Wir haben vor der Geburt nichts von der Behinderung unseres Sohnes gewußt, aber ich glaub, wir hätten ihn trotzdem gewollt, wenn dem so gewesen wäre.
Allerdings würde ich kein drittes Kind (egal ob behindertes oder nicht behindertes) zur Welt bringen wollen, wenn ich noch mal schwanger werden würde. Zum einen ist es eine Geldfrage, aber das eher nebensächlich.
Zum anderen würde mir aber auch die Kraft fehlen. So ein Baby könnte nicht auf die Versorgung verzichten, Sohni braucht auch Unterstützung Arzttermine und Therapien. Also müßte meine große Tochter zurückstecken. Und dafür hab ich sie auch nicht bekommen! Und ich kann ich nicht zerteilen, um allen gerecht zu werden. Also würde ich ganz klar abtreiben.
Muß aber dazu sagen, wir haben nie irgendwelche Unterstützung von der Familie gehabt. Im Gegenteil, da sind uns nur riesige Steine in den Weg gelegt worden, egal was wir machten. Ein wenig besser geht es uns erst, seit wir uns von der ganzen Sippschaft völlig distanziert haben. Auch hat uns, als die Kinder klein waren, nie jemand darauf hingewiesen, dass es Unterstützung durch Dritte geben kann. Alles alleine durchboxen ist manchmal ganz schön hart.
Es macht für mich keinen Unterschied, dass ich eigentlich aus einem erzkatholischen Dorf stamme, wo man damals wie heute wie bekloppt in die Kirche rennt, aber das Christsein im Alltag für nen Fremdwort hält. Ich bin zwar immer noch katholisch, aber die Kirche renn ich nicht gerade ein, und der Papst mit seinen teils seltsamen Aussagen ist für mich nicht relevant.
also ich muss sagen das mein glaube wahrscheinlich auch so stark gewesen ist das ich keine einzige sekunde an eine abtreibung gedacht habe obwohl es die möglichkeit noch gab. Ich bereue diese entscheidung auch nicht. auch wenn es noch so schwere tage gegeben hat, ich habe durch Rümeysa sehr viel gelernt und lerne noch heute. Auch mein umfeld konnte durch sie viel lernen.
Ich finde auch das man sich nicht immer auf Prognosen verlassen kann. Rümeysa sollteauch laut Ärzten nicht länger als 2 jahre leben. sie wird im dezember 3 Jahre alt. auch ein gesundes Kind kann früh von einem gehen, auch ein gesundes Kind kann plötzlich behindert werden. Ich finde nicht das wir darüber entscheiden dürfen, denn ich glaube fest daran das gott niemandem mehr Kummer und Schmerz und sorgen gibt als was der mensch tragen kann. gott gibt einem auch das paket kraft mit.
Wenn andere eltern sehen wie wir unseren tag meistern staunen die doch wie man das schafft. Aber für uns ist das doch routine geworden.
Ichhabe aber auch viele mütter kennengelrnt die aus dem glauben heraus abgetrieben haben oder das kind nach der geburt abgegeben haben, eine russische Familie hatte ein Herzkrankeskind im Krankenhaus gelassen weil es wohl unglück bringt. das waren sachen die mich sehr erschüttert hatten.
Ich finde man sollte sich so eine entschgeidung gut überlegen , denn es verfolgt einben doch sein leben lang.
lg gülcan _________________ Rümeysa geb. 13.12.2004 Spina bifida, HC Shuntversorgt, ACM, Delation des 2. Chromosomen am langen Arm, Vesikoureteraler Reflux 5. Grades beidseits
offene Vesikostomie seit 10/06 Kontrakturen an Fingern,
Talha geb. 10.07.03 Herzklappenaortenstenose
Yusa geb 27.02.2010 Frühchen 33 SSW
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