Verfasst am: 23.03.2007, 21:02 Titel: Wie gehen Eure Nachbarn mit Euch um?
Hallo Ihr Lieben,
nachdem nun vor einer Woche ( Behinderte Nachbarn nicht erwünscht) ein Zeitungsartikel darauf aufmerksam machte, daß warum auch immer, behinderte Menschen nicht überall gerne gesehen sind, wüsste ich gerne, was Ihr alles schon erlebt habt mit Euren Nachbarn.
Von einer Userfamilie weiß ich, daß sie vor Jahren ein gerade gekauftes Haus mit Verlust noch vor Bezug wieder verkaufen mussten, da die Nachbarn massive Bedrohungen ausgesprochen hatten.
Einer anderen Familie wurde mehrmals Feuer gelegt, bis auch sie das Handtuch warfen.
Auch hier im Forum kam ja mal der eine oder andere Link, daß sich Menschen sehr merkwürdig verhalten können.
Wir selber hatten fast immer großes Glück. Früher hatten wir ganz liebe Nachbarn, die uns völlig normal behandelt haben. Daß die Kleinen behindert sind, das war halt so, aber es stellte kein großes Problem dar.
Nach einem Umzug waren es dann die wirklich lieben Nachbarn, die mal mit anfassten, die Jederzeit das Babyphon rüber nahmen, damit ich am frühen Morgen oder späten Abend ein paar Stunden arbeiten gehen konnte.( Glücklicherweise ist in diesen Zeiten auch nie etwas vorgefallen.)
Nur nach dem letzten Mal, haben uns einige Leute wirklich ignoriert. Im Laufe der Jahre hat es sich aber gelockert und es ist nur ein Nachbar, der uns deutlich signalisiert, daß wir nicht in sein Weltbild passen.
Dafür gibt es aber wieder sehr nette, soziale Nachbarn, die uns wirklich mögen und zu Weihnachten und Ostern kleine Aufmerksamkeiten für die inzwischen ja schon erwachsenen Kids, bringen.
Ich glaube wir gehören zu der Fraktion, die Glück gehabt hat! Wir wohnen seit fast 5 Jahren in einer Reihenhaus-Siedlung und die allernächsten Nachbarn sind wirklich alle ganz ganz lieb, obwohl wir mit Sicherheit die lautesten in der Ganzen Ecke sind.... Hier wohnen hauptsächlich ältere Leute oder Familien mit bereits erwachsenen Kindern.
Den größten Glücksgriff haben wir mit unseren direkten Nachbarn gemacht - das sind so liebe und herzensgute Menschen. Mutter und Tochter (letztere ist 23) haben mir schon so oft geholfen, ich glaube nicht, dass ich das jemals wieder gutmachen kann... Sie passen auch auf die Kids auf, sind mit den beiden Kleinen z.B. auch schon mal in den Zoo gegangen und solche Sachen. Letzte Woche erst hatte ich z.B. das Problem, dass mein Mann im Skiurlaub war und ich passend dazu mit Fieber "in der Ecke lag" und zu fast gar nichts mehr in der Lage war, da kam *diebesteNachbarinderWelt* dann und hat die beiden Kleinen in den Buggy gepackt und ist mit ihnen spazieren gegangen.
Es gibt nur einen "Knöttersack" - aber ich glaube, den gibt es in jeder Siedlung . Er schreit die Kinder an, wenn sie hinter seinem Garten her laufen usw. Mit ihm habe ich aber auch schon fast Frieden geschlossen, denn er scheint mir einfach nur ein vereinsamter alter Mann zu sein, der mit seinem Leben absolut unglücklich und unzufriesen ist, und wenn man es aus der Warte betrachtet und entsprechend auf ihn zugeht, dann ist er schon gar nicht mehr so unfreundlich.
Ich habe hier noch kein böses Wort wegen Louisa und ihrer Behinderung gehört und ich hoffe, dass das auch so bleibt!
GLG Anja _________________ Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal, wie es ausgeht.
Vaclav Havel
Anja (*1969)mit F. und D. (*1998), D.: ADHS, L. (*2001) vorgeburtl. Schlaganfall, Hemiparese, Epi, GB und Y. (*2004) V.a. ADHS
Wir haben auch überhaupt keine Probleme. Wir wohnen in einem Wohnblock mit vielen Familien, Singles, Paaren, WGs usw. WIr freuen uns schon auf die warme Zeit, wenn wir wieder mehr draußen auf der Wiese sein können. Da sitzen dann ständig verschiedene herum, man lädt sich zum Kaffee ein, einer besorgt Kuchen, der andere kocht Kaffee, noch einer schlägt Sahne, usw. Sehr schade, dass es nicht barrierefrei ist und wir hier irgendwann wegmüssen.
Aber wir haben insgesamt wenig Probleme mit anderen wegen der Behinderung, zumindest nicht solche Anfeindungen, wie ich sie hier schon gelesen habe.
LG
Nellie _________________ Linn *2004, Intensivkind mit schwerster Mehrfachbehinderung durch eine Gehirnfehlbildung namens pontocerebelläre Hypoplasie Typ 2a (PCH 2a), Sondenkind mit Button, Epilepsie, Tracheostoma, nachts beatmet, schwere Wahrnehmungsstörung und ein zauberhafter roter Lockenkopf mit festem Willen und Ann *06/09, fröhliche Minimaus --> unsere Vorstellung und --> Bilder von uns
ich kann auch sehr zufrieden sein.
Nachdem wir hier vor 11 Jahren in den Neubau gezogen sind, waren nur Familien mit Kindern hier. Sina war ja auch erst 6 Jahre alt und noch nicht soooooooo auffällig.
Wir wurden sehr gut integriert, hatten ne Menge Freunde und einige der Kinder in unserem Haus wurden auch im Laufe der Jahre meine Tageskinder.
Seit 4 -5 Jahren wohnen hier (bis auf 3 - 4 Familien in den Nebenhäusern) keine Kinder mehr, da die Wohnungen einfach zu teuer geworden sind.
So haben wir nur noch 2er Beziehungen mit Doppelgehalt hier wohnen und ich bin den ganzen Tag alleine im ganzen Haus (12 Parteien...)
Sie sind alle richtig nett und da ich auch die Pakete oder Schlüssel im falle eines Falles nehme,fühlen sie sich ein wenig wie bei Muddern
In den ganzen 11 Jahren hat noch nie einer über Sinas Lärm gemeckert und auch nicht, seitdem sie nun seit ca. 7 Jahren nachts nicht mehr schläft und oft kreischt und manchmal weint...
Wenn ich Sina nach einem Spaziergang reinbringe, nehmen die Nachbarn den Rollstuhl mit rein, wenn sie gerade kommen.
Ich bin wirklich glücklich hier!!!
Leider ist unsere Miete viel zu hoch, aber ich habe viel zu viel Angst irgendwoanders hinzuziehen und dann vielleicht Ärger mit dem einen oder anderen Nachbarn zu bekommen...weil so ein Nervenkrieg so mit das Schlimmste ist, was einem passieren kann.
LG
Susann _________________ Susann 46;T. 24; Sina 22: tuberöse Sklerose, autoaggressiv, autistische Züge, schwermehrfachbehindert; L. 12: Frühchen 31 W 1T, Herzklappenfehler(erledigt)
da haben wir auch großes Glück gehabt bis jetzt. Mit den Kids ist das jetzt die 2. Wohnung.
Hier sind alle sehr lieb und auch hilfsbereit. Es hat mir auch schon öfters ein älteres Ehepaar angeboten auf die Beiden aufzupassen, wenn ich mal was zu erledigen hätte.
Leider wollen wir unsere schöne Umgebung hier so bald wie es geht verlassen, da wir eine größere Wohnung im Erdgeschoß suchen.
Ich hoffe aber, das wir dort dann mit unseren Nachbarn genauso viel Glück haben.
LG Patricia _________________ Patricia(*2/77) mit Zwillingen (28.SSW)
Dana *26.12.01( Hirnbluten 2.u3. Grades, spastische Tetraparese links) und
Lara *26.12.01 (Hirnblutung 3.u 4. Grades, Hydrocephalus, Shunt intern, Hüftsubluxation(OP 2005 teils erfolgreich), spastische Tetraplegie
bei uns ist es ja so , das unsere Nachbarn, Maurice ja auch kannten, als er noch nicht behindert war. Ich kann mich gut an einer Nachbarsfamilie erinnern, die sich wirklich in meinen Augen sehr schrecklich benommen hat. Dazu noch eine sehr religiöse Familie, jeden Sonntag fleissig in die Kirche und sehr oft in der Woche irgendwelche Gemeindearbeit geleistet. Sie haben uns gemieden wie die Pest. Immer wenn sie uns mit Maurice sahen, sind sie entweder im Auto sitzen geblieben oder sind im Hausflur wieder zurückgegangen . Wenn ihre Enkelkinder zu Besuch waren und fragten, Oma was hat denn der Junge, dann sagten sie nur nichts und gingen sofort los. Ansonsten haben wir nur positive Erfahrungen gemacht, sämtlich Nachbarn, haben ohne Scheu mit Maurice gesprochen, auch wenn ich heute einkaufen gehe in unserem Supermarkt, wird er von sämtlichen Leuten angesprochen und freuen sich riesig, wenn er sie anlächelt.
Ich bin jetzt umgezogen und in diesem Haus wohnen sehr nette Leute, selbst die Jugendlichen fragen, wenn sie mich mit Maurice sehen, ob sie irgendwie helfen können.
LG
Simone _________________ Simone 41, mit Maurice(15)HerzfehlerTGA,Wachkoma nach Herzstillstand(10.2.04),PEG,Tetraspastik, seine Brüder Yves(19) und Noel (12)
auch ich muß dann auch mal eine Lanze brechen . Wir haben vor 1 Jahr unser Haus gekauft . Und wir haben die liebsten und nettesten Nachbarn die man sich denken kann . Auch die Kinder sind klasse . Giuliano kann jederzeit rüber gehen , sitzt am Klavier , hilft im Garten und springt Trambolin . Wir haben wirklich Glück gehabt .
Einen lieben Gruß
Petra _________________ Petra ,Marco , Giuliano Down-Syndrom (5.98) ,
Thore Down-Syndrom (3.00) , Duodenalstenose,
kompl.Av-Septumdefekt ,Hirnblutung ,Mitralklappenstenose , künstl. Mitralklappe etc.
Weitere Fotos in unserer Galerie
also, die meisten unserer Nachbarn mögen unsere Kinder sehr gern.
Einige Verstehen die Sache mit der behinderung irgendwie nicht mehr wirklich, dafür sind sie wohl schon zu alt...
Wir wohnen seit einem Jahr in einem grossen Altenheim und die meisten Bewohner sind sehr nett zu uns!!!
Liebe Grüsse, Maria
PS: naja, manchmal sagen sie auch "Hauptsache gesund"... aber das verstehen die irgendwie nicht mehr, also nehm ich ihnen das nicht übel...
Also, wir haben auch Glück mit unseren Nachbarn, vor allem mit denen, die direkt nebenan wohnen. Wir sind in eine Reihenhaussiedlung gezogen, als wir noch keine Kinder hatten - und die liebste Nachbarin war schon früh einmal in der Woche Tagesmutter für unseren Großen, als ich wieder arbeiten gegangen bin; sie hat seine besondere Entwicklung quasi hautnah mitbekommen und bis heute immer ein offenes Ohr für uns.
Was ich auch wirklich einmal gut finde, sie spricht unseren Sohn selbst in der richtigen Art und Weise an, wenn er bei ihr irgendeinen "Unfug" anstellt und setzt ihm Grenzen (darf sie auch!!).
In der Siedlung wohnen hauptsächlich Paare mittlerweile ohne oder mit schon älteren Kindern; sie gehen eigentlich alle recht nett mit unseren Kindern um, sprechen unseren Großen immer direkt mit an, wenn man sich sieht - auch wenn sie nur selten eine Antwort bekommen (so wirklich verstehen sie seine Behinderung auch nicht, müssen sie ja aber auch nicht). Irgendwelche dummen Bemerkungen haben wir noch nie mitbekommen!
Liebe Grüße
Birgit (die wegen einem kranken Zweijährigen zu dieser nachtschlafenden Zeit am PC sitzt)
wir wohnen auch in einer Reihenhaussiedlung.Wir haben ganz netten Nachbarn.
Sie sind alle hilfsbereit!
Und was negatives habe ich bis jetzt noch nicht erlebt,was meine Nachbarschaft betrifft.
Ich hoffe das bleibt auch so
Lg
Marika _________________ Marika 05/72,Markus 02/71,Moritz 09/95 gesund und Martin03/98 shuntversorgter Hydrocephalus,Amaurose bds.blind,Epilepsie und Spastik links.
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