Verfasst am: 08.01.2007, 23:17 Titel: Schwangerschaft nach einem Frühchen?
Hallo
Ich habe eine 20 Monate alte Tochter, die als Extremfrühchen zur Welt kam. Jetzt überlegen wir noch ein weiteres Kind zu bekommen. Leider bekommen wir in unserem Familien-/Bekanntenkreis diesbezüglich keinen wirklichen zuspruch. Es heist immer, ob wir das Risiko wirklich eingehen wollen, wir sollen doch froh sein, das sich unsere Kleine so gut entwickelt.
Der Grund für die Frühgeburt ist nicht ganz geklärt. Aber bei mir wurde nach dem Kaiserschnitt eine Infektion festgestellt, die auch schon auf meine Tochter übergegangen war. Und außerdem war mein Sohn wohl Nierenkrank und die Ärzt vermuteten, das er die Wehen ausgelöst hat (er wurde nur 10 Tage alt -Nierenversagen)
Hat hier jemand nach einem Frühchen noch ein weiteres Kind bekommen und kann mir ihre Erfahrungen mitteilen?
Würde mich sehr freuen, wenn mir jemand Antwortet.
Liebe grüsse
Melanie _________________ Anna*Mai 2005 Extremfrühchen, V.a. Belastungsasthma, Untergewichtig, Fruktoseintoleranz
Simon *Mai 2005 +Mai 2005
Und Helena *August 2009 Frühchen, "Schreikind"
Hallo Melanie,
da mußtest Du ganz schön tapfer sein! Das war und ist bestimmt nicht einfach!
Ich finde, egal, was andere Dir raten, laß Dein Gefühl entscheiden und ich denke auch, laß Dir Deine Chance auf ein gesundes Kind nicht nehmen.
In einer möglichen weiteren Schwangerschaft würde ich mich engmaschig, alle 10 Tage untersuchen lassen, um eine Infektion frühzeitig zu erkennen.
Ich bin glücklich zwei gesunde Kinder neben meiner süßen Maus zu haben. Sie helfen mir täglich, meine Akzeptanz gegenüber der Behinderung ihrer Schwester aufrecht zu erhalten. Was Akzeptanz betrifft, stehe ich nämlich leider ganz am Anfang (war noch nie meine Stärke).
Ich glaube tatsächlich (in guten Stunden), daß der liebe Gott sie ganz besonders lieb gehabt hat und ihr trotz ihrer Behinderung ein Leben ermöglicht hat.
Wenn Du Dir noch ein Kind wünschst, laß Dir nicht bange machen.
100%ige Sicherheit gibt es nicht. Würdest Du deshalb verzichten?
Wenn Du wirklich noch zuviel Angst hast, nimm auch das ernst.
Lieben Gruß
Anke _________________ Der Weg zur Quelle führt gegen den Strom
Anke L., 45, Mama von T, 19, selbstbewußter Suzukifahrer im Abi, M, 16, pubertierendes Energiebündel auf Ausbildungsplatzsuche, B, 4, süße Kita-Maus mit DS u. AV-Kanal, komplett, (OP 2.12.04), heißgeliebt (nicht nur) von ihren Brüdern
Mein Sohn Leon kam in der 28+1 SSW zur Welt.Ich hatte in der 25+4 SSW einen vorzeitigen Blasensprung und die Geburt konnte mittels Wehenhemmern zum Glück noch einige Zeit hinausgezögert werden.
Als Ursache für den Blasensprung wurde eine Gebärmutterhalsinsuffizienz,die damals mit einem "Ring" versorgt wurde genannt.An diesem Ring sollen sich Keime,Bakterien etc gebildet haben und dadurch den Blassensprung ausgelöst haben ( Ich wurde nicht über solche Risiken aufgeklärt!!!!!-hieß nur,daß dadurch der Gebärmutterhals unterstützt wird)
Bevor wir eine weitere Schwangerschaft "planten" sprach ich eingehend mit meinem Frauenarzt.Er sagte mir,daß ich mir aufgrund der Vorgeschichte keine Sorgen über eine erneute Frühgeburt machen solle.Man würde dann frühzeitig eine Cerclage legen und dann wären die Chancen eines "normalen" Schwangerschaftsverlaufes sehr gut.
Ich bekam dann bei der 2. Schwangerschaft die Cerclage in der 20. SSW,danach mußte ich mich sehr schonen und ganz viel liegen.In der 32. SSW hatte ich dann wieder einen vorzeitigen Blasensprung und lag dann noch 14 Tage in der MHH,bevor Lenny(mein 2. Sohn) in der 33+1 SSW geboren wurde.
Ich habe somit 2 Frühchen.Leon ist gesund und entwickelt sich prächtig und Lenny hat ICP und macht kleine Fortschritte.
Besprich dich in aller Ruhe mit Deinem Arzt. Welche Gründe könnte die FG gehabt haben,oder war es einfach nur "Pech"?Falls vorhanden-lassen sich die Risiken ausschalten,reduzieren?Ich würde auf jeden Fall die medizinische Seite abklären!
Und dann.....höre einfach auf Dein Herz!
"Einmal Frühchen" heißt nicht "immer Frühchen"-meine Freundin z.B hatte ein Frühchen in der 29+1 SSW und danach einen 40+4 SSW Wonneproppen.
Liebe Grüße von Melanie _________________ Melanie mit Leon (*01,Frühchen 28+1 SSW,gesund) & Lenny (*05,Frühchen 33+1 SSW,ICP-spastische Diparese)
Jede Schwangerschaft ist anders .. ich habe 3 Schwangerschaften erleben dürfen & keine gleichte der anderen ...
Allerdings sind alle 3 im Frühgeborenenbereich **aber gegen deine Anna Maus ein Klacks** von den Wochen die Sie im Bauch waren..
Ich denke Du wirst einfach in der nächsten Schwangerschaft noch intensiver betreut; die Untersuchungsintervalle sind kürzer & vieleicht auch gründlicher .
Eine Bekannte von mir hatte ein Frühchen das auch zu den Sternenkindern gehen musste; bekam aber dann ein Brüderchen für das Sternenkind in der 38 SSW ...
Oh ja diese Sprüche: sei froh das es deinem Kind jetzt gut geht; möchtest Du das Schicksal herausfordern .. und und und ..
Da klingeln einem die Ohren ... und da gibt es nur ein Tipp:
Lasse die Leute reden; es ist euer Leben; euer Glück .. und eure Entscheidung ob Ihr ein 3tes Kind haben möchtet oder ob Ihr euch doch nicht traut.
Wir haben uns damals für ein 2tes Kind bewusst entschieden; denn Chiara sollte nicht als *besonderes Prinzessin* aufwachsen **Sie tendierte nämlich schon dazu** .. und ich habe Glück gehabt & mein Kinderwunsch wurde erfüllt und dann überraschenderweise aber nocheinmal ...
Finja & Anna sind mit Hilfe vom gleichen Zentrum *entstanden * von daher .. ich bin damals meinem Herzen gefolgt & damals noch Dr. T war auch aufgeschlossen .. es gab keinerlei Diskusionen wegen Chiaras Vorgeschichte
Ich danke euch ganz herzlich für eure Antworten.
Wir versuchen schon unseren eigenen Weg zu gehen und die "Außenwelt" diesbezüglich zu ignorieren und wir erzählen es halt auch niemanden mehr. Ist aber schon komisch das so alles für sich zu behalten, zumal ich ja jemanden brauche, der auf meine Anna aufpasst, wenn ich zum Doc muss.
Aber ich habe schon einen Termin bei meinem Gyn vereinbart um mit ihm wegen einer weiteren SS zu sprechen. Bin mal gespannt, wie er das Risiko einschätzt und werde ihn auch fragen wie die Betreuung ausschau, wenn ich schwanger würde und was es an vorsichtsmaßnahmen gibt. Schließlich muss er ja die Behandlungsintervale und die Behandlungen vorgeben, oder? Ich kann ihm ja denke ich schlecht sagen, wie oft ich zur Untersuchung kommen möchte.
Wenn Ihr noch weitere Tipps habt, immer her damit, bin für alles dankbar.
Ich habe schon noch Angst, aber der Kinderwunsch übersteigt die Angst. Wir wollen aber auch nichts überstürzen und da wir nur mittels Künstlicher Befruchtung ein Kind bekommen können wird es bestimmt auch noch bis August dauern bis wir es wagen.
@Marion: Darf ich das richtig verstehen, das Du Deine Kinder medizinischer Unterstützung verdankst? Und in welcher Praxis warst Du? Ich bin in Grevenbroich in Behandlung gewesen und würde wohl auch wieder dort hingehen, obwohl der Arzt bei dem ich war aus der Praxis ausgeschieden ist. Aber ich kenne auch keine andere Praxis und habe mich dort auch soweit wohl gefühlt. Mein Mann will auch versuchen diese Woche mal dort anzurufen und für Anfang März einen Beratungstermin zu machen.
Danke euch
Melanie _________________ Anna*Mai 2005 Extremfrühchen, V.a. Belastungsasthma, Untergewichtig, Fruktoseintoleranz
Simon *Mai 2005 +Mai 2005
Und Helena *August 2009 Frühchen, "Schreikind"
Ich habe nach zwei Fehlgeburten ein Frühchen in der 26.SSW bekommen. Inzwischen ist mein 'Sohn 6 Jahre alt und soweit gesund. Den Mut zu einer erneuten Schwangerschaft hatte ich nicht mehr, weil ich das Glück nicht noch mal herausfordern wollte.
Meine Freundin hat ein 6-jähriges schwer behindertes Extremfrühchen. Obwohl die meisten es für unverantwortlich fanden, dass sie nur daran dachte, nochmal schwanger zu werden, hat sie es nochmal gewagt: Der Junge ist kerngesund und inzwischen 4 Jahre alt.
Ich finde, Du solltest Dir eine gute medizinische Betreuung suchen und Deinem Gefühl trauen - es wird bestimmt gut.
Die Krankenkassen bieten spezielle Frühchenprogramme an, da man festgestellt hat, dass die meisten Schwangerschaften bis zum Ende ausgetragen werden, wenn die Bedingungen stimmen. Die Krankenkassen wollen damit verhindern, dass Kinder als Frühchen auf die Welt kommen. Das ist aber ja nicht nur in deren Interesse, sondern auch in dem der Eltern und der Kinder. Du kannst das Babyprogramm bei Deiner Krankenkasse anfordern, es ist kostenlos und bereitet auf die Schwangerschaft vor und betreut Dich auch während der Schwangerschaft und danach. Es besteht vor allem in einem sehr guten Buch zum Thema sowie einer Auswertung Deiner Ernährung. Gesundheit und Lebensumstände. Ich habe das Programm von der HEK bekommen, und ich finde es sehr gut. Das ließe sich sicher auch als Argument gegen das Gequatsche von Familie und Bekanntenkreis verwenden (wobei ich ehrlich gesagt denen meinen Kinderwunsch einfach nicht mitteilen würde, um genau solche Diskussionen zu vermeiden).
@Marion: Darf ich das richtig verstehen, das Du Deine Kinder medizinischer Unterstützung verdankst? Und in welcher Praxis warst Du? Ich bin in Grevenbroich in Behandlung gewesen und würde wohl auch wieder dort hingehen, obwohl der Arzt bei dem ich war aus der Praxis ausgeschieden ist. Aber ich kenne auch keine andere Praxis und habe mich dort auch soweit wohl gefühlt. Mein Mann will auch versuchen diese Woche mal dort anzurufen und für Anfang März einen Beratungstermin zu machen.
Hallo Mela
Ja Finja ist mit medizinischer Unterstützung von Grevenbroich zu uns gekommen; allerdings haben wir nach abgebrochener Stimu der IUI; weil die Medies nichts brachte .. abgebrochen; denn in der Wartezeit .. bin ich dann nach einem über 80 Tage Zyklus auf einmal ss gewesen ... also mit Unterstützung; aber dennoch die Kurve bekommen ... ich bin ja auch bei KP ..
Damals 2002 war ich auch bei Doc T in Behandlung; der ja mittlerweile ausgeschieden ist & unser KiWu ist ja mehr als erfüllt worden.. aber ich würde immer wieder den gleichen Weg gehen.
Ich drücke euch ganz dolle die Daumen
Wir haben damals auch nur wenigen davon erzählt & bei jedem Termin habe ich Chiara **damals zwischen 20 & 24 Monate** immer zu den Untersuchungsterminen mitgenommen.
ich habe das Buch gerade mal rausgekramt. Es heißt "BabyCare - gesund & schwanger - Das Vorsorgeprogramm für eine gesunde Schwangerschaft". Ich hatte den Hinweis darauf vor ziemlich genau einem Jahr mal im Netz gesehen und dann gleich bei meiner Krankenkasse angerufen. Damals war es ganz neu, es ist also wissenschaftlich auf dem aktuellen Stand. Ich glaube mich zu erinnern, dass (fast) alle KK dies anbieten, man muss sich nur bei ihnen melden. Die Daten werden von der Berliner Charité ausgewertet, glaube ich, und zentral erfasst. Das Buch ist immer gleich, die Kasse klebt dann ihr Logo auf. Es ist kostenlos. Ziel des Programms ist es, die Säuglingssterblichkeit weiter zu senken und Frühgeburten und Fehlbildungen weiter zu reduzieren. Es wurde in Zusammenarbeit aller großer Universitäten des Landes erarbeitet in Zusammenarbeit mit dem Frauenarztverband und dem Hebammenverband.
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