Verfasst am: 06.06.2007, 22:47 Titel: Wie helfe ich meinem Kind, Fahrrad zu fahren?
Hallo zusammen
Unser Sohn, 13 Jahre, schwerer Herzfehler und grob- und feinmotorische Schwierigkeiten, hat bis jetzt nicht geschafft, das Fahrradfahren zu erlernen. Seine Gleichgewichtsprobleme und der schwache Muskeltonus machen ihm in dieser Beziehung einen Strich durch die Rechnung. Ich denke, der Hauptgrund müsste dies sein, oder woran sonst könnte es liegen?
Er hat ein normales Jungenfahrrad mit zwei grossen Hilfsrädern von Vitelli und damit schafft er ca. 1/2 Stunde. Er hat so Freude am Fahren, schämt sich aber mittlerweile immer mehr, mit diesem speziellen Rad im Dorf gesehen zu werden. Geistig ist er völlig fit, besucht eine normale Schule und die meisten wissen gar nicht, dass er (noch) nicht Fahrradfahren kann. Wie gerne möchte er wie die anderen....
Von der grossen Tochter haben wir noch ein passendes Kinderfahrrad, auf dem er üben kann. Meine Frage: Wie helfe ich ihm am besten mit welchen Tips? Ich halte mich am Gepäckträger fest und versuche ihm zu erklären, dass er mit dem Lenker schön ausbalancieren soll. Irgendwie klappt's überhaupt nicht, er kippt wie ein Sack um und für mich ist es mega anstrengend, sein Gewicht von ca. 37 kg zu halten.....
Ich wäre froh um Tips, wie es besser gelingen könnte. Hat jemand Erfahrungen damit?
Herzlichen Dank und liebe Grüsse,
Elisabeth _________________ Elisabeth, Mami von Gabriel, geb. 1994: komplexer Herzfehler, hypotone cerebrale Bewegungsstörung mit Beeinträchtigung der grob- und feinmotorischen Fähigkeiten, ausgeprägte Knicksenkfüsse, generell schwacher Muskeltonus
versuche deinem Sohn mal das Rollerfahren bei zu bringen. Damit fördert er sein Gleichgewicht.
Auch ein Laufrad könnte helfen, aber ich glaube für das Alter deines Sohnes ist das nicht mehr das richtige. Du kannst aber auch die Pedale am Fahrrad abschrauben, dann kann er es als Laufrad benutzen um das Gleichgewicht zu finden.
Dein Sohn sollte sich sicher fühlen und keine Angst haben, sonst verkrampft er zu viel und ist anschließend traurig das es nicht klappt.
Wichtig natürlich, immer nur mit Helm fahren lassen!
bekommt dein sohn irgendwelche therapien. das wäre doch auch eine aufgabe
für die therapeuten.
viel glück
lg
gisi _________________ Sabine mit Fenja 6/98
und Nina 10/01 frühkindlicher Autismus, seit Juni 2009 in einer Wohngruppe
Das Gegenteil von "gut" ist "gut gemeint"!
Hallöchen....Ich würde Vorschlagen das dein Sohn mal ein Paar Psychomototik Kurse besucht! Psychomotorik ist auch sehr gut für das Gleichgewicht!!!
Schöne Grüße Justus! _________________ Heilerziehungspfleger !!!Meine Vorstellung!!! !!!Meine Galerie!!!
Nichts hat Bestand, Nicht mal das Leid&selbst das schlimmste geht mal vorbei!
Andere Tipps zum Fahrradfahren kann ich dir auch nicht geben - aber ich kann mir schon vorstellen, dass ein 13jähriger nicht unbedingt mit einem speziell ausgestatteten Fahrrad bei Gleichaltrigen "auffallen" möchte.
Vielleicht wäre so ein richtig großes Kettcar etwas für euren Sohn?! Das kann man gebraucht ersteigern und er hätte etwas, was nicht jeder hat - das Fahradfahren braucht man ja deshalb nicht aus dem Blick verlieren.
Hallo Elisabeth.
Ich überlege mir gerade ein Liegedreirad anzuschaffen. Wenn dein Sohn schon groß genug dafür ist (kann man eigentlich auch für kleine Menschen umrüsten) wäre das vielleicht eine Lösung. Sowas sieht ziemlich cool aus ("normaler" als ein gewöhnliches Dreirad) und man sitzt sehr bequem. Außerdem hat es einen niedrigen Schwerpunkt und ist dadurch wesentlich kippsicherer als ein normales Dreirad. Die KK übernimmt auch teilweise die Kosten, wenn man eine gute Begründung hat. Vielleicht hilft dir das ja weiter. _________________ *11/88, seit 2005 Entwicklung einer spastischen Parese (rechtes Bein) mit ausgeprägter Fußfehlstellung
also unser Großer wird im August 10 und hat gerade erst das Rad fahren ohne Stützis erlernt. Ich habe gemerkt wenn man sich zusehr da reinsteigert und das unbedingt will das sein Kind das kann geht gar nix. Ich habe das jetzt einfach gelassen mit Zwang geht eh nichts! Und siehe da.... schwuppdiwupp .. nu gehts!
Ich bin sehr stolz!
Also, sieh die Sache nicht so verbissen - det klappt scho!!!
LG Sandy _________________ Sandy und ihre Mäuse
Für die Jenige die hier mitliest und es an eine Dritte weitergibt ...
Bevor Du urteilen willst über mich oder mein Leben, ziehe meine Schuhe an und laufe meinen Weg, durchlaufe die Straßen, Berge und Täler, fühle die Trauer, erlebe den Schmerz und die Freuden, und erst dann kannst Du über mich urteilen...
Hallo zusammen!
Wie schön, dass sich schon so viele mit hilfreichen Tips gemeldet haben. Vielen Dank. Ich sollte wohl noch erwähnen, dass unser Sohn bereits 12 Jahre Therapien verschiedenster Art hinter sich hat und deshalb so ziemlich "therapiemüde" ist. Zur Zeit macht er eine Pause. Dabei waren auch 2 Jahre lang Psychomotorik und sonst hauptsächlich Physio zur Stärkung seiner schwachen Muskulatur(tonus) und seiner Gleichgewichtsprobleme. Bei ihm ist es sehr schwer, Erfolge zu sehen, mich dünkt es immer etwa gleich. Es ist nicht leicht, Muskulatur aufzubauen, die fehlt ihm einfach irgendwie.
Eine Physiotherapeutin versuchte ihm das Rollerfahren beizubringen, es klappt noch nicht wirklich, nur 2-3 Meter. Zu einem Physiotherapeuten nahm ich ab und zu das Fahrrad mit und sie versuchten es in einer Stunde, jedoch auch noch ohne Erfolg. Dann kam das Rollerbladen/Inlineskaten hinzu, das doch etwas ging, jedoch recht anstrengend war und ihm nicht unbedingt riesigen Spass machte. Natürlich muss immer jemand dabei sein, ich finde es auch für ihn etwas gefährlich.
Unter Druck geht wirklich nichts, hoffen wir einfach das Beste.
Liebe Grüsse,
Elisabeth _________________ Elisabeth, Mami von Gabriel, geb. 1994: komplexer Herzfehler, hypotone cerebrale Bewegungsstörung mit Beeinträchtigung der grob- und feinmotorischen Fähigkeiten, ausgeprägte Knicksenkfüsse, generell schwacher Muskeltonus
dieses liegedreirad wie michel geschrieben hat, find ich ja klasse. ich hob sowas
auch schon gesehen. es sieht wirklich "cool" aus da kommt neid auf
vielleicht könnt man sowas auch mit motor-unterstützung bekommen, gibts
doch auch schon bei fahrrädern. kenn mich damit aber nicht aus, keine ahnung
wie das funktioniert.
lg
gisi _________________ Sabine mit Fenja 6/98
und Nina 10/01 frühkindlicher Autismus, seit Juni 2009 in einer Wohngruppe
Das Gegenteil von "gut" ist "gut gemeint"!
Hallo Elisabeth.
Eine "Motor-Unterstützung" wie Gisi geschrieben hat gibt es tatsächlich. Für ein Liegedreirad kommt zB sowas wie ein Schlumpfantrieb in Frage. So ein Getriebe ist quasi eine Unterstützung zum treten und von aussen eigentlich nicht von einer normalen Kurbel zu unterscheiden. _________________ *11/88, seit 2005 Entwicklung einer spastischen Parese (rechtes Bein) mit ausgeprägter Fußfehlstellung
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