was ich heute oft so schade finde, ist das ohne verabredung überhaupt nichts mehr
läuft. viele eltern wollen das auch nicht. da kann man nicht einfach mal klingeln
und fragen ob xy zeit hat. auch wenn besuch da ist, darf da nicht gespielt werden.
glücklicherweise kenn ich davon nicht mehr allzuviel, fast alle kinder womit
fenja spielt die kommen und gehen wie es ihnen paßt. genauso macht fenja
das bei denen. allerdings weiß ich immer wo fenja ist. was aber auch heißen
kann sie ist da oder da oder vielleicht doch da. aber im notfall drei stellen anzu-
rufen ob sie da ist, find ich nicht zuviel.
lg
gisi _________________ Sabine mit Fenja 6/98
und Nina 10/01 frühkindlicher Autismus, seit Juni 2009 in einer Wohngruppe
Das Gegenteil von "gut" ist "gut gemeint"!
Ich war zwar in den spaeten 80ern und fruehen 90ern klein, aber wir waren oeke-sozio und hatten keinen Fernseher, keinen Computer und auch kein Auto!! Also es gab ein Auto, aber es wurde nicht benutzt, ausser am Wo-ende wo wir ins Ferienhaus fuhren. Ich telefonierte nur im Notfall.
Meine Ma arbeitete 2 Jobs, war also nie zu Hause, ab 6 ging ich allein zur Schule, allein zum floeten und allein zum Geraeteturnen. Ich brach mir Knochen und wurde im 3tten Schuljahr 6 mal vom Krankenhaus abgeholt werden muessen, weil ich mir irgendeinen Koeprerteil verletzt hatte.
Mein Bruder ist 12, er darf alleine nicht mal zur Ecke und wenn er mal alleine bis zur Ecke geht, dann muss er sein Handy dabei haben. Er hat sich noch nie verletzt!!!! Gut, einmal hat er im Star Wars Kampf leider "fast ein Auge verloren" (kleine oberflaechliche Wunde des Auges), aber ausser dem nichts!!!! Das kann doch nicht gesund sein, oder??
Ich denke oft, dass meien Kindheit so viel spannender und "besser" war, aber er kennt ja nichts anderes, als Playstation und Handy-haushalt, also misst er auch nichts! Meine Eltern sind einfach auch aelter, haben nicht mehr die Energie Radtouren mit ihm zu machen und in der Grossstadt, wo er jetzt lebt, ist das alleine mit Freunden auch nicht drin!
Schade!!
Was ich gaenzlich verrueckt finde ist, dass hier zum Beispiel keine Erwachsenen ohne Kinder in Parks gehen duerfen wo Kinder rumrennen (von wegen Pederasten...), Eltern ihre Kinder praktisch anbinden, Spiel-dates werden Wochen vorher angemeldet und auf 8jaehrigen Geburtstagen sind noch Clowns, die aber eine Bescheiningung brauchen, dass sie keine Probleme mit der Polizei hatten...
Tja, meine Kinder werden wahrscheinlich nie rausduerfen weil zu viele RSV viren und Vogelpest und so rumschwirren, also wird alles per Internet gemacht, Schule, Freunde, etc...
Gruss, CJ _________________ C.J., humangenetische Beraterin (MGenCoun) mit zweitem Master in foetaler Medizin und praenataler Genetik.
Be who you are and say what you feel for those who mind don't matter and those who matter don't mind! (Dr. Seuss)
Also, ich sehe nicht mit so süßem Blick zurück. Ich finde, es hat viele Vorteile, heute aufzuwachsen. Man MUSS ja nicht jedes Angebot nutzen, hat aber die Wahl. Ich finde Mobiltelefone auch für Kinder praktisch. Ich will keinesfalls, dass irgendwelche Nachbarskinder unangemeldet durch die Bude fegen. Ich habe noch nicht festgestellt, dass Erwachsene ohne Kinder keine Parks besuchen, da man sie sonst für Pädokrime halten könnte. Knochenbrüche und andere Verletzungen sind für mich auch keine Indikatoren für eine glückliche Kindheit. Das Umweltbewußtsein war damals, in der "guten, alten Zeit" völlig unterentwickelt, und viele Chemikalien, mit denen wir großwurden, werden ihre Wirkung vielleicht erst noch zeigen... Wenn man ein "normales" Kind war, war es vielleicht leicht, aber Abweichler hatten es damals viel schwerer, weil es weniger Kommunikationsmöglichkeiten gab und man mit den Kindern aus der näheren Umgebung Vorlieb nehmen MUSSTE, auch wenn es total blöde Spacken waren... War ja nix anderes da... Ich denke, es kommt nicht so sehr darauf an, wann man lebt, sondern wie man wählt und das Leben gestaltet. LG Mariella _________________ Sohn AS
Also das finde ich doch ein bißchen übertrieben. Leider haben wir kaum Nachbarskinder und wenn nur solche, die bis abends im Kindergarten/Hort sind, weil die Eltern die teure Miete hier hart erarbeiten müssen.
Ich würde es einfacher finden, wenn die Kinder sich untereinander dann besuchen könnten, wenn sie es wollten! Diese ganze Planerei geht mir gehörig auf den S..., vor allem wenn es dann eben nicht nur 1 sondern 3 Kinder sind.
Ich lasse auch meinen 7jährigen alleine mit dem BMX Rad oder dem Skateboard/Inliner raus und weiß aber auch, dass er sich zu helfen weiß im "Notfall". Ansonsten hat er ja seinen Rucksack mit Handy (mit meiner Handynummer und seinem Herzausweiß) mit, falls er mal "Sprachlos" irgendwo liegt.
Angst vor Triebtätern hat man ja immer, aber die können die Kinder auch auf dem Schulweg einfach ins Auto ziehen, da können sie noch so geimpft sein mit keinem mitzugehen. Selbst im Supermarkt kann ihn einer hinter der Ecke raustragen... aber das war auch früher schon so, aber deshalb kann man seine Kinder nicht einsperren!
Bei uns gab es noch sehr viele Kinder, auch sogenannte Spacken (vielleicht waren die ja auch entwicklungsverzögert oder so??? sieht man heute vielleicht wieder anders), aber wir haben auch mit denen gespielt, weil es manchmal besser war, als mit gar keinem zu spielen.
Also das ganze Draußenrundherum war früher schon besser - selbst ohne die heutigen Spielstätten, Skateboardbahnen und und und!
Aber meinen Kindern geht es auch nicht schlecht und selbst die PSP hat hier noch keinem geschadet und das Wissen wird durchs Internet auch manchmal sehr schmackhaft beigebracht. Das Handy empfinde ich auch als Wohltat, aber dann denke ich wieder... hätte ich das gehabt, hätte ich wohl früher viel früher nach Hause gemußt, weil die Ausrede: hatte keine Uhr, kein Geld zum Telefonieren oder alle Zellen kaputt dann nicht mehr gegeben wäre
Liebe Grüße
Susann _________________ Susann 46;T. 24; Sina 22: tuberöse Sklerose, autoaggressiv, autistische Züge, schwermehrfachbehindert; L. 12: Frühchen 31 W 1T, Herzklappenfehler(erledigt)
ich danke Euch erst einmal für Eure Gedanken an diese Zeit.
Es ist nun mal so, die Zeit können wir nicht zurückdrehen. Aber wir
Eltern können für einige Sachen sorgen:
- Kinder sollten selbständig erzogen werden, lernen andere mit
Respekt zubehandeln, Umweltbewußtsein stärken.
- viel Zeit zum Spielen haben, sich mit Freunden spontan auch mal
verabreden können.
- gesunder Umgang mit den Medien, nicht zuviel fernsehen, Nintendo
und Co. nicht im Dauereinsatz spielen. Lieber nach draußen an
die frische Luft gehen, die Natur erkunden, draußen lauern immer
noch kleine Geheimnisse.
- zu Fuß zur Schule gehen alleine oder in Begleitung. Möglichst wenig
mit dem Auto hingefahren werden.
- viel Bewegung durch Sport. Unsere Kinder werden leider immer
dicker. Mehr Bewegtes Lernen in der Schule wäre Toll.
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