Verfasst am: 10.01.2007, 13:59 Titel: Bin verzweifelt - der Vergleich mit anderen Kindern tut weh!
Hallo ihr lieben,
ich bin momentan wieder in einer depressiven Phase. Ohne meine Tabletten könnte ich garnicht aufstehen. Es geht um meine kleine Maus Katharina (jetzt 21 Monate) Gestern war die Frühförderin da und war schon begeistert von Katharina. Wir haben einen Bogen ausgefüllt bei dem der Entwicklungsstand in verschiedenen Bereichen festgestellt werden kann. In der Sprache und im motorischen Bereich steht sie bei ca. 12 Monaten bei dem Rest sind es nur 2-4 Monate. Das hat mich schon etwas beruhigt. Die Frühförderin meinte das sie zufrieden sei.
Doch abends bekam ich Besuch von einem Mädchen das jetzt 15 Monate jung ist. Die ging ab wie der Wind. Hat gebrabbelt, gespielt. Katharina saß daneben und hat einfach nur geschaut. Sie sah so hilflos aus. Mir kamen die Tränen. Warum? fragte ich mich, warum. Das kleine Mädchen nahm Katharina alles Spielzeug aus der Hand und Katharina hat sich nicht gewährt. Mir tat so sehr im Herzen weh. Ich weiß nicht was noch kommt (Epilepsie, Hirndruck (Shunt), geistige Behinderung?!?!?!? Ich habe so große Angst vor der Zukunft, was noch kommen wird. Ich habe zu nichts mehr Lust. Mir tut es so weh überalle nur "gesunde" Kinder zu sehen. Alle Eltern sind glücklich und stolz wenn ihr Kind laufen lernt, anfängt zu sprechen etc. Für mich ist es so ein harter Kampf. Nur hier im Forum finde ich Trost. Mit meinem Mann kann ich nicht darüber sprechen da ja für ihn alles ok ist.
hallo bianca
da mach dir jetzt erst mal keinen kopp drum.
höre auf die frühförderin und nicht auf das was andere dir sagen bzw. du bei anderen siehst.
von einer bekannten die tochter (die is grad mal 2 1/2) brabbelt schon seit bestimmt einem jahr. ganze sätze und richtiger grammatik!
solche kinder gibt es! auch das deine süße sich alles wegnehmen läßt.. na und? hauptsache sie kommt damit klar und ich denke das sich das auch noch ändern wird. meine beiden sind anderen kindern gegenüber auch ganz anders als zu sich. gegenseitig kloppen sie sich auch schon mal die rübe ein aber wenn ein anderes kind da ist, erkennt man sie nicht wieder!
freu dich einfach das es deiner maus gut geht und die frühförderin mit ihr zufrieden ist!
mensch so traurig, wo doch der Tag recht gut began? Lass den Kopf bitte nicht hängen! Du machst das ganz toll und mit der Frühförderung kommen die nächsten Schritte.
Auch wenn es dir so weh tut, sie mit anderen Kindern zusammenzubringen ist genau das richtige. Klar, lässt sie sich das Spielzeug wegnehmen, das ist eine neue Situation. Das musste auch Mila lernen, dass sie sich wehren soll/kann. Da sie immer auf Felix rücksicht nehmen muss, stand sie in der Krabbelgruppe da, wie ein großes Fragezeichen, als andere Kinder sich ihr Spielzeug schnappten. Ich habe sie dann unterstützt, dass sie es nur hergeben muss, wenn sie fertig ist mit spielen. Mittlerweile klappt es sehr gut - zu gut, jetzt kommt das Bremsen
Es tut mir leid, dass es dir gerade so schlecht geht. Ich hoffe du kommst schnell aus deinem Tal heraus und findest deine Freude und dein Lachen wieder!
Bei Felix habe ich gelernt nicht zu sehen was andere Kinder in seinem Alter können, sondern zu sehen, was Felix trotz seiner Einschränkungen und Krankheiten usw, alles gelernt hat. Und da bleibt einem manchmal der Mund offen stehen vor Staunen. Sieh auf Katharina und was sie schon alles geschafft hat - da muss doch die Sonne scheinen!!
Liebe Grüße
Maren _________________ Maren und Felix (05/02) Mukolipidose Typ II, entwicklungsverzögert, kleinwüchsig, extrem weitsichtig, muskuläre Hypotonie, schwere Lungenbelastung, Tracheostoma, Heimbeatmung, PEG und Mila (09/04) gesund
Verfasst am: 10.01.2007, 14:37 Titel: Das Leben mit unseren besonderen Kindern
Hallo Bianca,
als ich vorhin deine Zeilen las fühlte ich mich so sehr zurückversetzt. Wort für Wort hätten meine eigenen Sein können. Meine Julia ist mittlerweile 19 und noch heute habe ich Momente wo ich nur weinen möchte. Wenn junge Mädchen schick zurechtgemacht zur Party gehen oder oder dann denke ich immer warum. Aber diese Frage bekommen wir nicht beantwortet.
Nach Jahren habe ich aufgegeben zu vergleichen-sowohl im positiven als auch im negativen. Das war ein langer Weg aber ungeheuer wichtig. Unsere Kinder werden im " Vergleich" immer unterlegen sein. Aber es kommt doch auch darauf an welche Parameter man ansetzt. Unsere Kinder geben uns auch so viel Liebe zurück haben oft eine sehr hohe Sensibilität leider alles keine Fähigkeiten wo ein Vergleich stattfindet hier aber wären Sie die Sieger.
Sicherlich helfen solche Momente auch wieder Kraft zu sammeln denn nur nach oben geht wohl kein Lebensweg.
Ich hoffe ich konnte dich ein wenig aufmuntern
Liebe Grüße Kathi _________________ Unsere Vorstellung? -> hier klicken
Julia 24 Jahre Di George Syndrom, lernbehindert,Hornhautverkrümmung,beidseitig superinfiziertes Mammillenekzem,eingeschränkte Motorik, sehr geringen Orientierungssinn,hochgradige nasale Ausprache
deine Erzählung hätte von mir sein können. Vor ungefähr 3 Jahren ging es mir genauso. Melina war damals 2 Jahre alt und durch ihre Behinderung auf dem Stand eines 6-9 Monate alten Kindes. Ich war verzweifelt und habe auch Antidepressiva-Tabletten bekommen. Aber so doof dieser Spruch auch sein mag: DIE ZEIT HEILT ALLE WUNDEN !!
Es ist wirklich so, je mehr Jahre ins Land gehen, umso besser kann man die Behinderung seines Kindes (egal wie schwer oder leicht die Behinderung auch ist) akzeptieren.
Auch ich konnte es mindestens 3 Jahre nicht ertragen irgendwelche "normale" Kinder zu sehen. Es hat mir das Herz geblutet, wenn ich "normale" Kinder reden, laufen ect. gesehen habe. Mittlerweile kann ich das ohne Neid - vielleicht aber auch, weil ich nochmal den Schritt zu unserem 3. Kind gewagt habe. Ich merke täglich, dass unser Jüngster Robin seine größere Schwester Melina mit Riesenschritte überholt bzw. schon überholt hat, aber ich kann es ohne Schmerz ertragen und geniese es einfach. Umso toller sind natürlich die kleinen/großen Fortschritte bei Melina, die mich einfach nur glücklich machen.
So schlecht hört sich doch die Prognose deiner Frühförderung gar nicht an !!!! Versuche es positiv zu sehen und bedenke, dass sich ALLE Kinder unterschiedlich schnell entwickeln. Die "Normalen" so wie auch die "BESONDEREN" .
Kopf hoch !
Kathrin _________________ Mama von Melina *Okt 2001 blind und entwicklungsverzögert
sowie N. *Mai 1991 u. R. *März 2005 beide gesund Meine Vorstellung - Mein Album
Ich kann das gut verstehen, was in Dir vorgeht. Mein kleines Mäuschen (20 Monate) ist an AS erkrankt. Sie kann weder krappeln, laufen noch sprechen. Ich habe im Bekanntenkreis auch kleine Kinder (2j.u. 13m.) u. vermeide es oft sie zu besuchen. Den Unterschied, der dann zu sehen ist macht mich auch sehr traurig. Maria würde es beim spielen nicht anders ergehen.
Ich glaube aber, man sollte es positiv sehen. Vielleicht lernen unsere Kinder auch etwas dabei u. versuchen es nachzumachen.
Am Montag war die Frühförderung auch bei mir. Erst mal auf ein Gespräch u. jetzt soll es mit üben losgehen. Mal sehen was Maria so lernen kann.
Sei nicht mehr ganz so traurig u. erfreue dich an dem süßen Lächeln das Dir deine Maus schenkt(siehe kleines Bild)
LG Sylke _________________ Sylke u. Maria (20.05.05 Angelman-Syndrom)
Das gleiche hätte ich vor einigen Jahren geschrieben.
Es stimmt mich total traurig.
Gerne würde ich Dir etwas von dem intensiven Gefühl rüberschicken, das wir zur Zeit empfinden.
Mensch, ich wünschte ich könnte Dir helfen.
Sicher haben auch wir unsere Hänger.
Jedoch, dieses Gefühl wie Du es beschreibst, wird vergehen.
Gib Dir Zeit.
Du mußt bedenken, das Du eine Entwicklung durchmachst.
Eine Entwicklung wie ein Kind das etwas bestimmtes lernen muß.
Und, dies geht nicht von heute auf morgen.
Da gibt es Höhen und Tiefen.
Leider so sehr viele Tiefen.
Aber glaub daran, die Höhen werden kommen und werden sicher bald überwiegen.
Auch wenn Dein Kind vielleicht nicht wie andere sein wird, trotzdem wirst Du auch bei Ihr Stolz spüren. Glaub mir!!
Wir müssen alle lernen, von einem "Idealbild" abzukommen.
Das ist unser großer Weg, den wir Eltern lernen müssen.
Dabei muß man auch mal ganz klar Abstand haben von allem normalen.
Vermeide Situationen bei denen Du weißt, das Du Dich nicht gut fühlst.
Denn jetzt solltest Du erst mal gestärkt sein im Miteinander mit Deiner Familie.
Da kann so manche Person störend sein.
Schalte solche störfaktoren aus.
Zumindest eine Zeitlang.
Das würde ich Dir raten.
Dies mußte ich auch für mich auf manch schmerzhafte Weise feststellen.
Mein Patenkind ist 1/2 Jahr jünger als unser behindertes Kind.
Sicher kannst Du Dir vorstellen was dies bedeutet.
Ohne all die anderen Kinder mit denen man konfrontiert wird.
Hier einmal ein Spruch der zum Nachdenken bringt.
Hoffnung
ist nicht die Überzeugung,
dass etwas gut ausgeht,
sondern die Gewissheit,
dass etwas Sinn hat,
egal wie es ausgeht.
Liebe Bianca,
ich möchte Dir von Herzen alles alles Gute und a l l e Kraft der Welt wünschen.
Kopf hoch, ein Kind das so schön lachen kann wird Euch noch sehr viel Freude bereiten.
sei nicht traurig und laß dich nicht runterziehen. Ich wollte, ich könnte mit dir tauschen. Unser kleiner Sohn, fast 10 Monate, kann garnichts und wird in seinem kurzen Leben auch nichts lernen. Er kann gerade mal die Hände bewegen und leichte Sachen greifen. Ich habe schon zwei gesunde Kinder, und stelle keinerlei Vergleiche an. Ich schaue auch nicht auf der Strasse in die Kinderwagen, um zu sehen, was Gleichaltrige machen. Ich liebe mein Kind, so, wie es ist, es ist das Beste, was uns gegeben wurde, auch wenn es nicht für lange sein soll. Wir haben akzeptiert, dass er diese Krankheit hat, und man nichts dagegen tun kann. Ich lache immer mit ihm, geh mit ihm um, als wäre er ein ganz gesundes Kind, seine Geschwister spielen mit ihm, als ob nichts wäre. Und Nils fühlt sich so gut dabei. Er strahlt alles um ihn herum an. Wenn ich jetzt auch noch mies drauf wäre, und glaub mir, das bin ich sehr oft , wenn die Angst mich überfällt, es könnte im nächsten Moment vorbei sein, und er ist nicht mehr bei uns, dann lasse ich ihn das nicht spüren, sonst würde er sich ja noch schuldig fühlen. Die kleinen Schätze haben schon so ein schweres Schicksal.
Also, Kopf hoch, genießt das schöne warme Wetter, freu dich über jeden Fortschritt deiner kleinen Maus.
LG Mandy _________________ Mandy mit Vivien (04/94) Tom (08/02) und unser Engelchen Nils Ole * 13.03.2006 † 23.02.2007 SMA Typ I, Helena 06/2010
ich kann Dich soo gut verstehen. Geht mir mit Johanna auch so.
Diese Phasen ziehen einen ganz schön runter.
Aber, Du hast ein ganz besonderes Kind bei Dir. Sie hat ein Geschenk für Dich dabei, Du mußt nur ganz genau hinsehen, dann kannst Du es finden.
Kopf hoch!
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