ich denke, das Hindernis ist, dass man sich mit seinem Kind an dem sog. "Normalen" orientiert. Das sollte nicht der Maßstab sein - dadurch werden die individuellen Fortschritte verkleinert, weil man ja das Ziel "aufholen" im Sinn hat. Ziele, die für MEIN Kind erreichbar sind, immer kleine Schritte vorausschauen, bestmöglichst fördern, halte ich für einen guten Weg. Ein Vergleich mit gesunden Gleichaltrigen behindert meiner Ansicht nach sowohl uns als Eltern wie auch das Kind im Zusammenleben, in der Entwicklung
Ich halte als Beispiel eine globale Entwicklungsverzögerung von einem Jahr bei einem Zweijährigen nicht für gänzlich aufholbar. Wobei es stets Bereiche gibt, die sich sehr gut weiter entwickeln, während andere sehr weit hinterher hinken.
Grundsätzlich ist mein Ziel die bestmögliche Entwicklung für MEIN Kind zu erreichen, ohne mein Kind dabei zu "überfördern", das Leben als Solches ist auch schon ein gros an Förderung. (Nicht falsch verstehen, selbstredend haben meine Beiden auch Ergo, KG, Logopädie )
Ich zweifel manchmal an der Aussage, dass ein motorische und geistige Verzögerung ineinander greifen, da es doch viele körperbehinderte Kinder gibt, die geistig fitt sind
Ja und trotzdem greift das ineinander. Ein geistig behindertes oder verzögertes Kind ist eben auf seine Motorik angewießen um Fortschritte zu machen.
Einem körperbehinderten Kind muß ich seine körperlichen Defizite so früh wie möglich helfen soweit wie möglich auszugleichen damit es sich eben geistig optimal entwickeln kann.
Heißt einem gelähmten Kind muß ich so früh wie möglich einen Rolli geben damit es selbständig vom Fleck kommt um weiter geistige Fortschritte beim entdecken der Welt zu machen.
Würde ich das gelähmte Kind einfach auf dem Boden liegen lassen würde es sich auch geistig nicht normal entwickeln.
Je mehr Felix motorisch kann umso "fitter" wird er geistig. Er lehrnt beim hochklettern/krabbeln Höhen einzuschätzen, er lernt Dinge kennen an die er vorher nicht dran gekommen wäre...seit er sitzen kann konnte er auch das Bobbycarfahrern erlernen..und damit lernt er z.B sich selbständig an Ort bewegen zu können um dort etwas zu bekommen was er vorher nicht erreicht hätte...
Das erweiter doch ganz gewaltig seinen Horizont wenn man das mal so sagen darf.
Also Motorische und geistige Entwicklung greifen auf jeden Fall ineinander. _________________ LG
Anja+ Felix
8 Jahre frühkindlicher Autismus mit v.a Intelligenzminderung ,bronchial Astma, Infekt Krämpfe,hypoton aber ein Sonnenschein
und Julia 2,5 Jahre hypoton, globale Entwicklungsverzögerung
Liebe Britta,
die Frage "was wird aus unseren Kindern" stellen sich ja im Prinzip alle Eltern, nur bei Familien mit besonderen Kindern ist sie so mit Angst und Sorge behaftet, weil die Probleme schon im Raum stehen (bei den anderen kommen sie evtl. irgendwann erst) .
Das ist ja der große Vorteil von "Entwicklung", dass man eben nicht auf ein definiertes Ziel hin arbeiten/fördern kann sondern das alle Arten von Entfaltungen möglich sind.
Bei jedem Kind gibt es auch Einschränkungen - die Kunst ist dann aber, diese zu kompensieren. Und das können Kinder erstaunlich gut!!
Aber Du weißt ja auch, dass eben niemand voraussagen kann, wie es einmal wird - weil einfach zu viele Faktoren Einfluss nehmen. Es gibt gewisse Erfahrungswerte aber was sagen die im Einzelfall schon aus?
Suche Dir die positiven raus und nimm sie als Motivationshilfen für Dich, denn das Problem liegt ja z.Zt. eher bei uns Eltern, nämlich die Zuversicht nicht zu verlieren.
Um die geistige Entwicklung zu fördern, ist es schon sinnvoll, dem Kind immer auch seines Alters angemessene motorische Bewegungsmöglichkeiten zu ermöglichen.
Ich gehöre im übrigen nicht zu den Verfechtern, die darauf dringen, dass ein Kind erst alle Meilensteine nacheinander durchlaufen sollte.
Ein Kind mit 1 1/2 J. sollte stehen dürfen - und wenn es das nicht selbst kann, dann wird es eben gehalten. Es sollte Rutscheauto fahren, auch mit Hilfen. Es sollte selbständig essen dürfen, egal, wieviel Hilfe es dabei braucht.
Das hat ja meine Vorschreiberin schön beschrieben - motorische Kompetenzen erweitern sehr auch den geistigen Horizont und bringen das Kind über die Aufrichtung buchstäblich auf eine neue Ebene. Und das macht stolz (auch die Eltern!!) und gibt neue Motivation.
Daher kannst Du viel tun, um ihm altersgemäße Angebote zu machen und dabei ist es jetzt erst mal nicht so wichtig, wieviel Hilfen er dazu noch braucht.
Aber ich verstehe Deine Sorgen gut - ich bin ja trotz meines berufl. Backgrounds auch nicht wirklich frei davon
Du kannst keine Beiträge in dieser Rubrik schreiben. Du kannst auf Beiträge in dieser Rubrik nicht antworten. Du kannst deine Beiträge in dieser Rubrik nicht bearbeiten. Du kannst deine Beiträge in dieser Rubrik nicht löschen. Du kannst an Umfragen in dieser Rubrik nicht mitmachen. Du kannst Dateien in diesem Forum nicht posten Du kannst Dateien in diesem Forum herunterladen