Verfasst am: 04.03.2005, 15:42 Titel: Hallo zusammen (Michaela und Jan-Philipp)
Auch ich habe durch Zufall dies Seite entdeckt, beim Googlen des Stichwortes Echolalie.
Ich bin Michaela, bald 26 J. und habe einen 3 1/4 j. Sohn namens Jan-Philipp und werde in 7 Wo zum 2.mal Mama.
Das mein Sohn etwas Besonderes ist, also anders ist als andere Altersgenossen, habe ich schon früh bemerkt.
Ich hoffe hier interessanten Erfahrungsaustausch zu haben, denn in der "realen Welt" habe ich nie jemanden kennengelernt, der ein Kind hat, das Echolaliert, mit 1 1/2 angefangen hat sich für Buchstaben, Zahlen, Farben etc zu interessieren und obendrein einfach nicht sauber werden will.
Früher kamen wir uns als Eltern ziemlich vergackeiert vor, wenn wir eine Frage, noch so einfach formuliert, von unserem Sohnemann in Form eines Zitates zurückbekamen. Wir nannten ihn "Papagei". Der Kinderarzt meinte, die weitere Entwicklung sei abzuwarten, ob sich das gibt. Erst jetzt hat das ganze für mich einen Namen: Echolalie. Die Erzieherin nannte es so, und meinte er bräuchte ganz viel Körperkontakt bei der Kommunikation, weil ihm Körpergefühl fehle.
Jetzt erinnere ich mich, das er als Krabbelkind es gar nicht vertrug, wenn man ihn mit den Armen liebevoll umfing, er sich zu befreien versuchte. Erst viel später nahm er seinerseits körperl. Kontakt zu uns auf - auf seine Weise: In Form von Affenspässen, die für den jenigen schmerzhaft sein konnten. Ich bedauerte, nie ein Schmusekind zu haben, wie meine Freundinnen mit ihren gleichaltrigen Kindern. Bis heute hat er sich sehr stark gemausert, kuschelt und balgt gern. Trotzdem ist die Kommunikation in Form von Frage und Antwort nicht einfach. Es hat schon sehr lange gedauert ein JA oder NEIN zu hören. Man mußte die Antwort zu Auswahl immer vorgeben und war sich danach auch nicht sicher, ob er wirklich ja meinte oder nein. Das klappt mittlerweile sehr gut. Auf der einen Seite so intelligent, den Altersgenossen voraus und auf der anderen so sehr zurück, denn seine Windel gibt er nicht her. Meine Erklärung: In seinem Kopf ist für altersgerechte Entwicklungsschritte keinen Platz, vor lauter Interesse an Dingen die erst viel später an der Reihe kämen. Auch heftige Wutanfälle, für uns völlig grundlos erscheinend waren früher an der Tagesordnung, hat sich aber gegeben.
Wer hat solche Erfahrung mit seinen Kindern gemacht; Welcher Experte weiß Rat, kann mir Tipps geben. Ich freue mich auf Antworten
PS: Trozt allem liebe ich mein Kind über alles und möchte ihn für nichts der Welt eintauschen...
Michaela und Jan-Philipp
zunächst einmal ein herzliches Willkommen hier bei REHAkids.
Als ich Deine Beschreibung von Jan-Phillip las, kamen mir einige Fragen, die ich Dir gerne stellen möchte. Ich würde mich freuen, wenn Du sie mir beantworten willst.
Wie ist denn Jan-Phillips Kontakt zu anderen Menschen? Spielt er im Kindergarten mit anderen? Was spielt Jan-Phillip? Mag er z.B. Rollenspiele?
Hast Du das Gefühl, dass Jan-Phillip den Sinn von Gesprochenem versteht? Wie ist seine Sprachentwicklung bis heute? Spricht er altersentsprechend?
Schaut Jan-Phillip Euch an, wenn ihr mit ihm sprecht und wie ist das bei anderen Personen?
Was meinst Du damit, dass er sich schon mit 1 1/2 J. für Zahlen, Buchstaben usw. interessiert hat. Wie hat er sich auf diesem Gebiet weiterentwickelt?
Interessiert sich Jan-Phillip für Bücher? Wenn Du ihm etwas vorliest, kann er sich das dann leicht behalten?
Wie würdest Du seine lebenspraktischen Fähigkeiten beschreiben? Denkst Du Jan-Paul ist z.B. beim selbstständigen Essen, Anziehen, Zähne putzen etc. altersentsprechend entwickelt?
Michaela, ich frage Dich deshalb, weil mir sofort bei deiner Vorstellung ein spezieller Gedanke in den Kopf schoss, ich aber zuwenig über Deinen Sohn weiß, um hier eine Vermutung bezüglich der Ursache abgeben zu können.
ein herzliches Willkommen hier im Forum zum regen Erfahrungs-und Gedankenaustausch !
Gruß,
Beate _________________ ..es gibt nichts,was uns die Abwesenheit eines geliebten Menschen ersetzen kann;und man soll das auch gar nicht versuchen,man muss es einfach aushalten und durchhalten;das klingt zunächst sehr hart,aber es ist doch zugleich ein großer Trost,denn indem eine Lücke wirklich unausgefüllt bleibt,bleibt man durch sie miteinander verbunden.D. Bonhoefffer
Hallo Michaela,
mir geht es ähnlich wie Margarethe und mich würde ganz besonders wie Margarethe geschrieben hat sein Sozialverhalten interessieren ( ob es echte Interaktion mit Kindern gibt, oder er mehr nebenher spielt und ob er Handlungen und Gefühle anderer Personen voraussehen und erkennen kann). Auch ob er in seinen Wahrnehmungen auffällig ist (irgendwas beim sehen, riechen, schmecken, hören, fühlen/tasten), und auch ob ihr ausser bei dem Ki-Arzt noch woanders ward, hat er spezielle probleme mit Veränderungen oder besondere Rituale die ganz besonders wichtig sind ?
Will Dich nicht verunsichern, ist nur Interesse und gut gemeint, hoffe das ist für Dich ok.
LG Inci _________________ (Mama von Dennis, geboren 28.01.1999;
komplexer Herzfehler (Shone-Komplex) mit Lungenhochdruck, Autismus mit Zwangsstörung, Thorakal-lumbal-Skoliose, Epilepsie mit fokalen Anfällen; unser "kleiner" Sonnenschein )
Hallo Margarete
Ersteinmal vielen Dank für die Antwort. Habe mich sehr gefreut.
Im Moment bin ich innerlich ziemlich aufgeregt, weil mein Kleiner trotzt Erklärungen in die Hose gekotet hat. Das macht mich sehr traurig, weil ich nicht weiß, wie ich es in den Griff bekomme. Ich weiß ja, dass es beim kind im Kopf Klick machen muß, er also noch innerlich nicht reif dazu ist. Aber einerseits ist er in vielen Dingen so oberschlau. Und andererseits wiederrum...
Er hat schon so oft auf WC sein gr. Geschäft gemacht. Viel Lob und Belohnung in Form von Aktivitäten bekommen, sich selber auch gefreut.
Aber wenn wir nicht aufpassen oder es abpassen, macht er in die Hose. Gibt vor zum spielen hoch zu gehen und wenn man nach ihm schaut, riecht es sehr verdächtig. Ich geb mir so viel Mühe und verbeisse mir auch das schimpfen. Bleibe ruhig, obwohl es innerlich kocht. Das macht mich traurig.
Wenn ich ihn frage:" Hast Du in die Hose gemacht, er bejaht, ich ihn zu mir bitte, um mit ihm darüber zu sprechen, nimmt er schreiend wild körperlich agierend reisaus: "Ich will das Puzzle noch reinmachen, " oder so ähnlich.
Als würden die Spielsachen nach dem saubermachen nicht mehr dasein.
Ich möchte ihm dann erklären, dass er danach mit seinem Spiel fortfahren kann, alles so bleibt wie es ist. Aber er gibt mir oft nicht die Chance dazu, das Ganze schaukelt sich hoch.
Ich habe ihn gerade zu meinem Mann runtergeschickt, zum saubermachen. Er kam wieder gut gelaunt hoch und wollte sein Spiel wieder aufnehmen.
Er war gerade mit seinen Lego Fahrzeugen beschäftigt, da fängt er wieder an zu schreien, aber nicht in Form von Worten. Wenn man ihn nicht gerade beobachtet, weiß man zunächst gar nicht was los ist. Ich habe ihm schon oft gesagt, er soll mich oder Papa einfach rufen, wenn mal was nicht so klappt. Eine Zeit klappte es ganz gut und er brachte z.B.den Gegenstand zu mir, den er nicht zusammenstecken konnte.
Es erfordert zeitweise sehr viel Verständnis und Geduld und ich habe Angst, wenn bald seine Schwester auf der Welt ist, das es schlimmer ist. Er muß lernen, nicht die erste Geige zu spielen. Andererseits kann er so schön spielen. Ausdauernd puzzlen, mit seiner Holzeisenbahn bauen usw. Es macht ihm auch nichts aus allein zu sein. Zeitweise hat er aber sein Spielzeug sogar runter geholt, um nicht allein zu sein, wenn ich kochte.
Hallo Margarete
1. Kontakt nimmt er zu anderen auf. Geht eher auf etwas ältere Kinder zu.
Anfangs nahm er eher wenig Kontakt auf, ist aber jetzt wärmer geworden mit den anderen Kindern, seit er länger da ist.In den ersten Wochen ein sehr ruhiges Kind, das sich beim Abholen von Eltern völlig wandele. Die Erz. sagte, er wäre dann ein ganz anderer J.-P.. Wenn sie ihn nicht zum spiel ermunterten, würde er noch am Mittag dastehen wie morgens und wenn ich komme, dreht er völlig auf, als würde er sich das toben für mich aufheben.
Spielt gern am Boden Lego, Eisenbahn. Puzzlet ausdauernd puzzles für z.B. 5 Jährige. Zu Hause ein Papp-puzzle Thema Verkehr mit 38 Teilen, bei dem man die Ränder erkennt, wenn man es aus dem Rahmen schüttet. Mittlerweile probiert er nicht mehr, legt jedes Teil wie auswendig gelernt an seinen Platz (Art Fotographisch. Gedächtnis).Da leider noch kein gespräch stattfand, weiß ich nicht, was er so alles im Kiga macht, bewegt sich auf jedenfall gern körperlich, ob draußen mit Laufrad oder in der Turnhallemit Ball und Rutschen. Rollenspiele habe ich noch nicht erlebt.
(Ich komme mit dem Platz nicht aus, will noch so viel schreiben...)
Hallo,
habe erst eben gesehen dass ihr aus Hessen seid- woher kommt irh denn, ichbin ja auch aus Hessen,,,,, endlich mal noch wer der nicht so weit weg wohnt..
LG Inci _________________ (Mama von Dennis, geboren 28.01.1999;
komplexer Herzfehler (Shone-Komplex) mit Lungenhochdruck, Autismus mit Zwangsstörung, Thorakal-lumbal-Skoliose, Epilepsie mit fokalen Anfällen; unser "kleiner" Sonnenschein )
ich verstehe sehr gut, dass Du augenblicklich sehr aufgeregt bist. Ein Kind, was mit 3 1/4 noch einkotet ist, jedoch nicht unbedingt ungewöhnlich. Ich kenne da einige!
Du hast natürlich die ganze Arbeit mit dem Säugling vor Augen. Versuche aber doch einmal etwas gelassener an die Sache heran zu gehen und dem Ganzen weniger Beachtung zu schenken. Das kann nämlich zu einem Machtkampf ausarten, den Du auf jeden Fall verlieren wirst.
Ich habe eben Dein zweites Posting gelesen. Nimm Dir den Platz und schreibe bitte noch mehr. Shone hat ja auch noch ein paar Fragen gestellt. Du kannst auch im User-café eine neue Überschrift eröffnen. Dies ist ein geschützter Bereich. Im Moment befinden wir uns ja in der Vorstellungsrunde. Mach es so wie Du magst!
Altersentsprechend ist sein Sprachentwicklung nicht, denn so zusammenhängend wie mit seinen Altersgenossen kann ich mit ihm nicht sprechen. Frage ich etwas mit der Satzstellung "warum" wiederholt er die Frage mit zum Schluß erhobener Stimme. Die Erzieherin meint, das er den Sinn nicht versteht, weil er auch noch nicht richtig einordnen kann, was "Ich" bedeutet. Das kommt zwar schon häufiger, aber auch sehr oft "Du hast...", anstatt ich habe. Z.B.:" Hast Du Hunger?" " Nein Du hast keinen Hunger!" Man muß ihn oft ermuntern, einen anzuschauen beim sprechen. Lenkt oft ab, während eines Dialogs: "Da ist ein Feuerlöscher!", was völlig aus dem Zusammenhang gerissen ist. Fing früh an, sich für Buchstaben zu interessieren. Angefangen hat es mit "Y", das er immer wieder versuchte in die Moosgummiplatte zu puzzlen. Klappte dies, fragte er den nächsten Buchstaben nach seinem Namen. Dann kam das Apotheken-A auf dem Schild in der Stadt. Binnen weniger Monate das ganze ABC. Einmal gesagt, schon gemerkt. Sogar auf dem Kopf und Spiegelverkehrt. Es folgten Zahlen und Farben hat er sich sofort eingeprägt (nicht nur Grundf., sondern auch Lila, beige usw.) Irgendwann kamen Kleinbuchstaben dazu, ich weiß nicht, woher er die kann. Hat ihm keiner gezeigt. Zusammenhängen und lesen kann er sie natürlich nicht. Beim Spaziergang war alles interessant, was es zu lesen gab; die Wegbezeichnung an Bäumen, Straßenhinweisschilder. Die Formen der Verkehrsschilder, ihre Farben. Einmal erklärt, kombiniert er beim nächsten mal: " Ein Rot-Weißes Dreieck- Vorfahrt-achten-schild.Erst die Farben, Formen und jetzt noch die Bezeichnung. Fenster, Fliesen u.a. werden als Viereck erkannt. Sein Halstuch, das Hausdach als Dreieck. Er hat Aufmerksamkeit für Dinge, die ich ohne ihn nicht bemerken würde.
Tempolimit 50: Eine 5 und eine 0; einmal benannt und nächste woche bei der nächsten Autofahrt von ihm wiederholt.
Will ich ihm vorlesen, habe ich das Gefühl, dass er nicht zuhört, quatscht irgendwann was völlig anderes vom Inhalt dazwischen, so dass ich frustriert aufgebe.
Essen, Zähneputzen ok. Auf Ausziehen keinen Bock. Entweder "ich kann nicht" oder "ich will nicht". Macht aber Fortschritte, als er in die Wanne wollte und ich schon drin sass, hat er sich nullkommanix ausgezogen; er kann, wenn er will. Versucht aber immer wieder sich auf seiner "Null-Bock-Nummer" auszuruhen. Ich mache ankleiden und ausziehen meist zum Thema und unterstütze ihn im gemeinsamen Tun. Aber die Zeit ist nicht immer da und um Stress zu vermeiden, übernehme ich komplett. Dabei lobe ich immer viel, wenn etwas gelingt.
Spielen mit der 5 jährigen Nachbars-Enkelin wunderbar, die kennt er seit er krabbelt.
Und mit den Töchtern meiner Freundin(2 1/2 und 5) klappts auch super seit wir öfter da waren.
Was soll ich noch sagen, ich könnte ein Buch schreiben?!
Mittlerweile kennt er die Flaggen 5 versch. Länder, sieht sie sofort auf Spielbeschr., im TV.
Im Kiga hebt er jeden Schnipsel auf, den ein Kind "verloren"hat, muß herumliegende Kleidungsstücke aufhängen, wenn ich endlich beim Abholen zum gehen dränge und beim Arzt muß er unbedingt noch die Spielsachen im Wartezimmer wegräumen, wenn wir aufgerufen wurden und dafür im Augenblick keine Zeit ist. Lasse ich ihn nicht, flippt er aus, wütet und schreit.
Wahnsinnig interessiert ist er für Fahrzeuge auf Baustellen, Landmaschinen etc., Heimwerkersendungen und "Welt der Wunder". Aber das ist ja für Jungs normal. Ansonsten schaut er kein Fernsehen, bleibt auch bei Kindersendungen nicht davor sitzen. Fernsehen ist auch bei uns nicht so das Thema.
Singen mag er gern, trällert zu hause oft Teile eines Liedes aus dem Kiga, was er sich so gemerkt hat.
So, dass reicht erstmal...
Ich hoffe das es einigermaßen verständlich beschrieben war
Vielen Dank für die Willkommensgrüße der anderen Teilnehmer
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