Verfasst am: 20.01.2007, 20:22 Titel: Ärztetrauma, habt Ihr Tipps?
Mein Sohn ist jetzt 3Jahre alt und ein ehm.FG aus der 28SSw lag schon öfters im KH sowie mehrere Arztbesuche. Daher unser Problem.Er reagiert panisch auf Ärzte (egal ob bund od.weiß gekleidet letzteres sehr extrem) er schreit schlägt um sich tritt (ist sonst ein sehr friedvolles Kind) bekommt Affektkrämpfe sowie Hustanfälle.Wir dürfen weder an der Kinderarztpraxis noch an der Klinik vorbeifahren da er sofort schreit. Er spricht leider noch nicht viel. Wir haben jetzt mal probiert mal zu einem Arzt zu gehen wo er noch nicht war aber leider merkt er es sofort wenn wir die Tür reinkommen.Sogar wenn wir einen Pflegedienst der weiß angezogen ist auf der Strasse sehr müssen wir die Strassenseite wechseln weil er nicht vorbei geht.Die Pychologin die ich aufgesucht habe meint er muss dadurch aber ich kann nicht mehr.Die Ärzte meinten sie hätten so ein Kind mit solch einer Panik noch nicht gesehen.
Wer kann mit Tips geben wie ich diesen Problem lösen kann.
Julia
Zusätzlich bzw. zusammenfassend möchte ich hinzufügen:
Langsame und spielerische Gewöhnung an das "Gerät" bzw. "Klima":
Rollenspiel zu Hause mit Arztkoffer, allen möglichen Vorgängen und Untersuchungen (abhören, Abklopfen, Spritze, ...),
Arztbekleidung, Taschenlampe, ... auch im Bad, Sandkiste, Wald, ..., Kasperltheater, ...
mit allen Verwanden, Freunden, Puppen, Tieren, Autos, ...
Auch CD oder Video, z.b. Benjamin Blümchen als Tierarzt, ...
Besonders kinderfreundliche Ärzte kommen manchmal auch nur zu einem Plausch vorbei.
Danke für die Tips.Wir haben schon mit belohnungen probiert aber er lehnt diese vollkommen ab weder süsses noch andere sachen.
Arzt spielen mag er nicht sobald er die sachen sieht fängt er an zu maulen.Und leider bleibt er kaum vor dem Fernseher sitzen.Mal schauen was ich noch finde.
Julia
Darf ich ergänzen: Ich denke auch an ganz langsam, sachte und stückweise, z.B.:
eine Spritze fährt mit am Lastwagen, am Anhänger,
der LKW wird abgehört, ...
Stethoskop liegt irgendwo im Zimmer, ...
Ein bekanntes Liedchen wird kleinweise umgetextet, ...
Zeichnung, Foto, Katalog, ...
Musik-DVDs z.B. von Detlev Jöcker,
Volker Rosin (Alles Oakie-Doakie: Ein kleines Herz), ...
Der Phantasie und dem Fingerspitzengefühl sind keine Grenzen gesetzt!
Kann mich den o.g. Ideen nur anschließen!
Abgesehen davon würde ich mich nach einem Kinderarzt erkundigen, der in "zivil" arbeitet (nicht alle Ärzte tragen während der Arbeitszeit einen Kittel ) und Hausbesuche anbietet. Klar, man kann nicht alle Untersuchungen zuhause machen lassen. Aber wenn dein Sohn den Arzt ein paar Mal in seiner gewohnten Umgebung schon mal kennengelernt hat, fallen ihm die Praxisbesuche vielleicht irgendwann leichter. Hilfreich wäre für den Anfang sicher auch, wenn bei den ersten Arztbesuchen nicht gerade Impfungen o.ä. anstehen, damit dein Sohn die Erfahrung machen kann, dass nicht bei jedem Arztbesuch "schlimme" Dinge passieren.
Wichtig fänd ich auch, dass der Arzt vorher schon mal telefonisch auf die Panik deines Sohnes vorbereitet wird. Vielleicht hat er auch noch Ideen bzw. kann bestimmte Verhaltensweisen unterlassen.
Hallo,
wir hatten dieses Problem auch. Mirko hatte regelrechte Panik, sobald wir nur eine Arztpraxis betreten hatten.
Ich habe einen sehr guten Hausarzt, der mit uns gemeinsam dieses "Problem" gelöst hat. Z.B. trägt er keinen weissen Kittel (das macht schon einiges aus)............und Mirko wurde zunächst mal gar nicht "behandelt" sondern er durfte / musste immer mit, wenn eins meiner anderen Kinder oder ich den Arzt aussuchten. Mirko durfte zugucken und dem Arzt "assistieren".Der Arzt hat Mirko immer alles genau erklärt und viel gelobt. Schließlich bekam er dann immer eine Belohnung vom Arzt.
Zu Hause spielten wir sehr oft Doktorspiele ( abhören, mit der Taschenlampe in den Mund schauen, usw..)
Heute ( 4 Jahre später) geht Mirko sehr gerne zu "seinem" Doktor und lässt sich bereitwillig untersuchen
Es hat zwar seine Zeit gedauert und hat auch einige Nerven gekostet, aber es war der einzig richtige Weg für uns.
Mit viel,viel Liebe und Geduld............und natürlich das Vertrauen zu unserem Arzt. _________________ LG Nicole mit Mirko (34.SSW,LKGS,geistig behindert, Epilepsie)
ich will dir nicht die Lust nehmen die Tipps, die du bekommst auszuprobieren, ich hoffe die helfen, aber ich möchte auch unseren Fall schildern.
Meine Tochter (5 J.) war eigentlich nicht oft beim Arzt, sie ist wirklich fast nie krank, und im KH abgesehen von ersten 4 Wochen ihres Lebens nach der Geburt und einer ambulanten Sache (Stirn musste genäht werden) noch gar nicht.
Trotzdem hat sie eine Panik vor Ärzten so ähnlich wie du es bei deinem Sohn beschreibt.
Nun spielt sie (schon immer) sehr gern und oft Ärztespiele, sie guckt im Fernsehen wirklich supergern Ärzte- und Krankenhausfilme an, und guckt sogar sehr interessiert zu, wenn man Großvater jeden Tag seine Spritze bekommt.
Das alles hilft aber leider überhaupt nicht, wenn sie zum Arzt muss, dann ist sie nur in Panik, hört überhaupt nicht, was man sagt. Es ist auch egal, ob der Arzt in weiss ist, oder ganz normal gekleidet, ob in der Praxis ist, oder bei uns oder sogar bei dem Arzt zu Hause. Nichts, einfach gar nichst hat bis jetzt geholfen.
Wir waren gerade vor 3 Tagen beim Zahnarzt, wir haben vorher alles mit ihr besprochen, auch dass nur geguckt wird, und sie nur den Mund aufmachen braucht.
Sie hat es auch versprochen, und auch immer wieder davon angefangen zu erzählen, wie sie es machen wird. Belohnung war auch versprochen.
Und was war? Wir kamen ins Behandlungszimmer noch OK, sich auf den Stuhl setzen nicht mehr so ganz, sie saß dann natürlich bei mir auf den Schoss und als sie den Mund aufmachen sollte, ging das Geschrei los (nun gut da konnte der Zahnarzt wenigstens etwas sehen) und das Getrete und da half nichts mehr wegen Belohnung.
Ich kann nur hoffen, dass es mit der Zeit besser wird, denn wir haben wirklich alles schon ausprobiert.
Ich bin trotzdem für weitere Tipps dankbar.
Und dir Julia wünsche ich weiterhin viel Geduld...
Liebe Grüsse
Andrea _________________ Andrea mit Lena (12.09.01) aus Ungarn. muskul. Hypotonie, Entwicklungs- und Sprachverzögerung, Wahrnehmungsstörung
und Mirko wurde zunächst mal gar nicht "behandelt" sondern er durfte / musste immer mit, wenn eins meiner anderen Kinder oder ich den Arzt aussuchten. Mirko durfte zugucken und dem Arzt "assistieren".Der Arzt hat Mirko immer alles genau erklärt und viel gelobt. Schließlich bekam er dann immer eine Belohnung vom Arzt.
Das ist wirklich eine gute Idee! _________________
Viele Grüße von Inge
* * * * *
"Ohne uns hätten sie es leichter gehabt." Bert Brecht
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