Verfasst am: 04.05.2007, 09:57 Titel: Mein Sohn will nicht in den Kindergarten
Hallo!
Vielleicht kennt Ihr das ja auch. Jeden Morgen das gleiche Theater. Jonas will einfach nicht in den Kindergarten (gut, kann ich mir vorstellen, aber er muss ja).
Erst tündelt er beim Aufstehen, dann will er ewig frühstücken, Zähne putzen, anziehen alles zieht er hin.
Heute morgen ist mir der Kragen geplatzt. Ich habe seine Bekleidung in eine Tüte gelegt und ihn im Schlafanzug in den Kindergarten gebracht. Habe mich kurz verabschiedet und bin gegangen, ich habe natürlich noch kurz die Erzieherin informiert.
Jetzt sitze ich hier und habe ein schlechtes Gewissen. Er ist ja nunmal nicht "normal". Aber, in der Hinsicht kann ich einfach nicht mehr. Wir sind erst immer halb neun im Kindergarten und um viertel nach neun, manchmal halb zehn bin ich erst wieder zu Hause. Halb zwölf muss ich ja wieder los. Es nervt einfach.
Geht´s jemanden genauso, oder habt Ihr einen Tipp?
Hast du ihn mal gefragt, ob er einen Grund hat, warum er so ungern hingeht?
Ich kann mir gut vorstellen, dass es ihm gerade im Vormittagsbereich zu laut ist. Was sagen die Erzieherinnen? Was macht er, nachdem du weg bist?
wenn ich mich recht entsinne hast du mal in einem anderen thread über die
probelme der hochbegabung geschrieben.
ich weiß nun auch nicht wie weit man Asperger und hb in dem fall zusammen
schmeißen darf. bzw. was wovon kommt.
aber hb kinder sind trödelig aus erfahrung sprech
je mehr zeit ich fenja morgens gebe umso trödeliger ist sie. aber sie kann es
schneller wenn es sein muß
geht jonas in einen normalen kiga. kann es sein das er sich dort langweilt?
lg
gisi _________________ Sabine mit Fenja 6/98
und Nina 10/01 frühkindlicher Autismus, seit Juni 2009 in einer Wohngruppe
Das Gegenteil von "gut" ist "gut gemeint"!
ich muss dazu sagen, dass er in einen Regelkindergarten geht, ohne Integrationskraft oder so was.
Nachdem ich gegangen bin, legt er sich auf das Sofa, welches in der Lese-Kuschel-Eckt steht. Er steht da dann erst wieder auf, wenn eine Erzieherin zu ihm sagt:"Nun komm doch mal da runter, wir machen mal das oder dies". Meistens sitzt er aber nur außerhalb und träumt vor sich hin.
Die anderen Kinder wissen schon, wie er ist und lassen ihn weitesgehend in Ruhe. Sie fragen nur noch selten, ob er mitspielen möchte. Die meiste Zeit verbringt er noch damit die jüngeren also 3 - 4 jährigen zu maßregeln.
Die Kinder sind ihm einfach zu blöd. Ich weiß auch nicht mehr. Ich versuche ihn ja zu verstehen, aber jeden Morgen das gleiche, das geht an die Substanz. Nächstes Jahr kommt er zur Schule, ich weiß gar nicht, wie das dann gehen soll.
Dominik ging auch in einen Regelkindergarten und hatte grosse Problemem damit.Er weigerte sich auch in den Kindergarten zu gehen.Er bekam sogar Asthmaanfälle und Neurodermitisschübe.
Ist er vielleicht in diesem Kindergarten überfordert?
Dominik sollte dann nach 2 Jahren Kampf in den integrativen Kindergarten gehen.Aber da wir umgezogen sind in einen anderen Kreis , kam er in den heiltherapeutischen Kindergarten.Jetzt geht er sehr gerne dort hin.
lg
heike _________________ Heike *73,Ferdi *57,
Miriam*94 Asthma,ND
Saskia*96 gesund;
Matthias *05 SEV und allgemeine Entwicklungsverzögerung;
Tobias *99 Lesestörung; Emotionale Störung und Sprachstörung
Dominik *01
ND,Asthma,Entwicklungsverzögert,ADHS , Dystrophie
Jan *09 meine Galerie
vllt solltest du mal deine Sohn fragen warum er nicht gerne in den Kindergarten geht. Vllt langweilt er sich und kann mit den anderen Kinder "nichts anfangen"? Oder liegt es vllt am Asperger Syndrom? Vllt bräuchte er auch einen der ihm hilft mit den anderen zu kommunizieren, z.B. ein Integrationshelfer.
Ich finde du musst keine schlechtes Gewissen haben, das du deinen Sohn mit Schlafanzug in den Kindergarten geschickt hast. Er muss halt lernen, das es Sachen gibt die man machen muss, obwohl man manchmal keine Lust hat. Du könntest ihn ja auch mal fragen, was er nicht so gut am Kindergarten findet und dann gegebenfalls eine Lösung suchen mit Erzieher, dir und ihm.
Liebe Grüße und hoffe das dein Sohn bald wieder mit mehr Freude in den Kindergarten gehen wird.
Moni _________________ 03/85 Osteogenesis imperfecta Typ IV (Glasknochen)
Das Leben selbst, ist das größte Geschenk
Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel, man weiß nie, was man bekommt
Ich habe gerade beim Mittagessen versucht aus meinem Sohn etwas herauszubekommen. Er hat folgendes gesagt:
"Ich anderen Kinder ärgern mich, ich buddel ein Loch und die schmeißen es wieder zu. Ich sollte für Yannik auf sein Laufrad aufpassen, doch dann war Aufräumzeit, also habe ich es wegebracht".
Ja, ich glaube es wird höchste Zeit, dass er eine Integrationskraft bekommt. In dieser Hinsicht schlafen die Erzieherinnen und die Kiga-Leiterin. Die behandeltn ihn natürlich noch wie ein "normales" Kind.
Wo muss ich das eigentlich machen. Wenn ich das hier alles richtig gelesen habe, beim Sozialamt?.
Wissen die Erzieherinnen, wie sich Asperger bei Yannic auswirkt, also warum er bestimmte Verhaltensweisen zeigt und wie man damit umgeht? Oft kann man dadurch schon einiges Konfliktpotential von vornherein vermeiden.
Zitat:
Wo muss ich das eigentlich machen. Wenn ich das hier alles richtig gelesen habe, beim Sozialamt?.
Asperger gilt als seelische Behinderung, und dafür trifft der § 35 a des SGB 8 (Kinder- und Jugenhilfe) zu, es geht da um die Eingliederungshilfe.
Der erste Link da gilt nicht mehr, es gibt eine aktuellere Version, die habe ich irgendwo weiter unten gepostet.
Liebe Grüße
Annette _________________ Annette *16.08.67, u.a. chronische Neuroborreliose, chronische Depression, EM-Rentnerin, GdB 50, mit Ulrich, *27.07.92, Asperger-Autismus, GdB 80, H, B, G; er lebt in WG der Mansfeld-Löbbecke-Stiftung in Braunschweig
ja, schade, dass diese Treffen nicht freitags stattfinden.
Die Erzieherinnen wissen natürlich auch nicht so richtig, wie sie mit Situationen oder mit ihm umgehen sollen. Grob haben sie sich schon darüber informiert, aber ich weiß das ja selber: Es gibt eine ganze Menge, was man lesen muss.
Ich fragte Jonas heute, was denn die Erzieherinnen machen, wenn die Kinder ihn doll ärgern. Er sagte:"Die müssen sich auf einen Stuhl setzen und nach ein paar Minuten reden die mit denen".
Ich kann mir schon vorstellen, dass er sich da hilflos vorkommt. Er sagt aber auch, er habe 5 Freunde, die ihn nicht ärgern, ist ja schonmal was.
Ich glaube die Erzieherinnen denken, das geht jetzt einfach so weiter, wie gehabt. Habe heute gesagt, dass ich eine Integrationskraft für ihn beantrage. Fast habe ich den Eindruck, die sind gar nicht so begeistert darüber. Na, mal abwarten.
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