Hallo Katja, ja da gebe ich dir vollkommen Recht. Genauso wie du eben geschrieben hast denke ich das auch. Klar gibt es Fälle, da werden die Kinder vernachlässigt und dann sollen Therapien retten was zu retten geht. Das kann natürlich nicht aufgehen. Ich denke es ist ein miteinander von Eltern, Kiga und dann auch Therapeuten (wenn diese nötig werden). Wie sagte letztens unser Kindergartenleiterin auf dem Elternabend: "Wir merken ganz genau, wo mit den Kindern zu Hause noch etwas gemacht wird und wo mit den Kindern zu Hause nichts passiert. Wo zu Hause die Kinder noch angehalten werden bestimmte Dinge zu tun und zu lernen und wo nichts in diese Richtung passiert." Und ich denke, das sieht man wirklich sofort.
Auch unser Junge würde freiwillig im Kiga nie in die Bastelecke oder an den Maltisch gehen. Und zu Hause auch nicht. Dieses Problem haben wir und auch der Kindergarten erkannt. Und rechtzeitig reagiert: Im Kiga muß Tobias genauso wie die anderen Kinder basteln und malen, wenn das angesagt ist, auch wenn er es nicht möchte. Und auch zu Hause bastelt und malt er zwischendurch (auch wenn er es überhaupt nicht möchte). Ich denke, da muß man ein bißchen reagieren. Ist doch klar, wenn ein Kind gar nichts in diese Richtung macht, gehts in der U Untersuchung schief (wäre es auch bei uns gegangen, wenn wir nicht reagiert hätten) und dann gehts nachher in der Schule auch schwer (auch mit dem Schreiben). Es ist harte Arbeit, denn man muß z.B. unseren Tobias immer und immer anhalten mit dem Basteln und Malen, wenn ich ihn lassen würde, würde er immer draußen sein und laufen , aber es muß sein.
Und zum Verein - Tobias spielt Fußball seit er 3 Jahre ist, ein bißchen früh vielleicht, aber er ist sehr geschickt mit dem Ball und nach Probetraining wollte der Trainer, daß er weiterhin kommt. Dort hat er gelernt, sich anzustellen, wenn eine bestimmte Übung gemacht wird, Regeln zu akzeptieren und zu befolgen, daß zu machen, was die anderen machen und zu hören, was sein Trainer sagt, außerdem die Regeln eines gemeinsamen Spieles. Alles Dinge, die für einen (hibbeligen) 3-4jährigen schwierig sind, die er aber super mit Hilfe seines Trainers gelernt hat. Ich denke, ein Verein ist für ein Kind sehr wichtig und die Kinder können da nur lernen. Aber klar, sind das keine Therapeuten, wenn es weitere Probleme gibt muß eine Therapie einfach sein.
Kinder die Probleme haben brauchen Hilfe, egal ob die Kinder ein Regelkind sind oder nicht, egal wie groß oder klein die Probleme sind. Denn da ist eine Unterscheid dann wirklich hinderlich und nicht nötig. _________________ LG
Susanne
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Sohn (9,5 Jahre): ADHS, Fructoseintoleranz, v.a. Migräne, Kiss-Kind (noch immer in Behandlung)
Hallo Miriam, ich verstehe, dass du dich angegriffen fühlst, das brauchst du aber nicht. Zufällig ist dein Kind nicht spargeldünn und wird deshalb in die leider zuoft zutreffende Gleichung: "Zuwenig Bewegung-ungesunde Ernährung-zuviel TV" reingesteckt. Mein Sohn, der übrigens erst mit 5 Jahren als behindert diagnostiziert wurde, steckte zuvor auch häufig in der Gleichung "Fall für die Supernanny", obwohl das völllig falsch war und ich habe mich tierisch darüber aufgeregt. Bei deinem Kind stimmt es nicht, aber bei vielen, viel zu vielen Kindern schon, denn die meisten Kinder werden nunmal mit dem Auto schon zum Kiga gebracht und nachmittags zu allem anderen und ich brauche mir nur Kinder anzusehen, um zu sehen, wie viele nicht schlank sind, außerdem muss ja jemand all den Fastfood in den Läden essen und sehe ich täglich viele kids in McDoof und rund um Kioske, das gab es früher ja alles nicht so. Das ist die Verführung pur und so werden wir Erwachsene und die Kinder immer fetter. Das sieht man doch schon, da braucht man nicht einmal Studien dafür.
Aber dein Kind wird da eben ungerechterweise mit in diesen Topf geworfen und das ist ärgerlich.
Ärgerlich finde ich auch immer die Erziehungsbespitzelei gegenseitig, obwohl fast jeder Erwachsene daheim TV glotzt und sich auch mitunter oder sogar oft ungesund ernährt und beides auch gerne. Gerade im SPZ waren Janosch und ich die einzigen, die gerne mal morgens vor dem Frühstück in der Elternküche Kika oder SuperRTL schauten wie in den Ferien und an WE auch daheim. Alle anderen Familien taten es nicht oder waren sogar erstaunt, dass wir es taten. Aber die Kinder kannten die ganzen TV-Figuren, die vorkamen und die Väter auch, die ja bekanntlich sich eher zu Lastern bekennen als die supertüchtigen Mamis.
Ein Erziehungswissenschaftsprof an unserer Uni, der Bücher über den schädlichen TV-Konsum schrieb, hatte daheim seinen Fernseher hinter einem Vorhang versteckt, was aber entdeckt wurde und zu viel Gelächter führte.
Nein, niemand muss sich hier rechtfertigen, dass sein Kind zu gesund für Therapien ist oder auch, dass alle Familien irgend welche Laster haben. Das wäre ja noch schöner. Die Ärzte achten schon selber auf ihre Budgets und es gibt viele Gründe, die alle schon aufgezählt wurden, gute Gründe, warum Kinder heute mehr und eher Therapien bekommen. Man kann einfach noch mehr fördern als später.
Man bemüht sich in die richtige Richtung, ohne den Spaß am Leben zu verlieren und dann passt´s schon. Das gilt jedenfalls für die meisten. Und wenn uns mehr und mehr Maschinen und Roboter ersetzen, heisst das nicht, dass wir auch so fehlerfrei werden können.
danke für deine Worte. Es ist halt nicht einfach, allem heute gerecht zu sein. Teilweise finde ich es auch extrem, was heute von den Kindern -- gerade in der Schule -- verlangt wird. Neben Hausaufgaben und Essen bleibt heute kaum noch Zeit, etwas zu unternehmen.
Meine Schwiegermutter kritisiert ständig meinen Sohn, weil er halt beim Essen nicht so ordentlich ist (ich behaupte, dass es fehlende Motorik ist, Schwiegermutter meint, dass es fehlende Erziehung ist). Soll ich mein Kind bestrafen, weil er es nicht schafft, sich das Brot gut zu schmieren, sich dabei immer halb selbst mit einschmiert?? Oder soll ich mit viel Geduld ihm das immer und immer wieder vorzeigen, bis es langsam und in ganz kleinen Schritten besser wird?
Fernsehen... ein Thema für sich. Schwiegermutter meckert, wenn die Kinder bei denen sind, dass sie Fernsehen wollen. Ist ja auch ok.. aber sie ist dann auch so, dass sie die Kinder gucken lässt. Und nicht ne halbe Stunde, sondern teilweise 3 Stunden!! Dabei gibt sie den Kindern dabei mal hier ein Eis, dort Popcorn, da was Süsses...
So etwas gibt es bei mir nicht!! Und sie meckert dann noch, wenn ich sage, dass sie bitte nur ne halbe Stunde schauen sollen. Wenn wir mal alle bei denen sind, bin ich nach ner Stunde spätestens am Ausknopf des Fernsehers und bekomme dann schon fast schimpfe (die Kinder sind so ruhig / so lieb und du willst sie dann stören etc). Kein Wunder, dass man Mann fernsehsüchtig ist (wir haben einen Fernseher mit Code... und nur ich kenne diesen, was richtig bitter für alle drei Kinder (2 eigene und meinen Mann ) ist!)
Grüße,
Miriam _________________ M. SMA, bds. Taubheit (mit CIs versorgt);
L. urininkontinent;
J. Legasthenie, motorische Probleme
Hallo an die, die sich von mir angegriffen fühlten,
ich weiß sehr wohl, daß es auch bei gut geförderten und gut erzogenen Kindern, die keine auffällige Behinderung haben, Defizite geben kann, habe selbst so ein Kind im nahen Bekanntenkreis, das Ergo dringend nötig hatte, um seine motorischen Probleme in den Griff zu bekommen. Ein gro0er Sauerstoffmangel macht einen gro0en Schaden und ein kleiner, den man vielleicht garnicht bemerkt hat, hinterläßt eben unter Umständen auch einen Schaden. Von daher möchte ich wirklich niemanden hier angreifen. Nur habe ich auch schon genug Kinder aufwachsen sehen, wo das Ergebnis geradezu vorhersehbar war. Aussage einer Mutter nach der Schuluntersuchung: 'Sie hat was malen sollen - Ich habe gedacht, das mit den Stiften lernen die in der Schule.' Also, wenn ich so etwas höre, fällt mir nichts mehr ein.
Oder die Erzählung eines jugendlichen Freundes, damals achte Klasse: 'Wir hatten gestern Wandertag - mit Wandern hatte es ja eigentlich nichts zu tun, waren noch nicht einmal 10 Kilometer, aber die meisten haben gejammert, weil es für sie zu weit war.'.
Ein Kind aus der Nachbarschaft, das bei der Einschulung schon 9 Kilo Übergewicht hatte. Ernährung zuhause war Fastfood, Fertiggerichte, Süssigkeiten ohne Ende, Cola und Limonade. Natürlich war es richtig, daß das Kind einen lägeren Aufenthalt in einer Einrichtung, die für solche Fälle spezialisiert ist, bekommen hat - aber das Problem war hausgemacht.
Ansonsten finde ich die Bezeichnungen I-Kind und Regelkind absolut nicht aussagekräftig. Ich war die ersten 4 Schuljahre ein Regelkind, obwohl ich damals keineswegs weniger körperbehindert war wie heute, eher im Gegenteil (man gab mir damals noch keinen Rollstuhl, war deshalb ziemlich eingeschränkt). Ich hatte trotzdem in schulischer Hinsicht keinen sonderpädagogischen Förderbedarf, denn Lernen hat nichts mit der Gehfähigkeit zu tun, wo mein 'Problem' liegt.
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