Verfasst am: 03.04.2007, 18:12 Titel: Probleme mit der Schule wg. Therapien
Hallo zusammen,
ich muss mal etwas loswerden ...
Seit ca. 1 Jahr geht Isabelle in die Sonderförderschule in Oggersheim (Ludwigshafen am Rhein). Seit diesem Zeitpunkt haben wir nur noch Probleme Therapien für sie zu bekommen. In den Gesprächen, vor Schulanfang, wurde uns zugesichert, dass wir von den Therapien entlastet werden. Im Kindergarten hat sie "nur" Logo bekommen, so dass wir zur Ergo und KG nach dem Kindergarten gefahren sind. Das sollte sich ändern!
Mittlerweile ist es so, dass Isabelle in der Schule KG bekommt, da aber die Ergotherapeutin zu viele Kinder hat, machen wir weiterhin nach der Schule Ergo. Heute haben wir einen Anruf bekommen, dass sie ja zur Zeit keine, bzw. wohl nur eine Logotherapeutin haben, Isabelle aber auch ohne Logo sehr gut spricht, Isabelle in der Schule KEIN Logo bekommen wird. Wir können aber gerne auserhalb der Schule Isabelle zur Logo bringen ...
Das Isabelle "gut" spricht ist Ansichtsache der Ärztin von der Schule! Unser Kinderarzt und Ergotherapeutin haben nur den Kopf geschüttelt! Die Ergotherapeutin hat uns Punkte genannt, die sich bei Isabelle wieder verschlechtert haben. (verdoppelung der Worte, fehlender Lippenschluss, Wortbildungsprobleme - Diese Probleme waren wärend der Logo im Kindergarten weg!)
So von wegen Entlastung! Jetzt sollen wir noch Logo machen. Wir sehen die Wichtigkeit von Logo auch, aber leider wissen wir nicht, wie wir dies nach der Schule noch mit den restlichen Therapien / Anwendungen / Arztbesuche unter einen Hut bekommen sollen. Auf der anderen Seite frag ich mich, warum Isabelle in eine solche (teure) Schule gehen soll, wenn die Therapien doch nicht in der Schule laufen.
Gruß Stefan _________________ Nicolette & Stefan und Kindern
Johanna (`98) partieller Dyslalie auditiven Wahrnehmungs- und Verarbeitungsstörung, visuo-motorischen Sequenzierungsschwäche,
Isabelle (`99) 24. SSW mehrfach Schwerbehindert, entwicklungsverzögert, ICP und
Jérôme (`03) gesund
Galerie ---> http://www.REHAkids.de/phpBB2/album.....personal.php?user_id=6293
Meine Eltern hatten vor Jahren genau das gleiche Problem mit mir, denn ich war auch in einer Schule für Körper- und Sehbehinderte Kinder. Es ist unbestritten das es dort Kinder hatte, die Ergo- und Physiotherapie viel nötiger haben. Sie haben fast ein ganzes Semster mit der Schule und den dortigen Therapeuten gekährt, dass ich die nötige Therapie bekomme.
Schlussendlich hat mein damaliger Kinderneurologen einen "netten" Brief geschrieben, mit der Aufforderung mir jeweils 2 Lektionen Ergo- und Physiotherapie einzuplanen im Unterrichtsplan. Ansonsten würde ich einfach den Tag durch fehlen im Unterricht. Keine 2 Tage später bekamen wir die Bestätigung, dass ich die geforderten Therapieen bekomme. Sie habens nähmlich gar nicht gerne wenn man einfach fehlt
Ich würde dir eine Bestätigung vom Kinderneurologen holen, womit er bestätigt das Isabelle unbedingt diese Therapien braucht Vielleicht auch eine kleine Drohung rein schreiben, denn dies kann schon helfen.
Es ist leider so, dass nicht alle Kinder in der Schule gut therapeutisch versorgt werden (können), auch wenn generell ein therapeutisches Angebot besteht.
In der Schule unseres Sohnes (Förderschule für körperliche und motorische Entwicklung) werden Physio- und Ergotherapie angeboten; er benötigt aber noch zusätzlich zweimal wöchentlich Logopädie. Einmal holen wir ihn deshalb eher von der Schule ab; der zweite Termin ist Freitagnachmittag, da dann die Schule nur bis mittags geht. Sebastian kommt sonst erst um 16.15 Uhr nach Hause; richtig aufnahmefähig für die Logopädie ist er nach einem über 8 Stunden Tag dann nämlich nicht mehr.
An der Schule unseres Sohnes ist es üblich, dass Kinder wegen außerschulischer Therapien später zum Unterricht gebracht bzw. eher wieder abgeholt werden.
ähnlich wie bei Birgit halte ich es auch.
Wenn die Schule die Therapien nicht anbieten kann, aus welchen Gründen auch immer, dann nehme ich als Mutter mir das Recht raus, genau diese notwendigen Therapien für meine Jungs zu einer guten Zeit durchzuziehen.
Sprich, KG ist nicht mehr in der Schule, also habe ich mir Termine besorgt, die kurz nach dem Mittag liegen. Ähnlich ist es mit der Ergo bzw. Musiktherapie für Franz.
Da in den unteren Klassen die Schule ja eigentlich nach dem Mittagessen erledigt ist und danach "nur" Schlafen angesagt ist - nutze ich diese Zeit für die Therapie.
Eric ist ja schon in der Oberstufe (=7.Klasse) und hat an fast allen Tagen auch Nachmittagsunterricht. Ich bin penetrant freundlich zur Direktorin und habe sie darauf hingewiesen, daß für meine Jungs Therapien NACH der Schule (gegen 15.30Uhr zu Hause) nicht mehr effektiv sind.
Sie war da auch sehr verständnisvoll und ich hatte für Eric die Genehmigung.
Probiers doch mal so, nimm Isabella mittags aus der Schule und mach in der Zeit Therapien, wenn es für euch als Eltern natürlich machbar ist!!!
LG - Angela _________________ unsere Vorstellung: hier
Angela mit Eric (*93) und Franz (*98);
beide Dravet-Syndrom
Claus kommt ja erst in diesem Jahr in die Schule.
Aber wir haben jetzt schon die Halbtagsbeschulung beantragt. Wegen de Logo, der SI-Therapie und dem Autismuszentrum (1x die Woche 2 Stunden ca. 30 Minuten Autofahrt) .
Die werden wir wohl auch ohne Probleme bekommen - egal welche Schule es denn dann wird .
ich kann Deinen Ärger sehr gut verstehen , gerade spezielle Fördereinrichtungen , egal ob Schule oder Kiga die Kinder ganztags betreuen , sollten genug Therapieangebote haben für Kinder die sie wirklich benötigen und Eltern dabei entlasten . Im Kiga - Alter haben wir aber auch das Gegenteil erlebt und meist scheitert es an zu wenig Personal bzw. Therapeuten .
Benjamin war bis zum Sommer 05 ganztags im heilp. Kiga und bekam dort nur 1 x KG pro Woche sowie noch auf unsere Anregung hin 1 x pro Woche Frühförderung vom Blindeninstitut , ansonsten keinerlei Therapieangebote . Da uns das zu wenig war , gingen wir jahrelang zusätzlich 1 x wöchentlich zu einer anderen KG im Ort sowie zum therapeutischen Reiten . Meist am Nachmittag nach dem Kiga , da war er aber nicht mehr so aufnahmefähig . Oft holten wir ihn deshalb auch früher ab .
Seit Schulbeginn spüren wir endlich die Entlastung und es finden alle Therapien komplett am Vormittag in der Schule bzw. über die Schule statt .
Er bekommt jetzt wöchentlich 2 x KG , 1 x Ergo , 1 x Logo , 1 x Musiktherapie und 1 x ther. Reiten . In den Wintermonaten wird noch die örtl. Schwimmhalle von der Schule regelmäßig genutzt , sehe ich aber nicht als Therapie an . Hätte er jetzt wieder so wenig Therapieangebote , müßten wir ihn entweder an den Tagen gleich zu Hause lassen wie bei geplanten Arztterminen , oder ihn vorzeitig abholen und 35 Km hin und wieder zurück fahren , da seine Schule nicht wie früher der Kiga im Wohnort ist .
Für uns ist es seit Schulbeginn eine Riesenentlastung und mit den Therapeuten halten wir entweder telef. Kontakt oder können jederzeit einen Termin vereinbaren um bei der Therapie dabei zu sein .
Wenn Ihr es zeitlich ermöglichen könnt , würde ich die Therapien am Vormittag oder Mittag vereinbaren , wenn Isabella noch nicht so müde ist nach einem langen Tag . Leider habt Ihr dadurch noch mehr Termine und keine Entlastung durch die Schule .
L.G.
Anja _________________ Anja mit Benjamin 03/97- schwere Mehrfachbehinderung wahrscheinlich durch 6- fach-Impfung, Muskelhypotonie,Wahrnehmungsstörungen/aut. Züge, Epilepsie, Skoliose, Button- Martin 02/92 und Laurin 05/09
Ich denke: Eine der vielen Folgen der "technokratischen" Kinder-Ganztags-Verschulung nach der Erwachsenen-Welt!
In der Tat macht die Ganztagsbeschulung diese Probleme noch größer. Denn die Kinder einfach früher aus der Schule zu holen, ist doch eigentlich keine Lösung, zumindest, wenn wirklich noch Unterricht stattfindet und nicht Verwahrung. Mag sein, daß das Verpassen von Schulstunden bei Kindern mit geistigen Problemen nicht soo wichtig ist, das kann ich nicht beurteilen. Aber bei geistig fitten Kindern kann das sehr wohl darüber entscheiden, welcher Schulabschluß letztenendes herauskommt. Und dieser entscheidet bei Kindern mit schwereren körperlichen Einschränkungen massiv darüber, wie selbstbestimmt das Kind als Erwachsener leben kann. Wenn ihr eure Kinder früher aus der Schule holt, dann achtet darauf, daß an dem Tag nur noch so Dinge wie Religion gegeben werden. Auch um das Lieblingsfach des Kindes sollte man einen großen Bogen machen.
das einzige was mir sonst einfallen würde, wäre, dass man schaut ob man nicht Therapeuten in der Nähe der Schule finden kann und dann versucht das zu organisieren. Vielleicht könnte man ja mit Schulleitung abmachen, dass sie dort hingebracht und abgeholt wird - aber eben die Theraphien ausserhalb bekommt (bzw. vielleicht kann der Therapeut das auch machen).
LG
Alex
P.s.: Mensch - die Schule müssen sich veränder haben. Ich war 1989 auf eine normale Schule gekommen und die hatten damals extra für mich einen Logopäden in die Schule geholt, weil sie fanden, dass ich in der Freizeit viel zu wenig Unterricht bekam... und dafür hatte man bewusste Stunden ausfallen lassen... . _________________ Wer kämpft kann verlieren.
Wer nicht kämpft hat schon verloren.
bei mir sind auch für KG Stunden ausgefallen, geht auch bei Therapie in der Schule nicht anders, aber da habe ich mir die Fächer ganz geziehlt ausgesucht (Sport, 1 Stunde Religion, eine Stunde Musik oder Deutsch) und habe nicht einfach alle Stunden eines Mittags ausfallen lassen. Man kann sich natürlich darüber streiten, was wichtiger ist: Therapie oder Schule. Ich kann für mich jedenfalls sagen, daß für mein heutiges selbständiges Leben die Schule wesentlich wichtiger war. Bei Kindern mit großen geistigen Problemen, bei denen klar ist, daß sie nie ihren Lebensunterhalt selbst verdienen können, kann das anders sein. Aber bei geistig fitten Kindern - auch bei LB-Kindern, sollte man die Bedeutung der Schule für die Kinder nicht unterbewerten. Ich habe genug Leute kennengelernt, die nach der LB-Schule an unserer Schule noch den Hauptschulabschluß nachmachten und sich so die Vorraussetzungen für eine berufliche Zukunft schafften. Das geht aber nur, wenn auch die LB-Schule ernst genommen wird.
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