ehrlich Suchanzeige auf.
Ich hab damit gerade bei der Wohnungssuche gute Erfahrungen gemacht.
Keiner wollte uns ein kleines Haus geben,weil immer viele Familien MIT Vater da waren.Ich alleine mit meinem beiden Mäusen hatte da keine Chance.
Hab dann eher aus Verzweiflung ne ehrliche Anzeige aufgegeben und es haben sich tatsächlich einige gemeldet.
Mein neuer Vermieter hatte eine behinderte Schwester die früh verstarb und fand es toll und helfen zu können und den Weg ein bisschen leichter für uns zu machen.
Vielleicht gibt es ja auch Arbeitgeber die so denken.
Einen Versuch ist es wert finde ich.
Alles Liebe
Tina
Ich habe 3 Kinder, und auch ich möchte irgendwann wieder arbeiten gehen. Benedikt geht ab September in die Lebenshilfe, aber erstmal nur vormittags. Wenn dann der Kleine in die Krippe geht, stehe ich vor genau dem selben Problem. Allgemein haben es Mütter schwerer einen Job zu finden. Mütter mit mehreren Kindern noch schwerer, und wenn dann noch ein besonderes dabei ist, ist oft Hopfen und Malz verloren. Ich habe hier zwar 2x Großeltern, aber die arbeiten alle noch. Mein Vater ist zwar Frührentner, aber aufgrund seiner Herzerkrankung kann ich ihm nich beide kleinen aufdrücken. Und mein Schatz arbeitet im 2-Schichdienst überhaupt nicht flexibel. Auch keine rosige Aussichten für einen Job. Würde auch gern was von zu Hause aus machen, aber wie Du schon sagtest, wird man zu 99% über den Tisch gezogen. Das andere 1% suche ich noch
Wünsch Dir jedenfalls Glück!!! Auch wenn ich Dir eigentlich keinen Tipp geben konnte.
@Tina: Wir sind grade auf Wohnungs/Haussuche und es ist zum heulen. Habe heute morgen wieder eine Absage bekommen. Weil wir angeblich zu wenig Geld haben. Wieviel muss man denn in diesem Staat verdienen um etwas zu finden was größer ist als 75qm, die wir jetzt haben??? 5000€ netto??? Ich könnte echt aus der Haut fahren. Da wir jetzt noch unser Baby bekommen haben, ist die Situation echt schwierig. Oft gibt es Streit und ich möchte manchmal echt alles hinschmeißen und weglaufen. Meinst Du ich könnte mal eine detailiertere Anzeige oder vielleicht einen Leserbrief schreiben? Was soll ich denn da rein schreiben? *dumm frag*
LG Anja _________________ Laura 03/96,Benedikt 06/04, Monosomie 3p25, Vinzent 04/07
Hallo Anja,
ich hab geschrieben dass ich alleinerziehend mit einer großen behinderten Tochter und kleinem Sohn bin und für uns drei ein schönes neues nest suche.weiss nicht mehr genau wie ich es ausgedrückt habe..allesganz positiv und nix gejammertes.Genau das fanden alle anrufer auch gut.Es haben sich 5 Vermieter gemeldet.Keiner hat nach meinen Mitteln gefragt. 3 Häuser waren zu groß und zu teuer,ein zu alt und runtergekommen.
Die Vermieter hier haben gleich bei der Besichtigung zugesagt und erst hinterher bei der Unterzeichnung des Mietvertrahes gefragt ob ich sicher bin das bezhalen zu können.
Es gibt doch noch einige wirklich sozial eingestellt Menschen da draussen.Die meisten haben keine Lust ihr Haus oder Wohnung in die Zeitung zu setzen.Das muss sehr stressig sein haben alle erzählt ! Da rufen echt Leute noch um 23. Uhr an oder rennen Sonntags durch den Gartes des zu vermietenden Hauses usw.
Ich würde das jetzt immer somachen und selber inserieren !
Ich wünsche Euch ganz viel Glück und liebe Vermieter !
danke für die nette Post, aber anscheind bin ich wirklich nicht allein mit dieser Sorge.
Klar sollte man davon ausgehen können, das es einfach ist im Handel flexible Arbeitszeiten zu bekommen.Jedoch kann ich nur sagen, hier in den neuen Bundesländern läuft vieles noch ganz anders wie in den alten.
Wenn man einen Job gefunden hat, ist der Lohn den man bekommt die reinste Ausbeute..man kann auch Trinkgeld dazu sagen.
2002 als ich als Verkäuferin gearbeitet hatte für 30 Std. und ich auch wirklich froh und glücklich war überhaupt was gefunden zu haben, hatte ich 420 € auf d. Hand.
Davon soll man leben können?Wohl kaum.
Jetzt hatte ich anfang Januar an einer Qualifizierungsmaßnahme vom Arbeitsamt teilgenommen mit 4 Wochen Schule und 4 Wochen Praktikum.Ich hatte in einem Call Center gearbeitet.Umso mehr freute es mich natürlich das ich einen Arbeitsvertrag auch bekommen habe und ich so arbeiten konnte von den Zeiten her, das ich es mit meinen Kindern vereinbaren konnte.
Der Chef meinte noch, ich kann so arbeiten gehen, wie ich alles unter einem Hut bekomme.Toll dachte ich, so einen netten Chef wo findet man den heutzutage noch?!
Das Ende vom Lied..zum 06.06. wurde ich aus betrieblichen Gründen gekündigt, wie viele andere Frauen auch.Meinen Lohn habe ich von Mai und Juni immer noch nicht, mußte sogar einen Anwalt deshalb einschalten, wo mir sein Brief zu meinem Ex Arbeitgeber erstmal lockere 120€ kostet.
Das i Tüpfelchen war und ist jedoch, mein Ex Chef hat mir so ein mieses Arbeitszeugnis gegeben, das ich dachte das kann nicht alles wahr sein.Da steht nämlich drin..ich sei so flexibel gewesen wie ich es mit meinem persönlichen Belangen vereinbaren konnte.
Dieses kleine miese A.....vom chef wußte aber von Anfang an das ich alleinerziehend bin und auch eine beh.Tochter habe.Er meinte ja noch großkotzig(Sorry für die Ausdrucksweise)ich soll so arbeiten gehen wie ich es kann.Das tat ich auch.Als Dank das.
Jetzt ist in der Firma Chefwechsel und sowie der neue Chef da ist, werde ich mit diesen miesen Zeugnis hingehen und sagen, das sie dieses ändern sollen.
Das ärgert mich eben, hat man einen Job gefunden, beuten sie dich hier aus.Mein Lohn war wieder weniger als mein Arbeitslosengeld, aber ich hab ihn trotzdem gemacht und mußte noch ALG 2 beantragen.
wie soll man davon leben mit 2 Kindern, Miete, Rechnungen u.s.w.
ich hatte mich auch schon mit dem Gedanken beschäftigt wegzuziehen, aber dazu fehlt mir wirklich der Mut.Ich möchte meine Kinder nicht ständig aus ihrer gewohnten Umgebung reissen und nur der Arbeit immer hinterherziehen.Meine Tochter geht sehr gern zur Schule und es würde mir das Herz brechen, sie dort aus ihrer vertrauten Umgebung rauszuzerren.
Es ist schon ein Jammer mit der Arbeitssuche.Kein Wunder das so viele sagen, wozu soll ich arbeiten gehen,wenn mein Lohn weniger ist wie mein Arbeitslosengeld?!
Aber ich wäre froh wenigstens für ein paar std. was zu finden u. zu bekommen nur auch deswegen, das mich das Arbeitsamt in Ruhe läßt.
Alle sozialen einrichtungen habe ich auch schon angeschrieben, mit der Hoffnung, die müßten einen ja auch am besten verstehen wie es ist mit einem beh. Kind u.s.w.aber auch da keine Chance auf einen Arbeitsplatz...ehrenamtlich gern uns sofort...na toll..und von was bezahl ich meine Rechnungen und mein Leben?
ich konnte nicht Vollzeit arbeiten, als meine Kinder ( 22 DS-21mehrfach behindert) noch zu Hause lebtem es war immer schwiereig.
Heute leben meine Kinder in einer Wohngruppe und ich bin 54 und mich will auch niemand mehr. Ich mache viele ehrenamtliche Einsätze, aber es geht mir auch icht gut mit dieser Situation, vor allem auch, weil wir das Geld brauchen.
Es ist schwierig, aber ich kann Dir nur raten, versuche am Ball zu bleiben. Es wird noch schwieriger, je älter Du wirst.
Vielleicht hast Du liebe Verwandte und Freunde, die sich mit um die Kinder kümmern können und hättest smonit den Rücken etwas freier.
@Madeleine: Ich hoffe sehr das Du bald was passendes findest. Eigentlich müßte es für Mütter in besonderen Situationen auch Jobs geben. Oder vielleicht auch mehr für zu Hause zum arbeiten geben.
@Tina: Dann werd ich mein Glück mal versuchen.
Werde dann berichten.
LG Anja _________________ Laura 03/96,Benedikt 06/04, Monosomie 3p25, Vinzent 04/07
Wenn dem so ist kannst du auf dem Amtsgericht, Beihilfe für den Anwalt beantragen - auch bei einem geringen Verdienst und brauchst die Briefe die dein Anwalt schreibt nicht zahlen. Nur ein Eigenanteil von 10 € für den kompletten Fall - egal wie lange es sich hinzieht - ist zu leisten.
Bei der Gelegenheit würde ich auch wegen dem zeugnis klagen, denn ein Arbeitgeber ist verpflichtet dir ein Gutes Zeugnis auszustellen und nicht so einen Schund!!
Heimarbeitsmässig habe ich auch keine Ahnung, hast du schon mal überlegt umzuziehen, und eben Deutschlandweit nach Jobs zu suchen, vielleicht hast du woanders mehr Glück 420 € für 30 Stunden sind ein Witz. Ich habe in meiner Teilzeitstelle mit 17 Stunden 490 wenn nicht sogar mehr netto verdient..
Ist alles nicht einfach, ich bin auch alleinerziehend, aber ich habe Gott sei Dank meine Mama die meinen Sohn betreut wenn es nicht anders geht.
Viele Liebe Grüsse
Leena _________________ R. 11/2004 v.A. Asperger-Autimus Störung der Graphomotorik, Feinmotorik, Störung der allg. Motorischen Entwicklung
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