Verfasst am: 05.07.2007, 01:18 Titel: Nun haben wir uns doch getrennt!!!
Hallo alle zusammen!
Ich hatte bis vor einiger Zeit immer noch Hoffnung (die man ja nie aufgeben soll!!!), dass wir diese Krisen irgendwie überstehen bzw, bewältigen. Leider kann ich Euch keine positive Nachricht mitteilen! Wir haben es nicht mehr geschafft.
Es ist hier dermaßen eskaliert, ich habe geschrien, er hat geschrien, die Kids sind davon wach geworden und haben das volle Program mitbekommen! Ich fühlte mich so schrecklich hilflos. Auf der einen Seite versuchte ich mich immer wieder an diesem "gewissen Abend" zusammen zu reissen, aber es platzte alles aus mir raus und es hagelte von beiden Seiten wirklich gemeine Vorwürfe! Als die dicke, fette Staubwolke am nächsten Tag fast verzogen war, versuchten wir eine Lösung zu finden. Die Lösung besteht darin, dass wir beide uns jetzt erstmal räumlich trennen. Ich habe kurzfristig zum 01.08.07 eine 3-Zimmerwohnung gefunden, ganz in der Nähe von hier, sodass die Kids jederzeit auch zu Papa können. Denn die können ja wirklich am wenigstens was dafür! Und ich kann es absolut nicht verstehen, wenn man den Streit über den Rücken der Kinder austrägt! Ich werde mein Bestes geben, damit die Kids weiterhin zu Papa können!
Seit Montag habe ich hier aber den größten Streß. Ich hatte überhaupt keine Vorstellung davon, was es heißt "mal eben" zum Amt zu gehen, Wohnungen anzuschauen und vor allen Dingen eine zu finden, die vom Amt auch bezahlt wird. Das ist dermaßen schwer. Aber morgen (Donnerstag) gucke ich mir noch die Wohnung an, die wir zum 01.08.07 bekommen sollen und werde dann gleich damit zum Amt gehen und es absiegeln lassen! Denn ohne deren Zustimmung darf man keinen Mietvertrag unterschreiben. Kann man schon, aber dann kann es passieren, dass das Amt nicht die komplette Miete übernimmt. Rene und ich sind erstmal so verblieben, das er mir das Geld gibt, wenn wir wieder ausserhalb ins Krankenhaus müssen. Und das er halt für Klamotten aufkommt, die die Kids brauchen. Ich kann wirklich nur hoffen, dass er das auch einhält, selbst wenn mal Streit da ist!!!!!!!!!
Vielleicht ist es ja auch so, das wir beide irgendwann merken, das wir doch noch zusammen gehören........! Allerdings habe ich im Moment den Verdacht, das er was mit seiner Arbeitskollegin hat. Vielleicht holt sich dort das, was er "wie er immer wieder sagt" nicht mehr von mir bekommt. Ihr könnt Euch bestimmt vorstellen, was ich damit meine.
Ich werde allerdings auf jeden Fall den Internet- und Telefonanschluß mitnehmen.
Da ich 2002 einen nicht verschuldeten Autounfall habe, habe ich noch ein paar Rücklagen, sodass ich mir die Wohnung auch ein bisschen gemütlich einrichten kann. Ich bin so froh, wenn wir das alles hinter uns haben!!!
Zum Glück wurde ja nach einem Widerspruch die Mutter und Kind Kur bewilligt. Wir fahren vom 24.10.07-14.11.07 nach Schillig (Nordsee, Nähe Wilhelmshaven. Da freue ich mich schon riesig drauf!!!
So, jetzt muß ich noch schnell einen Antrag ausfüllen und dann ab in die Koje!
Ich grüße Euch ganz doll und freue mich von Euch zu hören!
Manu aus Bremen _________________ Rene (Papa) 37.J, Manu (Mama) 33J., Dennis gesund und Saskia ACM 2 04/2006 Dekompressions-OP in der Charitee Berlin, weitere OP geplant, Implantat eines Chips (Sonde) ist aber in Deutschland noch nicht zugelassen und bevorstehende Shunt-OP (Zwillinge) 9 J.
...ich wünsche Dir für die Zukunft alles gute und ganz viel Kraft
Ist ja nicht immer ganz einfach mit den Ämtern...
LG _________________ Manuel (*1978) & Natascha (*1980) mit
Sophie-Selina (*12.2006), Hemimegalencephalie (rechts), Hemisphärektomie 08.2007 in Bethel/ Bielefeld, fokale katastrophale Epilepsie (seit der OP anfallsfrei), Spastik, entwicklungsverzögert
Nele Julia (*01.2009), gesund
Hallo Natascha!
Vielen, lieben Dabk für Deine liebe Email!
Ja, wenn diesen ganzen Ämter nicht wären und man sich bei jeder Unterschrift (Mietvertrag etc.) absichern muß, dass man das auch so alles machen darf, dann wäre es um Vieles leichter! Aber ist es fest. War heute morgen nochmal bei der Wohnungsbaugesellschaft und die Schlüßel bekomme ich schon früher, sodass ich schon anfangen, alles auszumessen etc.! Es ist alles sowas von besch.....! Nicht nur das man schon genug Probleme hat und evtl. ja auch noch völliges Gefühlschaos im Kopf reagiert, behandeln einen die Ämter wie ein Stück Sch...!
Die tun so, als wenn ich mir diese Situation so ausgesucht habe! Ich hätte es gerne anders und würde als Familie zusammen bleiben, aber es geht halt im Moment nicht.
Vielleicht merkt jeder von uns nach einiger Zeit, dass das alles nicht so richtig war mit der Trennung und man findet wieder zueinander, oder es klappt nicht mehr!
No risk, no fun, oder wie heißt es???
Hört sich gemein an, aber so kann ich nicht weiter leben.
Ich grüße Dich ganz lieb aus Bremen!
Manu! _________________ Rene (Papa) 37.J, Manu (Mama) 33J., Dennis gesund und Saskia ACM 2 04/2006 Dekompressions-OP in der Charitee Berlin, weitere OP geplant, Implantat eines Chips (Sonde) ist aber in Deutschland noch nicht zugelassen und bevorstehende Shunt-OP (Zwillinge) 9 J.
Ich hab mich mal ein wenig durchgelesen,und erkenne mich ganz genau wieder.Ich hatte auch eine Beziehung über 5 Jahre,allerdings nicht mit dem Kindsvater.Dennoch hab ich es mir nicht ganz einfach gemacht.Sara hing sehr an meinen neuen Partner,er war für sie der einzige Vater den sie je kannte.Von daher kann ich dein Gefühlschaos sehr gut verstehen.Ich hatte anfangs und auch heute noch Zweifel,ob die Trennung so richtig war.Nur nachdem ich mich auch durch den Ämterwahn und was sonst noch dazugehört gekämpft habe,bin ich fest davon überzeugt,daß es die richtige Ebtscheidung war.Mein Ex ist nach wie vor da,sobald es brennt.Egal ob wir uns 3 Tage vorher gegenseitig die " nettesten" Vorwürfe an den Kopf geschmissen haben oder nicht.Er hat die Verantwortung mit meiner Tochter eigendlich erst richtig wahrgenommen als wir uns getrennt haben.Unsere Devise lautet:Alles kann,nichts muss.Aber komischerweise geht seitdem alles!Manchmal frag ich mich,warum es soweit kommen musste,aber ich denke einfach,daß der Druck funktionieren zu müssen vieles kaputt gemacht hat.Wir,als Mütter,stellen uns der Verantwortung für unsere besonderen Kinder,weil es selbstverständlich ist.Väter haben villeicht zu hohe Ansprüche an sich selbst,das der Druck sie hilflos werden lässt.Damit kommen sie nicht immer klar.
Sieh es einfach als Chance für dich und deinen Mann.Und die Ämter beruhigen sich auch wieder.Das sie nicht glücklich über einen neuen " Fall ",denn das bist du ja,sind,ist doch auch normal.Das gibt ja nur Arbeit.
Wünsch euch alles Gute,und einen guten Neuanfang.Allein oder zu zweit,das wird die Zeit bringen.
LG Marion _________________ Marion35+Sara 14,28ssw frühkindlicher Autismus mittelgradige kognitive Behinderung und Jannis 15 kerngesunder Teeni
Oh man, Manu!
Habs grad erst gelesen! Das ist ja richtig blöd!
Aber du hast richtig gehandelt. Vielleicht hilft euch ja die räumliche Trennung erst einmal weiter. Dir bestimmt, denn du kannst dir erst einmal in "Ruhe" über deine GEdanken und Gefühle im Klaren werden. Wenn du willst schreibe mir, ich bin jederzeit für dich da! Ehrlich.Lass dich ganz, ganz lieb und feste drücken
Deine Alex _________________ Alex (06/77) mit Finn (13.03.04) und Nils (8.12.05: renale multizystische Dysplasie, kompens. Hypertrophie; Urethrocelen, div. Nahrungsmittelallergien,FI, Neuroderm., Flexionskontraktur, hyperreagibles Bronchialsystem und uvm.) Bilder von uns
Bei uns wurde alles entspannter, als "das Kind einen Namen hatte".
Sicher spielen bei uns gerade auch die "pflegespezifischen Hintergründe" eine tragende Rolle im Bezug auf die Diagnosestellung.
Unsere Pflegetochter wurde uns schon als "Risikokind" vermittelt, wir wurden nicht in's kalte Wasser geschmissen.
Was uns aber arg zu schaffen gemacht hat, war die häufige Infragestellung einer geistigen Behinderung von Aussen. Nicht zuletzt kam das sehr oft in Adoptiv- und Pflegekreisen vor, von denen man sich eigentlich Verständnis erwartet hätte.
Ganz im Gegenteil wurde oft behauptet, wir würden unserer Pflegetochter eine Behinderung andichten, um uns wichtig zu machen.
Die Spannungen, denen besonders ich dadurch ausgesetzt war, haben sich auch so manches Mal ins Familienleben übertragen.
Unser Jugendamt hatte uns sogar in Hilfeplangesprächen immer wieder drauf hingewiesen, dass wir durchaus Pflegestufe und einen Behindertenausweis beantragen können bei dem Zustand unserer Pflegetochter.
Beeinflusst wie wir damals aber durch die Unterstellungen waren, haben wir schlichtweg Angst gehabt, uns damit lächerlich zu machen und das obwohl unsere Pflegetochter im Alter von 3 Jahren noch keinen einzigen "Piep" sprechen konnte, geschweigedenn sich altersgerecht verhalten.
Als wir dann im Hilfeplangespräch 2006 wieder den Hinweis bekamen, welche Rechte wir als Pflegeeltern eines geistig behinderten Kindes (uns war ja die Behinderung auch klar, wir kamen uns aber immer wieder in Frage gestellt vor. Nicht zuletzt durch Kommentare anderer Adoptiv- Pflegeeltern, dass ich nicht so klinge wie eine Pflegemutter, die ein geistig behindertes Kind aufziehen muss, mir würde die Verzweiflung fehlen und was weiss ich noch alles...nun bin ich aber ein Mensch, der sich auch mit schwierigsten Situationen gut arrangieren kann...ausserdem wussten wir schon vorher "dass etwas sein kann") haben, haben wir's dann angepackt und erst mal eine psychiatrische Diagnose stellen lassen.
Als wir es dann schwarz auf weiss hatten....80% geistige Behinderung, G-B-H und PS1, fiel uns ein Stein vom Herzen, so seltsam es klingen mag.
Seitdem läuft hier einiges entspannter. Rückblickend frage ich mich, warum ich mich damals gar so beeinflussen habe lassen - heute würde ich viel gelassener damit umgehen. Aber manchmal verstrickt man sich im eigenen Selbstbild.
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