Verfasst am: 04.04.2007, 21:49 Titel: Erziehung: Wie macht Ihr Eure Kinder SELBSTBEWUSST?
Hallo Ihr Lieben!
Mich beschäftigt seit heute eine Frage wieder ganz besonders:
wegen ihrer Behinderung brauchen unsere Kinder nicht nur 100 % Selbstbewusstsein, sondern 1000 %, wie ich meine.
Es ist nur so schwer: wie macht Ihr das? Wie macht Ihr ganz speziell Eure Kinder stark für das Leben?
Der Alltag der Kinder ist geprägt von Therapien, von Anforderungen, von Aufforderungen zum Tun...
Unseren Kindern sind größere Steine in den Weg gelegt, die es zunächst gilt, wegzuschaffen mit einem Mehr an Kraft und Mut.
Mein Sohn traut sich oft von vornherein nicht viel zu! Stellt sich aber schon trotzig, wenn es gilt, Dinge zu tun, die er bereits prima kann!
Zu viel Lob sollte es ja auch nicht sein! Man kann ja nicht für alles ein Lob aussprechen.
Wie bringe ich ihm nahe, sich mehr zuzutrauen - speziell bezogen auf den Kindergarten. Er bringt sich um so viel, wenn er sich nichts zutraut.
Lieber Gruß
Tini72 _________________ Mark *Oktober 2003,
12 Wochen zu früh geboren, spastische Diplegie aufgrund einer CP,
Mama Martina *Juni 1972,
Papa Mac *Januar 1967
Mutmachen von der Mama hat keine besondere Wirkung mehr.
Wir gehen mit Pete zu einer ganz tollen Psychologin, die uns dahingehend beraten hat: - ganz viel positive Verstärkung bei Erfolgen, aber auch bei Mißerfolgen.
- das Kind mit seinen Gefühlen ernst nehmen, über Hemmungen /Ängste
sprechen und zeigen, daß man für ihn da ist
- auch eigene Gedanken dazu mitteilen
- eine Identifikationsfigur außerhalb der Mutter finden , mit dem sich das
Kind auch mal abgrenzen kann vom "betüdeln"
- Wut zulassen und auch herausfordern
- etwas der "Ohnmacht" des Kindes entgegensetzen, daß soviel mit ihm
"gemacht" wird - in anderen Bereichen es auffordern, selbst zu entscheiden.
War jetzt ein bischen viel, was? Ich finde die Hinweise aber bedenkenswert.
Vor allem, daß ich als Mutter nicht alles auffangen kann/muß/sollte zu seinem Wohl.
LG Dagmar _________________ Dagmar (39) mit 3 Kids und P*99 , Mehrfachbehinderung, Intrinsic-Asthma, frühkindl.Autist und GdB 100%uswusw.
Diese Geschichte ist sehr gut für Kinder geeignet, die Probleme mit ihrem Selbstwertgefühl haben. Das kleine "Tier" in der Geschichte kann sich keiner Tiergruppe zuordnen und es begibt sich auf die Suche nach seiner Zugehörigkeit. Zuerst wird es von vielen Tieren abgelehnt, bis es dann feststellt, daß es eine eigenständige und wertvolle Person ist.
Diese Geschichte gibt gerade unsicheren Kindern Selbstvertrauen.
Selbstbewußtsein lernt man, vor allem dann wenn man aufgezeigt bekommt, dass man auch als Mensch mit Handicap Fähigkeiten hat, die etwas besonderes sind.
- gut singen
- malen
- mit anderen etwas besonderes bauen, spielen, "erfinden"
- schwimmen lernen.
Wichtig ist die Dinge herauszustellen, die er besonders gut kann .
Und, nicht zu vergessen, Selbstvertrauen muss man vorleben .
Viel Erfolg!
Lieben Gruss
Birgit _________________ Idealismus. Die Fähigkeit, die Menschen so zu sehen, wie sie sein könnten, wenn sie nicht so wären, wie sie sind.
Hallo Ihr,
frage mich gerade, wie das wohl mit Michaels Selbstbewußtsein aussehen mag.
Er verrät ja so gar nix von dem, was in ihm vorgeht. Wenn er glücklich ist lacht und
kichert er, wenn er traurig ist, weint er manchmal, wenn er sich langweilt, nölt er.
Er ist stolz, wenn man ihn versteht. Und glücklich, wenn er dann auch bekommt,
was er will (geht natürlich nicht immer ).
es ist bei besonderen Kindern auch oft nicht einfach, weil eh sehr Vieles von ihrem Leben fremd bestimmt wird, werden muß.
Ich habe immer versucht, darauf zu achten, daß sie auch eigene Entscheidungen treffen dürfen und daß diese Entscheidungen auch akzeptiert werden, sofern nicht schädlich sind.
Nun leben meine Mäuse ja bereits in einer Wohngruppe und dadurch gibt es dort auch schon mal Situationen, die für die Betreuer nicht so einfach sind.
Martin z.B. , ihn wollte vor zwei Wochen, Sonntags, nach dem Mittagessen ( was auch eigentlich so sein sollte) eine Praktikantin wickeln, waschen, Zähne putzen.
Just an diesem Tag wollte er davon nichts wissen in diesem Moment. Die junge Frau ist noch ein bisserl unerfahren und so begann ein Kampf. Martin schrie, haute und kratzte nach ihr( er ist normalerweise ein sehr netter Zeitgenosse) und sie war völlig aufgelöst und beschwerte sich bei uns, als wir zu Besuch kamen.
Sie hätte ihm bloß sagen oder vermitteln müssen, daß sie seine Entscheidung versteht und ein wenig später nochmals wieder kommt und daß er, wie immer , so versorgt werden muß. Es wäre kein Kampf nötig gewesen.
Meine Tochter, sie lebt auch in der Gruppe, will z. B. oft nach dem Mittagessen nicht wieder zurück, zur Werkstatt, zum Arbeiten. Mit Druck würde auch das nicht funktionieren, allerdings meist mit bitten und reden.
Auch wenn ich weiß, daß es so schwierig sein kann, für die Mitarbeiter der Einrichtung, freue ich mich, daß diese beiden Menschlein sich durch setzen können.
So brauche ich keine Angst zu haben, daß z.B. meiner Tochter ein Mann zu nahe kommen könnte, den sie nicht haben will. ( So nah wollte sie übrigens noch Niemanden haben )
In der Pubertät ticken die Uhren eh ein bisserl anders , und oft ist es sinnvoller, kurz aus dem Kontakt zu treten und neu zu beginnen, anstatt für eine Sache zu kämpfen, die dann doch nichts werden kann.
Annika hat eine recht selbstbewusste Ausstrahlung, obwohl sie sich nicht verbal verständigen kann. Die Menschen, die sie betreuen, können viel durch ihre Augen und ihre Körpersprache 'ablesen'.
Ich sage sehr oft zu Annika, dass sie 'klasse' ist, eine 'Supertochter', die weiß, was sie will.
Zu anderen Menschen habe ich - im Beisein von Annika - schon öfters gesagt: es ist nicht gut, dass Annika so eingeschränkt ist; aber sie ist gut, wie sie ist. _________________
Viele Grüße von Inge
* * * * *
"Ohne uns hätten sie es leichter gehabt." Bert Brecht
meine kinder sind bis auf die kleine nicht so besonders selbstbewusst.das kommt teilweise daher,das mein Exmann die Kids ständig zurückgewiesen hat(seid Februar kommt gar nichts mehr) Das müssen wir alles erst schritt für schritt aufarbeiten.
Ich versuche immer und immer wieder den Kindern vor Augen zu führen,das sie das eine oder andere doch besser können,gebe ihnen kleine Herausforderungen(alleine zum Kiosk gehen Brötchen holen,im Laden etwas selbständig kaufen,während ich draussen warte ...)
Meine Tochter traut sich selber nichts zu.Sie kann besser lesen wie manch 3.Klässler in der LB-Schule-wenn sie will-
Ich respektiere den Willen der Kinder,sofern es nicht gefährlich für sie wird.Ich nehme die Bande als eigenständige Persönlichkeiten an mit sämtlichen Stärken und Schwächen. _________________ Liebe Grüße von Bettina(Rheuma,ADHS und andere Strickfehler)mit
L.J.(2/99) ADHS,V.a.Asperger Syndrom,Dyskalkulie
L.F.(4/00) ADHS,Abscencen, auditive Wahrnehmungsstörung
H.J.(9/02) ADHS,Infektasthma,Neurodermitis
P.K.(6/08)NF1 genetisch gesichert.Von der Entwicklung aber topfit
N.K.(7/10)
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