Mir ging es anfänglich auch so,das ich ein schlechtes Gewissen hatte für J-P Pflegegeld zu kriegen,er ist 3,5 Jahre muss 5xtägl. gewickelt werden (manchmal auch mehr),braucht Hilfe beim Waschen und muss gefüttert werden und wird mehrmals Nachts wach.Das muss man bei anderen Kleinkindern auch,aber J-P ist eigentlich kein Kleinkind mehr!
Eigentlich wollte ich bzw.müsste ich wieder Arbeiten gehen,geht nicht
Der Kindergarten nimmt ihn nur Vormittags(noch !?!)
Ich muss den ganzen Nachmittag hinter ihm her sein was sag ich :rennen.
Und dafür krieg ich nur 205,0€ Die Pflege professionell würde die Krankenkassen Unsummen kosten (selbst wenn man "nur" vom Mindestlohn ausgeht)
Ich würde mein Kind auch ohne Pflegegeld "pflegen";ABER WARUM SOLL ICH DAS?
Und mal ehrlich Kapital kann ich daraus nicht schlagen
Also liebe Grüsse mit gutem Gewissen
Silvia _________________ Das Leben sollten wir leben,und nicht die äußeren Zwänge
Silvia (1965)& Julius-Paul(2003)Leichte Inteligenzminderung, Sprachbehinderung .......
Ich denke, du hast vollkommen recht!!! Man sollte sich eigentlich auch nicht rechtfertigen müssen...
LG Tina _________________ H(02 96)spastische ,armbetonte Hemiparese rechts;Strabismus konvergenz rechts;Epilepsie,mentale Retardierung und Legasthenie;und S(01 99)gesund
ganz am Anfang hatte ich auch so ein komishces Gefühl dabei und dachte...na eigentlich ist das ja nicht nötig. Irgendwann saßen wir dann in der Krabbelgruppe (integrativ) und eine andere Mama fragte mich, ob ich denn schon Pflegegeld beantragt hätte. Sie nahm mir dann in dem Gespräch eigentlich dieses Gefühl, indem sie da saß, mit mir mein Kind beobachtete und meinte "wenn euch das nciht zusteht, wem dann? guck ihn dir doch an...andere Kinder in dem Alter können laufen und sprechen, sich vielleicht schon selber anziehen und was kann dein Kind....wenn du ehrlich bist nichts! Meinst du, du gehst die nächsten Jahre irgendwann mal vollzeit arbeiten...glaub ich nicht"
Und so sehe und nehme ich das jetzt auch...und von aussen habe ich eine Bemerkung in diese Richtung auch noch nie zu hören gekriegt
LG Ela _________________ Ela (Bj.74) mit Marvin (09/97, CP, geistige Behinderung, fehlende Sprache, Epilepsie, Neurodermitis) und Felix (10/01 ADS?, Neurodermitis) und Gordian Andrin 10/09 und Aurelian 8/11
Hallo,ich hatte ein mulmiges Gefühl bei der Krankenkasse anzurufen und mir den Antrag zusenden zu lassen.Aber mittlerweile kann ich damit gut umgehen,fühle mich nicht wie eine Bettlerin.Ich habe von einer Nachbarin zu hören bekommen,das sie ja bhindert ist und wie ich dazu käme ein Pflegegeldantrag zu stellen,richtig abwürfig,aber die hab ich stehen gelassen ganz dumm,soetwas habe ich nicht nötig mit solchen Leuten zu reden.ich hätte sagen könen,das ihr Sohn ja lernbehindert ist und auf der Förderschule ist,aber auf diese Stufe stelle ich mich nicht.
Das ist nicht mein Ding.
LG Petra _________________ ,Pasquale 16,Ann-Kathrin 9(Sprachentw.verz., orofaz. Dyskinesie ,geistig behindert entwicklungsverzögert.) ,Sarah-Madlene 7(Asthma)
Ich hatte diese Gefühle nie. Vielleicht liegt es auch dran, dass Linn schon von Anfang an sehr anstrengend war und immer unsere Nähe brauchte und nie glücklich war. Jetzt mit Tracheostoma muss immer jemand in Hörweite sein und jederzeit alles stehen und liegen lassen, um sie abzusaugen.
Dirk hat sein Studium aufgegeben und ist ohne eigene Berufstätigkeit, um jederzeit für Linn da sein zu können, wenn sie wegen irgendwas nicht in den KiGa kann. Dafür hat er meiner Meinung nach das Pflegegeld als "Lohn" verdient.
LG
Nellie _________________ Linn *2004, Intensivkind mit schwerster Mehrfachbehinderung durch eine Gehirnfehlbildung namens pontocerebelläre Hypoplasie Typ 2a (PCH 2a), Sondenkind mit Button, Epilepsie, Tracheostoma, nachts beatmet, schwere Wahrnehmungsstörung und ein zauberhafter roter Lockenkopf mit festem Willen und Ann *06/09, fröhliche Minimaus --> unsere Vorstellung und --> Bilder von uns
Dafür hat er meiner Meinung nach das Pflegegeld als "Lohn" verdient.
das gleiche gilt auch für verhinderungspflege, für mich ist das nix
anderes als urlaubsgeld. jedem erwerbstätigen steht ein urlaubsanspruch
zu, und genauso ist das.
lg
gisi _________________ Sabine mit Fenja 6/98
und Nina 10/01 frühkindlicher Autismus, seit Juni 2009 in einer Wohngruppe
Das Gegenteil von "gut" ist "gut gemeint"!
wir bekommen für Jan-Paul Pflegegeld seitdem er 14 Monate alt ist. Zuerst PS 1, danach mit 2,5 Jahren dann die PS 2. Auch wir haben das nie "komisch" gefunden oder deshalb "Schuldgefühle" gehabt. Jan-Paul konnte man nie mit einem normal entwickelten Altersgenossen vergleichen. Wäre er normal entwickelt, würde ich vermutlich trotz "Timmi-Wildling" wesentlich mehr Zeit und Muße haben als jetzt - und das trotz Berufstätigkeit!
Einen Fünfjährigen, der noch nicht mal alleine sitzen kann, zu füttern, mit dem Buggy herumzufahren, zu wickeln, zu waschen und anzuziehen empfinde ich als anstrengend und arbeitsintensiv genug. Ich verrichte damit Arbeiten, für die Altenpflegerinnen, Krankenschwestern und Therapeuten ja auch Geld bekommen. Nur dass sie ihre pflegerischen Anstrengungen eben nicht an eigenen Familienmitgliedern, sondern an "Fremden" verrichten.
Das Pflegegeld sehe ich ebenfalls nur als "kleine Aufwandsentschädigung" für den Pflegenden, der aufgrund der Pflege beruflich und privat zurückstecken muss. Bei uns kommt noch hinzu, dass wir viele Hilfsmittel selbst bezahlen müssen.
LG
Sabine _________________ Unsere Vorstellung? -> hier klicken
Jan-Paul (10/01), schwer mehrfachbehindert ohne Diagnose, Tim-Henrik (03/05), Lea-Kristin (01/11)
REHAkids - Das Forum für besondere Kinder
Hallo zusammen,
kann mich meinen Vorrednern nur anschließen.
Jana bekam schon mit 11 Monaten die Pflegestufe 3, hatte da aber nie ein schlechtes Gewissen. Doch! Nämlich all denen gegenüber, die ein ähnlich krankes Kind hatten und nur Pflegestufe 1 oder 2 bekamen oder sogar ganz abschlägig beschieden wurden.
Aber den Neid der anderen kenne ich gut, hab auch schon oft gehört, dass ich ja quasi für nichts zu machen viel Geld kriege. Sowas hat mich am Anfang verletzt, heute nicht mehr, denn ich weiß, was ich tagtäglich leiste.
Und wenn unsere Kinder im Heim untergebracht wären, würde das den Staat bzw. die Pflegekasse einiges mehr kosten.
Dazu muss man feststellen, dass das Pflegegeld, seit es es gibt, auch nie erhöht wurde. Ich stelle mir dann die Leute vor, die ihren Beruf aufgegeben haben und seit fast 10 Jahren ihren Angehörigen pflegen und bis heute monatlich das selbe Geld kriegen, dabei aber alle anderen Kosten drumherum immer teurer geworden sind.
Wir sollten alle unser Licht nicht unter den Scheffel stellen. Viel wichtiger als das Pflegegeld, sehe ich noch die Zahlungen auf mein Rentenkonto an. Wie würden wir im Alter dastehen, wenn unsere Mühe und Aufopferung für unsere Kinder nicht wenigstens auf diese Weise etwas belohnt würde? Auch wenn wir mit Sicherheit mehr Rente bekämen, wenn wir in unseren alten Berufen hätten weiter arbeiten können.
Würde das Pflegegeld auch sehr gerne gegen eine gesunde Jana eintauschen!
Lieben Gruß
Petra _________________ Petra, Michael, Jana (02.02.01 - 14.01.09) Hirntumor + -infarkte, Neurofibromatose Typ 1, Makrocephalie, Epilepsie, Verlust rechtes Auge mit 1,5 Jahren wg. Glaukom, spastische Hemiparese links, Hirnatrophie. Fotos unter http://www.REHAkids.de/phpBB2/album.....personal.php?user_id=9824 + http://www.REHAkids.de/phpBB2/album.....personal.php?user_id=4282
das Pflegegeld würde ich gerne gegen ein gesundes, nichtbehindertes Kind eintauschen.
Ich liebe meinen Sohn über alles, aber kein Pflegegeld der Welt kann mir die mehr als zahlreichen schlaflosen Nächte, die Sorgen und Ängste, den Verzicht auf so einige Aktivitäten entlohnen.
Alle die meinen am Pflegegeld könne man sich bereichern, sollten ihr Leben nur mal für einige Tage und Nächte mit dem einer betroffenen Familie tauschen.
LG Helga
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