Nochmal zum Thema "Ausschulung" nachstehend ein Beitrag, den ich heute in ein anderes Forum einstellte (quelle: www.choices.li )
Im Grunde ist es ein Skandal - dieser Staat nimmt sich das Recht, Kinder auszuschulen - aber die Kinder von Eltern, die einen anderen Weg gehen können und wollen als den der staatlichen Verschulung, werden in die Psychiatrie zwangseingewiesen.
Unglaublich. Wo leben wir eigentlich?
Silke
Fünfzehnjähriges Mädchen zwangsweise in die Psychiatrie eingewiesen
Fünfzehnjähriges Mädchen zwangsweise in die Psychiatrie eingewiesen
Unter dem Titel "Nur Familien eröffnen Perspektiven" veröffentlichten die Erlanger Nachrichten einen Tag vor dem vergangenen Weihnachtsfest ein Foto der achtköpfigen Familie Busekros - glücklich vereint vor dem Adventskranz. Am ersten Februar dieses Jahres wurde die älteste Tochter der Busekros gewaltsam aus der Familie herausgenommen: Zwangseinweisung in das Klinikum Nürnberg-Nord, Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, und Entzug der elterlichen Sorge heißt es im richterlichen Beschluss.
Im Sommer 2005 hatte die heute 15-jährige Melissa die Versetzung in die achte Klasse des Erlanger Christian-Ernst-Gymnasiums wegen ungenügender Leistungen in Latein und Mathematik nicht geschafft. Ein Wiederholungsjahr hätte für die ansonsten gute Schülerin viel verlorene Zeit bedeutet, daher wurde Melissa fortan zu Hause individuell unterrichtet und spezifisch gefördert. Nur am Musikunterricht und im Chor ihrer Schule nahm Melissa auf eigenen Wunsch weiterhin teil. Das Gymnasium und das Schulamt aber spielten nicht mit, Melissa wurde zwangsabgemeldet und der zuständigen Hauptschule zugeteilt.
Infolgedessen unterrichteten die Eltern Busekros ihre Tochter weiterhin zu Hause. Alle anderen schulpflichtigen Kinder der Busekros gehen übrigens zur Schule. Mit Ablauf des Schuljahres 2005/2006 endete die Vollzeitschulpflicht für Melissa. Dennoch wendete sich das Jugendamt der Stadt Erlangen noch im August 2006 an das zuständige Familiengericht, das eine Anhörung der Eltern und ihrer ältesten Tochter veranlasste. Zu dieser Anhörung war nur der Vater erschienen. Die Tochter befand sich zeitweise im Ausland. Doch die Behörden ließen nicht locker und wollten minutiös wissen, wann sich Melissa wo aufhielt, wobei es auch zu einem unangemeldeten Besuch der Familienrichterin bei den Busekros kam.
Familie Busekros ist eine bekannte und bei den Nachbarn beliebte Familie. Ihre Bereitschaft zu einem Fototermin im häuslichen Umfeld für den Artikel der Erlanger Nachrichten zeigt, daß sie nichts zu verbergen haben. Doch das reichte den Behörden nicht. Am Dienstag, den 30. Januar 2007, frühmorgens, wurden Mutter und Kinder - der Vater war schon zur Arbeit - von Vertretern des Jugendamtes Erlangen und Polizeibeamten überrascht, die eine sofortige Herausgabe von Melissa forderten. Im Beschluss des Amtsgerichtes Erlangen (AZ: 006 F 01004/06) vom 29. Januar 2007 heißt es wörtlich: "Das zuständige Jugendamt wird beauftragt ud ermächtigt, das Kind notfalls durch Gewaltanwendung zur Anhörung zuzuführen und sich hierzu der Unterstützung der polizeilichen Vollzugsorgane zu bedienen."
Melissa wurde in die Kinder- und Jugendpsychiatrie des Klnikums Nürnberg verbracht und dort in Anwesenheit des Sachverständigen Herrn Dr. Schanda einer Anhörung unterzogen. Im Anschluss an diese Anhörung, etwa dreieinhalb Stunden nach ihrer gewaltsamen Verbringung ins Klinikum Nürnberg, wurde Melissa wieder zurück in ihr Elternhaus gefahren. Den erleichterten Eltern und den fünf jüngeren Geschwistern, die zuvor nicht gewußt hatten, ob und wann sie ihre Tochter bzw. Schwester wiedersehen würden, sowie Melissa selbst sollte der nächstgrößere Schock aber noch bevorstehen.
Am Nachmittag des 1. Februar rückten die Familienrichterin, Vertreter des Jugendamtes Erlangen sowie fünfzehn Polizisten bei den Busekros an, um Melissa erneut in die Kinder- und Jugendpsychiatrie des Klinikums Nürnberg zu verbringen. Der richterliche Beschluss, mit dem diese Maßnahme gestützt wurde, enthält nach Auskuft des Vaters, Hubert Busekros, auch den sofortigen Entzug der elterlichen Sorge. Mit einer etwa einjährigen Entwicklungsverzögerung und dem Bestehen einer Schulphobie wird dieses Vorgehen gegen eine Fünfzehnjährige, das diese noch dazu völlig unerwartet traf, begründet. Wann die Eltern und Geschwister wieder ein Lebenszeichen von Melissa erhalten werden, ist ungewiss, da das offizielle Vorgehen bei Diagnose "Schulphobie" darin besteht, den Kontakt zu den nächsten Bezugspersonen, die als vereinnahmend betrachtet werden, fürs erste völlig zu unterbinden.
"Nur Familien eröffnen Perspektiven" lautete der Titel des Artikels, der das Familienfoto der Busekros zeigte: eine glücklich lächelnde Erstgeborene im Kreise ihrer Lieben - ob sie das Lächeln nun verlernen wird? Was wird dieser Jugendlichen, einem sensiblen und musikalisch veranlagten Mädchen, angetan, nur weil die zuständigen Behördenvertreter ein Exempel statuieren mußten? Die Traumatisierung des bislang unauffälligen und beliebten jungen Mädchens wird bewußt in Kauf genommen, um die deutsche Schulbesuchspflicht, in diesem Fall sogar nur noch die Teilzeitschulpflicht, mit allen Mitteln und ohne Hinterfragung durchzusetzen.
Würde Melissa in Österreich, Tschechien, Frankreich oder Belgien leben, wären vermutlich alle Beteiligten - die Schülerin, die Eltern und die pädagogischen Fachkräfte der zuständigen Behörden - froh darüber, daß für ihre besonderen Lernbedürfnisse ein optimaler, da individueller Bildungsweg beschritten wird. Denn in diesen Ländern ist, wie übrigens fast überall auf der Welt, der häusliche Unterricht eine anerkannte Alternative zum Schulbesuch, wodurch insbesondere Schülern mit besonderen Bedürfnissen und Begabungen große Vorteile entstehen. Viele der deutschen "Sitzenbleiber" würden in diesen Ländern, hätten sie so engagierte Eltern wie Melissa, vermutlich vorzeitig einen Abschluss in der Tasche haben. Melissa dagegen wird psychiatrisiert: ein deutsches Schüler-Schicksal.
Weitere Informationen zu diesem und ähnlichen Fällen von rabiatem Vorgehen der Behördenvertreter gegen Homeschooling-Familien finden Sie auf der Homepage des Netzwerkes Bildungsfreiheit (www.netzwerk-bildungsfreiheit.de). Das Netzwerk Bildungsfreiheit engagiert sich bundesweit für eine Aufhebung des strikten deutschen Schulzwanges und tritt für eine Liberalisierung des Bildungswesens ein.
02.02.2007, Elisabeth Kuhnle
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besagter Art. in den Erlanger Nachrichten:
Nur Familien eröffnen Perspektiven
Neue EN-Serie über familienfreundliches Erlangen - Standortfaktor der Zukunft
Bitte Bild anklicken!
Welchen Stellenwert haben Kinder und Familien in der Uni- und High-tech-Stadt Erlangen? Was ist dran am hochgesteckten Ziel, die kinder- und familienfreundlichste Großstadt Bayerns werden zu wollen? Fragen, die die Erlanger Nachrichten in den kommenden Monaten mit einer großen Serie beantworten werden. Zu Beginn ein Blick auf die Grundproblematik:
Wohnungen in angemessener Größe gibt es nicht. Brauchen sie ein Auto, muss es ein Bus sein. Ist die Steuer fällig, reicht der Platz auf den Formularen nie für den gesamten Nachwuchs. Sechs Kinder hat die Erlanger Familie Busekros — eine Großfamilie, wie es sie heute kaum noch gibt und auf die die Gesellschaft nicht mehr eingestellt ist. „Wir haben uns alle Kinder gewünscht“, sagt Gudrun Busekros, Vollzeitmutter für die drei Töchter und Söhne zwischen zwei und 15 Jahren. „Die gesamte öffentliche Stimmung spricht doch gegen Familien mit Kindern“, beklagt Vater Hubert Busekros.
Dass Familien in Deutschland keinen leichten Stand haben, kritisierte jüngst sogar Bundespräsident Horst Köhler, als er von Politik, Wirtschaft und Bildungswesen eine stärkere Rücksichtnahme auf Eltern und Kinder einforderte. Fachleute nennen den Zustand, den Deutschland inzwischen erreicht hat, „kinderfern“ - eine Gesellschaft mit wachsenden „kinderfreien Räumen“.
Lieber Umzug aufs Land?
Hier wollen die Erlanger Nachrichten ansetzen und den Focus auf die Situation vor Ort richten. Wie ist es um die Kinder- und Familienfreundlichkeit in der Stadt bestellt? Fühlen sich Familien hier wohl? Oder ziehen sie lieber hinaus aufs Land?
Wir lassen Eltern zu Wort kommen, ebenso Verantwortliche aus der Stadtspitze, aus Ämtern, Einrichtungen und Unternehmen. Wir beschäftigen uns mit der Kinderbetreuung, mit der Spielplatzversorgung, mit der Ferienbetreuung. Wir stellen die Projekte des Erlanger Bündnisses für Familien ebenso vor wie die Arbeit, die in vielen familienunterstützenden Organisationen geleistet wird. Und: Wir fragen in Unternehmen nach, was sie für die Familien ihrer Beschäftigten tun.
Denn ein entscheidender Standortfaktor der Zukunft wird die Familienfreundlichkeit sein. Der demografische Wandel wird die Infrastruktur vieler Städte und Gemeinden, sowie Wirtschaft und Arbeitsmarkt nachhaltig verändern. Vielen sind die Konsequenzen aus anhaltend niedriger Geburtenrate und Überalterung nach wie vor nicht bewusst, doch an Mahnungen fehlt es nicht. Eine erst im Oktober veröffentlichte EU-Studie: „Deutschland wird im Jahre 2030 nur noch 85 Prozent der heutigen Arbeitskräfte zur Verfügung haben. Und die werden nicht optimal ausgebildet sein. Unternehmen werden in Länder abwandern, in denen sie genügend Arbeitskräfte finden.“
Der Kindermangel jagt Deutschland in eine Katastrophe, die nicht mehr abwendbar ist, aber abgemildert werden könnte. Große, aktuelle Studien geben den Kommunen Hilfestellungen, indem sie allen Handlungsbedarf in punkto Familienfreundlichkeit ans Herz legen. Etwa die in diesem Jahr präsentierte Studie der Bertelsmann Stiftung „Wegweiser demografischer Wandel 2020“, in der Experten die Folgen von Kinderlosigkeit und Vergreisung analysierten sowie Wanderungsbewegungen der Bevölkerung vorausberechneten.
Gute Ausgangslage
Erlangen gehört in dieser Typisierung zu den begünstigten Standorten, zu den „prosperierenden Wirtschaftszentren“, so wie auch Hamburg, München, Regensburg oder Würzburg. Ihr Kennzeichen: „Eine hohe wirtschaftliche Dynamik und Prosperität, die sich seit der Jahrhundertwende auch positiv auf die demografische Entwicklung dieser Großstädte auswirkt“. Sprich: Diese Städte haben einen hohen Akademikeranteil, ein starkes Arbeitsplatzwachstum, starke Gewinne bei „Bildungswanderern“ und Berufseinsteigern. Sie, oft Hochschulstandorte, sind jung, glänzen mit hochwertigen Arbeitsplätzen und hoch qualifizierten Kräften (Erlangen: sehr hohe 23,3 Prozent).
Allerdings leben in Städten wie diesen überdurchschnittlich viele Singles und viele, gerade besser gestellte Familien, verlassen sie in Richtung Umland — nicht anders in Erlangen. Die Geburtenraten sind niedrig, in den Innenstädten konzentrieren sich Alleinstehende, Ältere, Ärmere und Migrantenfamilien.
Was tun? Die Stiftung rät zu aktiver Integration und dazu, „Kinder- und Familienfreundlichkeit zu leben“. Darunter will sie nicht nur ein entsprechendes Klima in der Stadt verstanden wissen, sondern auch ein hochwertiges Bildungsangebot, eine verlässliche und flexible Kinderbetreuung, gute Freizeitmöglichkeiten, bezahlbaren Wohnraum, die Förderung benachteiligter Kinder und die Einbindung der Wirtschaft.
Ebenso klare Worte findet der 2005 veröffentlichte „Familienatlas“ des Wirtschaftsforschungsinstitutes „Prognos AG“: Familienfreundlichkeit sei der Standortfaktor der Zukunft, heißt es es auch hier, denn Regionen mit einem derartigen Umfeld würden davon wirtschaftlich profitieren. Untersucht wurden alle 439 Kreise und kreisfreien Städte Deutschlands unter den Aspekten demografische Entwicklung, Kinderbetreuung, Arbeitsmarkt, Bildungschancen, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Sicherheit und Wohlstand. Dabei punktet der Osten mit seinen guten Betreuungsmöglichkeiten, nicht aber mit seinem Arbeitsmarkt. Für West- und Süddeutschland spricht die wirtschaftliche Stärke, nicht aber der Ausbau der Kinderbetreuung.
Gerade Mittelfranken scheint eine Region zu sein, in der sich Familien vertrauensvoll niederlassen können. Viele Kreise und kreisfreie Städte finden sich in jener Gruppe wieder, der Prognos die höchste Familienfreundlichkeit attestiert. Der Landkreis Erlangen-Höchstadt wird dagegen als „klassische Mittelstandsregion“ eingestuft, in der es für Bildung und Arbeitsmarkt gute Noten gibt, schlechtere für Kinderbetreuung sowie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
„Biografische Durchlaufstation“
Und Erlangen? Es teilt auch hier das Schicksal vieler Groß- und Unistädte mit hoher Verwaltungs-, Bildungs- und Dienstleistungsfunktion. Erlangen gilt, wie auch Nürnberg oder Fürth, als „Singlestadt“, als „biografische Durchlaufstation“. Familien mit Kindern sind eine Minderheit, andererseits lassen sich Beruf und Familie durch eine hohe Teilzeitquote gut verbinden.
Wie eine Kommune zu mehr Familienfreundlichkeit findet, muss sie an den eigenen Stärken und Schwächen ausrichten. Wie eine ganze Gesellschaft wieder mehr Freude am eigenen Nachwuchs findet, ist bislang eine Frage ohne klare Antwort. Die Fakten liegen auf dem Tisch: eine Geburtenrate von 1,35 Kindern je Frau. Notwendig wären aber 2,1 Kinder, um die jetzige Bevölkerungszahl zu halten. Dazu kommen zwei deutsche Besonderheiten. In keinem Land der Welt gibt es so viele kinderlose Menschen wie in Deutschland und ist der Anteil an Familien mit drei und mehr Kindern so gering.
Die Ursachen sind breit gestreut: Die Vielzahl an Lebensformen, die Suche nach Selbstverwirklichung ohne Störfaktor Kind, der oft nicht realisierbare Wunsch junger Frauen nach Karriere plus Familie, Arbeitslosigkeit, aber auch eine Familienpolitik, die erst in den letzten Jahren akuten Handlungsbedarf erkannte.
Denn kinderreiche Familien und Alleinerziehende haben in Deutschland nach wie vor das höchste Risiko, in die Armut abzurutschen. Die meisten Familien leben vom Einkommen eines Hauptverdieners und haben pro Kopf weniger Geld zur Verfügung als Kinderlose.
Wie rechnet doch der sechsfache Vater und Siemensianer Hubert Busekros: Blickt er auf sein Netto-Gehalt, bleibt ihm im Monat trotz Kindergeld nur wenig mehr als einem Hartz-IV-Empfänger mit Frau und sechs Kindern.
Nach Kritik von Schülern: «Die Stimmung ist zerrissen»
Gymnasiasten lösen Riesendiskussion an der Wilhelm-Löhe-Schule aus - Schulleiter spricht von «infamer» Behauptung
Flammende Protestbriefe und große Zustimmung: Der Report «Ich prügle mich hin», in dem sich zwei Gymnasiasten über Leistungsdruck und ausgebrannte Lehrer beklagten, ruft kontroverse Reaktionen hervor. Und zieht Kreise über die Wilhelm-Löhe-Schule hinaus.
Im Unterricht, auf dem Pausenhof und im Internetforum der Kollegstufe werden erbitterte Diskussionen geführt. «Die Stimmung ist zerrissen», sagt Maximilian Eder, einer der Kollegstufensprecher der kirchlichen Wilhelm-Löhe-Schule. Da gibt es Schüler, die laut protestieren und dazu aufrufen, nach «den Tätern» zu fahnden. Gemeint sind die Schüler, die sich hinter den im Artikel verwendeten Pseudonymen Martin Schmidt und Markus Rupert verbergen. Und da sind die, die ihren Mitschülern zumindest teilweise Recht geben.
«Es wird unheimlich viel darüber geredet», sagt Martin Schmidt selbst. «Nur leider nicht mit mir persönlich», bedauert er, obwohl seine Mitschüler gleich herausgefunden hätten, dass er einer der im Text zitierten Schüler sei.
Einige stimmen ihm zumindest ein Stück weit zu. «Es gibt schon Lehrer, bei denen man sich fragt, was die noch auf der Schule zu suchen haben», sagt Eder. «Und es ist schon so, dass Druck gemacht wird», fährt er fort. Aber das sei an anderen Schulen nicht anders. Der 19-Jährige kann darin auch gar keinen Nachteil sehen. «Wenn die Lehrer keinen Druck machen würden, würden alle nur rumgammeln.» Schülersprecherin Katharina Henning (18) nimmt die Schule in Schutz: «Ich fühle mich sehr wohl hier. Und es gibt viele Möglichkeiten, sich Hilfe zu holen.» Das sieht auch Kollegstufensprecherin Johanna Köhler (17) so.
Wie berichtet, hatten sich Martin Schmidt und Markus Rupert über Lehrer beklagt, die eigentlich nicht mehr unterrichten dürften. Und sie kritisierten das extrem leistungsorientierte Schulsystem. Sie sagten auch, dass ihre Anliegen viele Lehrer und die Schulleitung nicht interessieren würden. Gesamtschulleiter Horst Gloßner will das nicht so stehen lassen. Er bezeichnet diese Äußerung auf Anfrage als «infam». Die Veröffentlichung habe insgesamt «viel Empörung» ausgelöst unter Schülern und Lehrern.
Aber da gibt es auch die andere Seite. Selbst für mache Lehrer gelte, «ich prügle mich hin». Hin zur Schule. Das sagen Lehrer der Wilhelm-Löhe-Schule, die sich an die Redaktion wandten, ihren Namen aber nicht in der Zeitung lesen wollen. Lehrer, die den Schülern in vielen Punkten zustimmen und den «Massenbetrieb» kritisieren. Wegen einer Vielzahl von Konferenzen, Absprachen und Rücksprachen bleibe letztlich viel zu wenig Zeit für ihre eigentliche Aufgabe: die Arbeit mit den Schülern. «Wen wundert es da noch, dass viele Lehrkräfte entweder völlig abgestumpft oder ausgebrannt sind. Sie greifen auch weit häufiger als die Schüler regelmäßig zu Beruhigungspillen und Antidepressiva, suchen oft verzweifelt psychologische Hilfe oder bekämpfen Frust und Stress mit Alkohol», sagen sie.
Wie berichtet, sagten Schmidt und Rupert, dass ein Zehntel bis ein Fünftel der Kollegstufenschüler den Stress mit Medikamenten oder Trinkgelagen am Wochenende kompensierten. Das allerdings weisen ihre Mitschüler empört zurück. «Das stimmt einfach nicht», meint Maximilian Eder.
Die Diskussion zieht Kreise, ist auch an anderen Schulen Thema. Einem Klassenelternsprecher eines weiteren Gymnasiums sprachen die Schüler aus der Seele: «Das Thema brennt uns auf den Nägeln.» Aus Angst davor, dass seine Kinder die Konsequenzen zu spüren bekämen, will er seinen Namen ebenfalls nicht in der Zeitung lesen. Auch er kritisiert den Druck, dem die Schüler ausgesetzt sind. Und er hält es für ein Unding, dass pädagogisch nicht befähigte Lehrer unterrichten dürften.
Durch das achtstufige Gymnasium potenzierten sich diese Probleme noch, fährt er fort. «Die Kinder haben 50 Wochenstunden und keine Freizeit mehr. Das kann so nicht weitergehen.»
(StandPunkt und Leserbriefe S. 10)
Sabine Stoll
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Dieses Mädchen hat für sich einen Weg gefunden, sich erfolgreich zu bilden, während Gleichaltrige "Stress mit Medikamenten oder Trinkgelagen am Wochenende kompensierten. "
Dafür wird sie zwangspsychiatrisiert. Armes Deutschland!
Verfasst am: 04.02.2007, 10:39 Titel: Ausschulung Hilfe wer hat Erfahrung
Liebe Sophieh und liebe Silke,
vielen Dank für Eure aufbauenden Worte, es ist ein gutes Gefühl wenn man weiß da gibt es noch andere Menschen denen es genauso oder noch viel schlechter geht wie uns. Ich habe gestern einen Brief von der Schule bekommen mit der offiziellen Ausschulung. Sie bieten mir an das ich Stellung nehmen kann oder ihn von der Schule abmelden, was ich natürlich nicht tun werde da sind die ja aus dem Schneider. Ich werde Silkes Rat befolgen und Einzelunterricht beantragen. Vielleicht weiß noch jemand was das für ein Paragraph das ist auf den ich mich berufen kann und was man sonst noch tun muss? Würde mich freuen wenn mir jemand schreibt der mit so einer Situation schon Erfahrung gemacht hat.
Ach und Silke noch was zu Deinen eingestellten Artikel es macht einen fassungslos was in diesen Staat alles möglich ist. Statt man sich um
wichtige Dinge kümmert zerstört man lieber eine ganze Familie.
Jacqueline,
ich wünsche dir viel kraft, du wirst mehr brauchen als du glaubst zu haben.
manchmal denke ich, jetzt ist es schön bei uns und dann kommt der hammer.
immer dieses auf und ab macht mir zu schaffen aber zurückblickend weiß ich heute, das es immer wieder kraftreserven gibt. wo immer sie auch her kommen, aber für die eigene familie ist man der starke pfahl, nachdem die anderen schauen müssen, den sie brauchen.
ich habe mir auch unterstützung von einer psychologin geholt, die habe an den schlechten tagen gebraucht um nicht auch abzustürzen.
liebe grüße
Anke
ich habe deinen problem gelesen als erstens wünsche ich euch allen alles gute ,würde dir empfehlen eine feste struktur in den alltag von deiner tochter zu legen,zb.tobestunde,malstunde.Aber anderfalls welche therapie möglichkeiten gibt gebe.ich wünsche dir viel glück dabei.
gruss karga
vielen Dank für Deine lieben Worte, Deine Nachricht habe ich am Freitag bekonmen, und glaube mir am Freitag hat mich ein Hammer getroffen. Yannic ist seit fast einer Woche nicht mehr zur Schule gegangen was Ihn sehr traurig
gemacht hat. Er ist ständig von seine ehemaligen Mitschülern gehänselt wurden.
Er hat sich mit einigen im regionalen Chat getroffen und die haben Ihn dann immer geärgert jedenfalls hat er sich irgendwie bedroht gefühlt und dann hat er eine Nachricht in den Chat geschrieben das hat jetzt unser Leben Komplett verändert. In der 1 wird morgen eine Bombe hochgehen. Am nächsten morgen sind dann irgendwelche Schüler zum Direktor und haben Ihn diese Nachricht zu kommen lassen, obwohl ziemlich schnell klar gewesen sein muss das es mein Sohn war, veranlassten Sie einen Großeinsatz mit Polizei und Feuerwehr die ganze Schule ist geräumt wurden mich hat natürlich niemand verständigt. Sonst hat die Schule wegen jeder Kleinigkeit bei mir angerufen. Zu uns nach Hause kam so eine Art Räumkommando natürlich ist denen auch nicht gesagt wurden das Yannic unter
einer Wahrnehmsstörung leidet. Ich konnte gerade noch verhindern das Sie Ihn
mit zur Wache nehmen. Die Folge war er wurde Zwangseingewiesen sogar in die
geschlossene es war schrecklich er hatte sich wirklich nichts dabei gedacht und wusste auch nicht was er da angestellt hatte. Aber das schlimmste waren die Medienberichte der Schuldirektor war genau über Yannics Krankheit aufgeklärt.
Aber davon sagte er nichts er sagte nur das Yannic ein aggressiver und auffälliger
Schüler gewesen ist und das die Schule alles versucht hat Ihn zu helfen(wie lächerlich) Er sagte das sogar im Fernsehen jeder denkt jetzt alleinerziehende Mutter die einen gewaltbereiten Sohn hat. Habe keine Ahnung wie das jetzt alles weiter geht. Yannic ist jetzt erst mal noch freiwillig in der KJP.
Ich dachte wir haben das schlimmste hinter uns bin völlig fertig fahre Ihn dann besuchen.
Hallo und Guten Morgen,
Ich brauchte jetzt erst mal ne Zeit um das, was du da geschrieben hast zu verdauen.
Bei euch hat sich sehr viel angestaut. Dein Sohn fühlt sich so unverstanden und muß sehr verzweifelt sein. Ich wünsche mir sehr, das er jetzt wirklich die Hilfe bekommt die er braucht (ihr natürlich auch).
So schlimm wie die Situation ist, er hat sich Gehör verschafft. Das soll keine Entschuldigung für sein Verhalten sein wahrscheinlich hat er die Tragweite dessen nicht erahnen können aber jetzt hört man ihn. Man kann ein Kind nicht vom Leben (Schule) ausschließen und erwarten das damit sich die Probleme lösen. Die Ämter haben es sich leicht gemacht...
Ihr habt jetzt die Öffentlichkeit! Hier schreit es direkt nach Willkür.
Tut mir Leid aber ich bin ziemlich erschüttert über das, was du geschrieben hast
ich glaube das geht jeden so der uns kennt, allen fehlen die Worte. Ich habe Ihn
gestern besucht er ist wieder total in sich gekehrt und will nicht mit mir reden.
Ich hatte gerade einen guten Draht zu Ihm und jetzt ist alles wieder zerstört.
Ich glaube er hat kein Vertrauen mehr, ich war heute früh am Jugendamt
jetzt bekommen wir wahrscheinlich ganz schnell einen Platz in Jena. Ich bin völlig verzweifelt jetzt fühlt er sich erst recht von mir abgeschoben und das habe ich so
nicht gewollt. Hier nimmt Ihn jedenfalls keine Schule mehr die Montesorri Schule
hat für alle Zeit abgesagt. Ich kann Ihn ja nicht mal mehr alleine lassen wenn er
seinen ehemaligen Mitschülern trifft und die Ihn dann vielleicht beschimpfen, weiß ich nicht wie er reagiert.
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