Verfasst am: 29.05.2007, 14:33 Titel: Nachbarn fühlen sich durch Kinderlärm belästigt
Hallo miteinander,
eine Frage bzw. ein Problem zu bzw. mit folgender Situation.
1.) aufgrund der Behinderung ist der Junge (9Jahre) ziemlich laut in der Kommunikation, früh morgens führt er laut Selbstgespräche im Bett oder tagsüber schreit er oft laut herum, es gehört einfach zu seinem Wesen.
Es finden oft Wutausbrüche statt, die dann sowieso lautstark vonstatten gehen. All dies bleibt Nachbarn nicht verborgen, die Hauswände sind nicht sehr schalldämmend.
2.) In der Wohngegend (Mehrfamilienhaus mit Spielplatz im Hinterhof) gibt es keine behinderten Kinder außer diesem einen Kind. Das Verständnis mit der Situation, hört aber bei nicht „normalen“ Umgangsweisen auf. Hallo und Guten Tag ist alles toll, doch wenn behinderungsabhängige Verhaltensweisen (in dem Fall die lautstarke Sprache oder Töne) auftreten, wird man schief angeschaut und reagiert mit Ablehnung.
Wenn sich das Kind wohl fühlt und mit sich selbst beschäftigt ist, brummt es mehr oder weniger laut (wo ist hier eigentlich die Grenze ?).
Neulich saßen wir im Sandkasten auf dem Spielplatz der von den gesamten Wohnungen eingesehen werden kann, somit auch fast alles mitgehört wird. Das besagte Brummen stört manche Mitbewohner und diese haben sich bereits beim Vermieter beschwert (!).
Wie soll / kann man sich verhalten ?
Wer kennt solche Situationen ?
Kann oder darf man wegen der Behinderung (und diesen Problematiken) Repressalien befürchten (Bsp. Kündigung Wohnung) ?
Der Junge wird immer älter und seine kindliche Stimme immer jugendlicher / erwachsener. Es sind in der Zukunft weitere Schwierigkeiten zu erwarten.
Danke für Eure Tipps. _________________ liebe Gruesse
Andreas
es gab schon einmal ein Urteil in Hamburg. Dort ging es um ein Mädchen mit schweren autistischen Verhaltenweisen z.B. lautes Kopf auf dem Boden aufschlagen. Der Vermieter wollte die Wohnung kündigen, hat aber die Klage verloren.
Leider weiß ich den Link nicht mehr aber wenn du googelst müsstest du etwas dazu finden. Es ist nicht gerade einfach aufgrund einer "lauten" Behinderung zu kündigen.
eine Kündigung dürfte schwer fallen, aber es soll ja auch das Wohnklima erhalten bleiben. Also ggf. den Vermieter offen ansprechen und die Mitbewohner über die Behinderung aufklären ...
Beste Grüße
Martin _________________ Papa von Sternen-Löwe Leon Julius - geliebt von uns allen und immer in unseren Herzen
Hallo Andreas, schon bei nicht behinderten Kindern ist viel mehr lauter Spiellärm erlaubt als so manche Nachbarn meinen. Bei einem behinderten Kind wohl erst recht. Guck´ doch mal unter den Prfessionals hier im Forum, da ist auch ein Anwalt dabei.
Ansonsten wissen Familienbeauftragte der Wohnorte oft gut bescheid, weil Kinderlärm ja viel bekämpft wird von Nachbarn und Mieterschutzbund auch sowie für den Behindertenbereich sicherlich Organisationen wie die Lebenshilfe u.a.
Ich denke, dass ihr rechtlich keine Angst zu haben braucht. Allerdings wäre nachbarschaftliches Mobbing oder Ablehnung/Beschweren auch schon eine arge Belastung auf Dauer für euch. Geht euer Sohn denn in eine Ganztagseinrichtung alltags? Auch da wäre eine fachliche Beratung oder sogar fachliche Vermittlung bei einer Beratungsstelle, wie man das Verständnis und die Toleranz der Nachbarn anspricht, bestimmt wichtig.
Könnt ihr eure Wände noch besser dämmen und vielleicht die Zeiten daheim am WE mit Zeiten auswärts abwechseln, damit die Nachbarn auch mal verschaufen können, wenn die Schreie und Laute wirklich so pausenlos durch´s Haus schallen? Auf dem Spielplatz ist eh Lärm, da sollen sich die Leut´ mal nicht anstellen.
Viel Erfolg und verständnisvolle Nachbarn wünsche ich euch! Lieber Gruß! Marianne _________________ Janosch (06/00), leichte geistige Behinderung, Autismus-Spektrum-Störung (AS), Aufmerksamkeitsstörung, Adoptivkind
There´s a crack in everything but that´s how the light gets in (Leonard Cohen)
hm ich befürchte auch,das die Nachbarn in unserer neuen Wohnung nicht gerade begeistert sind,wenn wir einziehen.Gerade Lara kreischt doch manchmal sehr laut,die beiden kleinen toben oft in der Wohnung und den Kindern fehlts am Verständnis,warum man das nicht machen sollte.
ich hab mir vorgenommen,nach dem Einzug ne Runde durchs Haus zu machen,Bescheid zu sagen,das wir eingezogen sind und das ich 3 mehr oder weniger behinderte Kinder habe,die ab und zu etwas lauter sind.Wenn es zu laut wird,sollen die Nachbarn uns eben bescheid sagen und ich versuche,die Kinder besser zu bändigen(wird sicher nicht einfach)
Ich glaube,wenn man mit den Nachbarn redet,ist die albe miete. _________________ Liebe Grüße von Bettina(Rheuma,ADHS und andere Strickfehler)mit
L.J.(2/99) ADHS,V.a.Asperger Syndrom,Dyskalkulie
L.F.(4/00) ADHS,Abscencen, auditive Wahrnehmungsstörung
H.J.(9/02) ADHS,Infektasthma,Neurodermitis
P.K.(6/08)NF1 genetisch gesichert.Von der Entwicklung aber topfit
N.K.(7/10)
hallo andreas
ist sicher nicht so einfach. manche werden eben schon von kleinigkeiten gestört. wir hatten knautsch mit unseren nachbarn(wohne in einem einfamilienhaus) weil meine tochter immer am zaun hochklettern wollte. ich habe dann einen zweiten auf meiner seite machen müssen und den habe ich aber dann mit einer undurchsichtigen folie bespannt. seitdem ist es einfacher.
da ich gerichtssachverständige bin, muss ich sagen, es ist sicher besser, wenn du so irgendwie versuchst, mit deinen nachbarn auszukommen.
liebe grüsse
barbara
lena,4 frühkindlicher Autismus und alexander, 6 krit.valv.aortenstenose
wir wurden von den Nachbarn sogar wegen Kinderlärm verklagt. Vorher haben sie jahrelang (mit Abständen ca. 7 Jahre) Psychoterror ausgeübt, indem sie bei jedem Geräusch, das von unserer Tochter kam, gegen die Decke oder Heizung geklopft haben. Sie hatten absolut kein Verständnis für ein Kind (egal ob behindert oder nicht). Letzten Endes kam es zum Vergleich. Wir durften nichts extra machen, um die Nachbarn zu ärgern. Das haben wir auch nie getan,die durften aber andererseits bei Lärm von uns auch nicht klopfen. Von anderen Nachbarn habe ich auch gehört, wir und auch die anderen Nachbarn, die Kinder haben, haben das dann auch festgestellt, dass dieses Ehepaar absolute Kinderfeinde sind.
Die Nachbarn sind sie vor 4 Jahren ausgezogen, ein Ehepaar ist mit einer damals 6jährigen Tochter eingezogen. Carina ist mit dem Mädchen sogar befreundet. Wir haben im Haus ein besseres Klima, seit dem Auszug können wir uns wirklich frei bewegen. Hier ist es zwar besonders hellhörig, aber wir können trotzdem leben, wie wir es möchten. Um wirklich zu begreifen, dass wir nicht immer leise in der Wohnung sein müssen, hat es aber 1/2 Jahr gedauert, so tief saß die Angst noch bei mir und Carina drin. Es ist wirklich schlimm,was diese Leute angerichtet haben. Zeitweise bin ich wirklich mit meiner Tochter regelrecht geflüchtet, um nicht in der Wohnung sein zu müssen und der Klopferei ausgesetzt zu sein. Mein Mann hatte diesbezüglich ein dickeres Fell gehabt. Sie haben uns übrigens verklagt, weil wir dann die Übeltäter wären und nicht unsere Tochter.Dabei haben sie ja ausdrücklich geklopft, wenn unsere Tochter mal Wutanfälle bekommen hatte, ja wenn sie nur getanzt hat oder mal geweint hat. Sie haben uns auch bitterböse Briefe geschrieben, wir sollten unser Kind "ruhig halten". Na ja, vor Gericht kommt es ja nicht so gut, wenn sie gegen Kinderlärm vorgehen.
Hallo
auch ich hatte vor Jahren dieses Problem.
Damals waren meine Töchter ca. 4 und 5 Jahre alt. In der Woche mussten sie gegen halb sieben aufstehen um in die Kita zu gehen. Der Mieter unter uns beschwerte sich, dass die Kinder ja auch am Samstag und dann auch noch am Sonntag so früh aufstehen und er alles hört. Mir persönlich wäre es auch lieber gewesen, wenn meine beiden am Wochenende länger geschlafen hätten, aber irgendwie hatten die einen inneren Wecker. Eigentlich waren meine Kinder nicht laut, aber damals wohnten wir in einem Neubau mit 10 Stockwerken und jeder hörte irgendetwas. Unser Mieter war aber so super schlau und donnerte immer gegen die Heizkörper, so dass auch die Mieter im 10. Stock etwas davon hatten. So gab es manches Wochende ein regelrechtes Heizkörper-Konzert. Man konnte natürlich nicht mehr orten, wer wann gegen schlug. Wir sind zum Glück ausgezogen.
Na ja, es gibt wohl immer wieder Leute, die sich schon darüber beschweren, beim kleinsten Laut, dass die Kinder machen. Es nervt so. Aaaaber
es gibt auch Leute, die sie über Kindergeschrei freuen!
Haben jetzt tolle Nachbarn, die auch Kinder haben.
Bis bald
Eure Manu _________________ Mama Baujahr 64 Jeremy Baujahr 2001 multiple Dyslalie, Dysgrammatismus
ich habe auch solche Nachbarn, im letzten Jahr war Julian ziemlich unruhig, kaum eine Nacht, in der er nicht schrie, es ging über Stunden. Es wurde sogar vermutet, dass er autistische Züge hat.
Die Nachbarn neben uns zeigten keinerlei Verständnis, es war keine normale Kommunikation möglich. Die Polizeit stand zweimal vor meiner Tür, anonyme Briefe wurden ans Jugendamt geschrieben und natürlich auch an die Hausverwaltung wurde sich gewand.
Vor kurzem war dann die Gerichtsverhandlung, Nachbarn gegen Eigentümer, da die Nachbarn die Miete gekürzt hatten wegen der unruhigen Nächte.
Der Richter entschied, dass keine Mietminderung gerechtfertigt ist, es hinzunehmen ist, dass mein Kind schreit.
Aber gut, diese Nachbarn sind die einzigsten mit denen ich Probleme habe, die anderen 7 Parteien sind so klasse, ist eine tolle Gemeinschaft, das wiegt dann doch auf!
Alles Liebe,
Andrea _________________ Da werden Hände sein,die dich tragen und Arme,in denen du sicher bist und Menschen,die dir ohne Fragen zeigen,dass du willkommen bist
Mikrozephalie,Epilepsie, schwere Mehrfachbehinderung aufgrund einer Hirnfehlbildung
Ich würde es erst mal versuchen, den Nachbarn entweder in einem freundlichen, persönlichen Gespräch (vielleicht bei ner Tasse Kaffee) oder einem Brief zu schildern, warum das Kind relativ laut ist und dass es aufgrund der Behinderung nix dafür kann. Gleichzeitig würd ich mich für evtl. Unannehmlichkeiten entschuldigen.
Oft trifft man so auf sehr viel Verständnis, manchmal sogar von Leuten, wo man es nicht erwartet hätte. Meine einst so empfindliche Nachbarin war gleich sehr viel freundlicher, und seit sie selber ein hyperaktives Enkelkind hat, ist sie absolut lieb.
Wer dann noch meckert, da stell die Ohren auf Durchzug. Lass ihn doch klagen wie nen Bekloppter, das soll nicht Dein Problem sein. Solchen Menschen ist nicht zu helfen.
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