Verfasst am: 21.06.2007, 10:27 Titel: Schreianfall in der Nacht
Liebe Eltern,
heute Nacht, gegen halb drei, fing Sophie furchtbar, kaum noch menschlich, an zu schreien (es klag wie Monster aus einem Horrorfilm...). Ich nahm sie sofort in die Arme, sie schrie weiter, hatte offene Augen. Ich sprach zu ihr und kopfte sie leicht auf die Wangen. Sie schien wach zu sein. Teilweise versuchte sie, sich hinzusetzen.
Während ich sie in den Armen hielt, spürte ich keine Zuckungen, eigentlich kaum Steifwerden (außer dieser Muskelanspannung, bei man bei Schreien hat).
Die Schreiphasen (ca. eine Minute lang) wurden unterbrochen durch kurze Weinphasen. Insgesamt dauerte es bis zu 10 Min. lang.
Dann ist sie bein mir im Bett eingeschlafen.
Nach ca. einer Stunde wiederholte sich das.
Noch später wurde sie wieder wach, weinte aber nur heftig, verkroch sich regelrecht in meinen Armen.
Nun schläft sie, nach dem für sie sehr spätem Aufwachen (7 Uhr 10, nicht wie sonst, 6 oder 5 Uhr 30). Sie trank nur Wasser mit Milch, wollte gar nicht von meinem Schoss. Ich gab ihr nichts zu essen, nur Obstmuss mit 40 mml Timox (bekommt sie morgens und abends).
Sie hat Themperatur, ca. 37,5 Grad. Ich glaube, das hatte sie schon gestern Abend.
Ich bin erschrocken. War das ein Epi.anfall? Wieso hatte sie keine Zuckungen? Sonst sind ihre sehr seltene Anfälle (alle paar Monate einer) kurz (30 bis 60 Sekunden) und verlaufen unspektakulär (sie zuckt nur leicht mit dem Oberkörper, macht leise würgende Geräusche, ich weiss nicht, wie man diese Art von Anfall nennt).
Bei dem Geschrei hatte ich den Eindruck, dass sie etwas kommen spürt, was ihr Angst macht, daher diese aufgerissenen Augen, die umherschauten.
Auf jeden Fall hat die Themperatur einen Einfluß gehabt.
Trotzdem, ich bin ratlos. Was kann das gewesen sein?
Danke für Eure Gedanken!
Gruß
K. _________________ K`71 mit S `70, beide mit Sophie`04, spätes Frühchen 35. SSW, leichte myoklonische fokale Epilepsie, 80% gb, spricht nicht, Angelman-Syndrom
Maja `06, gut entwickelt
Unsere Liebe gehört ihnen
kann es vielleicht ein sogenannter Nachtschreck gewesen sein (pavor nocturnus),
wenn du "Nachtschreck" bei Google eingibst, kannst du nachlesen, wie sich das äußert und ob es evt. übereinstimmt. Ich kenne das von meinem älteren Sohn.
Unsere Tochter hatte auch schon 2x solche Schreiattacken aus dem Schlaf heraus. Ist zwar schon einige Monate her aber unser Arzt meinte, dass das eine Art epileptischer Anfall gewesen sein könnte bei dem eine spezielle Gehirnregion (eben, die wo das Schreien ausgelöst wird) mehr betroffen ist als sonst. Unsere Tochter hat von Anfang an täglich Anfälle, bis heute, aber das mit dieser extremen Form von Schreien (wie ein Tier... gar nicht menschlich... und dieser schreckliche Blick... ich hatte auch schreckliche Angst, sie war plötzlich ganz anders als ich sie je zuvor gesehen hab ...) ist seit damals nie wieder passiert... sie weint schon noch hin und wieder bei Anfällen, manchmal schreit sie auch sehr schrill dabei, oder danach, aber so wie diese beiden Male, wie du es auch beschrieben hast, ist es nie wieder vorgekommen...
Naja, mehr kann ich dir auch nicht dazu sagen... hoffe ich konnte dir ein bischen weiterhelfen ... ich wünsche euch, dass diese Schreianfälle nun vorbei sind und das eine enmalige Sache war, wie bei uns... viel Ruhe und Kraft
unsere Hannah hat im Schlaf-EEG vereinzelte sharp waves vorne rechts (dort wo der Shunt liegt). Die Ärzte haben mir gesagt, ich solle auf nächtliche Unruhe (hin und her wälzen im Schlaf) und eben auf die von dir beschriebenen Anzeichen achten - das wären dann fokale Anfälle.
Lass ein EEG machen und geht zum behandelnden Arzt!
Patrick hatte zum Beginn der Epilepsie auch solche Anfälle. Wir hatten das dann 2 Nächte hintereinander jeweils 2 mal und auch zwischen 5-10 Minuten. Er hatte damals die Augen offen, nahm uns aber nicht war. Allerdings fuchtelte er auch noch wie wild mit den Armen und schrie dann immer nur Nein, er wolle nicht. Auch er hat sharp waves im Schlaf-EEG (fast kontinuierlich) und auch unser Arzt sagte es seien fokale Anfälle. Er hat jetzt allerdings komplex fokale Anfälle mit und ohne Generalisierung. Wir haben diese Form seitdem (zum Glück) nicht mehr gehabt.
Schildere die Begebenheit eurem Arzt und last ein EEG machen.
Alles Gute
Katrin _________________ Katrin *70 , Michael *69, Patrick 99 mit Hirntumor WHO I°, Rezidiv 02/08, therapieresist. Epilepsie, Hemiparese, ADHS, komb. Entwicklungsst., Dyskalkulie, Legastheni, 2/3 Temporallappenresektion 10/08. Justin* 03 schweres Asthma, verzögerte Imunsystemreifung, Dyskalkulie, feinmotor. Etwicklungsstörung, ADHS, V.a. Rolando-Epilepsie.
Wir haben eh bereits einen Schlaf-EEG-Termin für Anfang Juli vereinbart.
Ich habe schon befürchtet, dass es ein Epi.-Anfall war. Mich wundert es bloss, dass keine Zuckungen zu spüren gewesen waren.
@Heidi: Ja, ich habe auch das erste Mal im Leben Angst vor meiner Tochter gehabt... Sie wirkte so fremd... Früher hätte man von Besessenheit gesprochen...
Ohje, meine arme kleine Süße....
Danke für Eure Hilfe!
Gruß
K. _________________ K`71 mit S `70, beide mit Sophie`04, spätes Frühchen 35. SSW, leichte myoklonische fokale Epilepsie, 80% gb, spricht nicht, Angelman-Syndrom
Maja `06, gut entwickelt
Unsere Liebe gehört ihnen
Mein Sohn hat auch immer wieder solche nächtlichen Attacken!
Das fing an mit ungefähr 6 Jahren. Man konnte die Uhr danach stellen.
Jeden Abend gegen 23.oo Uhr gings los:
Furchtbares schreien, als wäre er "irre", schlottern am ganzen Körper,
die Augen aufgerissen und Grimassenschneiden...
Ich war anfangs auch total geschockt, aber der KiA meinte, das wäre eben ein solcher Nachtschreck.
Damals hatte er die Diagnose Epi noch nicht...
Heute denke ich aber auch oft, das das bestimmt irgendwie zusammenhängt.
Mittlerweile sind diese Nachtschreck-Attacken nicht mehr so häufig,
vielleicht alle paar Wochen mal. Gruselig find ich es aber immer noch!
Kommt mir so vor, als wäre er "in einer ganz anderen Dimension".
Er scheint immer wach zu sein, aber in seinem Kopf läuft da irgendwie ein anderer Film...
Ich drück die Daumen, das es nichts "weltbewegendes" ist!
Gruß, Ela _________________ Ela (*10/74), Michel (*12/74) und Cedric (*4/98) Neurodermitis, Kindliche Migräne? (liegt i.d. Familie), ADS, Rolando-Epilepsie und ein absolut liebenswerter, sensibeler Schatz!!!
epileptische Anfälle müssen nicht immer mit Krämpfen und Zuckungen einhergehen, auch wenn das das typische Bild der Krankheit ist. Manche haben über mehrere Minuten nur Augen flackern und rühren sich sonst überhaupt nicht, im EEG ist aber die Hölle los, so dass man meinen müsste, das wäre ein riesen Krampf! Erscheinungsformen der Anfälle sind sehr sehr unterschiedliche. Krämpfe und Zuckungen sind nur ein einziges Symptom davon (auch wenn das auf die meisten zutrifft). Mir hat mal einer gesagt: Epileptischer Anfall ohne Krampf? Das gibt's doch gar nicht! Aber das gibt es durchaus. _________________ LG Jaqueline
ICP - spast. Tetraparese, Kyphose
Freund: GM-Epilepsie (VNS-Träger)
Hallo Katha,
kann mich meinen Vor-Schreibern nur anschließen.....laß das EEG schreiben und schildere dem Doc die Schrei-Attacken.
Bei Daniel sind es Lach-Anfälle - sie kommen meistens auch mitten in der Nacht und wecken das ganze Haus.
Das Gebiet der Epilepsie ist so unendlich weit, sprich vielfältig.....
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