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Kann (Eltern-)Liebe schädlich sein?
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vjestica
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Anmeldedatum: 10.06.2005
Beiträge: 8516

BeitragVerfasst am: 05.12.2006, 09:06    Titel: Kann (Eltern-)Liebe schädlich sein? Antworten mit Zitat

Hallo,
nach den teilweise doch sehr schlimmen Zeiten mit unseren großen Jungs genießen mein Mann und ich einfach das Leben mit unserem Kleinsten-
fast 4.
Er entwickelt sich prächtig und ist einfach nur der Sonnenschein der Familie.
Auch seine großen Brüder kümmern sich rührend um ihn und bringen ihm eine Menge Blödsinn bei.
Gestern ist aber etwas passiert was mir sehr weh tut.

Robin war auf Klettertour nach Schoki und fiel dabei über einen Meter tief auf Fliesenboden,genau zwischen Weidenkorb und Parkhaus.
Ihr könnt euch meine Angst in dem Moment sicher vorstellen.
Ich dankte nur dem "da oben" mit einem Stoßgebet das nichts schlimmeres passiert war.
Ein cm weiter nach links und ein Auge wäre weg gewesen.
So blieb es "nur" bei Kopfschmerzen,einer riesigen Beule und das Versprechen so einen Quatsch nie wieder zu machen.
Ich erzählte meiner Freundinn davon,sie meinte nur:"Hoffendlich hast du ihm eine geknallt!" Shocked
"Nein,hab ich nicht,ich hab ihn getröstet!"
Dann kam die Litanei ich wäre viel zu nachgiebig,würde mein Leben an die Kinder wegwerfen,den Jungs immer helfen,alles mit mir machen lassen...

O.K.,ich kümmer mich viel um meine Kinder.
Ich helfe ihnen bei den Hausaufgaben,backe öfters Kuchen und investiere sehr viel Zeit aber ich mache das gerne !!!
Was ist denn daran so schlimm?
Darf man nicht die Zeit genießen wenn mal zufällig keiner im KRH liegt?
Meine "Freundinn" kennt mich lange genug und sie weiß was wir alles schon hinter uns haben.

Kann man zuviel Lieben?
Ich dachte immer Liebe ist die einzige Sache der Welt die größer wird wenn sie verteilt wird.
Sorry,aber das Gespräch gestern macht mich echt fertig

LG Jenny
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Majana
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BeitragVerfasst am: 05.12.2006, 09:13    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Jenny,

ich hätte den Kleinen auch getröstet an seiner Stelle. Erschreckt hat er sich sicher eh schon genug durch den Sturz... Die Reaktion deiner Freundin ist mir völlig unverständlich...

Ich finds schön, dass ihr die Zeit mit den Kids geniessen könnt... weiter so Smile

LG Majana

_________________
Leben ist nicht Dauer sondern Inhalt.

*11/1981 mit ÖA IIIb, CF, ADHS und diversen Kleinigkeiten, Sozpädin

Vorstellung : http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic4622.html
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Irene
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Beiträge: 1209
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BeitragVerfasst am: 05.12.2006, 09:14    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Jenny,

Gott sei Dank ist alles noch mal gut gegangen! Das hätte böse ausgehen können! Ich hätte in Deiner Situation genauso reagiert! Ich habe es immer so gehalten, dass ich mit meinen Kindern drüber gesprochen habe. Gestraft wurde das Kind in dieser Situation sowieso schon - warum noch Schläge? Konsequenzen kann ich auch androhen, wenn es wirklich noch einmal passieren sollte und ich ihn v o r h e r dabei erwische! Ich sage immer: Meine Kinder und ich haben Ohren und Münder, wir können reden und hören! Ich habe doch keine "Idioten" auf die Welt gebracht, sondern "Menschen" - die sehr wohl verstehen können, um was es geht, wenn es dem Alter entsprechend formuliert wird.
Ach übrigens: hat Deine Freundin Kinder? Ich hatte (richtig: hatte) auch mal so eine "Freundin": sie hat mir - selber hochschwanger - erzählt, wie ich mit meiner Tochter umzugehen habe. Sie selber wird allerdings nicht wirklich über ihre beiden her! Aber: der Kenner schweigt und genießt! Very Happy

Kopf hoch und mach das, wie DU es für richtig hältst. Wenn Du es Dir und Deinen Kindern gegenüber vertreten kannst, dass Du so reagiert hast - dann ist alles in Ordnung! Andere müssen es nicht verstehen!

Viele Grüße
Irene

_________________
Sonja (11/91), Stefan (07/94): spastische Hemiparese rechts
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Aschmid
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BeitragVerfasst am: 05.12.2006, 09:16    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Jenny,

an Deinem Geschriebenen kann ich nicht verwerfliches finden! Ich hätte meinem Kind auch keine geknallt! Wofür denn? Ich habe meine Kinder noch nie geschlagen und werde es sicher auch nie tun!

Trotzdem denke ich auch es gibt ein zuviel an "Liebe". Manche Eltern engen ihre Kinder derart ein, haben riesige Angst das etwas passieren könnte, sind ständig auf der Hut, kontrolllieren und lassen ihre Kinder keine eigenen Erfahrungen machen.
Dies alles wird innerlich begründet ich habe Angst das meinem Kind etwas zustößt, will ihm Kummer und Frust ersparen etc... oft liegt die Ursache in eigenen ERlebnissen.

Wobei hier vielleicht eher Kontrollzwänge, Ängste etc. eine Rolle spielen. Es wird zwar oft so bezeichnet, jedoch denke ich das zuviel an Liebe im eigentlichen Sinne gibt es nicht. Es ist nicht die Liebe die zuviel ist, sondern die Einengungen, zu starkem Festhalten, keinen Freiraum zu schenken ...

Wenn ein Kind keinen Freiraum hat, keine eigenen Erfahrungen sammeln kann, das ist dieses "zuviel" eben hinderlich für die Entwicklung.

Hier sollte man immer versuchen ein gesundes Mittelmaß zu finden. Sicherlich ist dieses nicht einfach, den eigene Erfahrungen und Ängste spielen hierbei eine große Rolle.

In diesem Sinne
liebe Grüße
Andrea

_________________
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AnjaH
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Beiträge: 8980
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BeitragVerfasst am: 05.12.2006, 09:18    Titel: Antworten mit Zitat

Mit Liebe kann man keinen Menschen verwöhnen.. Wink

du hast völlig richtig gehandelt. Mit Schlägen erzieht man nicht..

_________________
LG
Anja+ Felix
8 Jahre frühkindlicher Autismus mit v.a Intelligenzminderung ,bronchial Astma, Infekt Krämpfe,hypoton aber ein Sonnenschein
und Julia 2,5 Jahre hypoton, globale Entwicklungsverzögerung

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BeitragVerfasst am: 05.12.2006, 09:22    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Jenny,
ich kann nicht galuben, das es eine Freundin war, die Dir solche Sprüche an den Kopf wirft........ ein Leben an Kinder "wegwerfen" ?????
Wir alle würden tausend Leben für unsere Kinder hergeben......
Laß Dich nicht so verunsichern von Leuten ,die vorgeben Freunde zu sein und nur "das Beste" für Dich wollen.
Du wirst selbst wissen, was das Beste für Dich und die Kinder ist !
LG und Kopf hoch
Heike
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Gisi
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Wohnort: Zuhause

BeitragVerfasst am: 05.12.2006, 09:29    Titel: Antworten mit Zitat

hallo jenny,

meine gedanken zu deinem schreiben hat andrea wunderbar beschrieben.
es gibt kein zuviel an liebe, nur ein zuviel an behüten/festhalten.

lg
gisi

_________________
Sabine mit Fenja 6/98
und Nina 10/01 frühkindlicher Autismus, seit Juni 2009 in einer Wohngruppe
Das Gegenteil von "gut" ist "gut gemeint"!
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vjestica
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Beiträge: 8516

BeitragVerfasst am: 05.12.2006, 09:29    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,
also meine "Freundinn" hat selber 3 Kinder.
Die Älteste ist aber vor kurzem zum Vater gezogen.
Allgemein hab ich manchmal das Gefühl das sie ein bisschen neidisch ist auf mein gutes Verhältnis zu meinen Jungs.
Auch weil wir immer sehr viel Spaß miteinander haben,sehr viel Lachen zusammen.
Das gibt es bei ihr nicht.
Sie ist ein sehr egoistischer Mensch.

Was mich auch nervt ist das andauernd nachgefragt wird warum Robin nicht in den KiGa geht.
Ich habe keine Lust allen Leuten zu erzählen das mein Sohn einen schweren Reflux hat und unser RegelKiGa nicht in der Lage ist ihn den ganzen Morgen im Auge zu behalten.
Er verschluckt sich mehrmals am Tag sogar an seiner eigenen Spucke,kriegt keine Luft und erbricht sich.
Ich warte immer noch das sich das rauswächst.
Vielleicht kann er nächsten Sommer in den KiGa.
Mir wird aber sofort unterstellt ich würde klammern,das stimmt nicht!!!
Es fehlt ihm aber an nichts,er hat Freunde bei denen er spielt.
Er hat seine Freiräume und kann schon viel mehr als andere Kinder seines Alters.
Wasserfarben,Knete,Schere,Malbücher und ein riesiger Wortschatz.

LG Jenny
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Kunigunde
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Beiträge: 4411

BeitragVerfasst am: 05.12.2006, 09:36    Titel: Antworten mit Zitat

hallo jenny
sicherlich kann man auch zuviel lieben, aber in diesem fall hätte ich genauso reagiert wie du. ich würde doch meinem kind keine knallen (würde ich auch in keinem anderen fall!!!) nur weil es hinfällt!!
ich wäre auch nur dankbar das nix schlimmers passiert ist! ich denke auch das es wichtig ist wenn kinder aus ihren fehlern lernen und selbst ihre erfahrungen sammeln DÜRFEN. anna z.b. klettert auf ihrem stuhl rum, wir sagen ihr zig mal sie solle sich hinsetzen weil sie sonst herunter fallen könne... kaum ausgesprochen liegt anna auf dem boden und das gebrülle ist riesengroß. auch da haben wir sie getröste und gesagt "genau das meinen wir, wenn du kletterst kannste auch runter fallen" am nächsten tag das gleiche und sie fällt wieder Laughing sorry, da mußten wir lachen (sie hat sich auch nicht ernsthaft verletzt) aber trotzdem haben wir sie kurz gedrückt.
ich finde deine freundin ehrlich gesagt etwas herzlos wenn sie aus diesem grund so reagiert.
aber wie du schon schreibst... zuviel liebe kann auch erdrücken und die kids unselbständig machen. also wenn du ihnen versuchst das schlechte vom hals zu halten oder wenn du sie ständig bemutterst..
ich hoffe dir ist klar geworden wie ich es meine

lg pam Very Happy
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Isolde
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BeitragVerfasst am: 05.12.2006, 09:37    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Jenny,

ist doch klar, unsere Kinder - ob sie nun ein Defizit haben oder nicht - sie müssen auch auf Erkundungstouren gehen, und dabei passieren Unfälle.
Wir haben auch schon Vieles hinter uns, und manchmal blieb mir der Atem stehen.
Auch wenn ich im Vorfeld wusste, da kann was passieren, habe ich es Jonathan manches tun lassen, wie einfach nur das raufklettern auf den TrippTrapp-Stuhl, als er klettern konnte.
Dann habe ich mich hinter ihn gestellt um ihn notfalls aufzufangen.
Er hat auch schon Sachen gemacht und fiel eben runter.

ABER:
Ich würde Jonathan niemals in dem Moment anbrüllen.
Ich würde ihn als erstes trösten und schauen welche Folgen das Ganze hatte.
Und später kann ich versuchen zu erklären, dass man das eben so nicht tun sollte - sofern dieses ein geistig behindertes Kind überhaupt verstehen kann, wie in meinem Fall.

Mit erdrückender und ungesunder Liebe hat das NICHTS zu tun.
Wie ich das so erlese - machst Du eine ganze Menge für Deine Kinder,
es macht DIR Spaß, die Kinder haben ihren Spaß damit - und das ist gut so.

Erdrückend würde es erst dann werden und ungesund,
wenn die Kinder größer werden, sich von Dir abnabeln wollen und Du sie nicht gehen lässt......, dann wäre es verkehrt. Aber das würden sie Dich dann schon wissen und spüren lassen.

Mach nur weiter so, und wenn wieder ein Sturz passiert, dann danke weiter unserem Herrgott, dass nicht mehr passiert ist,
und tröste den Kleinen, beruhige ihn dann als allererstes mal.
Die Kleinen lernen aus dem selber probieren - was gut für sie ist und was nicht, was sie sich selber zutrauen können - und das ist für die Entwicklung auch unserer gehandicapten Kinder ganz wichtig, dieses sich trauen, dieses Zutrauen von unserer Seite, umsomehr können sie sich selber zutrauen.

Einen lieben Gruß - Isolde

_________________
Nicht der Beginn wird belohnt, sondern einzig und allein das Durchhalten - Katharina von Siena
"Einen Anfang zu machen ist das Geheimnis von weiterkommen" - chin. Weisheit

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