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Ängste unserer 4-jährigen
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iggisw
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BeitragVerfasst am: 09.01.2007, 15:37    Titel: Ängste unserer 4-jährigen Antworten mit Zitat

Hallo
Heute frage ich euch mal wieder um Rat - ich bin einfach ratlos!!!
Unsere Jüngste, 4 1/2 Jahre alt, lebt seit 1 1/2 Jahren in unserer Familie in Dauerpflege. Sie ist deutlich entwicklungsverzögert, hat inzwischen aber doch in einigen Bereichen schon große Fortschritte gemacht. Wie die allermeisten Pflegekinder hat sie keine schöne Vergangenheit und ich kann viele Verhaltensweisen auch recht gut nachvollziehen.
Was mich, und verständlicherweise auch unsere 8-jährige Pflegetochter, so nervt, ist ihre sofortige Brüllerei, wenn man sie allein lässt.
So lange A. bei der Kleinen im Zimmer ist, spielen die Beiden total schön und C. ist ausgeglichen und fröhlich. Doch A. möchte eben auch mal eine Freundin besuchen oder etwas allein unternehmen. Sofort brüllt die Kleine Zeter und Mordio!!!! Inzwischen ist es sogar schon so, dass sie losbrüllt, wenn A. nur kurz aufs Klo geht - und sich absolut nicht beruhigen lässt. Klar, da sind Verlassensängste aber interessant ist doch, dass C. selber ohne Probleme das Zimmer verlässt, wenn SIE es eben will oder es sein muss!
Die Beiden schlafen in einem Zimmer - wollten das auch so und A. möchte es auch gerne so beibehalten. Allerdings kann es ja auch nicht sein, dass eine 8-jährige immer zeitgleich mit einer 4-jährigen ins Bett muss! Die Kleine brüllt aber ohne A. so, dass A. schon lieber freiwillig ins Bett will.
Ich habe sehr viel Verständnis für die besonderen Probleme meiner Kinder aber hier habe ich manchmal echt den Eindruck, dass sie uns mit dieser Schreierei tyrannisiert und sie gar nicht wirklich Angst hat.
Wie würdet ihr reagieren?

Iggis

_________________
Mutter und Pflegemutter von
3 leibl. erwachsenen Kindern (83, 87, 89) - jüngste Tochter CF, AV-Malformation, herzkrank (war 15 Jahre tracheotomiert)
6 Pflegekinder (93, 98, 02, 03, 08, 09) dadurch
Erfahrung mit Autismus, Autoaggression, Deprivation, FAS, Missbrauch, Misshandlung, Entwicklungsverzögerung, Lernbehinderung......
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vea
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BeitragVerfasst am: 09.01.2007, 15:45    Titel: Antworten mit Zitat

allein gelassen werden ist was anderes, als wenn man selbst entscheidet, zu gehen! im ersteren fall wird man zurückgelassen (und wer weiß, was einem dann passiert - in deiner fußnote lese ich, dass die kleine missbrauchserfahrung hat). im zweiten fall hat man die kontrolle, weil man selbst beschließt, jetzt zu gehen.

vielleicht hilft es der kleinen, wenn man ihr dann, wenn sie allein gelassen werden soll, ein besonderes schutzwesen gibt, das auf sie aufpasst - vielleicht ein großer plüschlöwe, ein drachen, ein hund...? vielleicht eine figur, die sie in einer geschichte schon mal beeindruckt hat?
dieses wesen bekommt sie NUR, wenn sie alleingelassen wird (belohnungeffekt, der nur auf diese situation bezogen wird), weil es seine aufgabe ist, sie zu beschützen und zu bewachen!

gruß vea
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iggisw
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Beiträge: 730

BeitragVerfasst am: 09.01.2007, 15:54    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Vea

Daran arbeiten wir gerade. Die Ergotherapeutin hat C. einen Plüschkäfer und eine Riesen-Sanduhr mitgegeben, damit wir in entspannter Runde üben können.
Tatsächlich schafft sie in diesen Übungsphasen auch schon 3 Minuten ohne Geschrei! Sie schafft es inzwischen auch schon besser, wenn ich kurz das Wohnzimmer verlasse und es ihr vorher sage - doch bei A. macht sie eben IMMER diesen Terror und A. hat dann (sie hat ja selber auch ein ganz schönes Päckchen zu tragen) ein total schlechtes Gewissen und heult oft genug dann auch.
Aber du hast recht - vielleicht sollten wir mal ausprobieren, was passiert, wenn A. ihr den Plüschkäfer gibt und die Sanduhr umdreht?!
Danke für den Tip!
Gruß
iggis

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Bettina&Janni
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BeitragVerfasst am: 09.01.2007, 15:55    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Iggis!
Das glaube ich dass das die Große nervt, das grenzt ja an Erpressung....
Ich kann mir gut vorstellen, dass sie den Erfolg, den sie mit ihrem Verhalten hat ausnutzt...alles unter Kontrolle haben zu wollen soll ja vor dem Hintergrund Missbrauch häufige Reaktion sein... Ich habe in ähnlichen Momenten (wenn sich scheinbar manipulatives Verhalten so einschleicht...) meinen Kindern in einem konfliktfreien Moment klar gesagt, dass ich sie entlarvt habe, und das "Spiel" zwar verstehe, aber nicht toleriere oder witerhin mitspiele (mit einfachen Worten natürlich) in dem Moment habe ich sofort daran erinnert, nach dem Motto "neinnein, meine Liebe, so machen wir das nicht mehr, das hab ich dir gesagt."...sogar als sie klein waren, war das immer ein guter Weg. Ich würde in dem Falle ihr aber noch ganz deutlich machen, dass man sie bei echter Angst nicht alleine lassen wird!!!! Vielleicht findest du ein Kinderbuch zu dem Thema, es gibt doch auch diese berühmte Geschichte von dem Schäfer, der immer aus Spaß ruft "der Wolf ist da, der Wolf ist da"- und als der eines Tages wirklich kommt, hört keiner hin, keiner hilft....

Mensch, mit diesen vielen besonderen Kindern erfüllst Du ja eine ganz besondere Aufgabe! Hochachtung, vor Deinem Mut und Deiner Kraft!!!
LG Bettina

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Liebe Grüße, Bettina
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vea
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BeitragVerfasst am: 09.01.2007, 16:00    Titel: Antworten mit Zitat

ok, wenn deine große ein schlechtes gewissen hat und das schwer aushält, dann mach sie doch zu deiner CO-THERAPEUTIN!
du hebst sie damit in einen besonderen stand, sie fühlt sich wichtig und ernstgenommen. du erklärst ihr, dass sie dazu beitragen kann, dass es der kleinen eines tages besser geht, und bittest sie um ihre mithilfe. dabei ist es wichtig, dass IHR BEIDE der kleinen gegenüber liebevoll, aber konsequent seid...
das ist wie mit impfen oder spritzen geben: es tut dir auch leid, deinen kindern diesen schmerz zufügen zu lassen, aber du bewahrst sie damit vor noch größeren schmerzen und krankheiten. das wird deine 8jährige bestimmt verstehen, und sie wird wahnsinnig stolz sein, dir bei der erziehung der kleinen zur seite stehen zu dürfen!

gruß vea
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anner
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BeitragVerfasst am: 09.01.2007, 19:38    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

ich glaube, wir kennen uns Laughing

Wie ist es denn morgens, wenn die Große in der Schule ist; oder sind sie immer zeitgleich aus dem Haus?

Ich finde es echt schwer, durch die ganzen Vorgeschichten; ich denke, es ist nicht ohne Grund.
Mir fällt was ein:
habt ihr vielleicht ein Tier; Katze, Hund?
Daß die auf sie "aufpassen", wenn ihr den Raum verläßt?

War eine Idee.

Anne

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DUM SPIRO SPERO
(solange ich atme, habe ich Hoffnung) CICERO

Benedict 06/99, Osteopathia striata, Z. n. Analatresie,neurogene Blasenentleerungsstörung, tracheotomiert, re. blind., Syndakt. beider Hände, Fibulaapplasie beidseits,Makrocephalie, Gaumenspalt u. e. mehr
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BeitragVerfasst am: 10.01.2007, 09:12    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Iggis,
ich denke, Ihr seid genau auf dem richtigen Weg - nur warum um alles in der Welt hat die Ergoth. einen Käfer ausgewählt ??? Ich hätte auch eher zu einem Löwen oder so gegriffen....wäre doch viel eindrucksvoller für die kleine arme Maus ?
Die Idee mit der Co-Therapeutin halte ich auch für gut - aber Vorsicht, nicht jetzt die 8-Jährige überfordern !
LG und weiterhin viel Kraft für Deine zahlreichen Aufgaben !
Heike
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oenska
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BeitragVerfasst am: 16.01.2007, 00:50    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,
ich kenn sowas von ner arbeitskollegin die frag ich mal wie sie es gelösst hat wenn ich se morgen seh


gruss alex
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Nicomum
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BeitragVerfasst am: 18.01.2007, 22:01    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Iggis,
ich denke auch, dass die Kleine lernen muss, dass die Ältere auch ein eigenständiger Mensch ist, mit eigenen Bedürfnissen. Auch bei ihrer Vorgeschichte, aber die große Schwester kann ja da auch nichts dafür, dass es so schief gelaufen ist. Sie wird auch später mit Leuten zusammentreffen, die nicht immer so tun wie sie es will. Es ist sicher schwierig für sie, dass zu akzeptieren und zu verstehen, dass man andere nicht unter Druck setzen muss, um nicht die Angst zu haben verlassen zu werden. Aber wenn sie das gelernt hat, kann sie davon nur profitieren.
Vielleicht red ich mich jetzt leicht, ich kenne ja ihre Vorgeschichte nicht, wünsch euch aber trotzdem, dass ihr das in den Griff bekommt.
Liebe Grüße
Elke

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Liebe Grüße
Elke

Sohnemann (5.03), Hypospadie, chron. Obstipation, Autismus-Spektrum-Störung
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iggisw
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BeitragVerfasst am: 23.01.2007, 19:45    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Ihr Lieben
Danke für eure Ideen und Antworten - es tut gut, wenn man Hilfe erfährt!
Nun habe ich einige Tage verstreichen lassen und ausprobiert: statt Plüschkäfer ein Tiger, die Große als Co-Therapeut und auch die Idee mit dem "entlarven"!
Gebracht hat es leider noch nichts!!! Ich habe der Großen jetzt gesagt, dass sie die Schreierei der Kleinen nicht mehr beachten soll. Je mehr man mit C. über die Probleme redet (auch in der Situation z.B. - schau mal, du bist doch gar nicht alleine, ich bin doch im Zimmer gegenüber und beide Türen sind offen) um so lauter brüllt sie! Inzwischen schreit sie schon nachts, wenn A. nur aufs Klo geht!
Am kommenden Montag habe ich wegen einer anderen Problematik der Kleinen einen Erstvorstellungstermin bei unserer Kinderpsychiaterin - ich werde diese Ängste auf alle Fälle ansprechen!
Ich selber bin derzeit echt mit meinem Latein am Ende und ich muss auch gestehen, dass mich dieses Geschrei einfach nur nervt.
Dazu kommt, dass auch unser S. zur Zeit so rumspinnt und sich bei mir wieder selber ins Gesicht schlägt, wenn ich ihn nicht ununterbrochen festhalte - und derzeit ist er erkältet, so dass er nicht zur Schule gehen kann und somit den ganzen Tag bei mir zu Hause ist!!

Frustrierte Grüße
Iggis

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