Verfasst am: 12.05.2007, 10:31 Titel: Antrag auf sonderpädagogische Förderung für die 1. Klasse
Hallo!
Wer kann uns noch Tipps und Tricks veraten???
Wir wissen uns keinen Rat mehr.
Unsere Tochter, 6 Jahre, ist entwicklungsverzögert, so dass wir nach einer Entwicklungsdiagnostik uns dazu entschieden haben einen Antrag auf sonderpädagogische Förderung für die 1. Klasse zu beantragen. Sie meinten, dass die Vorschule für sie nichts bringen würde.
Für eine Förderschule ist sie zu gut. IQ altersentsprechend ! So, es wurde ein Gutachten erstellt, mit dem Ergebnis: sonderpädagogische Förderung für die Vorschule. )-:
Wir haben das Gefühl, dass da unser Kind eher schlechter dasteht, denn dieser Jahrgang ist sehr stark, deshalb muss man einige Kinder erstmal herausfiltern. Denn auf so ein "Problemkind" haben die Lehrer keine Lust.
Nach einem Gespräch mit dem Schulamt hatten wir die Idee, wenn nicht 4 Kinder zusammen kommen( soviele braucht man, um einen Sonderpädagogen für die Förderung überhaupt zu bekommen) könnte man ja Kinder aus verschiedenen Ortschaften zusammen legen.
So jetzt das Ergebnis vom Schulamt: Die Förderung für die 1. Klasse ist nicht möglich!!!
Die Förderung für die Vorschule ist auch nicht möglich!!!
Wer hat noch eine Idee, was wir tun können???
Hallo Mirjam!
Wozu bracuht deine Tochter denn die Förderung? Wenn sie für die Sonderschule zu gut ist, müsste sie doch in der Regelschule mitkommen, oder? Und wenn die Sonderpädagogische Förderung in der Regelschule nicht gewährleistet ist, sie sie aber braucht, dann muss sie diese eben auf der Sonderschule erhalten.
Erzähl mal ein bisschen mehr, vielleicht ergibt sich dann noch was.
LG Katrin _________________ Katrin (*83), Förderschullehrerin an einer Förderschule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung
Hallo Miriam,
in welchem Bundesland wohnt ihr denn?
Hier in Mecklenburg-Vorpommern gibt es Diagnose-Förder-Klassen (DFK). Das ist keine Vorklasse, da die Kinder richtig eingeschult werden. In einer DFK haben die Kinder 3 Jahre für die 1. und 2. Klasse Zeit.
Die Klassenstärke ist auf 10 bis 12 Schüler begrenzt und ein Sonderpädagoge ist einige Stunden in der Woche mit in der Klasse, um den Grundschullehrer zu unterstützen oder die Kinder einzeln oder in Gruppen zusätzlich zu fördern.
Vorausetzung ist, das sie schulreif sind und noch keine Lernbehinderung oder schwerwiegende Behinderungen festgestellt wurden und die Kinder dürfen noch nicht zurückgestellt worden sein. Diese Kinder sind halt in ihrer Entwicklung noch nicht so weit wie Gleichaltrige und würden in einer Regelklasse mit zu vielen Kindern untergehen oder das Lerntempo nicht bewältigen können.
Die Schüler gehen in eine ganz normale Grundschule, haben aber im Gegensatz zu anderen Kindern mehr Zeit und Ruhe zum Lernen.
Ziel dieser DFK ist es, ihre Lernrückstände gegenüber gleichaltrigen aufzuholen, um in einer Regelklasse, in die sie am Ende des 3. Jahres zunächst probeweise eingegliedert werden, bestehen zu können.
Sie sind dann halt nur schon 1 Jahr älter, als ihre Mitschüler, da sie ja erst 2 Schuljahre absolviert haben, obwohl sie schon 3 Jahre zur Schule gehen, d. h. ab der 3. Klasse lernen sie in einer Regelklasse weiter.
Die Wege für die spätere Schullaufbahn, also nach der Grundschulzeit, stehen ihnen wie allen anderen auch, in alle Richtungen offen.
Erkundige dich, ob es bei euch vielleicht auch solche oder ähnliche Klasse gibt.
LG Jacqueline _________________ "Das größte Glück sind Begegnungen, die so viel Sonne in unser Herz tragen, dass alle Schatten hinter uns fallen."
Matti (91´) Asperger Autist mit Diabetes Typ 1 (100%, B, G und H, eingeschränkte Alterskompetenz) - seit Mai 2011 in den Alsterdorfer Werkstätten HH; Marina (88`) gesund - z.Z. Studentin
Hallo Jacqueline!
Vielen Dank für den Tipp, wir kommen aus Hessen und soviel ich weiss gibt es diese Form der Einschulung nicht bei uns. Es hört sich echt gut an, könnte ich mir für meine Tochter auch gut vorstellen. Werde mich aber nochmal genau erkundigen. Zum jetztigen Zeitpunkt bleibt uns keine andere Möglichkeit als die Vorschule und zu hoffen, dass nächstes Jahr alles aufgeholt ist, um ohne alles eingeschult zu werden. Da ist sie ja dann auch schon älter als die anderen.
Hallo Mirjam,
leider verstehe ich immer noch nicht, warum eure Tochter, Dinge aufholen muss, aber keinen sonderpädagogischen Förderbedarf hat Der hängt ja nun nicht nur am IQ! Ich würde dir echt gern was sagen, wenn ich kann, aber das verstehe ich einfach nicht. Sorry!
LG Katrin _________________ Katrin (*83), Förderschullehrerin an einer Förderschule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung
Hallo Jacqueline!
Vielen Dank für den Tipp, wir kommen aus Hessen und soviel ich weiss gibt es diese Form der Einschulung nicht bei uns. Es hört sich echt gut an, könnte ich mir für meine Tochter auch gut vorstellen. Werde mich aber nochmal genau erkundigen. Zum jetztigen Zeitpunkt bleibt uns keine andere Möglichkeit als die Vorschule und zu hoffen, dass nächstes Jahr alles aufgeholt ist, um ohne alles eingeschult zu werden. Da ist sie ja dann auch schon älter als die anderen.
Liebe Grüsse
Mirjam
Diese Schulform gibt es bei uns auch nicht. Unsere Tochter (wir sind auch aus Hessen) hat jetzt bereits die Vorschule besucht, aber die Defizite hat sie noch nicht aufgeholt. D ist bereits jetzt die älteste in ihrer Klasse, aber die anderen werden dieses Jahr auch noch 8 bzw. Anfang nächsten Jahres.
na, da bin ich ja froh, dass ich in NRW wohne. Bei uns gibt es den sog. Gemeinsamen Unterricht, Julian ist in einer solchen Klasse: Es ist eine städt. Regelgrundschule, aber Julian hat sonderpädagogischen Förderbedarf und es sind zwei Lehrer ständig (ein Grundschullehrer und ein Sonderpädagoge) im Unterricht.
Da lob ich mir doch mal NRW. Julian fühlt sich auch super wohl und muss vor allem im Unterricht nicht mitkommen, da er seinen eigenen Förderplan hat. Es sind 20 gesunde und 5 behinderte Kinder in der Klasse.
auch wir kommen aus NRW. Unser Sohn besucht eine normale Grundschule, wo er sonderpädagogisch gefördert wird. Er hat die Möglichkeit die Eingangsstufe statt 2 Jahre halt 3 Jahre zumachen. Sein Tempo bestimmt er selber. Er ist von der Sprache auffällig, deshalb 3 Jahre die Eingangsklasse, aber von Mathe her macht er schon Aufgaben der 2ten Klasse. Finde dieses System total super, so werden sie gefördert, wo Förderhilfe da ist.
Liebe Grüße Siggi _________________ Tochter *1997 Neurodermitis, Lactoseintolleranz,Wahrnehmungsstörung, Angstzustände
meine Tochter wurde "präventiv" als I-Kind in eine normale Grundschule eingeschult. Bei uns in Schleswig-Holstein gibt es an den Förderschulen "Lernen" keine 1. und 2. Klassen, so daß alle Kinder in die normale Grundschule oder in GB oder KB-Schule müssen. "Präventiv" bedeutet, daß sie nach normalem Grundschulstoff unterrichtet wird, da die Entwicklungsverzögerung nicht so groß ist und möglichst vielen Kindern die Chance gegeben wird, ganz normal in der Schule zu starten. Ob dieses dann klappt, wird sich dann im Laufe der ersten Schuljahre zeigen. Bei meiner Tochter kommt 4 Stunden die Woche eine Sonderpädagogin, die alle I-Kinder aus den beiden ersten Klassen in einer KLeingruppe fördert.
Diese Kleingruppe tut meiner Tochter sehr gut und die 1. Klasse hat sie bisher gut gemeistert. Sie kommt auf jeden Fall in die 2. Klasse. Obwohl die Prognose vom Gesundheitsamt und anderen sog. Fachleuten für diese Schulart nicht so gut war, hat meine Tochter es sehr gut gemeistert (sie hatte Probleme mit Feinmotorik, Sprache und Wahrnehmung sowie Konzentration). Viele Probleme haben sich sehr gebessert, vor allem Sprache und Feinmotorik.
Also ich empfehle Dir, suche eine Grundschule mit möglichst kleinen Klassen (bis 20 Schüler) und ggfs. mehreren I-Kindern, so daß stundenweise Förderung möglich ist.
Du wirst sehen, die Kinder meistern die Schule meist besser, als wir (besorgten) Eltern es Ihnen zutrauen
Viel Glück bei der Schulsuche - Nicht entmutigen lassen!
Christiane
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