Verfasst am: 09.03.2007, 10:11 Titel: In die Pfanne hauen oder nicht?
Zugegeben, der Titel ist etwas provokant. Aber ich steck da in ner komischen Situation.
Ein Schulfreund meines Sohnes (der Kleine ist 10 Jahre alt) wird von seiner Mutter bewußt nicht in die Schule geschickt. Da die Kinder auf eine LB-Schule gehen und der Kleine ziemlich weit weg wohnt, bringt ihn normalerweise die Mutter immer zur Schule, denn alleine schafft er es nicht. Die Schwester des Kleinen (7) besucht eine Sprachheilschule und wird mit einem Busdienst gebracht. Auch sie fehlt dauernd. Außerdem gibt es noch ein halbjähriges Baby, die Mutter ist allein erziehend, gluckt aber mit dem Vater des Babys (arbeitsloser Alkoholiker) immer irgendwie zusammen.
Nun weiß ich von der Mutter selber, dass sie die Kinder dauernd krank meldet, weil sie es angeblich nicht auf die Reihe kriegt mit dem Schulweg. Immer irgendwelche profanen Dinge, Erkältung, Läuse, Durchfall.... Der Kleine hatte letztes Schuljahr ca. 120 Fehltage. Ein weiterer Bekannter hat die Frau mit den Kindern schon mehrfach am hellichten Vormittag aufm Spielplatz rumhängen sehen. Von wegen krank also.
So langsam fängt die Lehrerin an zu fragen. Sie hat gestern meinen Kleinen ausrichten lassen, ob ich etwas von XY wüßte.
Ich mag irgendwie nicht lügen, weiß aber genau, dass ich die Mutter richtig in die Pfanne hauen würde, wenn ich das sagen würde, was ich weiß. Der Bekannte und ich haben ihr Hilfsangebote gemachen, die sie aber nicht annimmt.
Was tun? Würdet Ihr die Lehrerin belügen oder Euch doof stellen? Oder zum Wohle des Kindes die Wahrheit sagen?
ganz klar zum Wohle des Kindes die Wahrheit sagen. Die Mutter verbaut doch damit ihren Kindern die Zukunft.
Liebe Grüße
Rita _________________ Rita mit Sohn *Dezember 1995, ohne Diagnose,
cerebrale Koordinations- und Tonusregulationsstörung mit Zehenspitzengang, kognitive und sprachliche Entwicklungsstörung, süßer Bengel
Anmeldedatum: 03.03.2006 Beiträge: 55
Wohnort: Schleswig-Holstein
Verfasst am: 09.03.2007, 10:23 Titel:
Hallo!
In der Situation würde ich der Lehrerin die Wahrheit sagen, es geht ja wirklich darum, dass es den Kindern gut gehen soll, was scheinbar zur Zeit nicht der Fall ist. Wenn die Eltern ständig dafür sorgen, keine regelmäßigen Kontakte zu Freunden haben zu können, Bildung verwehren und die Kinder damit sozial ausgrenzen, finde ich es nicht ok. Auch wenn bereits Hilfsangebote gemacht wurden, gibt es in meinen Augen keinen anderen Weg. Man muss die Familie ja nicht gleich komplett "in die Pfanne hauen", aber zumindest sagen, was man weiß und was man bereits versucht hat... Es ist doch ok, dass die Lehrerin einen "Verdacht" hat und sich kümmert, ehe da evt. ein ganz anderer Fall draus wird, der dann in der Zeitung steht und alle wieder betroffen sind!
Gib Dein Wissen weiter, in der Hoffung, den Kindern damit helfen zu könne!
Liebe Grüße von Jessica
Hallo,
ich würde auch auf jeden FAll etwas sagen - denk an die Kinder. Die Mutter kann entweder für sich alleine sorgen, nimmt Hilfe an oder hat Pech gehabt. Aber den Kindern sollte man möglichst helfen, denn die können sich alleine ncht helfen.
Also ich glaube du haust sie nicht in dei Pfane - du musst das anders nennen - die hilfst damit den Kindern (und vielleicht der Mutter auch ein bisschen)
Ulrike _________________ "Am leichtesten ist eine Feder,
am schwersten ist eine Last auf der Seele!"
Ulrike, Merle (*3/2002), ein Wirbelwind, Zwillingsbruder Malte
nach Enzephalitis 2005 geistig und körperlich schwer behindert, nicht einstellbare Epilepsie, Button, wahrscheinlich Impfschaden nach FSME-Impfung - unser Kämpfer!!! und Svea (*9/2008) die Minimaus
ich würde mal in ruhe mit der lehrerin sprechen, und dann gemeinsam überlegen
vielleicht mal das jugendamt einzuschalten. vielleicht ist die mutter letzendlich
ganz froh darüber wenn sie hilfe bekommt.
nur würde ich das ganze was du oben geschrieben hast, nicht als tatsache, sondern
als vermutung/gerüchte weitergeben.
lg
gisi _________________ Sabine mit Fenja 6/98
und Nina 10/01 frühkindlicher Autismus, seit Juni 2009 in einer Wohngruppe
Das Gegenteil von "gut" ist "gut gemeint"!
Hallo!!
ich würde sowas auch lieber melden, besonders wenn die Frau Hilfsangebote ablehnt, es geht doch um erster Linien um die Kinder!!
LG Silvia _________________ Silvia(*80), Andreas (*79) mit Lukas (06/00) gesund, Matthis (09/03) entwicklungsverzögerung, M.H., Nystagmus, stark weitsichtig,fokale Epilepsie, Kleinhirnatrophie und (seit 12/07) Aaron, gesund
hast Du, als Du mit der Mutter der Kinder gesprochen und Hilfe angeboten hast, denn den Eindruck gehabt an sie ranzukommen?
Hat sie dein Angebot abgewimmelt oder war sie der Meinung sie braucht keine Hilfe?
Was ist Dein Eindruck von den Kindern?
Ich persönlich würde nicht lügen, würde es aber nicht in Gerüchte packen und Vermutungen packen, die haben auch schon viel Unheil angestiftet.
Ich würde sagen was ich weiß, was ich gesehen habe und meine Besorgnis schildern, vll. mit dem Bekannten zusammen, und mit der Lehrerin gemeinsam überlegen.
Hallo Rita,
ich würde auch mit der Lehrerin sprechen. Du hilfst damit nicht nur den Kindern, sondern auch der Mutter, denn wenn sie den Kindern die Bildung verwert mach sie sich auch strafbar. Wir haben schließlich eine Schulpflicht in Deutschland!
Zum anderen hast du ihr ja schon Hilfsangebote gamacht, die sie nicht angenommen hat, also kann man nicht von "in die Pfanne hauen" sprechen, wenn du mit der Lehrerin sprichst. Es ist nur der nächste Weg um den Kindern zu helfen.
Liebe Grüße
Barbara _________________ Max, *1-2003, Polymicrogyrie links mit daraus resultierender Hemiparese rechts und fokale Epilepsie, rezeptive und expressive Sprachentwicklungsstörung
Carla-Maria *3-2000, 36 SW.; 1930g, 44cm - ADHS
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