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Peinlich ein Sonderschüler zu sein?
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rosi
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Anmeldedatum: 05.06.2005
Beiträge: 573
Wohnort: bayern

BeitragVerfasst am: 16.05.2007, 09:12    Titel: Antworten mit Zitat

unser großer wird nach den sommerferien auch auf die LB-schule wechseln ( müssen), mir und auch ihm selber wäre es lieber gewesen als i-kind in die HS zu gehen, in der GS klappt es sehr gut, leider hat aber die HS auch keinen guten ruf, so das er dort, je nachdem welche lehrerin er bekommen würde, untergehen.

ich selber habe sehr große probleme damit, da es ja wirklich bei den leuten die sich nicht auskennen heißt das LB nur auf die eltern zurückzuführen sei, vieleicht würde es mir leichter fallen wenn wir eine "richtige" diagnose hätten.
für meine schwiegereltern ist es mittlerweile akteptabel, da sie wissen das es z. g. t. am fehlenden/falschen hören lag.
unser großer ist selber auch sehr geknickt das er "dahin" muss, und ich denke das es ihm alleine von der psyche her besser gehen würde wenn er auf die HS gehen könnte.

rosi

_________________
5 Kinder geb. 90, 92, 94, 95, 01

2 Kinder haben diverse Probs wie Asperger, entwicklungsverzögerung, Hörverarbeitungsstörung und leichte Schwerhörigkeit, Epilepsie, visuelle + autitive Probs + mehr
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Melanie73
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Beiträge: 398
Wohnort: Dinklage

BeitragVerfasst am: 16.05.2007, 09:26    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

ich war Schülerin einer "Sonderschule", zwar habe ich dort den Regelschulstoff unterrichtet bekommen, aber es war für mich, meine Geschwister und nicht zu letzt meine Eltern schwer mich dort zu wissen.

Aus heutiger Sicht sage ich für mich, ich hätte es auf eine GS auch geschafft, aber damals war klar nur die kleinste Eischränkung=Sonderschule, damals war I-Status noch ein Fremdwort. leider!

Für mein Kind möchte ich keine "Sonderschule" da es mir schwer fiel nach er Schulzeit Anschluss an die "Normalwelt draußen" zu finden. Schulfreunde waren weg,da das Einzugsgebiet riesig war und somit Kontakt außerhalb der Schule kaum möglich waren.

Das ist meine Erfahrung und die ist sicher nicht allgemeingültig, aber ich denke wenn es eine Möglichkeit gibt seine Kinder auf einer Regelschule einschulen zu lassen, sollte man alles daran setzen!
Die Azsgrenzug fängt bei Justin im Kiga jetzt schon an, da das Einzugsgebiet ziemlich groß ist und es schwer ist die Kinder auch außerhalb des Kiga zusammen zu bringen, leider!

LG Melanie, die ihre Schulzeit trotz allem sehr genossen hat Very Happy

_________________
Melanie Jg 73 Deplegie beinbetont, Justin 12/01 ehemaliger Schüler einer Sprachheilschule seit 08/10 Regelschule und natürlich Papa Uwe Jg 73
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Marylu
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Beiträge: 3253
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BeitragVerfasst am: 16.05.2007, 10:02    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Melanie,

ja da muss ich dir recht geben, dass Einzugsgebiet war wirklich riesig, auch bei mir. Leider konnten wir uns nicht einfach mal so Treffen, da wir 45 km also sprich eine Stunde fahren mussten bis ich mal meine Klassenkameaden sehen konnte. Ich blieb und bleibe jetzt noch meistens bei denen schlafen, da es für meine Eltern zuviel Fahrerei ist, was ja auch verständlich ist. Seitdem ich aber letztes Jahr die Wertmarke habe, fahre ich schon mal öfters mit dem Zug, so brauchen meine Eltern mich nicht immer zu fahren. Das dauert zwar mit dem Linienbus ungefähr eine Stunde bis ich am Bahnhof bin und dann auch noch warten, aber das nehme ich gerne in Kauf, wenn ich so meine Eltern mit Entlasten kann ist es gut und freue mich auch sehr, dass ich Selbstständiger werde. Die meisten Eltern freuen sich auch selber, wenn wir Klassentreffen haben, dass sie sich auch wieder sehen. Wie ist das bei dir Melanie? Hast du noch Kontakt zu einigen MitschülerInnen von dir?

Gruß
Maria

_________________
Hemiparese rechts nach Rasmussen Encephalitis
viele Allergien, Depressionen
Lernbehinderung
Asthma
Lachen und Lächeln sind Tor und Pforte, durch die viel Gutes im Menschen hineinhuschen kann!!!
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Gisi
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BeitragVerfasst am: 16.05.2007, 10:29    Titel: Antworten mit Zitat

hallo,

als kind kannte ich den begriff "brettergymnasium" was abwertend gemeint war.
bei uns im dorf war auch ein kind auf der sonderschule, das mädchen wurde von
der dorfklicke total ausgeschlossen. tut mir leid das jetzt zu schreiben, aber wir
kinder sagten damals die ist "doof".

und wir waren bestimmt nicht das einzige dorf, was so abwertend darüber gedacht
hatte. das muß erstmal wieder aus den köpfen raus.

es ist doch aber logisch das eltern/kinder nicht gerade stolz sind, wenn das kind
auf die sonderschule geht. im gegensatz dazu ist man stolz wenn das kind aufs
gym geht.

durch das forum hier denke ich mal lernt man ein anderes denken, wofür ich
auch dankbar bin. vor ninas behinderung hab ich da gar nicht groß rüber
nachgedacht.
viele eltern hier sind stolz wenn es ihr kind in einer sonderschule schafft, und
nicht auf die GB muß.

da hilft kein verstecken sondern nur aufklärung um auch diesen kindern eine
chance zu geben.

lg
gisi

_________________
Sabine mit Fenja 6/98
und Nina 10/01 frühkindlicher Autismus, seit Juni 2009 in einer Wohngruppe
Das Gegenteil von "gut" ist "gut gemeint"!
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Lisa Maier
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Beiträge: 1701

BeitragVerfasst am: 16.05.2007, 20:56    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

integrative Beschulung kann richtig sein - muß es aber nicht. In Italien wird integrativ beschult, von Integration im Alltag sieht man dort allerdings - trotz geeigneter Infrastruktur - nichts. An einem Tag in einer deutschen Kleinstadt sieht man mehr sichtbar Behinderte, wie in mehreren zweiwöchigen Urlauben in Italien. Ich wurde jedenfalls durch meine Sonderbeschulung besser auf ein selbständiges Leben vorbereitet, wie es an einer Regelschule und Leben bei den Eltern geschehen wäre. Auch. wenn ich nach wie vor der Meinung bin, daß zumindest rein Körperbehinderte ohne wenn und aber von jeder Schule ihres Leistungsniveaus aufgenommen werden müßten, es handelt sich schließlich nur um eine angeknackste Verpackung, um technische Probleme, die man mit gutem Willen meist lösen kann, so kann trotzdem bei überbehütenden Eltern auch hier die Sonderschule ein wahrer Segen sein. Das Abitur hätte ich auch an der Regelschule geschafft, war eh zentral gestellt, aber sehr wahrscheinlich wäre ich nie in eine eigene Wohnung gezogen, oder hätte einen Urlaub nur mit Freunden gemacht. Ich würde also warscheinlich in der Öffentlichkeit genauso häufig auftauchen wie die italienischen Behinderten - nämlich garnicht.

Viele Grüße

Lisa
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Lois
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Beiträge: 107

BeitragVerfasst am: 16.05.2007, 21:56    Titel: Antworten mit Zitat

Noch vor einem Jahr wäre ich entsetzt in Abwehrhaltung gegangen, wenn es um die Einschulung meines kleinen Sohnes in eine "Sonderschule" gegangen wäre. Warum? Weil ich überhaupt keine Ahnung hatte, was das eigentlich genau ist, wieviele Formen es gibt und weil ich wie so viele andere in der Beziehung ein ausgeprägtes Schubladendenken vorzuweisen hatte (was ich sonst eigentlich verurteile).

Dann aber habe ich meine Abwehrhaltung aufgegeben, schließlich war mir klar, dass mein Kind Probleme hat und in einer Grundschule mit 30 Kindern vollkommen untergehen würde. Und erst dann wurde mir klar, dass es genau das ist, was ich für mein Kind weill: eine auf seine Probleme zugeschnittene Schulform, in der er sich hoffentlich wohlfühlen und mit unserer Hilfe seine vorhandenen Defizite gut aufarbeiten kann, um später evtl. auf eine Regelschule zu wechseln. Das ist bis jetzt der Plan, was letzendlich werden wird, muss sich natürlich erst zeigen.

Heute gehe ich mit dem Thema vollkommen offen um, habe auch nicht die geringsten Probleme damit zu erzählen (egal wo), dass er seinen Start an einer Förderschule mit dem Schwerpunkt Sprache machen wird- und das Wichtigste: auch Jan freut sich auf die Schule und besonders darauf, dass dort nicht so viele Kinder sein werden, wie in seiner (Regel)kindergartengruppe.

Ich verurteile niemanden, der noch alte Klischees im Kopf hat (wie gesagt, es ging mir genauso...), aber entsprechende Aufklärung tut sicher Not!
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neue_Eva
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Beiträge: 1265

BeitragVerfasst am: 16.05.2007, 22:18    Titel: Antworten mit Zitat

Ich schließe mich der Meinung von Lisa an. Ich habe durch die Schulzeit an einer Schule für Körperbehinderte nur gewonnen & bin wirklich im besten Sinne auf ein selbstbestimmtes Leben vorbereitet worden. Eine solche Art der Förderung wäre weder in einer Regelschule noch im Elternhaus möglich gewesen. Abgesehen davon gab es zu der Zeit auch gar keine Alternativen für mich.
_________________
Idealismus. Die Fähigkeit, die Menschen so zu sehen, wie sie sein könnten, wenn sie nicht so wären, wie sie sind.

Curt Goetz
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inaliane
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Beiträge: 2246
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BeitragVerfasst am: 17.05.2007, 16:45    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,
bei uns ist die Förderschule die Schule für Lernbehinderte. Die Doofenschule.
Hier im Ort kenne ich 3 Kinder die auf die Förderschule gehen. Lieber geben die Eltern ihre Kinder auf eine Sprachheilschule, Sehbehinderten Schule, KB-Schule mit Föderschulabteilung. Denn die LB-Schule ist die mit dem allerschlechtesten Ruf. Lieber GB-Schule als LB-Schule. Auch bei unserer Tochter stand lange Zeit die Frage Förderschule ja oder nein. Auch ich habe mich mit Händen und Füßen gewehrt, mein Kind sollte nicht auf die diese Schule gehen. Die Schule hat einen sehr schlechten Ruf, obwohl sie wie ich inzwischen weiß hervorragende Arbeit leistet. 90% der Kinder haben einen Migrationshintergrund, absolut bildungsfernen Familien (oftseit mehreren Genaerationen, arbeitlos weil arbeitsunwillig) oder die Eltern waren selber auf der Förderschule( nicht negativ gemeint, sie haben sich dort als Kinder wohlgefühlt). Nur 10% der Kinder kommen aus Elternhäusern ohne problematischen Hintergrund. Diese Kinder sind hier im Ort dermaßenen Hänseleien ausgesetzt, dass sie mir in der Seele leid tuen. Selbst Kinder die mit ihnen spielen werden mit gehänselt .2 dieser Kinder sind unsere Gartennachbarn, unsere Kinder spielen wunderbar miteinander. Schule ist einfach kein Thema. Ich finde es auch schade das einem Verhaltensauffälliges Kind leider sehr häufig eine Lernbehinderung untergeschoben wird und dann auf eine Förderschule soll.. Ich in sehr froh das unsere Tochter einen Platz an einer Privatschule bekam, wo es auch kein Problem wäre, wenn sie den Stoff nicht packt als I-Kind weiter bleiben kann, aber ebenso auch in den Realschulzweig wechseln darf. Leider sind ja in B/W Gesamtschule nicht erlaubt, bzw. nicht staatllich anerkannt, es gibt nur noch sehr wenige Auslaufmodelle, die aber eigendlich auch in HS,RS und GYM getrennt sind. Noch ist Integration leider noch ein großer Traum. Ina

_________________
Dana geb.1994, HFA- Autistin, Sehbehindert 20% Sehkraft mit imlant. Kunstlisen bds),kombinierte beidseitige Schwerhörigkeit (auf einem Ohr taub)
Mara geb.1997, Aortaerweiterung d. Herzklappenfehlbildung, ADHS
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Jaqueline
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BeitragVerfasst am: 17.05.2007, 17:09    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

auch ich schließe mich da Lisa voll und ganz an. Aber ich habe auch eine wichtige Erfahrung gemacht. KB-Schule ist nicht gleich KB-Schule !!! Meine erste Schule war eine rein KB / LB-Schule (Markgröningen) und da musste ich gar nichts selber machen! Außer vielleicht meinen Teller nach dem Essen aufräumen. Die Erzieher waren immer überall dabei, man durfte nicht mal alleine das Gelände verlassen! Und man musste sich auch um gar keine Termine kümmern und nichts. Das wurde einem alles abgnommen, weil dort nur starke LB-Schüler waren, die das wirklich nicht konnten und nie können werden. Mittlerweile hat sich da wohl was geändert, aber zu meiner Zeit nicht. Gut, am Anfang war ich da erst 8 aber auch als ich älter wurde blieb es so.

Mit 13 kam ich dann an meine zweite KB-Schule (Neckargemünd) und das war eine Wendung um 100%. Hier gibt es auch einen LB-Bereich, aber eben auch alle anderen Bereiche und das merkt man! Plötzlich hieß es: Den Arzt kannst du selber anrufen und den Termin machen. Und ich saß da und bin in Tränen ausgebrochen, weil ich das absolut nicht konnte / mich nicht getraut habe. Erst hier habe ich gelernt vieles selber zu regeln. Ich wohne jetzt in einer WG, in der nur noch ein mal pro Woche jemand rein schaut. Vor einiger Zeit war das undenkbar. Ich fühle mich jetzt in der Lage mal ganz alleine zu wohnen - damals bin ich nicht mal ohne Erzieher über die Straße gegangen und das mit 13!

Was ich damit sagen will ist, an einer besonderen Schule, wie in meinem Fall die KB-Schule, kann man viel verlieren, wenn es nicht die richtige ist. Man kann aber auch sehr viel gewinnen, wenn es die richtige ist! An Bildung habe ich hier zu 200% gewonnen, da ich eben aus dem LB-Bereich in die regulären Schulformen konnte. Aber auch in den lebenspraktischen Dingen habe ich mindestens 100% gewonnen.

_________________
LG Jaqueline
ICP - spast. Tetraparese, Kyphose
Freund: GM-Epilepsie (VNS-Träger)

Nur wahre Freunde hinterlassen Spuren im Herzen.
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