In Bayern heißen die ehmaligen Sonderschulen auch nur noch Förderschulen mit dem jeweiligen Förderschwerpunkt.
Hallo Jaqueline,
das man auf einer Förderschule alle Abschlüsse machen kann wie auf deiner Schule ist leider die Ausnahme bzw. es gibt wenige davon. Bis auf deine Schule kenne ich keine die Abitur an einer Förderschule anbietet. Die meisten bitten wenn überhaupt nur Hauptschulabschluss. Soviel zum Thema individuelle Förderung auf ner Förderschule Naja ok, das war ja auch nicht das Thema.
ich weiß, dass Abitur selten ist. Hauptschule gibt es aber öfter. Von Schulen für Gehörlose und Blinde weiß ich, dass es dort Mittlere Reife gibt.
Hmm...wenn mich einer Fragen würde, ob ich auf eine Förderschule gehe, würde ich nein sagen, sondern auf ein Gymnasium für Körperbehinderte, weil in Förderschulen ja meistens LB-Schulen gesehen werden. Man ist wohl selber nicht ganz frei davon Zudem haben wir hier den Förderschulbereich (LB)
extra, also quasi eine Förderschule in der KB-Schule. Ist also nicht immer ganz einfach. Darf man dann auch nicht mehr Sonderschullehrer sagen??
Nach der Änderung müsste es ja dann z.B. heißen
Förderschullehrer für Schulen mit dem Schwerpunkt geistiger Enticklung etc.
Bis man das gesagt hat, ist ja die Woche vorbei _________________ LG Jaqueline
ICP - spast. Tetraparese, Kyphose
Freund: GM-Epilepsie (VNS-Träger)
An den meisten Schulen für Kinder mit Einschränkungen kann man zumindest den Hauptschulabschluß machen. Selbst hier an unserer lernbehinderten Schule können die Kinder die es schaffen in Klasse 10 ihren Hauptschulabschluß machen. Meine Tochter besuchte die Sehbehinderten Schule (Heimsonderschule für Sehbehinderte), dort konnte man auch den Hauptschulabschluß machen. Begabte Kinder haben die Möglichkeit z.B. in Ilvesheim oder Chemnitz den Realschulabschluß machen oder in Marburg das Abitur. Es ist ja auch einzusehen, das nicht jeder Standort alle Abschlüsse anbieten kann. An der Schule meiner Tochter wechseln in Klasse 4 von 5-7 Kindern im Schnitt 1 Kind auf die Realschule und ein Kind auf das Gymnasium. 2Kinder wechseln im Schnitt in den Förderschulbereich. Abschlüsse jeder Art sind Grundsätzlich möglich, nur halt nicht immer in Heimatortnähe.
Auch wir haben die leidvolle Erfahrung sammeln müssen Sonmderschule = Doofenschule. Und das wurde meiner Tochter auch immer wieder aufs Brot geschmiert.
Ina _________________ Dana geb.1994, HFA- Autistin, Sehbehindert 20% Sehkraft mit imlant. Kunstlisen bds),kombinierte beidseitige Schwerhörigkeit (auf einem Ohr taub)
Mara geb.1997, Aortaerweiterung d. Herzklappenfehlbildung, ADHS
hier in Badenwürttenberg heisen die Sonderschulen immer noch Sonderschulen mit dem jeweiligen Zusatz (für Körperbehinderte, für Blinde, für Geistigbehinderte, ...). Nur die Sonderschulen für Lernbehinderte heißen seit einigen Jahren in BW Förderschulen und das ohne irgendeinen Zusatz.
Wer soll das Verstehen, der nicht näher mit der Materie beschäftigt ist, wenn es in jeden Bundesland anders heist.
Liebe Grüße
Rita _________________ Rita mit Sohn *Dezember 1995, ohne Diagnose,
cerebrale Koordinations- und Tonusregulationsstörung mit Zehenspitzengang, kognitive und sprachliche Entwicklungsstörung, süßer Bengel
Hallo,
diese ganzen Namensänderungen sind doch sowieso nicht wirklich sinnvoll! Es verwirrt nur zusätzlich und die, die sich in der Materie auskennen, sprechen doch eh von KB- Schule, egal wie man das nun nennt...
Das geht übrigens an der Uni noch weiter. In einigen Bundesländern studiert man Sonderpädagogik, in anderen Rehabilitationspädagogik, in wieder anderen Integrationspädagogik Hatte echt Mühe beim Ausfüllen der Bewerbung!
Und wo wie grade dabei sind: Muss es Menschen mit geistiger Behinderung, mit mentaler Beeinträchtigung, mit Lernschwäche oder wie heißen?
Völliger Quatsch, echt. Als würde das was an den Vorurteilen der Gesellschaft ändern! _________________ Katrin (*83), Förderschullehrerin an einer Förderschule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung
Anmeldedatum: 30.01.2006 Beiträge: 15
Wohnort: München
Verfasst am: 09.05.2007, 17:37 Titel: alles pc (politisch korrekt)?
Hallo zusammen,
das ist ja eine niedliche Diskussion hier. Ich trage auch was bei: Ich bin 38 Jahre alt (oder muss es jung heißen, weil es sonst diskriminierend ist?), spastisch gelähmt -
(aber halt! Das sagt man heute auch nicht mehr, Spastiker ist ja ein Schimpfwort, das hatte ich ganz vergessen). Heute würde ich also politisch korrekt sagen, dass ich Cerebralparetikerin sei, aber dann weiß wieder keiner, was das ist. Und mit dieser Behinderung (oder heißt das jetzt ich bin "anders befähigt" oder "mit besonderen Fähigkeiten") also jedenfalls sitze ich im Rollstuhl. Ich bin auf eine Sonderschule für Körperbehinderte gegangen, die heute Förderschule für Körperbehinderte heißt. Dort hätte ich einen normalen oder qualifizierenden Hauptschulabschluss oder den Realschulabschluss machen können. Die damaligen Sonderschullehrer (die also heute immer noch so heißen, wie ich hier gelernt habe) wollten das auch gern so und behaupteten, ich würde das Gymnasium nicht schaffen. Aber ich hatte gute Noten und sollte doch aufs Gymnasium. Ein solches braucht man "natürlich" an einer Sonderschule nicht, wozu auch? Da es das also nicht gab, ging ich dann auf eine private Regelschule, wo ich 1989 Abitur machte. In Bayern noch dazu ein zentral gestelltes Abitur, das also vergleichbar mit allen anderen Abituren desselben Jahrgangs ist. Das finde ich gut, dann kann niemand an der Qualität zweifeln. Ich sehe das Fehlen des Sonder-Gymnasiums immer noch als Glücksfall an, denn ab diesem Zeitpunkt konnte niemand mehr meine Eltern oder mich an eine Sondereinrichtung verweisen. Studieren durfte ich auch, das kann man zum Glück auch nur an ganz normalen Unis, (wenn es auch merkwürdige Studiengänge gibt, wie der letzte Beitrag zeigt). Etwas besseres hätte mir nicht passieren können.
Der Schule für Körperbehinderte halte ich zugute, dass ich dort den selbstverständlichen Umgang mit anderen behinderten Menschen lernte, denn der ist auch dann nicht angeboren, wenn man selbst behindert ist. Außerdem hat man mir offensichtlich alles beigebracht, was ich für den Wechsel aufs Gymnasium wissen musste, denn der fiel mir leicht. Trotzdem war mir die "normale" (schon wieder so ein problematisches Wort) Schule lieber.
Zum Schluss möchte ich noch anmerken, dass meiner Meinung nach die Ausdrucksweise trotzdem etwas ausmacht. Es ist gut, dass die Zeiten vorbei sind, in der es pauschal nur "die Behinderten" hieß. Wenn man stattdessen "ein behinderter Mann" oder "eine Frau mit Behinderung" oder von mir aus "ein Mensch mit Handicap" sagt, klingt es doch um einiges respektvoller, und darum geht es doch, nicht darum, dass man eine Woche benötigt, eine um alles in der Welt politisch korrekte Formulierung auszusprechen.
Jedenfalls hat mich diese Diskussion hier sehr amüsiert. Bin ganz eurer Meinung, dass man mit manchen Worten die Verwirrung perfekt machen kann. Hauptsache ihr wisst noch, was ihr sagen wolltet.
Verfasst am: 10.05.2007, 17:47 Titel: Re: alles pc (politisch korrekt)?
Zitat:
Ich sehe das Fehlen des Sonder-Gymnasiums immer noch als Glücksfall an, denn ab diesem Zeitpunkt konnte niemand mehr meine Eltern oder mich an eine Sondereinrichtung verweisen.
Hallo Ursula,
dem kann ich dir zum Teil zustimmen. Ich hab zwar kein Abitur, hab aber wie du von der Sonderschule (KB-Schule) auf eine Regelschule gewechselt. Bei mir war es der Glücksfall, dass man an der KB Schule keine mittlere Reife machen konnte und so hatte ich das Glück, 2 tolle Jahre in der Regelschule verbringen zu dürfen.
Nur was machen Schüler die von seinen geistigen Fähigkeiten in der Lage ist Abitur zu machen, aber von ihrer Körperlichen Fähigkeit es nicht schaffen auf einer Regelschule oder was eben so häufig vorkommt, ist das die baulichen Verhältnisse nicht geben sind. In diesem Fall ist es für diese Schüler schon sehr schade das es so wenig Möglichkeiten gibt, an einer KB-Schule Abitur zu machen.
Liebe Grüße
Moni, die sich wünschen würde, das mehr Kinder integrativ beschult würden. _________________ 03/85 Osteogenesis imperfecta Typ IV (Glasknochen)
Das Leben selbst, ist das größte Geschenk
Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel, man weiß nie, was man bekommt
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