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RenateT
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BeitragVerfasst am: 24.02.2007, 14:05    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Stefan

ich finde es sehr schwierig, dir zu antworten. Habe sehr viel nachgedacht und sehr viele Gedanken schwirren durch meinen Kopf. Irgendwie kriege ich die nicht auf eine Reihe.
Grundsätzlich ist es eigentlich so, dass Gott nie dieses Leiden gewollt hat. Krankheit und Leid sind für Christen eine Folge des Sündenfalls. Aber ob dir das viel hilft, weiss ich nicht.
Das WARUM im Leben des Einzelnen kann ein anderer Mensch nicht beantworten. Dafür muss man, denke ich, persönlich bei Gott anfragen. Und auch dann wird man nicht unbedingt immer eine Antwort bekommen.

Corrie ten Boom, eine Christin, die mit ihrem alten Vater und ihrer Schwester in Holland Juden versteckt hat, dadurch ins Konzentrationslager kam und dort Vater und Schwester verloren hat, beschreibt es in einem Gedicht so: (ich übersetzte)

"Mein Leben ist wie ein Gewebe und Gott ist der Weber. Nicht ich wähle die Farben, sondern Gott tut das, und zwar ganz zielbewust. Oft webt er Traurigkeit hindurch und ich vergesse (weil ich es nicht verstehe), dass er die obere Seite des Gewebes sieht, ich jedoch nur die Unterseite.
(Oben sieht man, welches Muster erscheint, was es werden soll, während unten nur ein Durcheinander von Fäden und Farben zu sehen ist)
Erst wenn der Webstuhl stillsteht und die Spule nicht mehr hin und her schiesst, wird Gott das Tuch enthüllen und jedes WARUM erklären. Dann werde ich erkennen, wie nötig die dunklen Drähte in der Hand des Webers gewesen sind, neben den Gold-und Silbrerfäden und dass so sein Plan zustande kommt."

Eigentlich kann ich nur für mich persönlich in meiner Situation antworten. Für mich spielt das Warum keine grosse Rolle. Aber ich kann auch nicht sagen, dass mein Kind leidet. Ich weiss, dass mein Leben und das meines Kindes in Gottes guter Hand ist und wenn er Leiden zulässt, dann hat er damit ein gutes Ziel. Diese Vertrauen hat mich noch nicht im Stich gelassen, aber ich kann nie auf das Heute bauen. Wenn Morgen weitere Schicksalsschläge kommen, hoffe ich, dass mir dieses Vertrauen nicht verloren geht.
Wenn ich auf die 10 Jahre zurückschaue, kann ich eigentlich nur dankbar sein.
Leiden trifft Jeden, ob er nun Christ ist oder nicht. Ein Christ jedoch ist nicht allein im Leiden. Für mich ist das ein unglaublicher Trost. Es steht in der Bibel, dass " für diejenigen, die Gott lieben, ALLes zum Besten dient, zum Guten zusammenwirken." Ich habe das Versprechen, dass Leiden mich nicht kaputtmacht, sondern ein gutes Ziel hat, auch wenn es noch so weh tut. Daran halte ich mich fest.
Aber wie gesagt, so erfahre ich das und was ich hier geschrieben habe, sind eigentlich nur Gedankenansätze. Diese Thema ist nicht mit zwei Worten ausgeschöpft.

Vielleicht können Andere es besser erklären.

Liebe Grüsse

Renate
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Sabine-LiLi
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BeitragVerfasst am: 24.02.2007, 15:46    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Renate,

ich finde es sehr schön, dass du Corrie ten Boom zitierst. Hast du ein Buch von ihr gelesen?

Es ist ein sehr schönes Gleichnis, wo bei aus meiner Sicht ich auch den Menschen als Weber sehe, er aber auch nur am Ende sehen kann wie die Fäden verlaufen und antwort auf seine Fragen findet.

Danke dir Renate Smile

liebe Grüße

Sabine mit Lissy im Herzen und Linnea 2 besondere Kinder
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RenateT
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BeitragVerfasst am: 24.02.2007, 16:29    Titel: Antworten mit Zitat

Ja, Sabine, ich habe das Buch "Die Zuflucht" mehrmals gelesen und auch den Film gesehen. Auch ein Buch über behinderte Kinder und andere.
Am Meisten hat mich das Erlebnis von ihr beeindruckt, als sie bei einem ihrer Vorträge einem Bewacher gegnüberstand, der, wenn ich mich recht erinnere, sehr brutal gewesen war. Nun stand er vor ihr, streckte ihr die Hand hin und bat um Vergebung. Der innere Kampf, der darauf folgte und dann der Sieg, als sie ihm die Hand geben konnte, hat mich schwer beeindruckt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Corrie_ten_Boom

Schönes Wochenende

Renate

PS: Ja, bis zu einem gewissen Grad sind wir selber auch Weber, das sehe ich auch so.
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RenateT
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BeitragVerfasst am: 24.02.2007, 16:31    Titel: Antworten mit Zitat

Ich sehe grad, dass die Geschichte bei Wikipedia steht. Siehe Link oben.

Reante

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Mutter von drei nichtbehinderten Kindern und von Tikvah: schwere Entwicklungsstörung des Gehirns, Epilepsie, frühzeitige Pupertät

The whole meaning of prayer is that we may know God. Oswald Chambers
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dianaladydy
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BeitragVerfasst am: 24.02.2007, 23:00    Titel: Meditation Antworten mit Zitat

Hallo Anne,

ich meditiere und das gibt mir sehr viel Kraft. Ich empfehle Dich ein Buch: Heilende Meditation von Rajinder Singh.

SchG,

Diana

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Michael 09.04, Muskuläre Hypotonie mit Wahrnehmungstörungen. Im Moment machen wir Rota-Therapie, Germanische Neue Medizin, Sensorische Integration im Dialog und Tomatis. Es scheint ganz gut zu helfen.
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Bettina&Janni
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BeitragVerfasst am: 26.02.2007, 08:54    Titel: Antworten mit Zitat

Gott will kein Leid.

Und doch verhindert er es nicht immer.

Aber er trägt uns hindurch.

Das hat er uns zugesagt.

Hab Mut, ihn zu fragen, ob er auch Dich tragen wird, und Du wirst sehen, Gott ist da.

Er hält seine Versprechen.

LG, Bettina

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Liebe Grüße, Bettina
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iggisw
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BeitragVerfasst am: 26.02.2007, 09:47    Titel: Antworten mit Zitat

Nein, Gott will kein Leid!
Dennoch lässt er Leid zu - und es gibt sehr viel Leid auf dieser Welt!
Mir gefällt dieser Vergleich von Corrie ten Boom auch sehr gut. Corrie ist eine Christin, die trotz der vielen Not, des wirklich grausamen Leidens, das sie erlebt hat, eine immer engere Beziehung zu Jesus gefunden UND (lieber Helmut!!!) gelebt hat! Warum Gott Leid zulässt, werden wir wohl auf dieser Erde nie ganz erfahren und schon gar nicht verstehen. Dennoch gibt es ein "Wozu" - ich durfte dies schon ganz konkret erleben und erfahren!
Wer die Bibel auch nur etwas kennt, insbesondere das neue Testament, der wird erkennen, dass Jesus selber immer in besonderen Schwierigkeiten gesteckt hat (mal ganz menschlich gesehen). Was ihn von uns unterscheidet - er hat darüber nicht gemeckert, gejammert und er war trotz aller Widerstände mit seinem himmlischen Vater eng verbunden. Auch die Jünger Jesu: Wenn einer glaubt, es hätte Spaß gemacht, verfolgt, eingesperrt, geköpft, gesteinigt oder gekreuzigt zu werden, dann muss man wohl an dessen Verstand zweifeln.
Wie können wir annehmen, dass dann unser Leben immer nur in Höhenflügen verläft? Eins ist sicher: kein Licht ohne Dunkelheit, keine Heilung ohne Krankheit und keine Auferstehung ohne Tod!!!!
Ich bin immer wieder fasziniert darüber, dass es gerade die Menschen sind, die Jesus suchen, denen es richtig schlecht geht (die größten Erweckungen finden in Ländern der Unterdrückung, von Hunger und Not statt).
Ich kann von mir selber sagen: Ich habe selber nicht wirklich nach Gott gefragt, als es uns gut ging. Natürlich war auch vor unserer A. nicht alles nur toll und gut - aber Not hatten wir keine. Ab und zu ging ich zur Kirche...... aber wirklich nach Gott gefragt habe ich nicht! Als dann A. so krank war, da fiel er mir plötzlich wieder ein. Aber da war nur Rebellion und fast Zorn auf diesen Gott, der offensichtlich zugelassen hatte, dass mein Kind so leiden musste! Erst viel später habe ich festgestellt, wie überheblich ich doch war: So lange es mir gut ging, wollte ich nicht wirklich was von IHM wissen, als plötzlich alles so schrecklich war, da suchte ich einen Schuldigen. Interessanterweise fand ich durch diese Fragen nach dem Warum zum Ursprung selber und seither trägt er mich durch all mein Leid hindurch - und lässt mich trotzdem (meistens) zufrieden sein. In IHM finde ich Ruhe, Kraft, Friede, Freude, Geduld und Liebe!
Und Helmut!!!: Ja, ich gehe zum Gottesdienst, sogar sehr regelmäßig. Nicht weil ich das muss oder weil Gott das von mir erwartet, sondern weil ich das so will. Und - wir haben zu unserem eigenen schwer kranken Kind noch weitere behinderte Kinder aufgenommen!!! Ich will damit nicht sagen, dass das jetzt jeder so machen sollte - nein, auf keinen Fall! Doch nur weil es tatsächlich Christen gibt, in deren Leben man keine Veränderung erkennen kann und die zwar in die Kirche gehen, jedoch was weiß ich warum (nur Gott sieht aufs Herz, wir Menschen sehen nur das was uns vor Augen ist), darfst du nicht die Christen übersehen, die in der Diakonie oder in Hospizen arbeiten (oder sonstwo), die nicht für ihre Gemeinde leben, sondern für ihren Herrn und Heiland.

Liebe Grüße
Iggis

_________________
Mutter und Pflegemutter von
3 leibl. erwachsenen Kindern (83, 87, 89) - jüngste Tochter CF, AV-Malformation, herzkrank (war 15 Jahre tracheotomiert)
6 Pflegekinder (93, 98, 02, 03, 08, 09) dadurch
Erfahrung mit Autismus, Autoaggression, Deprivation, FAS, Missbrauch, Misshandlung, Entwicklungsverzögerung, Lernbehinderung......
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Helmut
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BeitragVerfasst am: 26.02.2007, 10:32    Titel: Antworten mit Zitat

Wenn irgendjemand, oder irgendetwas, das "die Macht" hat(te), Blinde sehend, Lahme gehnd, und wer weis was noch zu tun, etwas nicht will, und das was hier passiert zuläßt, dann will der ( und die die ihn für "sein Werk" verhren.... ? ) das wohl eher so, als das es anders ist. Das wird durch gebetsmühlenartitges wiederholen solcher Sprüche nicht anders. Wir hier müssen.... egal was sich sich Gott dabei denkt... mit dem Leben, was er zuläßt.....ob man ihn dafür verehrt, oder wie man all das Leid hier entschuldigt, muß jeder für sich selbst klären. Am Ende zählt das Lebenswerk jedes Einzelnen als ganzes, und nicht die Stundenzahl, die man mit Beten, Bekehrungsversuchen anderer und co. verbracht hat.

Smile Helmut

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Vater von Sonja, 22.J. alt, nach einer schweren Erkrankung im Alter von 2 Wochen aber auf dem Stand von 9 - 15 Monaten. ICP, HC, Epi. gehörlos, kaum Verständigung. Schwerstmehrfachbehindert.
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iggisw
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BeitragVerfasst am: 26.02.2007, 11:28    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Helmut

Ich weiß zwar nicht, was du mit deinem Beitrag sagen willst, aber - ich kann dir zustimmen: es zählt am Ende weder Stundenzahl beim Beten, Bekehrungsversuche oder was auch immer!!!! Was zählen wird, ist unsere innere Einstellung!!!
Aber was du und auch sonst niemand hier mir (und sicher auch den anderen Christen), niemals wegnehmen kannst, ist die Gewissheit, dass es Gott - trotz aller Umstände - gut mit mir meint und mir (wieder trotz) dieser Umstände einen tiefen Frieden gibt, wie ich ihn auch unter den besten Umständen aber ohne Gott nicht haben würde! Und: Ich durfte tatsächlich erleben, wie Gott eingreift!!! Unsere A. hat eine angeborene Gefäßfehlbildung im Hals. Ein großes hirnzuführendes Gefäß fehlt, die Durchblutung wurde von kleinsten Gefäßen übernommen, die allerdings viel Platz brauchten und die Luftröhre eingengten. Zudem hatte ein großes Gefäß quer vor der Luftröhre diese eingeengt - eine OP diesbezüglich war nicht möglich.
Vor einigen Jahren war dieses querliegende Gefäß plötzlich verschwunden. Kein Arzt konnte sich das erklären!!!
Immer und immer wieder wurde uns zudem mitgeteilt, dass A. das Erwachsenenalter nie erreichen könnte - in wenigen Monaten wird sie 18 Jahre alt - es geht ihr so gut, wie noch nie zuvor in ihrem Leben!!! Gott heilt auch heute noch!

Aber ich möchte hier diese Diskussion, die von Annes Grundfrage sehr abweicht, nicht weiter fortführen und schon gar keine Bekehrungsversuche starten!

Anne hatte gefragt, woher wir unsere Kraft nehmen! Ich fände es einfach nur schön, wenn wir einander in unseren Meinungen und Erfahrungen stehen lassen könnten!!! Weißt du, hier haben Leute geschrieben, die diese Kraft aus sich selber bekommen oder aus dem Gebet an Mutter Erde....! Obwohl ich das nicht verstehen kann, habe ich weder das Recht noch sonst was, dies hier zu hinterfragen, schlecht zu machen oder zur Diskussion zu stellen!

Iggis

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3 leibl. erwachsenen Kindern (83, 87, 89) - jüngste Tochter CF, AV-Malformation, herzkrank (war 15 Jahre tracheotomiert)
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BeitragVerfasst am: 26.02.2007, 11:53    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Iggis

ich kann jedem Wort von dir hier nur von Herzen zustimmen.

Renate

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