Verfasst am: 31.05.2007, 11:44 Titel: Ehem. Frühchen, jetzt fast 9, mag fast nichts essen
Hallo! Meine Tochter ist nun fast neun Jahre alt. Sie ist ein ehemaliges Frühchen aus er 26.SSW, hat sich aber gut entwickelt. Einziges Problem ist und bleibt das Essen!! Das fing schon mit der Umstellung von der Flasche aufs Gläschen an! Sie wollte einfach nichts essen. Erst recht nicht die Gläschen mit Stücken!!! Maximal Brei.
Und auch heute noch trinkt sie am liebsten Kakao und ich glaube, ich könnte sie, wenn ich sie lassen würde!!! mit Kakao groß ziehen. Ansonsten mag sie Milchreis und Pfannekuchen. Zu fast allen anderen Mahlzeiten muss ich sie fast zwingen. Es gibt jeden Tag Theater. Auch Dinge, die bei anderen Kindern hoch im Kurs stehen wie Pizza, Nudeln, Pommes, Lasagne, Fischstäbchen etc etc.... Nichts davon mag sie gerne! Hat noch jemand ein ehem Frühchen mit solchen Problemen? Kommt das noch von der Sondennahrung? Hat jemand gute Ideen? Bei uns herrscht mittlerweile leider auch eine ziehliche Spannung ums Essen. Das muss wieder besser werden. Über einen Erfahrungsaustausch würde ich mich sehr freuen. Danke! anne
Verfasst am: 31.05.2007, 11:57 Titel: nachtrag zum ehem Frühchen
Sorry, ich meinte nicht Sondennahrung sonder die Ernährung über die Magensonde. Sie hat ja die erste Zeit die Muttermilch über die Sonde bekommen. Anne
Wir haben auch ein ehem. Frühchen 24.SSW. Leider ist das Essen auch ein Streßfaktor bei uns. Ich könnte unseren Sohn auch mit Kakao großziehen, er würde nichts vermissen!!!
Ich habe irgendwann angefangen die Milch 50% mit Wasser zu verdünnen. Damit wurde es etwas besser, da er nicht mehr satt wurde.
Er mag ebenfalls für sein Leben gern Pfannekuchen, aber diese nur mit Nutella.
Es gibt noch einige andere spezielle Dinge die er mag, Pizza auch, aber nur eine Sorte und alle Sorten Fleisch.
Brot - nur Toast und nur mit Nutella.
Überall wo wir auftauchen sind wir in Begleitung unseres großen Nutellaglases und mit Kakao.
Ich denke teilweise liegt es an Wahrnehmungsstörungen und teil's an seiner terroristischen Art.
LG
Kerstin _________________ Luca 03 Frühchen 24 SSW, blind, entwicklungsverzögert und Zwillingsschwester Emilia ein Sternenkind; emotionaler Mittelpunkt der Familie von Lissi 14, Maschi 23, Karo 23 und Mama *67 & Papa *62
Hallo Kerstin,
vielen Dank für Deine Antwort! Meine Kinder sind übrigens auch alle in Köln zur Welt gekommen! (Ich habe noch Zwillinge, die sind 4 Jahre alt)
Mit den Vorlieben beim Essen finde ich ja sehr interessant. Klar, zum Frühstück gibts auch Nutella und sonst nichts. Abends erlaube ich kein Nutella und da wird dann auch wieder stundenlang am Brot rumgenagt. Ist auch völlig egal welche Wurst, Käse, Müslis Jughurts etc.. ich auf den Tisch stelle. Es wird gemeckert.
Ach ja, und der Kakao muss warm sein. Kalter Kakao wird nicht akzeptiert! Als Lea noch kleiner war habe ich halt immer gedacht das würde sich "rauswachsen". Irgendwann setzt der Verstand ein und das Kind fängt an zu essen.. Da habe ich leider falsch gedacht. Sie hat auch kein großes Hungergefühl. Nur ganz ganz selten fragt sie nach was zu essen. Selbst Süssigkeiten sind wenig interessant. Sie isst natürlich Süssigkeiten, aber sie fragt nur ganz selten danach.
Ich frage mich auch ob es an der Wahrnehmung liegt. Sie ist auch oft recht zappelig - aber die Schule läuft gut. Ich weiß es einfach nicht...
Puh, 24. SSW das war aber super früh! Damals, bei Lea, habe ich die Lungenreifespritzen glaube ich erst ab der 25.SSW bekommen, weil kleinere Frühchen noch gar nicht durchgebracht werden konnten. Aber jetzt hört man öfter mal von Frühchen aus der 24.SSW. Ich sehe gerade dass Taxi Mama wieder los muss. Danke für Deine Antwort
LG Anne
ja das war sehr früh und ist leider nicht so gut ausgegangen...
Bei uns ist das auch so, der Kakao darf nur warm sein, kalt - niemals würde er das akzeptieren, und er darf nur aus einem bestimmten Gefäß sein!!!
Außerdem darf es auch nur Kaba sein. Ist schon irre!
LG
Kerstin (aus Elsdorf) _________________ Luca 03 Frühchen 24 SSW, blind, entwicklungsverzögert und Zwillingsschwester Emilia ein Sternenkind; emotionaler Mittelpunkt der Familie von Lissi 14, Maschi 23, Karo 23 und Mama *67 & Papa *62
ich glaub auch, dass das auch viel mit Wahrnehmungsstoerungen zu tun hat. Unser Gabriel hatte ja eine Magensonde, begann dann erst zu essen, als wir in Graz waren (war sehr muehsam, hat sich aber gelohnt).
Danach ass er nur das superfette Joghurt "Stracciatella", 4 Becher am Tag, sonst nichts. Da hab ich dann seeeehr langsam angefangen Haferflocken reinzumischen, aber natuerlich den Becher beibehalten. Irgendwann mal konnte ich eine andere Schuessel verwenden, wie ich das geschafft hab, weiss ich nicht mehr. Und irgendwann mal warens dann auch Haferflocken mit Obst und normales weisses Joghurt, aber das hat insgesamt 6-8 Monate gedauert.
Bis vor kurzem ass er auch nix anderes, morgens den Brei, und nachmittags, und dazwischen einfach nix. (haett es den Brei gegeben, haette er natuerlich schon gegessen, aber den gabs nicht).
Seit ca. 2 Monaten isst er jetzt fast immer mittags (er ist jetzt 4,5 Jahre alt, hat also insgesamt 2,5 Jahre gedauert). Nicht unglaubliche Mengen, aber doch einiges. Sooo toll!!
Nun, verglichen mit euch, ist das trotzdem superschnell gegangen. Hmmm, was schon sehr witzig war: wir machen auch Homeopathie, und ein bisserl zu essen angefangen hat er nach der Behandlung im November, dann wurde es langsam wieder weniger. Im Februar fragte sie mich dann, wies mit dem essen steht, und ich erzaehlte ihr, dass er ploetzlich auch mittags ass, und dann wieder nicht mehr. Da hat sie genickt, dann bekam er was, und ein paar Tage spaeter fing er an mittags zu essen..... Davon kann man jetzt halten was man will, aber ich glaub nicht, dass das Zufall war...
Seine Wahrnehmungsstoerungen sind uebrigens auch viel besser geworden, das half sicher auch mit, keine Frage. Besser wurden die Wahrnehmungsstoerungen aufgrund einer erstklassigen Ergotherapeutin und weil wir zum Chiropraktiker gehen seit November.
Wenn jetzt eure Kinder pumperlgsund waeren, dann wuerde ich euch meine eigene Geschichte erzaehlen. Ich war ein ganz normales Kind, aber beim essen war ich eine absolute Katastrophe: kein Gemuese, kein Obst, kein Fleisch, keine Wurt, kein Kaese, kein Salat. Und nur Minimengen. Essen war fuer mich einfach absolut nicht wichtig. Meine Schwester versuchte immer, an die Kekse im Schrank ranzukommen, mir waren die sowas von egal.
Nun, aber was ass ich denn ueberhaupt. Na immerhin ass ich Nudeln, Reis, dann Brot (aber nur mit Marmelade), Suessspeisen (Kaiserschmarren & co), das wars auch schon. Ich kann mich erinnern, wie ich Mitschuerlinnen wirklich aus tiefstem herzen bemitleidete, weil sie einen Apfel mitbekommen hatten zum essen
Und ich kann mich auch noch erinnern, als ich zum erstenmal eine ganze Kartoffel zum abendessen essen konnte (bei uns gabs oefter mal Pellkartoffeln mit kaese usw. ich ass natuerlich nur die kartoffel mit ein bisserl Butter). Es war eine winzigkleine Kartoffel, aber ich ass sie ganz alleine auf. Poh, war ich stolz (ich war 9 Jahre alt, da sollte das eigentlich keine Sensation sein, eine Kartoffel zu essen... )
Und uebrigens, ich bin auch ganz schlecht gewachsen, ich war mit 13 Jahren 1,33 m gross und hatte 25 kg.
Ausgewachsen mit dem Appetit hat sich das erst mit 18-20 Jahren. Nicht gerade aufbauend fuer euch, aber so wars zumindest bei mir leider
Heute ess ich fast alles, aber das bringt meiner armen Mutti, die sich mir mir abquaelen musste, auch nix mehr
Das einzige, was mir daher einfaellt, ist: Druck komplett wegnehmen, denn das bringt gar nichts (ich bin soooo froh, dass mich niemals jemand gedraengt hat!).
Dann vielleicht waer doch die Homeopathie etwas, dass ihr euch ueberlegen wollt (?). Wegen der Wahrnehmungsstoerungen kann ich wirklich den Chiropraktiker sehr empfehlen, das hat bei uns unglaublich viel gebracht.
Ich druecke euch die Daumen!
Liebe Gruesse,
Birgit _________________ Mama von Gabriel (*2002, Sauerstoffmangel waehrend der Geburt; allgemeine Entwicklungsverzoegerung; komplexe Wahrnehmungsstoerung: Magensonde zw. 15 Monaten und 2,5 Jahren; derzeit non-verbal, aber verwendet Gebaerden) und Julian (*2004, gesund) und Florian (*gerade noch 2008 ;o) und ein gesundes, ganz liebes und braves Baby)
Oh mann, das hört sich ja nicht so toll an....
Ich selber war auch immer etwas wählerisch mit dem Essen, aber ich habe immer Gemüse und Kartoffeln geliebt. (Das ist bis heute so) Ich hatte aber auch mit fünf Jahren schon Gallensteine daher war es klar, dass ich fettiges aus der Pfanne nie gemocht habe.
Organisch ist Lea aber gesund, das habe ich mal checken lassen. Bei einer Osteopatin sind wir gewesen, das hat den Jungs unheimlich viel gebracht, Lea aber eigentlich nichts.
Die Jungs werden wg der Entwicklungsverzögerung auch homöopathisch behandelt, mit Lea war ich nicht, weil mir der Gedanke dass das mit dem Essen besser werden könnte noch nicht gekommen war. Das werde ich nun auch noch einmal in Angriff nehmen. Danke für den Tipp.
Mit dem "Druck" ist es ja nun auch so, dass die Jungs einen integrativen Kindergartenplatz haben und somit auch im Kiga zu Mittag essen. Ich koche also nur für Lea und für mich. Das bedeutet, dass ich koche um es dann wegzuschmeissen und das finde ich schade und es ärgert mich. Im Moment koche ich eigentlich nur für mich, d.h. ich koche das was ICH gerne esse und sie darf mitessen, wenn sie möchte. Das entspannt die Situation etwas.
Auf jeden Fall danke ich für die ausführlichen Berichte.
Hallo Birgit, Hallo anne ,
habe gerade euren Beitrag gelesen. Finde meinem Sohn (5) darin wieder. Er ißt kein Obst, Gemüse, Wurst, Käse, Marmelade. Er ist in der Kita und da ißt er auch nicht. Die machen das jetzt so, wenn er Mittags nicht probiert dann bekommt er zum Kaffe auch nichts. Also ißt er morgens (7 Uhr) Nutellabrot und dann um 15 Uhr erst wieder.
Eine Zeit lang hat er "Phasenessen" gemacht das heißt 1/2 Jahr nur Wiener dann 1/2 Jahr nur Wasserreis usw.......
Zuhause probiert er auch nicht und wenn dann geht er auf Klo und übergibt sich.
Weiß nicht mehr was ich machen soll.
Habt Ihr da noch ne Idee?
wenn man ein Kind mit Esstoerungen zum essen bringen will (so wie z.b. Gabriel, der mit einer Sonde ernaehrt werden musste, weil er NULL ass), dann heissts normalerweise
- Druck wegnehmen (was auch immer er macht, essen oder nicht, ist wirklich!! egal)
- aber ueber die Sonde gibts auch nix mehr
Das hiesse fuer dich: was auch immer er am Tisch isst, ist dir (wirklich!!) vollkommen egal, er soll das essen, was er will.
Aber dazwischen gibt es keine Kekse, Chips oder aehnliches. Gegessen wird am Tisch! und zu bestimmten Zeiten. Das kann z.b. morgens, mittags, nachmittags und abends sein.
Man setzt sich zum Essen auch gemeinsam hin, keine Ablenkungen, und unterhaelt sich und hats gemuetlich.
Um das Essen lustiger zu machen, koenntest du z.b. Gesichter aus Ketchup aufs Brot machen oder aehnliches.
Gabriel z.b. isst mittags eigentlich nur mit Ketchup, egal was. Aber das ist mir total egal, was solls. Wenn er dann auch den Rest isst!!... (natuerlich darf das Essen nicht in Ketchup ertraenkt werden, das waer zuviel, aber die beiden Zwerge duerfen ein kleines bisserl Ketchup mit jedem Bissen haben)
Allerdings ist er inzwischen auch soweit, dass ich sage, dass er zu Mittag einen kleinen Bissen probieren MUSS (in sehr freundlichen, aber bestimmten Ton).
Und er muss 3 Schlucke trinken (er trinkt gar nicht gerne, zu Beginn wars ein Schluck, jetzt sind wir bei 3). Die zaehle ich dann auch laut mit (er liebt Zahlen).
Ein anderer Trick ist, in das Essen mit dem Loeffel oder der Gabel Buchstaben zu "malen" (Gabriel liebt Buchstaben!)
Ich versuch einfach, dass die ganze Angelegenheit ganz entspannt und lustig ist, und viel Spass macht.
Hin und wieder, wenn Gabriel muede ist oder sonst schlecht gelaunt, kann er aber ganz schoen grantig sein, und da ist es oft echt schwierig, diese "gute Stimmung" herzustellen. Aber das ist echt wichtig, denn sonst isst er gar nichts, nicht mal sein Lieblingsessen.
Viele liebe Gruesse,
Birgit _________________ Mama von Gabriel (*2002, Sauerstoffmangel waehrend der Geburt; allgemeine Entwicklungsverzoegerung; komplexe Wahrnehmungsstoerung: Magensonde zw. 15 Monaten und 2,5 Jahren; derzeit non-verbal, aber verwendet Gebaerden) und Julian (*2004, gesund) und Florian (*gerade noch 2008 ;o) und ein gesundes, ganz liebes und braves Baby)
(jetzt hatte ich eben so einen schönen Beitrag geschrieben und den dann irgendwie weggelöscht....ärgerlich!)
Aber viel hatte ich hier leider auch nicht zu vermelden. Wenn ein Kind sich schon übergibt nach dem essen... da bin ich absolut ratlos!! Aber ich denke das ist ein Fall für den Kinderarzt. Grundsätzlich verstehe ich einfach nicht warum das Essen so ein riesen Problem sein kann??
Anscheinend muss man wirklich eine riesen Portion Geduld aufbringen. Übrigens: Das mit den Gesichtern auf dem Essen haben wir auch alles schon hinter uns. Hat auch nicht wirklich funktioniert.
@Birgit: Ich habe das Öl bestellt, und gebe es meinen Kindern jeden Tag in einen Trinkjoghurt , das geht ganz gut. Bin nur gespannt obs auch was bringt.
tja, auch dieser Beitrag war leider nicht viel besser als der erste, das liegt wohl daran dass ich noch immer ziemlich ratlos bin.
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