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Kann Religion die Entscheidung beeinflussen?
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Annika85
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Anmeldedatum: 17.05.2007
Beiträge: 1

BeitragVerfasst am: 13.06.2007, 16:27    Titel: Kann Religion die Entscheidung beeinflussen? Antworten mit Zitat

Halli Hallo ForumnutzerInnen!

Ich bin Studentin in Idstein im Taunus und hoffe Ende Februar 2010 Diplom- Ergotherapeutin zu sein! Wink
Ich schreibe derzeit an einer sehr interessanten Arbeit mit dem Titel:
"Wir erwarten ein behindertes Kind!- Eltern in der Entscheidungsphase nach der pränatalen Diagnostik-"
Es geht zum einen darum, wo man sich untersuchen lassen kann, was den Eltern für Fragen durch den Kopf gehen nach der Diagnose und welche äußeren Faktoren Eltern bei der Entscheidung beeinflussen könnten, ein behindertes Kind auf die Welt zu bringen (oder auch nicht...).
Ich habe mich in mehreren Foren angemeldet, um mich intensiv mit Betroffenen auseinanderzusetzten, denn ich denke, dass man solch ein sensibles Thema nicht aus Büchern "abtippen" sollte, sondern aus den Erfahrungsberichten provitieren sollte...
In keinem anderen Forum wurde so intensiv über Religion gesprochen. Da ich mir die Frage stelle:
"Haben die Kirche oder die Religion Ihre/Eure Entscheidung, ein behindertes Kind zu bekommen, beeinflusst und wenn ja, wie?"
wollte ich hier anfragen, ob eventuell ein paar Meinungen dazu entstehen könnten.
Ich würde mich einfach sehr freuen, ein paar Erfahrungen einholen zu dürfen!!! Ich selbst war noch nicht in der Lage mich für oder gegen ein Kind entscheiden zu müssen und möchte keine Spekulationen darüber anstellen! Exclamation

Sollte sich jemand zu meinem Thema äußern, wäre ich Ihm/Ihr sehr dankbar!!!

Einen wunderschönen, sonnigen Tag!!

Gruß aus Frankfurt Very Happy
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anner
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BeitragVerfasst am: 13.06.2007, 20:46    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo, Annika,

also nicht die Krche/Religion hat die Entscheidung (mit)beeinflußt, aber mein Glaube.

Ich habe das Leben nicht gegeben, ich kann es auch nicht nehmen.

Anne

_________________
DUM SPIRO SPERO
(solange ich atme, habe ich Hoffnung) CICERO

Benedict 06/99, Osteopathia striata, Z. n. Analatresie,neurogene Blasenentleerungsstörung, tracheotomiert, re. blind., Syndakt. beider Hände, Fibulaapplasie beidseits,Makrocephalie, Gaumenspalt u. e. mehr
Tochter A. 01/96, in der Grundschulzeit Absencen
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Gudrun D.
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BeitragVerfasst am: 13.06.2007, 21:00    Titel: Antworten mit Zitat

Da gab es für mich keine Frage. Es wäre mein Kind gewesen. Ob behindert oder nicht!
_________________
Seid lieb gegrüßt und gedrückt von
Gudrun!


Mit Benjamin Pflegesohn 28 Jahre CP.Tetraspastik, Ohne Sprache. schwerst behindert! und drei lbl. erwachsenen Töchter.
und 2 Enkel 5 und 2 Jahre alt. http://www.REHAkids.de/phpBB2/album.....al.php?user_id=4363[/URL]
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Ursula M.
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BeitragVerfasst am: 13.06.2007, 22:34    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Annika,
da für mich aus meinem Glauben heraus eine Abtreibung nicht in Frage gekommen wäre, habe ich mich ganz bewusst gegen eine Chromosomenuntersuchung während der SS entschieden. Auch wenn ich einige sehr verächtliche Blicke seitens der Ärzte geerntet habe.
Wenn ich mich für ein Kind entscheide, dann ist es egal ob behindert oder nicht.
VG Ursula
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IrisM
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BeitragVerfasst am: 13.06.2007, 22:37    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

mein Frauenarzt hat mich bei der zweiten SS gefragt, was ich sagen würde, wenn er sagen würde, dass dieses Kind einen offenen Rücken hätte/bzw schwerer behindert wäre. Ich habe ihm nur geantwortet, dass es dann auch auf die Welt kommen würde, denn es war gewünscht und wie Anne schon geschrieben hat, ich habe das Leben nicht gegeben, also kann ich mir auch nicht anmaßen, es zu nehmen.

Mein Glaube hat mich schon oft durch sehr schwere Zeiten getragen und ich bin froh, wissen zu dürfen, dass gerade in den schweren Zeiten Gott mich trägt und ich nicht alleine bin!

LG Iris

_________________
Iris (75) Daniel (75) Silas 19.09.2003 Microcephalie-Epilepsie-Spastische Hemiparese re, Kai 20.07.06, Meera (Golden Retriever) 4.09.2007
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Roswitha Naß
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BeitragVerfasst am: 14.06.2007, 01:44    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Annika,

ich schließe mich hier gleich an. Auch wenn mein Kind behindert ist, ist seine Seele
doch vollkommen. Es hat ein ich, es fühlt und liebt, eine Abtreibung und eine
Störung der Schwangerschaft durch eine Fruchtwasseruntersuchung wäre nicht in
Frage gekommen. Klar, hat sicher meine religiöse Haltung und mein Respekt dadurch vor dem Leben mein Verhalten geprägt. Aber ich mußte vorher gar nicht
erst nachdenken. Zuerst war die Liebe zum Kind da, dann der Schock über die
Behinderung. Wir machen uns ein Bild von unseren Kindern. Viele planen das Leben schon vor, haben eine Vorstellung davon, was das Kind einmal werden soll,
wie es sein sollte, viele eigene Wünsche werden auf das Kind projeziert.
Mir ist aufgegangen das das ein Fehler war. Wir haben kein Recht uns ein Bild von
unseren Kindern zu machen oder Wünsche und Erwartungen unseren Kindern ge-
genüber zu haben. Der Glaube und die Auseinanderseztung hilft auf jeden Fall
bei der Selbstreflexion und der Bewältigung von Herausforderungen.
Ich möchte hier aber gleichzeitig sagen, dass ich über niemanden den Stab breche,
der sich für eine Abtreibung entscheidet oder sein Kind nicht annehmen kann. Und
Menschen, die sich dafür eintscheiden sind auch nicht unbedingt unreligiös. Es
sind Wege, die man alleine gehen muß, nur jeder einzelne Elternteil und sein
Schöpfer und niemand glaube ich, fällt diese Entscheidung leichtfertig

liebe Grüße Roswitha Naß
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erihatti
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Beiträge: 1612
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BeitragVerfasst am: 14.06.2007, 07:08    Titel: Antworten mit Zitat

Also, ich würde mich den anderen anschließen. Abtreibung kommt für uns nicht in Frage. Es wäre trotzdem unser Kind. Wir haben uns damals bewußt dagegen entschieden, einen Amnio zu machen.
Anni hat zwar keine gravierende Behinderung, aber sie ist anders und ich liebe sie so wie es ist... weil sie mein Kind ist.
Erika

_________________
Erika mit Annika: mikrodeletionsyndrom 17q21.31 mit allem, was dazu gehört: hypotonie, partielle Polymikrogyrie, Urachusfistel (operiert), Epilepsie (gut eingestellt), Mitralklappenprolaps, Entwicklungs- und Sprachentwicklungsverzögerung, Dyspraxie, uvm! unser Blog: http://annibutterfly.blogspot.com/
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anner
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Beiträge: 2759

BeitragVerfasst am: 14.06.2007, 07:42    Titel: Antworten mit Zitat

Ach so, bei uns wurde im Gegensatz zu den anderen Pränataldiagnostik gemacht, da beim Ultraschall gro0e Auffälligkeiten waren.
Aber mehr so im Sinne - kann man helfen?
Und wir wußten, daß unser Kind behindert ist - und keine Lebenserwartung hat
8wurde am Montag 8 Jahre Laughing ).

Anne

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marianne
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BeitragVerfasst am: 14.06.2007, 07:49    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Annika, für meinen Mann und mich war, obwohl ich schon Ende 30 war, als wir eine Familie gründen wollten, auch aus christlichen Überzeugungen klar, dass wir keine Fruchtwasseruntersuchung machen lassen würden und ich auch ein behindertes Kind zur Welt bringen und annehmen würde.
Als wir letztendlich nun unseren Sohn adoptierten, wollten wir zwar nicht gezielt ein behindertes Kind adoptieren, sondern ein gesundes, wussten aber, dass bei Adoptivkindern, speziell aus dem armen Ausland, doch nie klar ist, wie gesund sie körperlich und vor allem auch seelisch wirklich sind. So stellte sich ja auch über die Jahre heraus, dass unser Sohn behindert ist. Auch das haben wir angenommen als Aufgabe und natürlich auch aus riesiger Liebe zu unserem Sohn, obwohl ich schon oft in den ersten Jahren mit Janoschs vielen Verhaltensauffälligkeiten so über meine Kraftgrenzen hinaus kam, dass ich nicht wusste, ob ich dieser Aufgabe immer weiter gewachsen sein würde. Aber die Behinderung als solche haben wir angenommen, und das kommt stark aus unserer christlichen Prägung, obwohl es so stark unsere innere Überzeugung ist, dass ich schon sagen würde, in diesem Punkt leben und verkörpern wir die christliche Überzeugung, es kommt einfach so aus uns heraus, die Erziehung dazu liegt ja weit zurück.

Lieber Gruß! Marianne

_________________
Janosch (06/00), leichte geistige Behinderung, Autismus-Spektrum-Störung (AS), Aufmerksamkeitsstörung, Adoptivkind

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marianne
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BeitragVerfasst am: 14.06.2007, 07:55    Titel: Antworten mit Zitat

P.S.: Wäre ich nach der Adoption doch nochmal ungeplant schwanger geworden und es hätte sich gezeigt, dass es ein behindertes Kind sein würde, hätte Jesus mir schon sehr beistehen müssen, nicht abzutreiben, denn dann hätte mich wirklich die Panik ergriffen. Ich kann auch nicht sagen, ob ich dann nicht doch eine Fruchtwasseruntersuchung hätte machen lassen. Aus meiner menschlichen Belastbarkeitsgrenze und Kraftlosigkeit hätte ich vielleicht anders gehandelt als zu Beginn der Familienplanung. Da hätte Jesus mich schon wirklich unterstützen müssen.....gut, dass es so nicht kam. Aber ein zweites Kind adoptiert haben wir auch nicht.
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Janosch (06/00), leichte geistige Behinderung, Autismus-Spektrum-Störung (AS), Aufmerksamkeitsstörung, Adoptivkind

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