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Wie viele Kinder leiden darunter: Diagnose zu spät gestellt
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connie
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Anmeldedatum: 07.09.2006
Beiträge: 293
Wohnort: BaWü

BeitragVerfasst am: 11.08.2007, 10:47    Titel: Antworten mit Zitat

Ute, ich stimme dir voll und ganz zu. Deswegen müssen die Eltern auch andere Hilfe erfahren (daher finde ich dieses Forum auch so gut) und lernen, sich nicht nur auf die Aussagen eines einzelnen Arztes zu vertrauen.

Und die Ärzteausbildung muss sich ändern, aber das ist ja ein schwieriges Thema :roll:

Zitat:


Leider gibt es viel zuviele Fachleute, denen der Sinn für Hintergründe und das Ganzheitliche verloren gegangen ist, und die sich mehr der Symptombekämpfung verschrieben haben. Symptom weg, dann ist doch alles gut. Auf wessen Kosten das geht, wird nicht hinterfragt.
Und dann gibt es noch die, die Angst haben, dass ihnen die Felle wegschwimmen, weil es neuere erfolgreichere Therapien gibt, die sie aber nicht beherrschen.
Jedes neue Verfahren durchläuft mehrere Stufen, bevor es akzeptiert wird: Ignoranz, Belächeln, Bekämpfen! Dann ist es geschafft, leider können darüber Generationen ins Land gehen.


Das ist leider soooo richtig, Ute.
Aber man soll ja die Hoffnung nicht aufgeben. Aber zum Verzweifeln ist das schon oft.

LG, Connie

_________________
Connie und Arne (08/2005), 27+1 SSW; IV-Blutungen III° bds.; HC, Shunt, PVL , Epilepsie, Tetraparese beinbetont linksbetont, läuft und spricht).
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Ute und A.
Stamm-User
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Anmeldedatum: 10.06.2005
Beiträge: 271

BeitragVerfasst am: 11.08.2007, 11:50    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo connie,

ganz wichtig scheint mir auch das Rütteln an der Ansicht: Nur was die KK bezahlt ist gut" zu sein.
Natürlich haben etablierte Therapien teilweise ihre Berechtigung. Das muss aber keinesfalls immer so sein. Habe als Urlaubslektüre gerade mehrere historische Romane gelesen: Aderlass und Schröpfen waren früher Allheilmittel. Heute glaubt kaum einer mehr daran. Soll natürlich ein Extrembeispiel sein, aber es gibt viele andere.

Dass etwas nicht bezahlt wird, heißt aber oft nur, dass es einfach noch nicht die entsprechenden Gremien passiert hat. Vielleicht weil die nötige Lobby fehlt.
Dadurch bleibt die Therapie nur wenigen vorbehalten und kann sich nur in geringerem Ausmaß verbreiten, weil sich die Wirksamkeit nicht in größerem Umfang beweisen kann.
Steht andererseits eine mächtige finanzkräftige Lobby dahinter, wie man es z.B. der Pharmaindustrie nachsagt, ist irgend etwas plötzlich in aller Munde und wird daher großflächig akzeptiert. Da finden sich plötzlich in jeder Praxis Flyer in einer bestimmten Richtung, die Ärzte erhalten kostenlose Schulungen und werden entsprechend geprägt. Der Überblick über das Ganze geht verloren. Modediagnosen schießen aus dem Boden.

Und unsere Zeit ist schnelllebig. Niemand hat Zeit mehrere Wochen zu warten, immer muss sofort Besserung eintreten. Bis zur Diagnose war aber Zeit ohne Ende. Nur danach muss plötzlich alles ganz schnell gehen.
Ob die Wirkung nachhaltig oder nur vorübergehend ist, gerät in den Hintergrund.

Außerdem befürchte ich, dass die Medizin aus Gründen des Eigenschutzes über das Ziel hinausschießt. Wer will sich schon später Versäumnisse nachweisen lassen, dabei fällt der gesunde Menschenverstand hinten runter.
Ich mußte z.B. während der zögerlichen Geburt meines Sohnes auf dem Rücken liegen, weil sich dann dass CTG am besten schreiben läßt. Dass das die Position ist, mit der man Geburten am besten weiter verlängert, spielt keine Rolle. Und ich habe als Erstgebärende nicht gewagt, die Kapazitäten zu hinterfragen. 36h Wehen, Herztonabfall, Sauerstoffmangel waren die Folge. Was andernfalls passiert wäre, ist zugegebenerweise nicht feststellbar.
Oder: Neulich sollte mein Sohn wegen allergischem Asthma regelmäßig seine Lungenfunktion per Messgerät überprüfen und die Werte in eine Kurve eintragen, aus der abzulesen ist, wie es ihm geht. Meine Frage, ob er nicht seinem Gefühl vertrauen dürfte, hat die Ärztin gar nicht verstanden. Nur Messwerrte zählen.

Habe in letzter Zeit oft von der Ausbildung im früheren Ostblock gehört, wo die Ärzte sich angeblich erstmal den Patienten ansahen und schon daraus ihre Schlüsse zogen, bevor sie sich auf ein Gespräch oder Messwerte einließen. Bei uns, insbesondere mit der Zeitknappheit vieler Praxen undenkbar.

Grüße
Ute

PS: Schöner Zufall, dass unsere Kinder den gleichen Namen haben!

_________________
Sohn: früher ADHS, auditive und visuelle Wahrnehmungsstörung, motorische Probleme, Lernstörungen. Jetzt gesund!

Mehr zu ADHS, KISS und frühkindlichen Reflexen:
www.adhskissreflex.bboard.de
http://www.reckhaus.info/adhskissreflex/
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