Verfasst am: 29.03.2007, 15:20 Titel: Mit fünf noch Daumenlutscher...
Hallo, wir haben mit Felix(5,5 Jahre) das Problem, daß er unheimlich viel am Daumen lutscht. Er macht es bei Verlegenheit, bei Müdigkeit und wenn er gefrustet ist.
Heute wurde ich im Kindergarten wieder darauf angesprochen.
Ich habe schon soviel ausprobiert, um ihm das abzugewöhnen. Mit diesem eckligen Zeugs, mit Salz, Pfeffer, mit Drohungen usw.
Ich weiss nicht weiter.
Er kommt dieses Jahr in die Grundschule, da kann er doch nicht weiter Daumen lutschen. Bisher stört es ihn auch nicht, wenn andere ihn ärgern.
2.Problem: Er ist so laut, er hat eine so hohe Frustationsschwelle. Wenn was nicht klappt, er geärgert wird, sofort schreit er rum.
Obwohl schreien, er spricht einfach sehr laut und dann sehr viel und sehr undeutlich. Er hat sich dann einfach nicht im Griff.
Was kann man da machen? Er hatte schon Ergotherapie, jetzt Krankengymnastik wegen Koordinationsstörungen/ Wahrnehmungsstörungen.
Ich habe echt Angst, daß er die Schule nicht packt, er nur auffällig sein wird, er dort einfach abschaltet, den Daumen in Mund steckt, wenn das Thema ihn nicht interessiert. Und durch seine laute Art gleich negativ auffällt.
Er ist ja ein pfiffiges Kerlchen, laut Schulärztin darf er ja auch hin zur Schule.
Aber im Kindergarten sagen die auch, er muss zwischendurch mal raus, um sich abzureagieren. Er braucht die Bewegung.
Aber was mach ich, wenn die Lehrerin davon nichts hören will?
Mein Mann sagte gestern noch, daß er Zweifel hat, daß Felix die Schule packt...
Hätte er doch eher den Mund aufgemacht, die Schuluntersuchung ist gelaufen..
Ich habe selber ein paar Mal gedacht, ihn zurückstellen zu lassen.
Andererseites ist er kopfmässig so weit, nur vom sozialen her....
Hallo Birgit,
ich bin 22 Jahre alt, ich studiere Medizin und habe einen sehr schwer zu bekommenen Platz in fetaler Medizin bekommen fuer naechstes Jahr, habe mit 1 komma etwas das Abi abgeschlossen, spreche 4 Sprachen. Nein ich gebe nicht bloss einfach so an, ich sage das nur alles weil: ich lutsche auch am Daumen! Ich habe es immer getan, seit ich denken kann und habe nie aufhoeren wollen (und koennen). Meine Eltern treibt es in den Wahnsinn, aber mir gefaellt es, es gibt mir innere Ruhe (ich bin aeusserlich eher unruhig). Es gibt mir Trost, es macht Schmerzen weniger, es gibt mir ein tolles Gefuehl, welches ich nicht aufgeben will. Meine Zaehne sind gerade, nicht verbogen und nicht krumm und schief (also sie sind etwas rundlich vom lutschen eben), ich habe ein "schoenes Gebiss".
Ich habe in der Schule auch gelutscht, in der Grundschule kann ich mich nicht dran erinnern, aber in der Oberstufe habe ich es eher wenig gemacht (wenn man mitreden will, dann stoert der Daumen im Mund) haben wir jedoch fern gesehen oder einen Film oder so im Unterricht so habe ich genuckelt. Ich wurde darauf angesprochen aber keiner hat sich darueber lustig gemacht (bis auf ein paar Momentchen). Ich bin die ganze Oberstufe durch Klassen und auch Schuelersprecherin gewesen, war also nicht furchtbar unbeliebt!
Ich denke wenn das Abgewoehnen stressig ist, dann lass es, er kann auch mit Daumen ein gluecklicher Mensch werden. Ich rauche und trinke nicht, denn ich habe meine eigene kleine Sucht die keinem was zu Leide tut.
Natuerlich wenn es wirklich zum Problem wird, dann kannst du ja mal schauen, aber wie gesagt ich bin ein erwachsener rationaler Mensch und ich liebe es am Daumen zu lutschen. Klingt dumm ist aber so, jeder hat seine Macken!!
Gruss, CJ (und ihr Daumen) _________________ C.J., humangenetische Beraterin (MGenCoun) mit zweitem Master in foetaler Medizin und praenataler Genetik.
Be who you are and say what you feel for those who mind don't matter and those who matter don't mind! (Dr. Seuss)
Hallo Birgit,
Louisas Bruder hat auch sehr lange am Daumen gelutscht; allgemein sagt man ja schon, dass Kinder die so lange am Daumen lutschen unsicher sind, unreif oder sonst irgendwie "Probleme " haben könnten. Unser Sohn war immer sehr unruhig....
Wir haben so nach und nach mit ihm geübt zu bestimmten Gelegenheiten oder Zeiten nicht mehr zu lutschen.
z.B. nicht mehr beim Fernsehen oder nicht mehr im Auto.......und so sind nach und nach Zeiten entstnaden in denen er nicht gelutscht hat.
Lange (bis ca 6 1/2 ) hat er noch zum Einschlafen gelutscht und manchmal sehe ich es auch jetzt noch (fast 8) dass er im Schlaf nuckelt.
SIcher gibt es auch Fälle denen das Lutschen am Daumen für immer bleibt und es ok ist, aber i.d. Regel sollte es so nach und nach verschwinden, man sollte sich davon versbschieden können wie vom Fläschen oder Schnuller....finde ich.
Alles Gute
Martina _________________ Martina, Dorian(99) Louisa (01)/Louisa hatte 05 eine Herpes Enzephalitis wobei ihre re. Gehirnhälfte komplett zerstört wurde; li. kleinere Defekte; litt unter nichteinstellbaren fokalen Anfällen/Sturzanfällen, Halbseitenlähmung li., Aphasie, Ataxie, frontale Enthemmung, Essstörungen, Verhaltensstörungen, Hemisphärotomie 8.8.07
Ich mache ja recht viel Unterricht in verschiedenen weiterführenden Schulen. Neulich hatte ich in einer Klasse einen Schüler, der die ganze Doppelstunde sichtbar am Daumen nuckelte - und es hat keinen gestört. Zumindest hat keiner darauf reagiert. Es war an eine Gesamtschule.
Unsere Tochter hat auch sehr lange Daumen genucktelt, mit einer dicken Schwiele auf dem Daumen. Wir haben nie versucht es ihr abzugewöhnen - und ihre Zähne auch auch ordentlich gerade geblieben.
Ich würde raten, das Thema gelassener zu nehmen.
Ellen
Charlotte, meine Große, ist jetzt 6 3/4 jahre alt und lutscht auch am Daumen. Ich maße mir nicht an mit bestimmten Mitteln oder Meckern ihr das abgewöhnen zu wollen. Warum auch - jeder hat doch das Recht darauf, seine Befriedigung für sich zu finden.
Und auch wenn er zwischen durch "Auslauf" braucht - dafür gibt es doch die Pausen.
Mach dir nicht so viele Gedanken und lass die Zeit erst einmal heran kommen.
was ich aber nicht verstehe, warum ihr ihn - mit gerade erst 6 Jahren - einschulen lasst. Charlotte wird im August 7 und wird regulär am 1.9. eingeschult.
LG
Doreen _________________ Charlotte, 16.08.2000, ehem. Frühchen 31.SSW und Friederike, 15.07.2004. extrem. Frühgeb. in der 24.SSW (720g., 33 cm), nach Hirnmittellinienzyste HC, shuntversorgt , entwicklungsverz., sehbehindert, Minderwuchs, Balkenagenesie Meine Galerie
Hallo, ich selber sehe das mit dem Daumen lutschen ja auch nicht so schlimm. Aber das Umfeld....
Allen voran der Kindergarten. Immer muss man sich einen Spruch anhören.
Da wird man schon empfindlicher und achtet doch mehr drauf.
Zum Einschlafen benutzt Felix den Daumen, danach fällt er raus und gut ist.
Zur Einschulung: Das grosse Thema hier. Die ganze Zeit heißt es, Felix ist schulreif. Er ist zwar ein junges Kind, zudem noch klein, aber er schafft das.
Erst die U9, dann die Anmeldung mit Prüfung des Kindes, dann LRS-Test, dann Schuluntersuchung. Alle, wirklich alle waren zufrieden. OK, daß er grobmotorische Probleme hat, ja, daß ist erwähnt worden, hat ja nicht wirklich was mit Schulfähigkeit zu tun.
Und jetzt:Erst mein Mann:Zitat:Der schafft es doch gar nicht, so lange stillzusitzen. Wenn ihm was nicht passt, geht er nach Hause oder steckt den Daumen in den Mund und schaltet ab. Zitatende.
Dafür hätte ich ihn können...
Dann die Krankengymnastin: Was, aua, diesen Sommer schon....
Gestern der Kindergarten: Felix ist ein klassiches Vorschulkind. (Gibt es hier nur nicht mehr). Was nützt es ihm, rechnen zu können und ein paar Namen schreiben zu können, wenn er nicht ruhig sitzen kann und bei Mißerfolgen gleich gefrustet ist.
Er gibt bei Aufgaben, die ihm schwer erscheinen bzw nicht gleich klappen sofort auf und schiebt den totalen Frust...
Aber warum kommen jetzt, wo alles mit der Schule gelaufen ist, damit an. Hat Felix sich so verändert? Ich werde Montag erstmal um einen Termin im Kindergarten bitten, dann mit dem Kinderarzt sprechen.
Ich glaube ja selber, daß er Schwierigkeiten haben wird. Nicht vom Kopf her, sondern vom sozialen Verhalten. Die Erzieherin meint, er stände total unter Druck. Entweder hat er den Daumen im Mund und den Pullover.
Und sehr sehr laut, obwohl der Hörtest in Ordnung war(waren am Mittwoch in der Pädaudiologie in Münster, 3 Stunden insgesamt, die waren zufrieden mit ihm.)
irgendwie klingt vieles davon nach AD(H)S... zumindest das schnell gefrustet sein, das "laut" sein, das stets in Bewegung sein. Habt ihr mal in die Richtung etwas "geforscht"?
Ansonsten... warte es einfach mal ab. Manchmal traut man den Kindern nicht so viel zu. Meine Kinder überraschen mich jedes Mal von neuen, was sie schon alles können, wie selbstständig sie sind. Zugetraut habe ich ihnen davon nur knapp die Hälfte
Grüße,
Miriam _________________ M. SMA, bds. Taubheit (mit CIs versorgt);
L. urininkontinent;
J. Legasthenie, motorische Probleme
Hallo, der Gedanke war mir schon häufiger gekommen. Aber genauso oft habe ich ihn wieder verworfen.Weil eben so einiges nicht passt. Er kann still sitzen, er kann stundenlang alleine spielen, er spielt, seit er 2 Jahre alt ist, Gesellschaftsspiele. Auch Memory über eine Stunde schafft er. Klar, wenn er andauernd rausgeworfen wird, daß er sauer wird. Läuft aber alles normal ab, spielt er wie ein Grosser mit.
Im Kindergarten hatte ich es auch schon zweimal angesprochen, die verneinen es.
Ich werde dort Montag um ein Gesprächstermin bitten, vielleicht sieht die Sache mittlerweile anders aus. Es hörte sich gestern mittag zumindest so an. Jedenfalls werde ich dem Thema ADHS jetzt nachgehen.
Ich habe wegen dem Thema Schule nämlich jetzt echt Bauchschmerzen...
ich stand letztes jahr vor der entscheidung, ob mein kann-kind zur schule soll oder nicht.
ich habe mich dagegen entschieden und bin jetzt froh drüber.
in diesem jahr gab es doch noch den einen oder anderen rückfall ins kindergartenkind.
und nun ist sie auf alle fälle reif für die schule, ohne wenn und aber.
am daumen lutscht meine tochter übrigens auch.
und gerade im letzten jahr hat sie es von selber stark reduziert.
im kiga hat mich nie jemand angesprochen auf deas daumennuckeln.
was stört die erzieherinnen daran?
Hallo Birgit, mein Sohn, 4,5 Jahre, hat nie den Daumen geholt. Seit kurzem macht er es - in Ungedanken, aber hauptsächlich wenn er am "Träumen" ist. Ich mag das auch nicht, zumal er es nie gemacht hat, und bin ständig "an ihm dran", daß er damit aufhören soll - bis jetzt ohne Erfolg. Unser Junge ist seit neustem auf Hyperaktivität mit Verdacht auf ADHS getestet und so ein bißchen gleicht er der Beschreibung deines Jungen. Auch mit dem Reden. Tobias spricht oft laut und dann auch unverständlich - er "überstürzt" sich dabei. Er war sprachentwicklungsverzögert ist jetzt aber den Kindern seines Alters fast gleich, hat also viel aufgeholt. Aber wenn er schnell redet, redet er automatisch lauter und dann auch noch etwas unverständlich. Hörtest beim HNO Arzt und auch beim Pädaudiologen wurde gemacht, alles ist super in Ordnung.
Mit der Schule habe ich die selben Probleme, die du ansprichst. Bei uns kommt das nächstes Jahr - er ist Anfang August 2002 geboren und der Stichtag ist nächstes Jahr 30.08.08 - ich habe ein riesen Bauchweh ihn schicken zu müssen. Vom Kopf her, klar, kann er nächstes Jahr gehen, er ist ein fittes Kerlchen, die Ärzte sagen, sogar den Kindern seines Alters voraus, Grobmotorisch ist er weit Voraus, Feinmotorisch altersgemäß, aber was hilft das, wenn man keine 20-30 Minuten ruhig sitzen bleiben kann? Andererseits, wenn er will, kann er es, er puzzelt die Puzzles für 6-jährige wie ein Weltmeister, spielt das große Memory... ach ich weiß auch noch nicht, was ich machen werde, mir wäre es wohler, in zurückzustellen.
Sprich doch nochmals mit den Ärzten wegen dem Thema Hyperaktivität/ADHS, bei uns sagte und sagt noch heute jeder der unseren Jungen, auch der Kindergarten "aber doch nicht euer Kind" und "wenn er, dann auch viele andere Kinder hier", noch jetzt wo wir es schriftlich haben, glaubt es keiner bei unserem Jungen, aber es ist nun mal so. Und nur so bekommt man dann die nötigen Therapien, die das Kind braucht (bei uns seit der Diagnosestellung Heilpädagogik und Ergotherapie) und ich denke, das kann unseren Kindern nur helfen, und sei es, etwas ruhiger zu werden. _________________ LG
Susanne
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Sohn (9,5 Jahre): ADHS, Fructoseintoleranz, v.a. Migräne, Kiss-Kind (noch immer in Behandlung)
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