Verfasst am: 01.06.2007, 11:59 Titel: Manchmal bekomme ich Zweifel
Also, ich bin eigentlich katholisch erzogen und sehr gläubig, aber wnn ich mir hier die vielen schlimmen Schicksale all der unschuldigen kleinen Mäuse ansehe....
Naja, ist schon schlimm, daß es überhaupt solch furchtbare Erkrankungen geben muß.
Nun, wenn ein erwachsener Mensch vielleicht nach jahrelangem Rauchen Lungenkrebs bekommt, ist das auch tragisch, aber diese Menschen hatten wenigstens eine Chance, hört sich vielleicht blöde an und ich will damit nicht sagen, daß sie selber schuld haben
Aber ein Kind ist doch auf jeden Fall völlig unschuldig und irgendwie sollte doch jeder eigentlich die gleiche Chance haben.
Ja, ich frage mich in manchen Situationen einfach, wie kann Gott das zulassen, daß so ein kleiner Wurm leiden muß?
Bitte nicht falsch verstehen, aber ich finde es so schrecklich traurig, da wir Menschen da so hilflos sind. _________________ Jutta(67), Jonas.11.04,schwere therapieresistente Epilepsie(symptomatisch-multifokal), Zn SUDEP, ICP(spastisch-dyskinetisch) Skoliose, chron. resp. Insuffiziens, sauerstoffpflichtig, chron. Hyperkapnie, Fundoblikatio, Button,ein Mausebär.-) Unsere Galerie
da setze ich mich gleich mit ins Boot.
Manchmal sehe ich auch hinter (nach) schwerem Leid einen "Sinn".
Aber manches Mal kommen mir auch die o. g. Zweifeln.
Gerade wenn zu angeborenen "Leiden" dann immer wieder neue hinzukommen.
Da habe ich auch schon mal gesagt, daß was Sohnemann bis jetzt erleiden mußte, reicht doch wirklich: Warum immer noch mehr?
Anne _________________ DUM SPIRO SPERO
(solange ich atme, habe ich Hoffnung) CICERO
Benedict 06/99, Osteopathia striata, Z. n. Analatresie,neurogene Blasenentleerungsstörung, tracheotomiert, re. blind., Syndakt. beider Hände, Fibulaapplasie beidseits,Makrocephalie, Gaumenspalt u. e. mehr
Tochter A. 01/96, in der Grundschulzeit Absencen
Ich bin mir völlig sicher, dass es überhaupt keinen Sinn hat, dass Linn schon so oft leiden musste und auch in Zukunft immer wieder tun muss.
LG
Nellie _________________ Linn *2004, Intensivkind mit schwerster Mehrfachbehinderung durch eine Gehirnfehlbildung namens pontocerebelläre Hypoplasie Typ 2a (PCH 2a), Sondenkind mit Button, Epilepsie, Tracheostoma, nachts beatmet, schwere Wahrnehmungsstörung und ein zauberhafter roter Lockenkopf mit festem Willen und Ann *06/09, fröhliche Minimaus --> unsere Vorstellung und --> Bilder von uns
Hallo ihr drei!
Ich glaube daran, dass Gottes Wege unergründlich sind und wir trotz unseres Verstandes nicht verstehen können. Daher bringt es für mich nichts, über den Sinn von etwas nachzudenken- jedenfalls im christlichen Sinne.
Andererseits: Ich hoffe und vertraue darauf, dass Gott uns nicht "einfach so" quält, sondern dass ER "weiß, was er tut". Ich hoffe, ihr versteht, was ich meine Und wenn das so ist, dann gibt es zumindest Gründe, warum Dinge geschehen. Behinderte Kinder werden ja oft als besondere Aufgabe, als besondere Kinder mit besonderen Eigenschaften beschrieben, sodass ihr Zweck auf Erden ist, uns an das Elementarste zu erinnern und uns Menschen Freude und Glück zu schenken.
Zum Thema Tod: Schlimm ist es ja in jedem Fall für die Angehörigen. Für die Kinder und anderen Verstorbenen ist es ja vielleicht einfach nur der Weg in eine schönere, bessere Welt- ein Leben hinter dem Horizont. Daran glaube ich ganz fest. Das lindert natürlich nicht die Schmerzen der Hinterbliebenen, lässt für mich aber den Tod besser ertragen.
LG Katrin _________________ Katrin (*83), Förderschullehrerin an einer Förderschule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung
mein Vater hatte vor vielen Jahren einen schweren Arbeitsunfall. Seitdem kann er seine linke Hand (er war Linkshänder) nicht mehr bewegen. Trotzdem kann er mittlerweile wieder fast alles machen. Er hat z.B. damals unser komplettes Haus tapeziert (DANKE, Papa!). Auch wir haben uns häufig gefragt, warum das geschehen musste.
Heute sehe ich einen Sinn darin. Mein Vater kann Jan (er hat ja eine Hemiparese und kann seine Hand auch gar nicht nutzen) sehr viel zeigen. Und ich kann Jan auch immer wieder damit trösten, dass sein Opa ja auch eine Hand hat, die nicht so will, wie er es gerne hätte.
Diese Erkenntnis haben wir aber erst jetzt, viele Jahre nach dem Arbeitsunfall meines Vaters.
Und trotzdem hadere ich auch des öfteren und frage mich, warum es so viel Leid auf dieser Welt gibt.
Nachdenkliche Grüße
Yvonne _________________
Jan (2001)
Hemiparese (rechts) nach Aneurysmablutung und Mediainfarkt
komplette Hemianopsie nach rechts, Optikusatrophie links
Epilepsie, funktionelle Hemisphärektomie
Genau das ist das Problem, daß das alles eben keinen Sinn macht.Wenn man wüßte, es dauert jetzt noch eine Zeit, aber dann geht es dafür aufwärts wäre alles erträglich. Was auch so schockierend ist, daß es so wahnsinnig viele Kinder gibt, die so leiden. Solange man nicht betroffen ist, bekommt man durch die Medien oder die Gesellschaft nur selten mit wieviel Leid es gibt. Denke, daß das auch keiner hören möchte.
Warum muß ein Kind schon so leiden??
Nein das macht überhaupt keinen Sinn, zumal wenn keine Hoffnung auf Heilung besteht. _________________ Jutta(67), Jonas.11.04,schwere therapieresistente Epilepsie(symptomatisch-multifokal), Zn SUDEP, ICP(spastisch-dyskinetisch) Skoliose, chron. resp. Insuffiziens, sauerstoffpflichtig, chron. Hyperkapnie, Fundoblikatio, Button,ein Mausebär.-) Unsere Galerie
ich habe mir auch schon so viele gedanken zum sinn ( oder nicht-sinn) des ganzen leidens gemacht;
ich habe ( bzw. mein vater) hat auf der beerdigung meiner mutter ( die am 1.05.nach schwerer krankheit, lunkenkrebs, OHNE jemals geraucht zu haben,verstorben ist) ein tolles buch bekommen;
licht am ende des lebens (? oder so ähnlich) und irgend wie denke ich nach dem buch noch vielmehr das wirklich alles einen sinn hat ( auch wenn wir ihn nicht sehen, erkennen können)
doch, für mich gibt es Hoffnung. Besserung wird es nicht geben, da müsste wirklich ein Wunder geschehen. Aber Hoffnung hab ich. Jesus sagt: "Lasst die Kinder zu mir kommen, denn für sie ist das Himmelreich."
Wir waren am Pfingstwochenende an einer christlichen Freizeit in der Schweiz und da kam ein kleiner Junge auf mich zu, schaute sich Tikvah ganz ernsthaft eine Weile an und sagte dann: "Ist doch schade, dass sie garnicht spielen kann." Wir haben uns dann ein bisschen unterhalten und ich sagte ihm: " Ich denke, dass Jesus für sie ein ganz besonders schönes Plätzchen vorbereitet im Himmel". (Er hat ja gesagt, dass er geht, um für uns einen Platz vorzubereiten).
Eines Tages (hoffentlich dauert es noch lange) wird Tikvah uns verlassen. Dann werde ich wohl sehr traurig sein. aber ich werde auch WISSEN, dass das der erste Tag ihres echte, guten, ewigen Lebens sein wird, an dem alles Leid dann aufgehört hat. Jesus wird sie mit offenen Armen empfangen und ihr Leben geht dort bei ihm weiter, aber ohne Krankheit und Leid. Sie wird kein Stern sein oder sonst was, sondern sie wird weiterhin Tikvah sein, aber mit einem neuen, gesunden, perfekten Körper und dann wird sie erst richtig zu leben beginnen. Das ist meine Hoffnung. Es wird nicht so bleiben, es wird eines Tages DOCH besser werden.
Aber die Zeit hier,...ja, das ist nicht immer einfach, um das einzuordnen.
Viel Kraft und liebe Grüsse
Hallo Renate, das sind sehr trostreiche Worte.
Ja sicher nach dem Tod, diese Hoffnung habe ich auch, geht es allen gur.Egal ob reich oder arm, jung oder alt.
Aber doch wünscht man sich für all diese kleinen Mäuse, die doch trotz allem meist voll Vertrauen und Zuversicht ins Leben blicken, daß sie auch hier die schönen Seiten kennenlernen dürfen _________________ Jutta(67), Jonas.11.04,schwere therapieresistente Epilepsie(symptomatisch-multifokal), Zn SUDEP, ICP(spastisch-dyskinetisch) Skoliose, chron. resp. Insuffiziens, sauerstoffpflichtig, chron. Hyperkapnie, Fundoblikatio, Button,ein Mausebär.-) Unsere Galerie
Hallo Jutta, ich habe mir grad eure Photos angeschaut. So ein süsses Kerlchen!!!
Du hst recht, es ist nicht einfach, und ich gebe zu, unser Kind leidet nicht in dem Sinn, dass sie Schmerzen hat oder Atemnot oder nicht abhusten kann oder was auch immer...Dafür bin ich sehr dankbar.
Aber ich schaue praktisch NIE auf all die Dinge, die ihr versagt bleiben. Ich richte meine Aufmerksamkeit ganz bewust auf die kleinen Dinge, die sie wohl (ein bisschen) kann. Denn mich zieht es sonst nur runter und ihr hilft es ja auch nicht.
Zu dem kleinen Jungen habe ich zB gesagt: " Ja, sie kann nicht spielen, aber schau mal, wie sie lacht! Wie sie sich freut! Sie weiss ja garnicht ,dass sie nicht spielen kann, also ist sie deshalb auch nicht traurig."
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