Verfasst am: 08.04.2005, 16:21 Titel: Wucherungen um die Sonde herum (Wildes Fleisch)
Hallo!
Wer kann mir helfen. Meine Tochter Steffi hat seit 4 Jahren einen Button. Es klappt hervorragend mit der Ernährung, egal ob Sondennahrung per Pumpe oder pürierte Nahrung mit Spritze. Trotzdem haben wir ein Problem. Ständig wuchert um den Sondeneingang herum wildes Fleisch. Im Krankenhaus hat der Arzt mir gesagt, ich solle 2mal pro Woche ätzen mit dem Höllensteinstift. Habe ich auch schon gemacht, finde ich aber nicht gut. Ersten fängt es dann schnell an zu bluten, außerdem, falls man mit dem Stift mal an eine gesunde Stelle kommt, aus Versehen, dann verfärbt sich die Haut. Das kann doch alles nicht gut sein, es muß doch auch etwas anderes geben, was schonender ist.
Wir legen ansonsten nur eine Schlitzkompresse unter den Button, die aber auch alle 1-2 Tage gewechselt wird.
Ich hoffe, jemand von euch kann mir einen guten Rat geben, ich wäre sehr dankbar und Steffi auch.
Danke! Astrid
irgendwie die Patentlösung gibt es nicht. Viele in der Sondenkindergruppe beschreiben, dass es gerade mit Button besser ist, andere haben das Material/die Firma gewechselt, als ein Wechsel anstand.
Wir haben die Wucherungen komischerweise in kürzester Zeit allein durch eine Ölmischung in den Griff bekommen: Rose-Teebaum-Essenz von der Bahnhofsapotheke, andere haben von guten Erfolgen mit Rotöl (Johanniskrautöl) oder Teebaumöl erzählt. Und viele hatten vorher schon Erfahrungen mit dem Ätzstift.
Schau mal --> Hier! , da habe ich einige Antworten zusammengetragen.
LG
Nellie _________________ Linn *2004, Intensivkind mit schwerster Mehrfachbehinderung durch eine Gehirnfehlbildung namens pontocerebelläre Hypoplasie Typ 2a (PCH 2a), Sondenkind mit Button, Epilepsie, Tracheostoma, nachts beatmet, schwere Wahrnehmungsstörung und ein zauberhafter roter Lockenkopf mit festem Willen und Ann *06/09, fröhliche Minimaus --> unsere Vorstellung und --> Bilder von uns
Zuletzt bearbeitet von Nellie am 17.08.2006, 22:40, insgesamt 4-mal bearbeitet
mit dem Ätzstift habe ich bei wucherndem Fleisch bisher immer nur sehr negative Erfahrungen gesammelt. Zum einen ist das Risiko die gesunde Haut zu verletzen sehr groß, wie du es ja auch beschreibst, zum anderen habe ich häufig erlebt, dass es dann schneller zu Entzündungen rund um das Stoma kommt.
Unsere Ernährungsberaterin empfahl uns, darauf zu achten, das der Button nicht zu stramm sitzt. Deshalb mussten wir bei einigen Kindern die Schlitzkompresse in der "Dicke halbieren". Wir haben dann normale Kompressen auseinander gefaltet, bis sie nur noch die Hälfte der Lagen hatte und uns entsprechend zugeschnitten. War zwar etwas umständlich aber sehr wirkungsvoll.
Hallo Astrid,
unser Malte hat eine PEJ. Wucherungen hatten wir in den ersten Wochen, haben aber nur einmal ätzen lassen. Wir verwenden jetzt doch öfter Metalline, auch wenn das nicht so toll, ständig Metall an der Wunde. Aber es läuft so besser.
DAnn viel Luft - bei Malte baumeln Metalline, Kompresse und Halterung so locker unterm Body ohne Pflaster.
Unser Gastroenterologe meinte, man könne auch probieren, Meersalz zum Baden zu nehmen.
Viele Grüße, Vera mit Malte, 2, neurologisch schwerst geschädigt
habt Ihr einen "Sondenmenschen"? Sprich Berater von Pfrimmer oder anderer Firma, der Euch die Nahrung liefert etc?
Wir haben das Problem bei einem unsrer Kids, und ich hab gute Erfahrungen mit NaCl 5,85 % gemacht (höherprozentige Kochsalzlösung, 2x tägl auf das "wilde Fleisch" und evtl mit Kompresse abdecken). Der gesunden haut hat das nix getan.
Hab bei dem speziellen Kind übrigens festgestellt, daß die Haut sehr auf ihren allg Gesundheitszustand reagiert...
Wir haben eine Beraterin, die uns aber da auch nicht weiterhelfen kann.
Das mit dem Kochsalz müsste ich wirklich mal ausprobieren, grade weil nun auch einige gesagt haben, dass das Baden in Meersalz so schnell hilft!
LG
Nellie _________________ Linn *2004, Intensivkind mit schwerster Mehrfachbehinderung durch eine Gehirnfehlbildung namens pontocerebelläre Hypoplasie Typ 2a (PCH 2a), Sondenkind mit Button, Epilepsie, Tracheostoma, nachts beatmet, schwere Wahrnehmungsstörung und ein zauberhafter roter Lockenkopf mit festem Willen und Ann *06/09, fröhliche Minimaus --> unsere Vorstellung und --> Bilder von uns
Hallo ihr alle!
Meine Tochter Janika hat eine PEG (seit 9/03). Am Anfang habe ich selbst mir viel Gedanken wegen des wuchernden Fleisches gemacht, war sogar bei einem Chirurgen mit ihr - aber selbst der wollte nicht "intervenieren". Vielleicht ist ja auch ein gewisses Maß an "wildem Fleisch" ok. Vom Ätzstift ist mir immer abgeraten worden. Wir haben lange mit Salbei- Tinktur behandelt (wird auch für nässende Neugeborenen-Bauchnäbel benutzt), mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg. Wenn es sich zu stark gerötet hat, kam Betaisodonna-Lösung (Jod) drauf. Aber seit wir im Oktober mit Janika im (sehr) salzigen Meerwasser war (konnte man drauf liegen) sieht diese Stelle immer supergut aus - was für die "Meersalz-Theorie" sprechen würde. Und das wäre ja leicht auszuprobieren, nur nachher ans gründliche Eincremen denken (trocknet die Haut sehr aus).
Alles Gute - Heidi _________________ Heidi mit Peter, Jo Anna (12) und Janika (10)
Hallo an Alle!
Ich danke euch für die ganzen guten Ratschläge. Ich denke, ich werde einen ersten Versuch mit dem Meersalz machen. Es ist zwar recht schwierig mit Steffi in der Badewanne, weil wir sie eigentlich durch ihr Gewicht von 40 kg im Deckenlifter hängend, duschen, aber ich schätze, man könnte auch einen in Meersalzwasser getauchten Tupfer auflegen.
Nun drücke ich uns selbst erst einmal die Daumen, das es klappt. Ich versuche alles, hauptsache ich kann den Ätzstift vermeiden.
Liebe Grüße
Astrid und Steffi _________________ Astrid mit Steffi geb. 01.04.88, Microcephalus, Epilepsie, Skoliose, Hüftdysplasie, Asthma bronchiale, Button Sonde.
Hallo Astrid,
Mir kam gerade als ich dein Posting las noch eine Idee (bzgl. Meerwasser): manche öffentlichen Bäder haben doch Solebecken - vielleicht wäre das ja eine Möglichkeit, Steffi zu "salzen" (?)
LG - Heidi _________________ Heidi mit Peter, Jo Anna (12) und Janika (10)
also meine Tochter Kiara ist vor 3 Wochen (endlich) aus der Klinik entlassen worden und wir haben es erst mit Augensalbe, Nacl 0,9 % und Bepantenlösung versorgt, so wie es immer in der Klinik gemacht wurde. Folge, ein wirklich sehr großes und sabbendes manchmal etwas blutendes Granolom. (Die PEG war noch nie in der Klinik reizlos)
Ich also im Internet nachgeforscht und die ein oder andere Mami um TIPPS gebeten. Das für mich zutreffende ausgewählt.
Dank dieser vielen TIPPs habe ich mir Kochsalzlösung 5,85 % und Rotöl (Johanniskrautöl /100ml kosten ca. 6,45€) aus der Apotheke besorgt und es sieht jetzt viel viel besser aus. Ist zwar noch nicht ganz weg, aber das Granolom hat sich supi gut zurückgebildet. Mit dem Rotöl bekommt man sehr gut Rötungen weg. In der Apotheke hat man mir auch gesagt, dass das Rotöl in jeder Salbe für Neurodermitis enthalten ist. Also auch für trockene Stellen auf der Haut gut geeignet, mehrmals einmassieren und nach einigen Tagen ist alles wie weggeblasen
Ich versorge die PEG 2-3 mal täglich, erst mit Kochsalzlösung 5,85% säubern oder auch einwirken lassen (bei Verkrustungen,...) und anschließend etwas trocknen lassen, dann mit einem Watteträger etwas Rotöl einmassieren, Kompresse und fertig. Man kann das Rotöl auch mal weglassen. Diese Produkte kann ich echt nur empfehlen.
Hier noch einmal eine Seite, auf der gut beschrieben ist, was Rotöl/Johanniskrautöl ist und wofür man es sonst noch so verwenden kann...
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