Verfasst am: 09.06.2007, 00:08 Titel: Gesundes Folgekind wird immer mit Skepsis betrachtet
Hallo,
Kennt das jemand, kaum hat man das Sogenannte Folgekind geboren, nämlich das Kind nach dem Behinderten. Fragt jeder mit einem skeptischen Blick in den Kinderwagen, ist es diesmal gesunuuuuuund?????
Klar ist es gesund. Aber warum werde ich wenn ich mit meinem kleinen Männlein auf der Straße laufe dumm angeschaut???? Immer mit dem Gedanken. Wieso hat diese Frau nochmal ein Kind bekommen? Wo sie doch schon ein schwerstbehindertes hat.....
Schon in der Schwangerschaft hat man mich empört gefragt weshalb ich nochmal eine Schwangerschaft wage, und ob das denn zu schaffen sei
Selina ist aufgrund von Probleme nach der Geburt behindert nicht weil ich irgendetwas falsch gemacht habe....
Auch kann kaum jemand verstehen, warum ich beim zweiten dann einen geplanten Sectio wollte. Kann das wirklich keiner verstehen, dass man alle Risiken ausblenden will????????
Vielleicht versteht mich von Euch jemand. Eigentlich ist es mir egal was andere sagen und denken, aber das ewige Getue um gesund oder behindert nervt mich. Und selbst wenn ich könnte, würde ich meine Selina jetzt nicht mehr gegen ein gesundes Kind tauschen wollen. Sie ist toll so wie sie ist. genauso wie unser kleiner Marinus.
Danke fürs zuhören, Das musste jetzt mal gesagt werden
Grüße Andrea _________________ Selina, 9.2001 ICP athaxie, dystonie, Tetraspastik ect... und Marinus 11.2006 gesund und sehr munter.
Behinderung ist der nicht gelungene Umgang mit verschiedenheit.
Hallo Andrea,kümmer Dich nicht um die anderen!!!!Du hast alles richtig gemacht!Auch ich wünsche mir noch ein Kind und würde einen geplanten Kaiserschnitt machen lassen.Ich wünsche Dir alle Liebe mit Deinen beiden süssen.LG Sandra _________________ Jamie geb.97 unbekanntes Syndrom,Cerebralparese,Herzfehler,Epilepsie,luxierte Hüfte,seit 2011 Diabetes und Haley Marion geb08 gesund Meine Galerie Mit Mama im Herzen!!! Wir lieben und vermissen Dich!
Hallo! Also, bei uns ist es so, dass unser Folgekind Probleme hatte. Auch nach der Geburt. Sie war ein Notsektio wegen schlechtem CTG. Es dauerte trotzdem sehr lange und sie hatte einen Sauerstoffmangel. Annika geht es relativ gut. Sprich, man sieht es ihr nicht an, dass sie Probleme hat. Mich spricht keiner deswegen an, aber das mit dem geplanten Kaiserschnitt kann ich sehr wohl nachvollziehen.
Für mich wäre es so. Wir möchten eigentlich kein drittes Kind, aber sollten wir uns umentscheiden, dann würde ich mich nicht mehr für eine normale Entbindung entscheiden.
Beim Johann war es schon sehr schwer. Blasensprung, keine Wehen, 24 Stunden wartezeit, keine Wehen. Einleitung, heftige Wehen aber keine Öffnung. Nach weiteren 17 Stunden Saugglocke. Glück gehabt. Ihm geht es gut.
Annika: Einleitung in der 40 Woche. Windpocken bekommen. Abruch der Einleitung. Eine Woche gewartet. Einleitung in der 41 Woche. Heftige Wehen, keine Öffnung. Schlechter CTG. Notkaiserschnitt nach 15 Stunden... den Rest ist Geschichte...
Also, ich konnte es nicht verstehen, wenn jemanden Freiwillig einen Kaiserschnitt machen lässt, weil die Heilung länger dauert und tut mehr weh wie eine normale Entbindung, aber jede Frau Weiß bestimmt wieso sie es machen lässt, aber wenn man schon so eine Erfahrung gemacht hat, dann kann ich es sehr wohl verstehen!!
Kopf hoch!
Erika _________________ Erika mit Annika: mikrodeletionsyndrom 17q21.31 mit allem, was dazu gehört: hypotonie, partielle Polymikrogyrie, Urachusfistel (operiert), Epilepsie (gut eingestellt), Mitralklappenprolaps, Entwicklungs- und Sprachentwicklungsverzögerung, Dyspraxie, uvm! unser Blog: http://annibutterfly.blogspot.com/
Ja das gleiche kenn ich auch,und wir haben uns beim 2 auch für einen geplanten Kaiserschnitt entschieden,einfach nur um auf "sicherer seite" zu sein!
Lass die Leute ,sie wissen es nicht besser.
Ich finde hauptsache euch geht es gut dabei!
Lg Nicole _________________ Stefan(72) und Nicole(74) mit Dennis 6/99 ,Frühkindl.Autismus und Benni 12/2002-gesund
DAS GRAS WÄCHST NICHT SCHNELLER
WENN MAN DARAN ZIEHT!
Hallo Andrea,
ich kann Dich gut verstehen. Den Kaiserschnitt zu planen finde ich auch legitim...
Aber die Leute,was wissen die schon von unserem Leben ??? Gar nichts....
und das ist auch unwichtig, zu erst kommen unsere Kinder, Mann, Familie...
Und die Leute , die es besser wissen, die ignorieren wir einfach..
Kopf hoch!!!!
LG RosaD _________________ Rosa(1966)mit Anne(11.2000) Mikrocephalie, Epilepsie, Skoliose eine glückliche Maus seit 7.07 PEG
und Laura(6. 2003) gesund
Hallo !
Da meine Jungs mit einem Gendefekt geboren sind,
und die Geburt an sich damit nichts zu tun hat,
kann ich zu dem Thema Kaiserschnitt nichts sagen.
Aber die Sprüche der Mitmenschen, das kenn ich auch.
Als wir nach einem besonderen Kind noch ein weiteres Kind bekamen, da hieß es auch:
Warum denn noch ein Kind ?
Oh, ein "Unfall" ? (Das es eine geplante SS war, haben manche gar nicht erst in Betracht gezogen!)
Später dann: Ist sie wenigstens gesund ?
Was heißt das denn bitte !!!
Man muß entweder schweigen, und die Dummen/Blöden stehen lassen,
oder man ärgert sich darüber.
Leider werden wir betroffenen Eltern immer auf Unverständnis und Mitmenschen treffen, die uns einfach nicht verstehen können.
Schon weil sie überhaupt keine Ahnung von unseren Sorgen, Kümmernissen und von unserem Leben mit den verschiedenen Aufgaben haben.
Glücklicherweise haben wir doch (ich hoffe es für alle hier !) Mitmenschen, die uns unterstützen und uns verstehen, oder es versuchen, und das ist das Wichtigste dabei.
Sch... auf den Rest,
wenn ich das mal so sagen darf. _________________ liebe Grüße Christiane
2 besondere Söhne 15(LB) & 9(GB) nicht bestä.Gendefekt, beide mit vielen Strickfehlern.entwickl.verzögert, grob-und feinmoto.Probl.,wahrnehmungsverzögert/gestört, distanzlos, keine Gefahrenseinschätzung, sprachverzögert/gestört, kuscheln und lachen gerne + 5 gesunden Mädchen
Hallo,
Jann war eine Notsectio und Daja, um die Umstände die dazu geführt haben auszuschließen, war ein geplanter Kaiserschhnitt. ich wäre nciht noch mal in der Lage gewesen normal zu gabären. Ich wäre umgekommen vor Angst. Daja sollte dann 2 Wochen vor dem errechneten Termin geholt werrden. Nur kam es dazu nicht , weil Jann die Letzten 9 Wochen vor ihrer Geburt sehr schlecht im KH lag. Ich hatte schon Sorge er würde seine Schwester gar nicht erleben. 2 Wochen vor dem geplanten Kaiserschnitt von Daja wurde Jann heimatnah verlegt. 1 Woche später mußten sie Daja holen, weil ich einen Nervenzusammenbruch hatte und mich gar nicht mehr beruhigen konnte. Also wurde sie insgesamt 3 Wochen vor Termin geholt.
Leider mußte auch sie intubiert werden, da sie Lungenunreife hatte. Hat auch 10 tage auf Intensiv gelegen. Konnte allerdings nach 2 Tagen schon wieder extubiert werden und sie ist gesund. Gott sei Dank!!!
Hallo Zusammen,
danke für Eure Berichte und Erfahrungen. Das hat mir gut getan. Jetzt gehts mir wieder besser. Und ich versuche, das Leben zu genießen, so wie es ist. Und Christiane, auf den Rest zu Sch..... _________________ Selina, 9.2001 ICP athaxie, dystonie, Tetraspastik ect... und Marinus 11.2006 gesund und sehr munter.
Behinderung ist der nicht gelungene Umgang mit verschiedenheit.
ich kenne die gesichter und andere Meiningen nur zu gut.
Emma ist ja als "gesund" geboren, zumindest was sie halt entwicklungsunauffällig bei der Geburt und die ersten beiden Lebensmonate.
In der SS konnte schon kaum einer verstehen warum ich so schnell noch ein Kind wollte und auch jetzt kann kaum einer nachvollziehen warum ich zwei behinderte Kinder habe.
Manchmal ist das geschwätz der Leute ziemlich hart.
Man entwickelt verschiedene Strategien damit umzugehen...
Ich war oft forsch zu den Leuten, was mit hinter her dann auch oft leid tat, denn sie können es einfach nicht nachvollziehen...
Somit versuche ich je nach "Auftreten" auch zu reagieren...
Ich wünsche dir ganz viel gelassenheit für die Zukunft!
ich habe meine erste Tochter Mascha nach kleinen Auffälligkeiten in der SS scheinbar gesund geboren. Dass sie entwicklungsverzögert war, haben wir erst nach gut einem halben Jahr erfahren. Das ihrer Entwicklungsverzögerung eine Hirnreifungsstörung zugrunde lag, haben wir erst erfahren, als Mascha schon 4 Jahre alt war. Da war meine zweite Tochter Johanna schon 1 Jahr alt und ebenfalls scheinbar gesund geboren.
Wie das Schicksal so spielt ist auch unser zweites Kind krank und infolge des Tumors behindert. Wenn man unsere Geschichte jemandem so erzählt, mag es schon Leute geben, die mich fragen könnten, warum ich noch ein Kind bekommen habe. Ich selber denke auch gelegentlich, dass die Gene von mir und meinem Mann wohl nicht so gut zusammen funktionieren. Das ist auch der Grund, weswegen wir auch keinen dritten Versuch wagen. Bitte nicht falsch verstehen, ich liebe meine Mädchen und möchte sie nicht missen und weiß das ihr Leben lebenswert ist. Aber es ist jetzt schon schwer, beiden gerecht zu werden und meine Kräfte sind begrenzt. Letzlich denke ich, ist es jedem selbst überlassen und da sollte weder verurteilt, noch blöd nachgefragt werden. Wir haben das Glück, dass uns niemand blöd kommt und wir besonders nach der Erkrankung unserer Jüngsten viel Unterstützung bekamen. Ich wünsche Dir, dass Dir vor allem solche Menschen begegnen und Du Dein Leben mit einem behinderten und einem gesunden Kind genießen kannst.
Liebe Grüße
Daniela _________________ Johanna *11/2002 (Hirntumor an Stammhirn und Rückenmark Astrozytom Grad I, Trachealkanüle), † 09.08.2011
Mascha *9/1999, Hirnreifungsstörung, Angststörung, selektiver Mutismus, teilkontrakte Spitzfüße
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